Hier wird aus allen Plänen ein Preis, den die Betriebsleitung der Lounge unterschreiben kann: Stückliste, Zeitansatz, Zuschlagskalkulation und ein Angebot, das zeigt, was es enthält und was nicht.

Schritt 4 von 6. Du leitest die Stückliste aus den Plänen ab, stellst den Zeitansatz auf, kalkulierst den Angebotspreis, prüfst ihn auf Lücken, vergleichst mit einer konventionellen Variante und vertrittst das Angebot im Team.

Danach: Rechenwege und Lösungen

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ein Angebot ist ein Versprechen: Was nicht in der Stückliste steht, baust du am Ende auf eigene Rechnung.

Erst du, dann die anderen

Die Meisterin fragt: „Wie kommen wir zu einem Preis, den wir auch halten können?“ Den Weg gibt dir keiner vor. Wie würdest du vorgehen?

So gehen andere vor. Such dir einen Weg aus.
  • Zuschlagskalkulation mit Zeitansätzen. Jede Position bekommt Material und Stunden, darauf die Zuschläge. Das ist nachvollziehbar bis zur einzelnen Leuchte. Es kostet aber Zeit, und es stimmt nur, wenn die Zeitansätze zur Baustelle passen.
  • Kennzahl aus früheren Projekten. Die Werkstatt weiß, was ein Quadratmeter Gebäudetechnik ungefähr kostet. Das ist in einer Minute gerechnet und taugt gut als Plausibilitätsprüfung. Für eine Lounge mit Lastmanagement und Visualisierung ist es aber ungenau.
  • Preise anfragen und Nachunternehmer einrechnen. Für Leuchten oder die Dacharbeiten holst du Angebote ein. Das sind echte Preise, und ein Teil des Risikos liegt beim anderen. Es dauert aber, und du hängst von fremden Terminen ab.

Es gibt hier nicht den einen richtigen Weg. Entscheide dich für einen und schreibe dazu, weshalb.

Am Ende hast du: Stückliste, Zeitansatz und Kalkulation, ein nach Titeln gegliedertes Angebot mit Anschreiben an die Betriebsleitung der Lounge und den Vergleich mit einer konventionellen Variante.

Karte „Die Lounge auf einen Blick“: Grundriss mit allen Zonen, Flächen, Ausgängen und Kennzeichen der Betriebsmittel, ohne Adressen. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Von den Plänen zur Stückliste

Jede Menge im Angebot stammt aus einem Plan: Leuchten aus der Lichtplanung, KNX-Geräte aus der Geräteliste, Leitungen aus dem Aufmaß. Die Stückliste fasst sie mit Einzelpreis zusammen; im Leistungsverzeichnis stehen sie als Positionen, geordnet nach Titeln wie Beleuchtung oder Gebäudesystemtechnik. Für Bauleistungen gilt die VOB, die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen: Teil B regelt den Vertrag, wenn er vereinbart ist, Teil C mit DIN 18382 die technischen Regeln für elektrische Anlagen, auch für Aufmaß und Abrechnung.

Die Zuschlagskalkulation

Material und Lohn sind die Einzelkosten, die sich einer Position zuordnen lassen. Alles andere, was der Betrieb bezahlen muss, Lager, Fahrzeuge, Werkzeug, Büro, kommt als Gemeinkosten in Prozent darauf. Die Elektrowerkstatt rechnet nach diesem Schema:

Zuschlagskalkulation für das AngebotMaterial laut Stückliste+ Kleinmaterial 6 %= Materialeinzelkosten+ Materialgemeinkosten 12 %= MaterialkostenStunden laut Zeitansatz × 38 € je h= Fertigungslohn+ Lohngemeinkosten 110 %= Fertigungskosten= Herstellkosten+ Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 10 %= Selbstkosten+ Wagnis und Gewinn 6 %= Angebotspreis netto+ Umsatzsteuer 19 %= Angebotspreis brutto
Schema der Zuschlagskalkulation, wie die Elektrowerkstatt sie für Angebote nutzt. Links der Materialstrang: Material laut Stückliste, plus Kleinmaterial 6 %, ergibt die Materialeinzelkosten, plus Materialgemeinkosten 12 %, ergibt die Materialkosten. Rechts der Lohnstrang: Stunden laut Zeitansatz mal 38 € je Stunde ergibt den Fertigungslohn, plus Lohngemeinkosten 110 %, ergibt die Fertigungskosten. Beide Stränge laufen in den Herstellkosten zusammen; darauf folgen Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 10 % zu den Selbstkosten, Wagnis und Gewinn 6 % zum Angebotspreis netto und Umsatzsteuer 19 % zum Angebotspreis brutto. Summenzeilen sind getönt. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Selbstkosten sind, was der Auftrag den Betrieb kostet. Erst Wagnis und Gewinn machen daraus einen Preis, an dem der Betrieb verdient und mit dem er Risiken trägt. Ein Rabatt ist ein Nachlass auf den Preis, etwa für eine große Menge; Skonto ist ein Nachlass dafür, dass der Kunde innerhalb einer kurzen Frist zahlt.

Gegebene Werte: Mengen, Preise, Zeiten, Zuschläge · aufklappen, wenn du rechnest

Gegebene Werte: Mengen, Preise, Zeiten, Zuschläge

Leistungsumfang dieses Angebots
Vorgabe der Meisterin, Los Gebäudetechnik: Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Gebäudesystemtechnik mit Visualisierung, Lastmanagement, Überspannungsschutz, die Leitungen dafür, Inbetriebnahme, Prüfung und Einweisung. Unterverteilung, Steckdosen- und Ladestromkreise rechnet die Elektrowerkstatt in einem eigenen Los ab; die Netzwerktechnik stellt die IT des Flughafens bei.
Mengen, Preise und Zeiten
Position Menge, Herkunft Einzelpreis netto Zeitansatz
Leuchten aus der Lichtplanung (aus Meilenstein M1) Leuchte A (LED-Pendelleuchte) 32 Stück · Leuchte B (LED-Flächenleuchte) 28 Stück · Leuchte C (LED-Downlight) 66 Stück Leuchte A 185 € · Leuchte B 160 € · Leuchte C 75 € 0,6 h je Leuchte
Sicherheitsbeleuchtung (aus Meilenstein M1) 12 Sicherheitsleuchten · 6 Rettungszeichenleuchten, hinterleuchtet 140 € · 165 € 0,5 h je Leuchte
Spannungsversorgung -T1 mit Drossel aus der Geräteliste (aus Meilenstein M2) 210 € 0,5 h
-K10, -Q11, -K2, -Q13, -K4, -Q15, -K6, -K7, -P1 im Verteiler aus der Geräteliste (aus Meilenstein M2) -K10 420 € · -Q11 390 € · -K2 520 € · -Q13 240 € · -K4 240 € · -Q15 220 € · -K6 110 € · -K7 280 € · -P1 380 € 0,5 h je Gerät
-B1 bis -B10, -S1 bis -S6, -B20 im Feld aus der Geräteliste (aus Meilenstein M2) Präsenzmelder 150 € · Tastsensor 95 € · -B20 140 € 0,4 h je Gerät
Visualisierung Visualisierungsserver · Bedientablet am Empfang mit Halterung 650 € · 400 € 1,0 h · 0,5 h
Lastmanagement Menge aus eurem Konzept (Lernangebot 9) Stromwandler 35 € · Schütz 85 € Stromwandler 0,2 h · Schütz 0,5 h
Überspannungsschutz Menge aus eurem Schutzkonzept (Lernangebot 10) Typ 2 260 € · Typ 3 55 € · Busableiter 45 € Typ 2 1,0 h · Typ 3 0,3 h · Busableiter 0,3 h
Leitungen aus dem Aufmaß Busleitung J-Y(St)Y 2 × 2 × 0,8: 420 m · NYM-J 3 × 1,5: 950 m 0,55 € je m · 0,85 € je m 0,04 h je m · 0,05 h je m
Pauschal Inbetriebnahme · Prüfen und Dokumentation · Einweisung 24 h · 16 h · 4 h
Zuschläge der Elektrowerkstatt
Kleinmaterial 6 % des Materials · Materialgemeinkosten 12 % · Lohn 38 € je Stunde · Lohngemeinkosten 110 % · Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 10 % · Wagnis und Gewinn 6 % · Umsatzsteuer 19 %
Kostenrahmen konventionell
Kennzahl der Elektrowerkstatt für eine konventionelle Installation desselben Loses ohne Gebäudesystemtechnik (Schalter, Dimmer, Bewegungsmelder, Lastabwurfrelais in der UV, keine Visualisierung): rund 75 € je m² netto (Unterrichtswert)
Aus Meilenstein M1
Präsenz und Konstantlicht sparen in der Lounge rund 315 € Energie im Jahr. Lastenheft L1 bis L10.
Fläche
Lounge J 600 m²

Alle Werte zur Lounge J sind Unterrichtswerte. Zahlen zum Flughafen sind öffentliche Größenordnungen, gerundet. Normen sind mit ihrer Bezeichnung genannt.

Dein Lernprodukt im Einzelnen

Dein Lernprodukt

Angebot für die Gebäudetechnik der Lounge J

Darauf laufen die Aufgaben dieses Lernangebots zu. Die Aufgaben sind die Stufen dorthin, das Lernprodukt ist das Ergebnis.

Es besteht aus

  • die Stückliste mit Menge, Herkunft, Einzelpreis und Gesamtpreis jeder Position
  • den Zeitansatz mit Montagestunden je Position und den Pauschalen
  • die Zuschlagskalkulation bis zum Angebotspreis netto und brutto
  • das Angebot nach Titeln gegliedert, mit dem, was nicht enthalten ist und wer es liefert, und mit Gültigkeit und Zahlungsbedingungen
  • den Vergleich mit einer konventionellen Variante
  • das Anschreiben an die Betriebsleitung der Lounge

Zur Dokumentation

Eine Datei der Tabellenkalkulation für Stückliste, Zeitansatz und Kalkulation, dazu das Angebot und das Anschreiben als Text. Jede Zahl ist aus der Tabelle nachvollziehbar; jede Annahme ist genannt.

Das Angebot gehört zu Meilenstein M3 und wird im Kreuzreview von einem anderen Team geprüft. Freigeben muss es die Betriebsleitung der Lounge.

11.1Leite die Mengen für die Stückliste aus euren Plänen ab
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Aufgabe 11.1

Leite die Mengen für die Stückliste aus euren Plänen ab:

  • Übernimm die Leuchten aus der Lichtplanung aus Meilenstein M1.
  • Übernimm Sicherheitsleuchten und Rettungszeichenleuchten aus dem Plan der Sicherheitsbeleuchtung.
  • Zähle die KNX-Geräte aus der Geräteliste aus Meilenstein M2, einschließlich der Spannungsversorgung.
  • Ergänze die Geräte für Lastmanagement und Überspannungsschutz aus Lernangebot 9 und 10.
  • Gib für jede Position an, aus welchem Plan die Menge stammt.
Pos. Bezeichnung Menge Einheit Herkunft der Menge Einzelpreis in € Gesamtpreis in €

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kalkulation · Materialkosten · Projektierung KNX

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

11.2Berechne die Materialeinzelkosten
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Aufgabe 11.2

Berechne die Materialeinzelkosten:

  • Berechne den Gesamtpreis jeder Position.
  • Berechne die Summe des Materials.
  • Berechne das Kleinmaterial.
  • Berechne die Materialeinzelkosten.
  • Gib an, welcher Teil der Anlage den größten Anteil am Material hat.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Materialkosten · Kalkulation

Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.

11.3Stelle den Zeitansatz für die Montage auf
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Aufgabe 11.3

Stelle den Zeitansatz für die Montage auf:

  • Berechne die Montagestunden für jede Position.
  • Addiere die Stunden für Inbetriebnahme, Prüfung und Einweisung.
  • Berechne die Stunden insgesamt.
  • Gib an, welche Arbeiten die meisten Stunden brauchen.
  • Beurteile, ob der Zeitansatz für die Leitungen zu einer Lounge mit 600 m² passt.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Arbeitsplanung · Kalkulation

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

11.4Kalkuliere den Angebotspreis nach dem Schema der Zuschlagskalkulation
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Aufgabe 11.4

Kalkuliere den Angebotspreis nach dem Schema der Zuschlagskalkulation:

  • Berechne die Materialkosten.
  • Berechne die Fertigungskosten.
  • Berechne die Herstellkosten.
  • Berechne die Selbstkosten.
  • Berechne den Angebotspreis netto und brutto.
  • Erkläre den Unterschied zwischen Selbstkosten und Angebotspreis.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kalkulation · Gemeinkosten · Herstellkosten · Angebotserstellung

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

11.5Prüfe deine Kalkulation auf Lücken und Plausibilität
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Aufgabe 11.5

Prüfe deine Kalkulation auf Lücken und Plausibilität:

  • Berechne den Angebotspreis netto je Quadratmeter Lounge.
  • Berechne den Anteil der Materialkosten und der Fertigungskosten an den Herstellkosten.
  • Suche in euren Plänen nach Teilen, die in der Stückliste fehlen.
  • Grenze ab, welche Leistungen die Fachfirma, der Küchenbau, der Ladenbau und die IT des Flughafens erbringen.
  • Halte fest, welche Annahmen in deinem Angebot stecken.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kosten-Nutzen-Betrachtung · Kalkulation · Werkvertrag

Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.

11.6Vergleiche das Angebot mit einer konventionellen Variante
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Aufgabe 11.6

Vergleiche das Angebot mit einer konventionellen Variante:

  • Berechne den Kostenrahmen der konventionellen Variante mit der Kennzahl.
  • Berechne den Mehrpreis der Gebäudesystemtechnik.
  • Berechne, nach wie vielen Jahren die Energieersparnis aus Meilenstein M1 den Mehrpreis ausgleicht.
  • Nenne die Anforderungen aus dem Lastenheft, die konventionell nicht oder nur mit Mehraufwand erfüllt werden.
  • Bewerte, mit welchem Argument du der Betriebsleitung die Gebäudesystemtechnik empfiehlst.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kosten-Nutzen-Betrachtung · Gebäudesystemtechnik · Energieeffizienz

Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.

11.7Gliedere das Angebot nach Titeln
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Aufgabe 11.7

Gliedere das Angebot nach Titeln:

  • Ordne jede Position einem Titel zu: Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Gebäudesystemtechnik, Lastmanagement, Überspannungsschutz, Leitungen, Inbetriebnahme und Übergabe.
  • Berechne für jeden Titel Material und Stunden.
  • Erkläre, weshalb die Betriebsleitung ein gegliedertes Angebot leichter prüfen kann.
  • Unterscheide Rabatt und Skonto.
  • Erkläre, wozu die VOB bei einem Bauvertrag dient.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: VOB · Bauleistung · Rabatt · Skonto

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

11.8Erstellt das Angebot für die Betriebsleitung der Lounge und vertretet es
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Aufgabe 11.8

Erstellt das Angebot für die Betriebsleitung der Lounge und vertretet es:

  • Stellt das Angebot mit Titeln, Summen, Gültigkeit und Zahlungsbedingungen zusammen.
  • Nennt im Angebot, was nicht enthalten ist und wer es liefert.
  • Legt den Vergleich mit der konventionellen Variante bei.
  • Schreibt ein Anschreiben, das die Leistung in fünf Sätzen erklärt.
  • Stellt das Angebot im Kreuzreview zu M3 einem anderen Team vor.
  • Haltet die Rückfragen des anderen Teams fest.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Angebotserstellung · Kommunikation,Kunden- · Kalkulation

Im Team Diese Aufgabe bearbeitet ihr im Projektteam. Jede und jeder kann das Ergebnis am Ende erklären.

Die Lage ändert sich

Die Betriebsleitung der Lounge ist mit der Leistung einverstanden, ruft aber an: „Zehn Prozent Nachlass, dann unterschreiben wir diese Woche.“

Überprüfe dein Lernprodukt an diesem Fall:

  • Prüfe an deinem Angebot, was 10 % Nachlass für Gewinn und Selbstkosten bedeuten.
  • Entscheide, was du der Betriebsleitung anbietest.
  • Begründe deine Antwort in drei Sätzen, die du am Telefon sagen würdest.

Mit Lernpartner Diese Überprüfung macht ihr zu zweit. Wer beide Fälle erklären kann, hat die Sache verstanden.