Was die Betriebsleitung der Lounge will, in einem Auftrag und zwei Plänen.
Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, führst mit deinem Team das Kundengespräch und zeichnest den Auftrag ab.
Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde
Agil arbeiten · Sprint 0
Eure Storycard zur Einführung
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss, und auch, was andere liefern.
Der Auftrag auf einen Blick
Was der Lageplan zeigt
Lageplan von Terminal 3, schematisch und nicht maßstäblich. Unten das Hauptgebäude mit Check-in, Sicherheitskontrolle, Marktplatz und darunter dem Gepäckkeller. Davon gehen die Flugsteige H mit 10 Positionen und J mit 14 Positionen als Finger zum Vorfeld ab, links abgesetzt Flugsteig G mit 5 Positionen. Im Flugsteig J ist die Lounge J auf Ebene 3 hervorgehoben, darunter die Gate-Anzeigen am Flugsteig J aus Lernfeld 6. Rechts die öffentliche Größenordnung: Terminal 3 in Betrieb seit April 2026, rund 19 Millionen Fluggäste je Jahr. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Was der Grundriss zeigt
Grundriss der Lounge J, 30 m × 20 m, im Rohausbau mit den geplanten Zonen. Oben die Glasfassade zum Vorfeld, unten der Flugsteigflur J. Links der große Loungebereich mit 300 m², rechts daneben der Arbeitsbereich mit 60 m², ganz rechts oben der Ruheraum mit 42 m², darunter der Flur Ost zum Notausgang Ost und der Sanitärbereich mit zwei Duschen und 36 m². Unten von links der Empfang mit 40 m², Buffet und Bar mit 60 m², die Küche mit 35 m² und der Raum für Technik und Lager mit der Unterverteilung UV. Grüne Pfeile zeigen den Eingang vom Flugsteigflur am Empfang, den Notausgang West ins Treppenhaus und den Notausgang Ost. Die gestrichelten Linien sind Zonengrenzen ohne Wand. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Fünf Herausforderungen
Gemütlich und hell genug
„So gemütlich wie in der Lounge auf dem Foto, aber hell genug zum Arbeiten.“
60 kW für alles
Küche und zwei Duschen mit Durchlauferhitzern lägen ohne Steuerung weit darüber.
Ruhig, aber nie stumm
Keine Gate-Durchsagen in der Lounge. Eine Alarmdurchsage muss trotzdem jeden erreichen.
Offen für Gäste, zu für Fremde
WLAN für alle Gäste, aber niemand darf über das Netz an Licht, Lastmanagement oder Kasse.
Sieben Wochen, viele Gewerke
Trockenbau, Lüftung, Sprinkler, Küche, Möbel und die Fachfirma arbeiten auf derselben Fläche.
Dein Auftrag
Baue die Lounge J elektrisch aus, von der Beratung bis zur Nachbetreuung: Bedarf klären und ein Lastenheft schreiben, den Ablauf mit den Gewerken planen und das Material disponieren, Licht und Sicherheitsbeleuchtung planen, die Gebäudesystemtechnik nach der KNX-Norm mit Visualisierung projektieren, Brandmeldung, Sprachalarm und Netz abstimmen, die Spitzenlast begrenzen, Blitz- und Überspannungsschutz festlegen, ein Angebot kalkulieren, errichten, prüfen, in Betrieb nehmen, das Personal einweisen und die Lounge betreuen. So, dass die Lounge pünktlich zum Sommerflugplan öffnet und im Viertelstundenmittel nie mehr als 60 kW zieht.
Das tut ihr jetzt
1 Kundengespräch
Fünf bis acht Fragen vorbereiten, rund 20 Minuten mit Betriebsleitung und Meisterin.
2 Teamvertrag
Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.
3 Abzeichnen
Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Zum Nachschlagen
Der Projektauftrag zum Abzeichnen
Projektauftrag
Die Lounge am Flugsteig · Lounge J in Terminal 3, Flugsteig J, Ebene 3: beraten, planen, projektieren, abstimmen, anbieten, errichten, prüfen, in Betrieb nehmen, übergeben und betreuen
- Auftraggeber
- Der Loungebetreiber als Mieter der Fläche, vertreten durch die Betriebsleitung der Lounge. Sie sagt, was die Lounge können muss, stimmt das Bedienkonzept ab, gibt das Angebot frei und nimmt die Lounge ab. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in dieser Rolle.
- Vermieter und Bauherr der Fläche
- Der Flughafen, vertreten durch das Mietflächenmanagement des Flughafens. Es gibt Planungen frei, die das Gebäude betreffen, und beauftragt die Brandmelde- und Sprachalarmanlage gesondert.
- Auftragnehmer
- Dein Ausbildungsbetrieb, die Elektrowerkstatt der Instandhaltung, dieselbe wie in den Lernfeldern 4 bis 8. Der Flughafen bietet seinen Mietern den Elektroausbau aus einer Hand an. Verantwortlich ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft: Sie leitet das Projekt, gibt Arbeiten frei, verantwortet Prüfung und Inbetriebnahme und unterschreibt Prüfprotokolle und Freigaben. Dein Projektteam arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft auch diese Rolle.
- Projektleitung
- Ein Amt in deinem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie weitergehen.
- Beteiligte
- Der Brandschutz des Flughafens (Brandschutzbeauftragte), die IT des Flughafens, die Fachfirma für Brandmelde- und Sprachalarmanlagen (zertifiziert nach DIN 14675), Trockenbau, Lüftung und Sprinkler, Küchenbau, Ladenbau für die Möbel mit Ladeplätzen, Sachverständige für die Abnahme.
- Zuständigkeit bei Brandmeldung und Sprachalarm
- Die Brandmeldeanlage und die Sprachalarmanlage errichtet, nimmt in Betrieb, prüft und hält instand ausschließlich die zertifizierte Fachfirma. Dein Team plant mit, verlegt Leitungen nach ihrer Vorgabe, stimmt ab und bindet die Brandfallsteuerung der Lounge über den Steuerkontakt der Brandmelderzentrale an.
- Rollen und Ämter
- Fünf Rollen tragen das Projekt: Teamleitung, Planung Licht und Energie, Gebäudesystemtechnik, Sicherheit und Kommunikation (Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldung, Sprachalarm, Netz), Kalkulation und Dokumentation. Ihr verteilt sie selbst, sie wechseln nach jedem Sprint. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung Kalkulation und Dokumentation mit.
- Ort
- Terminal 3, Flugsteig J, Ebene 3: die Loungefläche „Lounge J“, 600 m² (30 m × 20 m) mit Glasfassade zum Vorfeld. Gegenüber hängen die Gate-Anzeigen, die du in Lernfeld 6 instand gesetzt hast. Übergeben im Rohausbau: Estrich, Rohdecke, Fassade und Anschlusspunkte (Abgang 100 A in der Unterverteilung des Flugsteigs J auf Ebene 3, Ringleitung der Brandmeldeanlage, Sprachalarmzone, Netzanschluss der Flughafen-IT, Endstromkreise -F51 und -F52 aus der Zentralbatterieanlage, KNX-IP-Hauptlinie des Terminals).
- Anlass
- Seit Terminal 3 im April 2026 in Betrieb ist, fehlt am Flugsteig J eine zweite Lounge; die erste ist in der Spitze voll. Ein Loungebetreiber hat die Fläche gemietet und will zum Beginn des Sommerflugplans eröffnen: 120 Plätze, Arbeitsbereich, Ruheraum, zwei Duschen, Buffet und Bar mit eigener Küche, Ladeplätze an den Sitzen, Gäste-WLAN, keine Gate-Durchsagen (ruhige Lounge), aber Fluginfo-Bildschirme. Der Mietvertrag begrenzt die Leistung auf 60 kW im Viertelstundenmittel. Die Küche und zwei Duschen mit Durchlauferhitzern würden ohne Steuerung weit darüber liegen.
- Leistungsumfang
- Beratung und Lastenheft; Bauzeitenplan und Materialdisposition; Licht- und Sicherheitsbeleuchtungsplanung; KNX-Anlage mit Visualisierung (Licht, Sonnenschutz, Szenen, Konstantlicht, Lastmanagement, Brandfallsteuerung); Abstimmung und Leitungsverlegung für Brandmeldung und Sprachalarm (Errichtung und Inbetriebnahme dieser Anlagen durch die Fachfirma); Netz- und WLAN-Konzept mit Schutzzielen; Blitz- und Überspannungsschutz; Stückliste und Angebot; Errichtung, Erstprüfung, Inbetriebnahme, Messreihe, Einweisung, Serviceunterlagen; Nachbetreuung mit der ersten Reklamation nach vier Wochen.
- Ergebnisbild
- Die Lounge J öffnet pünktlich. Das Licht erreicht in jeder Zone den Wartungswert, ist blendarm und hat fünf Szenen, die das Empfangspersonal am Tablet und am Taster abruft. Präsenz und Konstantlicht sparen Energie, der Sonnenschutz fährt bei Sonne. Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldung und Sprachalarm sind geprüft und abgenommen. Das Gäste-WLAN ist vom Betrieb und von der Gebäudeautomation getrennt, der Fernzugriff der Servicefirma ist abgesichert. Das Lastmanagement hält die 60 kW ein, ohne dass jemand kalt duscht. Das Personal ist eingewiesen, die Serviceunterlagen liegen vor, und die erste Reklamation hat die Anlage besser gemacht.
- Termin
- Sieben Wochen, also 35 Arbeitstage, von der Auftragserteilung bis zur Eröffnung zum Beginn des Sommerflugplans. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 80 Stunden.
- Fristen im Bauablauf
- Der Bauzeitenplan zeigt alle Vorgänge vom Bestellen bis zur Übergabe. Vor der Eröffnung sind die Erstprüfung, die Prüfung der Sicherheitsbeleuchtung und die Abnahme von Brandmeldung und Sprachalarm durch Sachverständige erledigt, danach wird das Personal eingewiesen. An der Unterverteilung wird nur freigeschaltet und mit Freigabe der Meisterin gearbeitet.
- Mittel
- Die Anlagendaten unten, die drei Karten im Wissensspeicher, die Datenblätter in den Lernangeboten (einige auf Englisch), die interaktive Szene der Lounge J, die KNX-Lehrwand und die Prüfwand der Schule, Tabellenkalkulation, Tabellenbuch Elektrotechnik, Vorlagen, Kanban-Board und dein Team.
- Was nicht vorgegeben ist
- Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: die Leuchtenauswahl und die Lichtstimmung (innerhalb von Wartungswert, Blendung und Farbwiedergabe); die Dimmtechnik je Zone (Universaldimmaktor oder DALI-Gateway, begründet); die Gruppenadressstruktur; die Belegung der Szenen und das Bedienkonzept; den Aufbau der Visualisierungsseiten; Reihenfolge und Dauer des Lastabwurfs, abgestimmt mit der Küche; Zahl und Ort der WLAN-Zugangspunkte; die Gliederung des Angebots; die Form der Einweisung; die Form der Präsentation. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.
Meilensteine
| Meilenstein | Wann | Was vorliegt | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| M0 · Auftrag abgezeichnet | Ende Sprint 0 | Auftragsklärung aus dem Kundengespräch, Teamvertrag, Backlog auf dem Kanban-Board | Projektleitung des Teams |
| M1 · Lastenheft, Ablauf und Licht | Ende Teil 2 (Sprint 1) | Beratungsprotokoll und Lastenheft, Bauzeitenplan mit Bestellplan, Lichtplanung, Plan der Sicherheitsbeleuchtung | Kreuzreview durch ein anderes Team |
| M2 · KNX-Projekt | Ende Teil 3 (Sprint 2) | Geräteliste, Topologie, physikalische Adressen, Gruppenadressliste, Parameterliste, Szenentabelle, Entwurf der Visualisierung | Projektleitung des Teams; das Bedienkonzept zusätzlich die Betriebsleitung der Lounge |
| M3 · Angebot freigegeben | Ende Teil 5 (Sprint 3) | Abstimmungsprotokoll Brandmeldung und Sprachalarm, Netz- und Sicherheitskonzept, Lastmanagementkonzept, Blitz- und Überspannungsschutzkonzept, Stückliste, Angebot | Kreuzreview durch ein anderes Team; Freigabe des Angebots durch die Betriebsleitung der Lounge |
| M4 · Übergabe | Ende Teil 6 (Sprint 4) | Prüfprotokolle, Messreihe, Inbetriebnahmeprotokoll, Einweisungsnachweis, Serviceunterlagen, Fehlersuchprotokoll, Reklamationsbericht, Präsentation. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 bis M3: Was habt ihr danach geändert, und weshalb? | Die Betriebsleitung der Lounge; Prüfprotokolle und Freigabe unterschreibt die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft |
Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.
Abzeichnung
Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.
Die Ausgangslage
Terminal 3 ist seit April 2026 in Betrieb. Am Flugsteig J starten die Flüge von 14 Positionen, und die erste Lounge im Flugsteig ist in der Spitze voll. Ein zweiter Loungebetreiber hat deshalb die Fläche auf Ebene 3 gemietet, direkt gegenüber den Gate-Anzeigen, die du in Lernfeld 6 instand gesetzt hast. Die Fläche ist leer: Estrich, Rohdecke, Glasfassade, an der Wand die Anschlusspunkte des Terminals.
Die Betriebsleitung der Lounge kommt mit Bildern aus einer anderen Lounge, einer Wunschliste und dem Mietvertrag. Zwei Sätze solltet ihr euch merken: „So gemütlich wie hier, aber hell genug zum Arbeiten.“ Und: „Am ersten Morgen muss alles laufen, da sitzen um fünf Uhr die ersten Gäste.“ Trockenbau und Lüftung stehen schon in den Startlöchern.
Vieles kennst du schon. Den Installationsplan aus Lernfeld 2, das Netz und die Schutzziele aus Lernfeld 4, die Erstprüfung aus Lernfeld 5, die systematische Fehlersuche aus Lernfeld 6, das Verknüpfen aus Lernfeld 3: Das Logikmodul der Lounge rechnet wie eine Kleinsteuerung. Neu ist, dass alles in einem Gebäude zusammenkommt, mit einem Kunden, der es bedienen will, und mit Gewerken, die zur selben Zeit an derselben Decke arbeiten.
Fünf Herausforderungen im Einzelnen
| Herausforderung | Was dahintersteckt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Gemütlich und hell genug | Im Loungebereich will die Betriebsleitung warmes, gedimmtes Licht, im Arbeitsbereich und in der Küche muss das Licht für die Arbeit reichen. Tagsüber kommt viel Licht durch die Glasfassade, abends keins. | Den Bedarf je Zone bestimmen, Leuchten begründet auswählen, Präsenz und Tageslicht nutzen und das Ganze so bedienbar machen, dass das Empfangspersonal mit wenigen Tasten auskommt. |
| 60 kW für alles | Kaffeevollautomaten, Kombidämpfer, Spülmaschine, Kochfeld und zwei Durchlauferhitzer laufen morgens gleichzeitig an. Der Mietvertrag misst die höchste Viertelstunde. | Die Spitze ohne Steuerung bestimmen, festlegen, was nie abgeschaltet werden darf, und den Rest so verschieben, dass niemand kalt duscht und die Küche trotzdem arbeiten kann. |
| Ruhig, aber nie stumm | Die Lounge soll ohne Gate-Durchsagen auskommen. Sie hängt aber an der Brandmeldeanlage und an der Sprachalarmanlage des Terminals. | Mit Brandschutz und Fachfirma abstimmen, wer was macht; Musik und Durchsagen so einbinden, dass Alarmdurchsagen immer Vorrang haben; die Brandfallsteuerung der Lounge festlegen. |
| Offen für Gäste, zu für Fremde | Gäste wollen WLAN, das Personal braucht Kasse und Büro, die Gebäudeautomation hängt am Netz des Terminals, und die Servicefirma will von außen helfen. | Netz und WLAN planen, die Bereiche voneinander trennen und den Fernzugriff so absichern, dass Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit und Authentizität gewahrt bleiben. |
| Sieben Wochen, viele Gewerke | Bis zur Eröffnung arbeiten Trockenbau, Lüftung, Sprinkler, Küchenbau, Ladenbau und die Fachfirma auf derselben Fläche. Manche Teile haben lange Lieferzeiten. | Den Ablauf rückwärts vom Eröffnungstermin planen, den Vorgang finden, der den Termin bestimmt, Material rechtzeitig bestellen und die Schnittstellen mit den anderen Gewerken absprechen. |
Abnahmekriterien: was die Lounge J mindestens können muss
Diese Mindestanforderungen hat die Betriebsleitung der Lounge genannt, in ihren eigenen Worten. Sie gelten für jedes Team. In Teil 1 macht ihr daraus euer Lastenheft: messbar, mit Abnahmekriterium und mit Muss oder Soll. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.
| Nr. | Anforderung der Betriebsleitung | Geprüft bei |
|---|---|---|
| A1 | In jeder Zone ist das Licht hell genug für das, was dort geschieht, blendarm und im Loungebereich warm. | M1, M4 |
| A2 | Fünf Lichtstimmungen, die das Empfangspersonal am Taster und am Tablet abruft. | M2, M4 |
| A3 | Licht brennt nur, wo jemand ist, und nur so hell wie nötig; der Sonnenschutz fährt bei Sonne von selbst. | M2, M4 |
| A4 | Jeder Gast findet bei Stromausfall den Ausgang; Brandmeldung und Sprachalarm sind abgestimmt und abgenommen. | M1, M3, M4 |
| A5 | Keine Gate-Durchsagen in der Lounge, dafür Fluginfo-Bildschirme; Alarmdurchsagen kommen immer an. | M3, M4 |
| A6 | WLAN für alle Gäste, getrennt vom Betrieb der Lounge und von der Gebäudeautomation; die Servicefirma kann sicher aus der Ferne helfen. | M3, M4 |
| A7 | Ladeplätze an den Sitzen. | M3, M4 |
| A8 | Nie mehr als 60 kW im Viertelstundenmittel, und trotzdem duscht niemand kalt. | M3, M4 |
| A9 | Störungen sieht die Betriebsleitung am Tablet; das Personal ist eingewiesen, die Unterlagen liegen vor, die Lounge öffnet pünktlich. | M4 |
Alles, was hier nicht geregelt ist, klärst du als Rückfrage: was die Lounge können soll, mit der Betriebsleitung der Lounge; was auf der Baustelle geschehen darf und wie die Werkstatt arbeitet, mit der Meisterin.
Anlagendaten A bis E: Terminal, Zonen, Leuchten, Versorgung, Anschlusspunkte
Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Lernangebot zusätzlich braucht, etwa Datenblätter, Tabellenwerte, Zeiten, Preise oder Messwerte, bekommst du dort. Was ihr selbst erarbeitet, steht hier absichtlich nicht: Wartungswerte, Leuchtenzahlen, Adressen, Gruppenadressen, Melderzahlen, VLAN-Plan, Abwurfreihenfolge und Preise.
A · Terminal 3 und Flughafen (öffentliche Größenordnungen, gerundet)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Terminal 3 | in Betrieb seit April 2026; rund 19 Millionen Fluggäste je Jahr in der ersten Ausbaustufe, erweiterbar auf rund 25 Millionen |
| Grundfläche | rund 176.000 m², etwa 25 Fußballfelder; rund 100 km Kabel |
| Flugsteige | J mit 14 Positionen, H mit 10, G mit 5 |
| Geschäfte und Gastronomie | rund 60, dazu mehrere Lounges, eine davon im Bereich J auf Ebene 3; Größenordnung gut 100 Gäste je Lounge |
| Flughafen insgesamt | rund 60 Millionen Fluggäste im Jahr |
B · Fläche und Zonen der Lounge J (Unterrichtswerte; Fassade oben bei y = 0, Flugsteigflur unten bei y = 20 m)
| Zone | Lage in m | Fläche | Raumhöhe |
|---|---|---|---|
| Loungebereich | x 0 bis 20, y 0 bis 15 | 300 m² | 3,50 m |
| Arbeitsbereich | x 20 bis 24, y 0 bis 15 | 60 m² | 3,50 m |
| Ruheraum | x 24 bis 30, y 0 bis 7 | 42 m² | 2,80 m |
| Flur zum Notausgang Ost | x 24 bis 30, y 7 bis 9 | 12 m² | 2,80 m |
| Sanitär mit zwei Duschen | x 24 bis 30, y 9 bis 15 | 36 m² | 2,80 m |
| Empfang | x 0 bis 8, y 15 bis 20 | 40 m² | 2,80 m |
| Buffet und Bar | x 8 bis 20, y 15 bis 20 | 60 m² | 2,80 m |
| Küche | x 20 bis 27, y 15 bis 20 | 35 m² | 2,80 m |
| Technik und Lager | x 27 bis 30, y 15 bis 20 | 15 m² | 2,80 m |
| Summe | 30 m × 20 m | 600 m² |
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Ausgänge | Eingang vom Flugsteigflur am Empfang (x 3 bis 6 m); Notausgang West in der linken Wand ins Treppenhaus (y 10,25 bis 11,75 m); Notausgang Ost in der rechten Wand am Ende des Flurs (y 7,25 bis 8,75 m) |
| Nutzebene | 0,75 m über dem Boden |
| Plätze | 120 Sitzplätze |
| Öffnungszeit | 05:00 bis 23:00 Uhr, an allen Tagen des Jahres |
| Strompreis | 0,20 € je kWh |
| Reflexionsgrade | Decke 0,7, Wand 0,5, Boden 0,2 |
C · Leuchten, die zur Auswahl stehen (herstellerneutral, Unterrichtswerte)
| Typ | Leuchte | Lichtstrom | Leistung | Lichtfarbe | Ra | UGR | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leuchte A | LED-Pendelleuchte Lounge, dimmbar (Phasenabschnitt) | 3.000 lm | 25 W | 3000 K | ≥ 90 | < 19 | 185 € |
| Leuchte B | LED-Flächenleuchte Arbeitsbereich und Küche, DALI | 4.000 lm | 30 W | 4000 K | ≥ 80 | < 19 | 160 € |
| Leuchte C | LED-Downlight, DALI, IP44 | 1.500 lm | 12 W | 3000 K | ≥ 90 | < 22 | 75 € |
D · Versorgung und Mietvertrag (Unterrichtswerte)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Netz | TN-S 400/230 V |
| Zuleitung | Abgang 100 A (NH) in der Unterverteilung des Flugsteigs J auf Ebene 3 zur UV-Lounge im Technikraum, 35 m Leitungsweg |
| Mietvertrag | höchstens 60 kW im Viertelstundenmittel; Leistungspreis 110 € je kW und Jahr auf die höchste Viertelstundenleistung |
| Sicherheitsstromversorgung | Zentralbatterieanlage des Flugsteigs J, zwei Endstromkreise -F51 und -F52 in die Lounge |
| Blitzschutz | Das Terminal hat einen äußeren Blitzschutz; in der Hauptverteilung des Terminals sitzt Überspannungsschutz Typ 1, in der Unterverteilung des Flugsteigs J Typ 2 |
| Verbraucher | installierte Leistung |
|---|---|
| Beleuchtung aller Zonen | aus eurer Lichtplanung in Teil 2 (Meilenstein M1) |
| Netzwerk, WLAN, Fluginfo, Kasse, Durchsage | 2 kW |
| Kühlgeräte und Vitrinen | 2,5 kW |
| Ladeplätze an den Sitzen | je Ladeplatz 65 W |
| Kaffeevollautomaten 1, 2 und 3 | je 3,6 kW |
| Heißwasserspender | 3 kW |
| Induktionskochfeld | 2 × 3,5 kW |
| Kombidämpfer | 10,8 kW |
| Haubenspülmaschine (Boiler- und Tankheizung) | 9,9 kW |
| Durchlauferhitzer Dusche 1 und 2 | je 21 kW |
E · Anschlusspunkte im Rohausbau und Schnittstellen
| Anschluss | Was dort ankommt | Wer zuständig ist |
|---|---|---|
| Brandmeldeanlage | Ringleitung der Brandmelderzentrale des Flugsteigs J, neue Meldergruppen fortlaufend ab J3-21 | Fachfirma für Brandmelde- und Sprachalarmanlagen; die Elektrowerkstatt plant mit und verlegt nach Vorgabe |
| Sprachalarm | Sprachalarmzone „J3 Lounge“ des Terminals in 100-V-Technik | Fachfirma; die Lounge speist Musik und Durchsagen vom Empfang mit niedriger Priorität ein |
| Netz | Netzanschluss der Flughafen-IT mit 1 Gbit/s in den Technikraum | IT des Flughafens bis zum Übergabepunkt, danach die Elektrowerkstatt in Abstimmung mit der IT |
| Gebäudesystemtechnik | KNX-IP-Hauptlinie des Terminals im Netz der Gebäudeautomation | Elektrowerkstatt; die Lounge bekommt eine eigene Linie |
| Sicherheitsbeleuchtung | Endstromkreise -F51 und -F52 aus der Zentralbatterieanlage des Flugsteigs J | Elektrowerkstatt |
| Versorgung | Abgang 100 A zur UV-Lounge | Elektrowerkstatt |
Kennzeichnung (überall gleich): Alle Betriebsmittel mit Kennzeichen und Bedeutung stehen auf der Karte „Die Lounge auf einen Blick“ in Lektion 3. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen. Physikalische Adressen und Gruppenadressen legt ihr in Teil 3 selbst fest.
Kundengespräch vorbereiten und festhalten (Sprint 0)
Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Betriebsleitung der Lounge über Umfang, Termine und Zuständigkeiten, und mit der Meisterin der Elektrowerkstatt über das, was auf der Baustelle geschehen darf. Deine Lehrkraft spielt beide Rollen und sagt dir, wen du gerade vor dir hast. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin, einem Namen einer Rolle oder einer Entscheidung beantworten. Das ausführliche Beratungsgespräch über Licht, Bedienung und Wünsche je Zone führt ihr in Lernangebot 1; hier geht es um den Rahmen des Auftrags.
Worüber ihr sprechen solltet:
- an welchem Tag die Lounge öffnet und welcher Termin davor nicht verschoben werden kann
- was zum Auftrag der Elektrowerkstatt gehört und was andere liefern: Küche, Möbel, Brandmelde- und Sprachalarmanlage
- wer bei der Betriebsleitung entscheidet, wer das Bedienkonzept abnimmt und wer das Angebot freigibt
- was das Mietflächenmanagement des Flughafens freigeben muss und wer beim Brandschutz und bei der IT des Flughafens ansprechbar ist
- wer die Lounge später betreibt und bedient: Empfangspersonal, Küche, Reinigung, Servicefirma
- mit der Meisterin: wann ihr auf die Fläche dürft, wer an der Unterverteilung arbeitet und dass dort nur nach den fünf Sicherheitsregeln freigeschaltet gearbeitet wird
- mit der Meisterin: was vor der Eröffnung geprüft und abgenommen sein muss und wer welche Prüfung macht
Kundengespräch · Sprint 0 · Auftragsklärung
| Nr. | Unsere Frage | An wen? Betriebsleitung oder Meisterin | Antwort | Was folgt daraus für den Auftrag? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||
| 2 | ||||
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| 8 |
Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was Betriebsleitung oder Meisterin nicht beantworten können oder wollen, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.
Euer Teamvertrag
Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat, wer in welcher Expertengruppe ist und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.
| Was | Unsere Festlegung |
|---|---|
| Projektleitung in Sprint 1 | |
| Teamleitung in Sprint 1 | |
| Planung Licht und Energie in Sprint 1 | |
| Gebäudesystemtechnik in Sprint 1 | |
| Sicherheit und Kommunikation in Sprint 1 | |
| Kalkulation und Dokumentation in Sprint 1 | |
| Unsere Expertengruppen (Lektion 3) | |
| So erreichen wir uns | |
| Wenn jemand fehlt, dann … | |
| Wenn wir uns nicht einigen, dann … | |
| Unterschriften |
Rollen im Team
Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint, so dass niemand zweimal dieselbe Rolle hat. Die Projektleitung ist ein Amt daneben: Wer es hat, zeichnet im laufenden Sprint ab. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung auch Kalkulation und Dokumentation.
| Rolle | Aufgaben | Daran sieht man, dass geliefert wurde |
|---|---|---|
| Teamleitung | Hält Termin, Backlog und Kanban-Board im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker und spricht für das Team mit Betriebsleitung, Meisterin und den anderen Gewerken. | Das Board ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen. |
| Planung Licht und Energie | Verantwortet Lichtplanung, Leuchtenauswahl, Sicherheitsbeleuchtung im Plan, Verbraucherliste und Lastmanagement. | Jede Leuchtenzahl und jede Leistung ist mit Rechenweg und Quelle belegt. |
| Gebäudesystemtechnik | Verantwortet Geräteliste, Topologie, Adressen, Gruppenadressliste, Parameter, Szenen und Visualisierung, später die Inbetriebnahme. | Jede Gruppenadresse hat einen Namen und einen Datenpunkttyp, jede Funktion ist in der Liste nachvollziehbar. |
| Sicherheit und Kommunikation | Verantwortet Sicherheitsbeleuchtung, die Abstimmung zu Brandmeldung und Sprachalarm, Netz, WLAN und Schutzziele; achtet auf Sicherheitsregeln und Zuständigkeiten. | Zu jeder Schnittstelle gibt es ein Abstimmungsprotokoll mit Datum und Ansprechpartner als Rolle. |
| Kalkulation und Dokumentation | Führt Wissensspeicher und Projektakte, verantwortet Bestellplan, Stückliste, Angebot und Serviceunterlagen. | Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage, jede Fassung hat Nummer und Datum. |
Wer gerade welche Rolle hat, steht auf dem Kanban-Board und im Teamvertrag.
So arbeitet ihr: in fünf Sprints, 80 Stunden
Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Am Ende jedes Sprints wird abgenommen, danach folgt die Expertenrunde (Lektion 3). Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog und wird im nächsten Sprint nachgearbeitet.
| Sprint | Ziel | Teile | Meilenstein | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 0 | Auftrag klären | Bevor du loslegst | M0 | 4 h |
| 1 | Bedarf, Ablauf und Licht planen | Teil 1 (10 h) und Teil 2 (12 h) | M1, Kreuzreview | 22 h |
| 2 | Das KNX-Projekt | Teil 3 | M2 | 14 h |
| 3 | Abstimmen, absichern, anbieten | Teil 4 (12 h) und Teil 5 (14 h) | M3, Kreuzreview und Freigabe des Angebots | 26 h |
| 4 | Prüfen, in Betrieb nehmen, übergeben | Teil 6 | M4 | 12 h |
| Klassenarbeit | 2 h | |||
| Summe | 80 h |
Eure Arbeitsvereinbarungen
- Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
- Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
- Sprint Review: Abnahme anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
- Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen
Die Lounge J, ihre Zonen, Leuchten, Geräte, Verbraucher, Termine und alle Anlagendaten unter B bis E sind für den Unterricht konstruiert. Die Werte sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten eines echten Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zu Terminal 3 und zum Flughafen (Anlagendaten A) folgen öffentlichen Größenordnungen, gerundet.
Wie es weitergeht
Weiter geht es mit dem Wissensspeicher und den Karten „Die Lounge auf einen Blick“, „Licht rechnen“ und „KNX lesen“. Die erste brauchst du ab Teil 1.