Was der Bahnbetrieb will, in zwei Bildern und einem Plan. Die Einzelheiten schlägst du nach, wenn du sie brauchst.
Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, klärt ihr im Team die offenen Fragen mit dem Auftraggeber und zeichnet den Auftrag ab.
Danach: Wissensspeicher, Abnahme und Lernbegleitung
Agil arbeiten · Sprint 0
Eure Storycard zur Einführung
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Für die Fahrgäste ändert sich nichts: gleiche Fahrzeit, gleicher Takt, Halt genau vor der Tür. Alles unter dem Wagenboden darf und soll neu werden.
Der Auftrag auf einen Blick
Ersatzteile werden knapp
Motoren und Steller stammen von 1994, gebaut in den USA. Ersatzteile kommen selten und teuer.
Bürsten alle 40.000 km
Jeder Fahrmotor braucht regelmäßig neue Bürsten, und der Kommutator muss überdreht werden.
Jede Bremsung heizt die Luft
Die Bremsenergie geht in die Widerstände auf dem Dach. In die Stromschiene kommt nichts zurück.
Dein Auftrag
Plane, dimensioniere und dokumentiere neue Fahrantriebe für alle 18 Wagen der alten Bahn, nimm sie an einem Musterzug in Betrieb und übergib sie der Elektrowerkstatt der Instandhaltung. So, dass sich für die Fahrgäste nichts ändert, der Zug voll besetzt auch in der Rampe anfährt und die Bahn weniger Energie und weniger Wartung braucht.
Das tut ihr jetzt
1 Auftrag klären
Fünf bis acht Fragen vorbereiten, dann rund 20 Minuten Gespräch mit der Leitung Bahnbetrieb.
2 Teamvertrag
Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.
3 Abzeichnen
Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.
Sechs Meilensteine bis zur Übergabe, dann die Messe
M0
Auftrag geklärt
Sprint 0
M1
Lastenheft
Ende Teil 2
M2
Auswahl
Ende Teil 3
M3
Bremsen und Positionieren
Ende Teil 5
M4
Musterzug fährt
Ende Teil 6
M5
Übergabe
Ende Teil 8
Messe
Folgeauftrag
Ende Wahlphase
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Zum Nachschlagen
Der Projektauftrag zum Abzeichnen
Projektauftrag
Die alte Bahn fährt weiter · Fahrantriebe der Bahn zwischen Terminal 1 und Terminal 2 planen, dimensionieren, in Betrieb nehmen und instand halten
- Auftraggeber
- Der Bahnbetrieb des Flughafens, vertreten durch die Leitung Bahnbetrieb. Er betreibt die alte Bahn, sagt, was sie leisten muss, und nimmt die Meilensteine ab. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft diese Rolle.
- Auftragnehmer
- Eure Klasse als Ingenieurbüro für Antriebstechnik, in Teams zu vier oder fünf. Jedes Team bearbeitet den Auftrag vollständig und vertritt seine eigene Lösung.
- Partner vor Ort
- Die Elektrowerkstatt der Instandhaltung, dieselbe wie in den Berufsschulkursen. Sie baut mit euch den Musterzug um, wird die neuen Antriebe warten und nimmt bei M5 mit ab.
- Projektleitung
- Ein Amt in eurem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, hält Termin und Aufgabentafel im Blick, spricht für das Team mit dem Auftraggeber und zeichnet die Lernprodukte ab, bevor sie weitergehen.
- Ort
- Die alte Bahn zwischen Station A an Terminal 1 und Station B an Terminal 2, 1.100 m, zum Teil in Hochlage über der Vorfeldstraße; für den Umbau die Bahnwerkstatt.
- Anlass
- Die alte Bahn fährt seit 1994. Ihre Zugsicherung ist seit 2024 neu, die Fahrantriebe sind von 1994: Gleichstrom-Reihenschlussmotoren mit Gleichstromsteller, Bürsten und Kommutator, die Bremsenergie geht in Widerstände auf dem Dach. Ersatzteile aus den USA werden knapp, die Bürsten müssen alle 40.000 km getauscht werden, und jede Bremsung heizt die Luft. Die neue Bahn zu Terminal 3 ersetzt die alte nicht, beide fahren weiter.
- Leistungsumfang
- Antriebsaufgabe und Fahrspiel analysieren; Betriebsumfeld und Bestand erfassen und die Typenschilder aus dem Wirtschaftsraum Nordamerika auswerten; Motor und Umrichter auswählen, dimensionieren und die Kosten vergleichen; Vierquadrantenbetrieb und Bremsenergie-Konzept festlegen; Zielbremsung und Türantrieb auslegen; Steuer- und Regelverfahren wählen, Regler auslegen, den Musterzug in Betrieb nehmen, parametrieren und die EMV sichern; einen Fehlersuchleitfaden erstellen; einen Instandhaltungsplan aufstellen und alles an die Elektrowerkstatt übergeben.
- Ergebnisbild
- Ein vollständig geplantes, ausgelegtes, an einem Musterzug in Betrieb genommenes und für die Instandhaltung übergebenes Antriebssystem für die alte Bahn: Antriebsaufgabe, Betriebsumfeld, Motor- und Umrichterauswahl mit Kosten, Bremskonzept mit Rückspeisung, Positionierung und Türantrieb, Regler-Parameter, Inbetriebnahme- und Übergabeprotokoll, Fehlersuchleitfaden und Instandhaltungsplan.
- Termin
- Umgebaut wird der Musterzug in den Wartungsnächten vor dem Winterflugplan, danach schrittweise die übrigen acht Züge. Im Unterricht bearbeitet ihr das Projekt in 200 Stunden, in den Sprints 0 bis 7.
- Rahmenbedingungen
- Die Bahn fährt rund um die Uhr. An einem Zug wird nur nachts im Wartungsfenster von 1:00 bis 4:30 Uhr gearbeitet, je Nacht ist ein Zug in der Werkstatt. Zugsicherung, Stromschiene und Unterwerk bleiben, wie sie sind.
- Mittel
- Die Anlagendaten unten, Katalogauszüge und Typenschilder in den Lernangeboten, das Antriebslabor der Schule, Tabellenbuch, Tabellenkalkulation, die Vorlagen zu jedem Lernangebot, die Aufgabentafel und dein Team.
- Was nicht vorgegeben ist
- Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: die Motorart (Asynchronmotor oder permanenterregter Synchronmotor, beide sind tragfähig), das Bremskonzept (nur Widerstand, Rückspeisung in die Stromschiene, stationärer Speicher oder eine Kombination), die Instandhaltungsstrategie, die Form der Dokumentation und der Präsentation, und in der Wahlphase eure Wahlstory. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.
Meilensteine
| Meilenstein | Wann | Was vorliegt | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| M0 · Auftrag geklärt | Ende Sprint 0 | Auftragsklärung aus dem Gespräch mit dem Auftraggeber, Fragenliste mit Antworten, Teamvertrag | Leitung Bahnbetrieb (Lehrkraft als Auftraggeber) |
| M1 · Lastenheft | Ende Teil 2 (Sprint 1) | Fahrspiel, Last- und Leistungsbedarf, Betriebsumfeld, Typenschilder ausgewertet | Kreuzreview durch ein anderes Team |
| M2 · Auswahl | Ende Teil 3 (Sprint 2) | Motor und Umrichter ausgewählt, dimensioniert, Kosten verglichen, Entscheidungsvorlage | Leitung Bahnbetrieb |
| M3 · Konzept Bremsen und Positionieren | Ende Teil 5 (Sprint 3) | Vierquadrantenkonzept, Bremsenergie-Konzept, Positionier- und Türantrieb | Kreuzreview durch ein anderes Team |
| M4 · Musterzug fährt | Ende Teil 6 (Sprint 4) | Regler ausgelegt, Parameterliste, Inbetriebnahmeprotokoll, EMV-Maßnahmen | Leitung Bahnbetrieb |
| M5 · Übergabe | Ende Teil 8 (Sprint 5) | Fehlersuchleitfaden, Instandhaltungsplan, Präsentation. Die Präsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 und M3: Was habt ihr nach den Kreuzreviews geändert, und weshalb? | Leitung Bahnbetrieb und Elektrowerkstatt der Instandhaltung |
| Technikmesse | Ende Wahlphase (Sprint 6 und 7) | Folgeauftrag ausgestellt und vorgestellt | alle Teams und die Lehrkraft |
Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Was nicht abgenommen wird, geht in die Reservezeit, nicht in den nächsten Sprint. Ohne abgezeichnetes M0 beginnt Teil 1 nicht.
Abzeichnung
Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.
Die Ausgangslage
Am Flughafen fahren zwei fahrerlose Bahnen. Die alte Bahn verbindet seit 1994 Terminal 1 und Terminal 2. Sie war das erste vollautomatische Personentransportsystem des Landes, fährt ohne Fahrer, rund um die Uhr und hält hinter Bahnsteigtüren. Ihre 18 Wagen legen zusammen bis zu 900.000 km im Jahr zurück, die Verfügbarkeit liegt im Monat bei annähernd 100 %. Die Bauart stammt aus den USA: gummibereifte Räder, eine Führungsschiene in der Mitte, Gleichstrom-Fahrmotoren.
Die neue Bahn zu Terminal 3 ist 2026 in Betrieb gegangen: 5,6 km lang, zum Teil 14 m hoch aufgeständert, 12 fahrerlose Züge aus je zwei Wagen, rund 15 t leer, 130 Fahrgäste je Zug, bis 80 km/h, 8 Minuten Fahrzeit im 2-Minuten-Takt. So baut man heute. Die alte Bahn soll nicht ersetzt werden, sondern weiterfahren, mit Antrieben, wie man sie heute baut.
Die Leitung Bahnbetrieb hat drei Sätze gesagt, die ihr euch merken solltet: „Die Fahrgäste dürfen nichts merken.“ „Voll besetzt muss er auch in der Rampe anfahren.“ Und: „Ich will wissen, was der Umbau kostet und was er bringt.“
Drei Herausforderungen im Einzelnen
| Herausforderung | Was dahintersteckt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Ersatzteile werden knapp | Fahrmotoren und Steller sind 30 Jahre alt und aus den USA. Bauteile für Steller und Motoren gibt es kaum noch, jede Störung dauert länger. | Einen Antrieb wählen, für den es auf Jahrzehnte Teile und Fachleute gibt, und ihn so auslegen, dass er das Fahrspiel dreißig Jahre kühl übersteht. |
| Bürsten alle 40.000 km | Bürsten und Kommutator verschleißen. Die Elektrowerkstatt tauscht Bürsten und überdreht Kommutatoren, nachts, Zug für Zug. | Den Wartungsaufwand alt und neu beziffern und einen Instandhaltungsplan aufstellen, der in die Wartungsnächte passt. |
| Jede Bremsung heizt die Luft | Die Bremsenergie wird in den Widerständen auf dem Dach zu Wärme. Das Unterwerk kann keine Energie zurücknehmen. | Herausfinden, wie viel Energie beim Bremsen frei wird, wer sie abnehmen kann und was sich das rechnet. |
Abnahmekriterien: was die neuen Antriebe mindestens können müssen
Diese Mindestanforderungen hat die Leitung Bahnbetrieb genannt. Sie gelten für jedes Team. In Teil 1 und Teil 2 macht ihr daraus euer Lastenheft, das bei M1 im Kreuzreview geprüft wird. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.
| Nr. | Anforderung des Bahnbetriebs | Geprüft bei |
|---|---|---|
| A1 | Fahrzeit je Richtung voll besetzt nicht länger als heute (97,3 s von Station A nach Station B) | M1, M4 |
| A2 | Takt wie heute: Umlauf mit zwei Halten zu je 30 s in 254,6 s | M1, M4 |
| A3 | Voll besetzt (31 t) auch in der Rampe mit 4 % sicher anfahren | M2, M4 |
| A4 | Höchstgeschwindigkeit 50 km/h; Anfahren und Betriebsbremsung mit 0,8 m/s²; Ruck höchstens 0,8 m/s³ | M3, M4 |
| A5 | Halt vor den Bahnsteigtüren auf ± 0,25 m genau | M3, M4 |
| A6 | Bremsenergie wird genutzt, wo es möglich ist; was niemand abnimmt, wird sicher abgeführt | M3 |
| A7 | Betrieb an der vorhandenen Stromschiene 750 V DC (500 V bis 900 V dauernd, kurzzeitig 1.000 V) ohne Umbau des Unterwerks | M2, M4 |
| A8 | Kein Bürstenwechsel mehr; alle Wartungsarbeiten passen in das nächtliche Wartungsfenster | M2, M5 |
| A9 | Verfügbarkeit der Flotte mindestens 99,5 % im Monat | M5 |
| A10 | Das Antriebssystem ist am Musterzug in Betrieb genommen, geprüft, dokumentiert und an die Elektrowerkstatt übergeben | M4, M5 |
Alles, was hier nicht geregelt ist, klärt ihr als Rückfrage mit der Leitung Bahnbetrieb.
Anlagendaten A bis D: Strecke, Zug, Bestand, Energiebereitstellung
Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Teil zusätzlich braucht, etwa Katalogauszüge der Motoren und Umrichter oder Messreihen, bekommst du dort.
A · Strecke und Fahrspiel (Unterrichtswerte)
| Größe | Wert |
|---|---|
| Strecke | Station A (Terminal 1) bis Station B (Terminal 2): 1.100 m; je Richtung ein Gleis, der Zug pendelt |
| Höhenprofil ab Station A | 0 bis 300 m eben; 300 bis 550 m Rampe mit 4 % aufwärts (10 m Höhe); 550 bis 1.100 m eben in Hochlage |
| Höchstgeschwindigkeit | 50 km/h (13,89 m/s) |
| Anfahrbeschleunigung | 0,8 m/s² bis 25 km/h (konstantes Moment), darüber konstante Leistung |
| Betriebsbremsung | elektrisch mit 0,8 m/s² bis 3 km/h, darunter mechanische Bremse; Notbremsung mechanisch mit 2,0 m/s² |
| Ruck (Komfort) | höchstens 0,8 m/s³ |
| Haltezeit je Station | 30 s |
| Fahrzeit je Richtung heute, voll besetzt | 97,3 s |
| Umlauf (hin, zurück, zwei Halte) | 254,6 s, also 14,3 Umläufe je Stunde |
| Umläufe im Jahr je Zug | 45.500 (2,2 km je Umlauf, rund 100.000 km im Jahr) |
B · Zug und Flotte (Unterrichtswerte)
| Größe | Wert |
|---|---|
| Flotte | 18 Wagen, gekuppelt zu 9 Zweiwagenzügen |
| Antrieb | beide Wagen angetrieben, je Wagen ein Fahrmotor, also 2 Fahrmotoren je Zug |
| Leermasse Zug | 23 t |
| Fahrgäste | 100 Personen zu 80 kg mit Gepäck = 8 t; voll besetzt 31 t |
| Drehmassenzuschlag ξ | 1,10 |
| Rollwiderstand Gummirad auf Beton cR | 0,012 |
| Luftwiderstand | cw · A = 6,0 m²; Luftdichte ρ = 1,2 kg/m³ |
| Raddurchmesser | 0,90 m (r = 0,45 m) |
| Getriebe (Achsdifferenzial) | i = 10; ηG = 0,96 |
C · Bestand: Fahrantrieb und Hilfsantrieb (Bauart aus den USA, Typenschilder als Unterrichtswerte)
Typenschild des Fahrmotors, wie es am Motor steht:
150 HP CONTINUOUS · 520 V DC · 236 A
2400 RPM BASE · 3000 RPM MAX
INSULATION CLASS H · AMBIENT 104 °F
ENCLOSURE TENV (TOTALLY ENCLOSED NON-VENTILATED)
DUTY CONTINUOUS · WEIGHT 1650 LB
| Baugruppe | Daten |
|---|---|
| Speisung | Gleichstromsteller aus der Stromschiene |
| Fahrtrichtung | über Wendeschalter (Feldumpolung) |
| Feldschwächung | über Feldshunt bis 3.000 min⁻¹ |
| Bremse | Widerstandsbremse mit Bremswiderstand auf dem Dach; mechanische Scheibenbremse für Halt und Notbremsung |
| Wartung | Bürstenwechsel alle 40.000 km; Kommutator überdrehen alle 200.000 km |
Typenschild des Hilfsantriebs (Kompressor des Klimageräts im Wagen):
1765 RPM · FRAME 213T · SF 1.15
DESIGN B · CODE G · INS CL F · NOM. EFF. 91.7 %
Der Kompressor wird heute aus dem alten Bordnetzumrichter mit 460 V und 60 Hz gespeist. Das neue Bordnetz hat 400 V und 50 Hz. Was das für den Motor bedeutet, klärt ihr in Teil 2.
D · Energiebereitstellung (Unterrichtswerte)
| Größe | Wert |
|---|---|
| Stromschiene | 750 V DC; Bereich nach Bahnnorm 500 V bis 900 V dauernd, kurzzeitig 1.000 V |
| Unterwerk | Gleichrichter-Unterwerk mit Diodengleichrichter, nicht rückspeisefähig |
| Rückspeisung | wirkt nur, wenn ein anderer Zug im selben Speiseabschnitt gerade Energie aufnimmt; sonst steigt die Schienenspannung, und ab 900 V schaltet der Bremssteller auf den Bremswiderstand |
| Strompreis | 0,20 €/kWh |
Kennzeichnung (überall gleich): Alle Betriebsmittel mit Kennzeichen stehen auf der Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“ in Lektion 3. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen.
Auftragsklärung vorbereiten und festhalten (Sprint 0)
Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Leitung Bahnbetrieb. Deine Lehrkraft spielt diese Rolle. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin oder einer Entscheidung beantworten.
Worüber ihr sprechen solltet:
- was „gleiche Fahrzeit“ und „gleicher Takt“ genau heißen und mit welcher Beladung gemessen wird
- wie oft in der Spitzenstunde zwei Züge gleichzeitig in einem Speiseabschnitt sind
- welche Kosten der Bahnbetrieb vergleicht: nur den Kaufpreis oder auch Energie und Wartung über die Nutzungsdauer
- wann der Musterzug für Umbau und Probefahrten zur Verfügung steht und wer bei den Probefahrten dabei ist
- was die Elektrowerkstatt bei der Übergabe in der Hand halten will
- welche Teile vom Bestand bleiben müssen und welche ihr ersetzen dürft
Auftragsklärung · Sprint 0 · Fragenliste an den Auftraggeber
| Nr. | Unsere Frage | Antwort des Auftraggebers | Was folgt daraus für den Auftrag? |
|---|---|---|---|
| 1 | |||
| 2 | |||
| 3 | |||
| 4 | |||
| 5 | |||
| 6 | |||
| 7 | |||
| 8 |
Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was die Leitung Bahnbetrieb nicht beantworten kann oder will, schreibt ihr als offene Frage auf die Aufgabentafel.
Euer Teamvertrag
Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.
| Was | Unsere Festlegung |
|---|---|
| Projektleitung in Sprint 1 | |
| Antriebsauslegung in Sprint 1 | |
| Energie und Bremsen in Sprint 1 | |
| Regelung und Inbetriebnahme in Sprint 1 | |
| Dokumentation und Instandhaltung in Sprint 1 | |
| So erreichen wir uns | |
| Wenn jemand fehlt, dann … | |
| Wenn wir uns nicht einigen, dann … | |
| Unterschriften |
Rollen im Team
Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint, so dass jede Person mehrere Seiten des Projekts verantwortet. Bei vier Personen übernimmt die Projektleitung auch Dokumentation und Instandhaltung.
| Rolle | Aufgaben | Daran sieht man, dass geliefert wurde |
|---|---|---|
| Projektleitung | Hält Termin und Aufgabentafel im Blick, moderiert das tägliche Kurztreffen, meldet Blockaden und spricht für das Team mit dem Auftraggeber. Wechselt je Sprint. | Die Aufgabentafel ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen. |
| Antriebsauslegung | Verantwortet Fahrspiel, Kräfte, Momente und Drehzahlen, die Auswahl von Motor und Umrichter und die Antriebsmechanik. | Jede Zahl hat einen Rechenweg mit Formel, eingesetzten Werten und Einheit. |
| Energie und Bremsen | Verantwortet Energiebilanz, Vierquadrantenbetrieb, Bremskonzept und Kostenrechnung. | Jede Kilowattstunde und jeder Euro ist nachvollziehbar hergeleitet. |
| Regelung und Inbetriebnahme | Verantwortet Regelstruktur, Reglerauslegung, Parameterliste, Inbetriebnahme, EMV und die Sicherheitsregeln. | Zu jedem Parameter steht eine Begründung, zu jedem Prüfschritt Soll, Ist und Ergebnis. |
| Dokumentation und Instandhaltung | Führt Projektakte und Wissensspeicher, bereitet Fehlersuchleitfaden, Instandhaltungsplan und Übergabe vor. | Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage. |
Wer gerade welche Rolle hat, steht auf der Aufgabentafel und im Teamvertrag.
So arbeitet ihr: in Sprints, 200 Stunden
Das Projekt läuft in einem vereinfachten agilen Rahmen. Der Auftraggeber oder ein anderes Team nimmt am Ende jedes Sprints ab. Was nicht abgenommen wird, geht zurück auf die Aufgabentafel.
| Sprint | Ziel | Teile | Meilenstein | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| Sprint 0 | Auftrag klären | Bevor du loslegst | M0 | 6 h |
| Sprint 1 | Antriebsaufgabe und Betriebsumfeld | Teil 1 (18 h) und Teil 2 (14 h) | M1, Kreuzreview | 32 h |
| Sprint 2 | Motor und Umrichter auswählen | Teil 3 | M2 | 22 h |
| Sprint 3 | Bremsen und Positionieren | Teil 4 (18 h) und Teil 5 (16 h) | M3, Kreuzreview | 34 h |
| Sprint 4 | Der Musterzug fährt | Teil 6 | M4 | 28 h |
| Sprint 5 | Fehlersuche und Instandhaltung | Teil 7 (16 h) und Teil 8 (16 h) | M5 | 32 h |
| Sprint 6 und 7 | Der Folgeauftrag | Wahlphase | Technikmesse | 30 h |
| laufend | Kompetenz-Checks und Reserve | nach jedem Sprint | 16 h | |
| Summe | 200 h |
Eure Arbeitsvereinbarungen
- Aufgabentafel mit den Spalten Offen, In Arbeit, Prüfung, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
- Tägliches Kurztreffen, fünf Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was hält mich auf?
- Abnahme anhand der Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Kein Ergebnis ohne Rechenweg, keine Entscheidung ohne Begründung.
- Rückblick nach jedem Sprint: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen
Strecke, Zug, Typenschilder, Kosten und alle Anlagendaten A bis D sind für den Unterricht festgelegt. Sie sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten des Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zur Flotte und zur neuen Bahn in der Ausgangslage folgen öffentlichen Angaben, gerundet.
Der Umbau selbst ist ein Unterrichtsszenario. Die alte Bahn gibt es, ihre Flotte, ihre Laufleistung und die 2024 erneuerte Zugsicherung sind öffentlich bekannt. Ein Umbau ihrer Fahrantriebe ist nicht angekündigt, und in Wirklichkeit betreibt und wartet der Hersteller die Bahn. Das Ingenieurbüro im Auftrag des Bahnbetriebs ist eine Rolle für den Unterricht.
Weiter geht es mit dem Wissensspeicher und den drei Karten. Die Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“ brauchst du ab Teil 1.