Hier wird gemessen, nachgeschlagen und entschieden. Nimm dir das Auftragsblatt, das Tabellenbuch und den Übersichtsplan der Halle dazu.
Schritt 2 von 4. Du ordnest zu, prüfst und begründest selbst. Halte deine Ergebnisse im Verkabelungsplan fest.
Danach: Lernangebot 6 · Strom übers Datenkabel, Netz durch die Luft
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Eine Strecke, die niemand gegen die Norm geprüft hat, ist keine Planung, sondern eine Hoffnung.
Am Ende hast du: Verkabelungsplan der Halle W2
Alle Aufgaben beziehen sich auf das Auftragsblatt in der Lektion „Anlagendaten und Rollen“ und auf den Übersichtsplan der Halle in der Auftragslektion. Schreibe zu jedem Urteil die Zahl und die Grenze dazu.
Erst du, dann die anderen
Wie kämst du an die Länge eines Kabelwegs? Die Längen unten gibt dir das Auftragsblatt, auf einer echten Baustelle gibt sie dir keiner vor.
So gehen andere vor. Such dir einen Weg aus.
- Aus dem Plan. Den Kabelweg im Grundriss entlang der Trassen abgreifen und mit dem Maßstab umrechnen. Schnell und vor dem Bau möglich, aber der Plan kennt keine Umwege um Träger, Brandwände und Kranbahnen.
- Bei der Begehung. Den Weg in der Halle mit Messrad oder Laser abgehen. Nah an der Wirklichkeit, kostet aber Zeit und geht erst, wenn die Halle steht.
- Mit Zuschlag. Die Luftlinie messen und einen Zuschlag für Steigungen, Bögen und Reserveschlaufen aufschlagen. Schnell, aber der Zuschlag ist eine Annahme, die du begründen musst.
Es gibt hier nicht den einen richtigen Weg. Entscheide dich für einen und schreibe dazu, weshalb.
Gegebene Werte · aufklappen, wenn du rechnest
Gegebene Werte
- Gebäudeverteiler (GV)
- 19 Zoll, 42 Höheneinheiten, im Technikraum neben dem Büro
- Hallenverteiler (HV)
- 19 Zoll, 15 Höheneinheiten, in der Hallenmitte bei den Arbeitsständen
- Verkabelung im Gebäude
- Kupfer, Sternstruktur
- Strecke GV bis HV
- 45 m Kabelweg
- Längste Strecke HV bis Arbeitsstand 6
- 78 m Kabelweg
- Strecke GV bis Torsteuerung Tor 4
- 104 m Kabelweg, so im ersten Entwurf geplant
- Ersatzweg HV bis Torsteuerung Tor 4
- 38 m Kabelweg
- Anbindung an das Rechenzentrum
- 180 m, Lichtwellenleiter, 1 Gbit/s
- Umgebung Halle
- Staub, 0 bis 40 °C, Hallenkran, Frequenzumrichter an den Torantrieben
Auszug aus dem Auftragsblatt.
Dein Lernprodukt im Einzelnen
Dein Lernprodukt
Verkabelungsplan der Halle W2
Darauf laufen die Aufgaben dieses Lernangebots zu. Die Aufgaben sind die Stufen dorthin, das Lernprodukt ist das Ergebnis.
Es besteht aus
- den drei Ebenen der strukturierten Verkabelung, an Halle W2 zugeordnet, mit beiden Verteilern
- der Längenprüfung jeder Kupferstrecke mit Grenzwert und Urteil
- der Wahl von Kategorie, Schirmung und Klasse des Kupferkabels mit Begründung
- der Entscheidung zum Kabelweg der Torsteuerung Tor 4
- der Begründung des Lichtwellenleiters und der Faserart zum Rechenzentrum
Zur Dokumentation
Ein Blatt, das ein Kollege ohne Rückfrage nachvollziehen kann: je Strecke Länge, Grenzwert, Urteil, und zu jeder Entscheidung ein Satz, weshalb sie so gefallen ist.
Abgenommen wird es im Kreuzreview durch das andere Team und danach von der Projektleitung abgezeichnet.
Aufgabe 5.1
Ordne die Verkabelung der Halle W2 den Ebenen der strukturierten Verkabelung zu:
- Beschreibe die drei Ebenen Primärbereich, Sekundärbereich und Tertiärbereich in je einem Satz.
- Ordne den Gebäudeverteiler und den Hallenverteiler zu.
- Ordne jede Strecke aus den gegebenen Werten einer Ebene zu.
- Nenne je Ebene das Medium, das in Halle W2 vorgesehen ist.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: strukturierte Verkabelung · Primärbereich · Sekundärbereich · Tertiärbereich
Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.
Aufgabe 5.2
Wähle das Kupferkabel für die Verkabelung in der Halle:
- Nenne die Störquellen in der Halle, die auf ein Datenkabel wirken.
- Wähle die Kategorie des Kabels.
- Wähle die Schirmung und schreibe die Kurzbezeichnung dazu.
- Ordne der Strecke die Klasse zu, die sich aus deiner Kategorie ergibt.
- Begründe deine Wahl in drei Sätzen.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kategorie · Übertragungsklasse · Schirmung · S/FTP · EMV
Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.
Aufgabe 5.3
| Strecke | Länge | Ebene | Grenzwert fest verlegt | Grenzwert gesamt | Urteil | Reserve oder Überschreitung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gebäudeverteiler bis Hallenverteiler | 45 m | |||||
| Hallenverteiler bis Arbeitsstand 6 | 78 m | |||||
| Gebäudeverteiler bis Torsteuerung Tor 4, erster Entwurf | 104 m | |||||
| Hallenverteiler bis Torsteuerung Tor 4, Ersatzweg | 38 m |
Prüfe jede Kupferstrecke des Auftragsblatts gegen die zulässige Länge:
- Schlage die zulässige Länge der fest verlegten Strecke und der gesamten Übertragungsstrecke nach.
- Trage für jede Strecke beide Grenzwerte in die Tabelle ein.
- Entscheide für jede Strecke: zulässig oder nicht zulässig.
- Gib für jede Strecke die Reserve oder die Überschreitung in Metern an.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: strukturierte Verkabelung · Übertragungsstrecke · Permanent Link · DIN EN 50173
Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.
Aufgabe 5.4
Entscheide, auf welchem Weg die Torsteuerung Tor 4 angeschlossen wird:
- Übernimm dein Urteil zu beiden Wegen aus 5.3.
- Vergleiche die beiden Wege nach Länge, Verteiler und Anschluss am Switch.
- Nenne einen weiteren Weg, den das Auftragsblatt nicht vorsieht.
- Entscheide dich für einen Weg.
- Begründe deine Entscheidung in zwei Sätzen für den Auftraggeber.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Übertragungsstrecke · Medienkonverter
Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.
Aufgabe 5.5
Die Anbindung an das Rechenzentrum ist als Lichtwellenleiter geplant.
Begründe diese Wahl:
- Nenne drei Gründe, weshalb auf dieser Strecke kein Kupferkabel liegt.
- Erkläre einen der Gründe genauer, der nichts mit der Länge zu tun hat.
- Nenne einen Nachteil des Lichtwellenleiters gegenüber Kupfer.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Lichtwellenleiter · Potentialausgleich · galvanische Trennung
Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.
Aufgabe 5.6
Auszug aus einem englischsprachigen Datenblatt (für den Unterricht gekürzt):
| Fiber type | Core / cladding | Wavelength | Max. link length at 1 Gbit/s | Max. link length at 10 Gbit/s |
|---|---|---|---|---|
| OM1 multimode | 62.5/125 µm | 850 nm | 275 m (1000BASE-SX) | 33 m (10GBASE-SR) |
| OM2 multimode | 50/125 µm | 850 nm | 550 m (1000BASE-SX) | 82 m (10GBASE-SR) |
| OM3 multimode | 50/125 µm | 850 nm | 550 m (1000BASE-SX) | 300 m (10GBASE-SR) |
| OM4 multimode | 50/125 µm | 850 nm | 550 m (1000BASE-SX) | 400 m (10GBASE-SR) |
| OS2 singlemode | 9/125 µm | 1310 nm | 5 km (1000BASE-LX) | 10 km (10GBASE-LR) |
Notes: Link lengths are typical values for the standard link types of IEEE 802.3. Multimode links at 850 nm use VCSEL transceivers, which are the lower cost option. Singlemode transceivers at 1310 nm cost more per port but cover much longer distances. OM1 and OM2 are legacy fiber types; OM3 and OM4 are recommended for new multimode installations.
Wähle die Faserart für die 180 m zum Rechenzentrum mit dem Datenblatt oben:
- Übersetze die Spaltenköpfe und die drei Sätze unter der Tabelle sinngemäß ins Deutsche.
- Lies ab, welche Faserarten 180 m bei 1 Gbit/s tragen.
- Wähle eine Faserart.
- Begründe deine Wahl mit zwei Angaben aus dem Datenblatt.
Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Lichtwellenleiter · Multimodefaser · Singlemodefaser · Glasfaser
Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.
Die Lage ändert sich
Der Flughafenbetreiber teilt mit: In drei Jahren wird die Anbindung der Halle an das Rechenzentrum von 1 Gbit/s auf 10 Gbit/s erhöht. Die Faser, die jetzt verlegt wird, soll dann liegen bleiben.
Überprüfe dein Lernprodukt an diesem Fall:
- Prüfe mit dem Datenblatt, ob deine Faserart aus 5.6 die 180 m auch bei 10 Gbit/s trägt.
- Nenne, was an beiden Enden der Strecke dann getauscht werden muss.
- Entscheide, ob du deine Wahl jetzt änderst, und begründe.
Mit Lernpartner Diese Überprüfung macht ihr zu zweit. Wer beide Fälle erklären kann, hat die Sache verstanden.