Die drei Karten, die dich durch den ganzen Kurs begleiten, was aus jedem Teil hängen bleiben soll, und wie ihr eure Ergebnisse gegenseitig prüft.

Schritt 3 von 3. Hier lernst du die drei Karten kennen, siehst, wie dein Wissensspeicher-Blatt aufgebaut ist, wie das andere Team abnimmt und wann du deinen Lernbegleiter holst.

Danach: Teil 1 · Was muss der Fahrmotor leisten?

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Jede Rechnung in diesem Kurs führt vom Zug über das Rad und das Getriebe zum Motor. Wer diese Kette sicher beherrscht, rechnet jeden Betriebsfall.

Auf dieser Seite: Die alte Bahn auf einen Blick · Formeln der Antriebstechnik · Größen im Regelkreis · Dein Wissensspeicher-Blatt · Abnahme und Lernbegleitung

Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“

Die Karte zeigt die Anlage, an der du den ganzen Kurs arbeitest, mit den Kennzeichen, die überall im Kurs gleich sind. Rechenergebnisse stehen hier absichtlich nicht: Momente, Leistungen und Energien rechnest du in den Teilen selbst.

Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“ · Strecke, Zug, Antriebsstrang

Abflugebene und VorfeldstraßeStation A · Terminal 1Station B · Terminal 2

Rampe 4 %300 m eben250 m Rampe550 m eben in Hochlage · zusammen 1.100 m10 mDie alte Bahn zwischen Terminal 1 und Terminal 2 (Übersicht, Höhen überhöht)

Strecke und Höhenprofil der alten Bahn in Seitenansicht, Höhen überhöht: Station A an Terminal 1, 300 m eben, 250 m Rampe mit 4 % Steigung und 10 m Höhenunterschied, 550 m eben in Hochlage bis Station B an Terminal 2, zusammen 1.100 m. In beiden Stationen Bahnsteigtüren. Der Zweiwagenzug pendelt zwischen den Stationen, bei reduzierter Bewegung steht er in Station A. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Was Angabe
Strecke 1.100 m, je Richtung ein Gleis, der Zug pendelt zwischen Station A und Station B
Höhenprofil 300 m eben · 250 m Rampe 4 % (10 m) · 550 m eben in Hochlage
Fahrspiel bis 50 km/h; Anfahren und Betriebsbremsung mit 0,8 m/s²; Ruck höchstens 0,8 m/s³; 30 s Halt je Station
Flotte 18 Wagen in 9 Zweiwagenzügen, gummibereift, Führungsschiene in der Mitte
Zug 23 t leer, 31 t mit 100 Fahrgästen; ξ = 1,10; cR = 0,012; cw · A = 6,0 m²
Antrieb je Wagen ein Fahrmotor; Getriebe i = 10, ηG = 0,96; Raddurchmesser 0,90 m
Energie Stromschiene 750 V DC aus einem Gleichrichter-Unterwerk, nicht rückspeisefähig

Stromschiene 750 V DC-XD1Stromabnehmer-TB1TraktionsumrichterZwischenkreis · BremsstellerWechselrichter 3 AC 0 bis 200 Hz= → 3~-RA1BremswiderstandRückleiterschiene-XD2M3~-MA1-BG1Drehzahlistwerti = 10GetriebeRad ⌀ 0,90 mFahrbahn Beton
Antriebsstrang eines Wagens nach dem Umbau, als Schema. Der Stromabnehmer XD1 nimmt 750 V DC von der Stromschiene ab. Der Traktionsumrichter TB1 mit Zwischenkreis, Bremssteller und Wechselrichter speist den Dreiphasen-Fahrmotor MA1 mit drei Leitern; an den Bremssteller ist der Bremswiderstand RA1 angeschlossen. MA1 treibt über das Getriebe mit i = 10 das Rad mit 0,90 m Durchmesser auf der Fahrbahn aus Beton. Der Drehgeber BG1 an MA1 meldet den Drehzahlistwert an TB1, der Strom fließt über den Stromabnehmer XD2 zur Rückleiterschiene zurück. Im Bestand steht an der Stelle von TB1 der Gleichstromsteller TA1 und an der Stelle von MA1 ein Gleichstrom-Reihenschlussmotor. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Kennzeichen Betriebsmittel Wo Aufgabe
XD1, XD2 Stromabnehmer je Wagen XD1 nimmt 750 V DC von der Stromschiene ab, XD2 führt den Strom über die Rückleiterschiene zurück
TB1, TB2 Traktionsumrichter (im Bestand: Gleichstromsteller TA1, TA2) unter dem Wagenboden stellt Spannung und Frequenz für den Fahrmotor, bremst generatorisch
RA1, RA2 Bremswiderstand auf dem Dach nimmt Bremsenergie auf, die niemand abnimmt
MA1, MA2 Fahrmotor je Wagen einer treibt über Getriebe und Rad den Wagen an
BG1, BG2 Drehgeber am Fahrmotor meldet die Drehzahl an den Umrichter
MA11 Türantrieb Bahnsteigtür öffnet und schließt einen Türflügel
MA21 Lüftermotor Klimagerät im Wagen treibt den Verdampferlüfter
MA22 Kompressormotor Klimagerät im Wagen treibt den Kompressor

Diese Karte brauchst du ab Teil 1 bei jeder Aufgabe: für das Fahrspiel und die Kräfte, in Teil 2 für das Betriebsumfeld unter dem Wagen, in Teil 3 bis 6 für Auswahl, Bremsen, Positionieren und Inbetriebnahme, in Teil 7 und 8 für Fehlersuche und Instandhaltung. Die Kennzeichen gelten für Text und Zeichnungen gleich: MA1 heißt überall MA1.

Karte „Formeln der Antriebstechnik“

Jede Rechnung in diesem Kurs führt über dieselbe Kette: vom Zug über das Rad und das Getriebe zum Motor. Die Karte sammelt die Formeln dafür, mit der Bedingung, unter der sie gelten. Vorzeichen: Was den Zug bremst oder bergab zieht, zählt negativ.

Karte „Formeln der Antriebstechnik“ · vom Zug zum Motor

Kräfte am Zug in der Rampe, Fahrt bergauf (Schema, Steigung überhöht)Steigung sFZFRFLFStFaFGFZ Zugkraft am RadumfangFR RollwiderstandFL LuftwiderstandFSt SteigungskraftFa Beschleunigungskraft mit ξFG GewichtskraftBeim Anfahren bergauf bringt FZ alleWiderstände zusammen auf. Beim Bremsenund bergab drehen sich Vorzeichen um.
Kräfte am Zug in der Rampe bei Fahrt bergauf, als Schema mit überhöhter Steigung. In Fahrtrichtung bergauf wirkt die Zugkraft FZ am Radumfang. Entgegen wirken der Rollwiderstand FR, der Luftwiderstand FL, die Steigungskraft FSt als Hangabtrieb und, beim Beschleunigen, die Beschleunigungskraft Fa mit Drehmassenzuschlag (gestrichelt). Die Gewichtskraft FG wirkt senkrecht nach unten. Die Pfeillängen sind nicht maßstäblich. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Was Formel Gilt, wenn … · Hinweis
Rollwiderstand FR = m · g · cR g = 9,81 m/s²; gilt in der Ebene und, bei kleiner Steigung, auch in der Rampe
Luftwiderstand FL = 12 · ρ · cwA · v² v in m/s; ohne Wind
Steigungskraft FSt = m · g · s s als Dezimalzahl (4 % = 0,04); gilt für kleine Steigungen, weil dann sin α ≈ tan α; bergab negativ
Beschleunigungskraft Fa = ξ · m · a ξ berücksichtigt die drehenden Massen (Räder, Getriebe, Läufer); beim Bremsen ist a negativ
Zugkraft FZ = FR + FL + FSt + Fa vorzeichenrichtig addieren; FZ < 0 heißt: der Antrieb bremst
Moment am Rad MRad = FZ · r r = Radhalbmesser; Moment aller angetriebenen Räder zusammen
Moment am Motor, Motorbetrieb MMot = FZ · ri · ηG · z z = Zahl der Fahrmotoren, die sich die Kraft teilen; Energie fließt vom Motor zum Rad, das Getriebe kostet zusätzlich Moment
Moment am Motor, Generatorbetrieb MMot = FZ · r · ηGi · z Energie fließt vom Rad zum Motor, das Getriebe verringert das Moment am Motor
Drehzahl aus Geschwindigkeit nMot = v · iπ · d d = Raddurchmesser; v in m/s ergibt n in 1/s, mal 60 ergibt min⁻¹
Winkelgeschwindigkeit ω = 2 · π · n n in 1/s ergibt ω in 1/s
Mechanische Leistung P = M · ω = 2 · π · n · M am Motor; am Rad ebenso P = FZ · v
Elektrische Leistung Pel = Pmechη im Motorbetrieb, Pel = Pmech · η im Generatorbetrieb η ist der Wirkungsgrad des Motors oder der ganzen Kette, je nachdem, wo du rechnest
Kinetische Energie Ekin = 12 · ξ · m · v² mit Drehmassenzuschlag; 1 kWh = 3.600 kJ
Potenzielle Energie Epot = m · g · h h = Höhenunterschied
Effektivmoment Meff = √(Σ Mk² · tkT) T = Dauer eines Spiels mit allen Abschnitten tk, auch den Halten; Grundlage der thermischen Auslegung, gilt, wenn T klein gegen die Erwärmungszeitkonstante des Motors ist
Drehfelddrehzahl und Schlupf ns = fp, s = ns − nns p = Polpaarzahl; f in Hz ergibt ns in 1/s

Umrechnungen aus dem Wirtschaftsraum Nordamerika (Typenschilder nach NEMA)

Größe Umrechnung Beispiel zum Prüfen
Leistung 1 hp = 0,7457 kW 10 hp sind 7,457 kW
Temperatur ϑ in °C = ϑ in °F − 321,8 212 °F sind 100 °C
Masse 1 lb = 0,4536 kg 100 lb sind 45,36 kg
Drehmoment 1 lb·ft = 1,356 Nm 10 lb·ft sind 13,56 Nm
Drehzahl 1 RPM = 1 min⁻¹ bei Betrieb an 50 Hz statt 60 Hz sinkt die Drehfelddrehzahl im Verhältnis 5060
Zeichen Bedeutung Einheit
m Masse des Zugs (leer oder voll) kg
g Fallbeschleunigung m/s²
cR Rollwiderstandsbeiwert 1
ρ Luftdichte kg/m³
cwA Luftwiderstandsbeiwert mal Stirnfläche m²
v Geschwindigkeit m/s
a Beschleunigung, beim Bremsen negativ m/s²
ξ Drehmassenzuschlag 1
s Steigung 1
r, d Radhalbmesser, Raddurchmesser m
i Getriebeübersetzung 1
ηG Getriebewirkungsgrad 1
z Zahl der Fahrmotoren 1
n Drehzahl 1/s oder min⁻¹
ω Winkelgeschwindigkeit 1/s
M Drehmoment Nm
P Leistung W
E Energie J oder kWh
h Höhenunterschied m
tk, T Dauer eines Abschnitts, Spieldauer s

Diese Karte brauchst du in Teil 1 für Kräfte, Momente und Leistungen im Fahrspiel, in Teil 2 für die Umrechnung der Typenschilder, in Teil 3 für das Effektivmoment und die Auslegung, in Teil 4 für die Bremsenergie und in Teil 5 für Bremsweg und Türantrieb. Wer eine Formel verwendet, schreibt dazu, weshalb sie in diesem Fall gilt.

Karte „Größen im Regelkreis“

In Lernfeld 8 der Berufsschule hast du die Größen eines Regelkreises am Steigband einer Gepäckanlage kennengelernt. Die Karte überträgt sie auf den Fahrantrieb der alten Bahn und ergänzt, was ein Fahrantrieb zusätzlich braucht: die Kaskade aus Lage, Drehzahl und Strom.

Karte „Größen im Regelkreis“ · am Fahrantrieb eines Wagens

Zeichen Name Was sie bedeutet Am Drehzahlregelkreis des Fahrantriebs
w Führungsgröße der vorgegebene Sollwert für die Regelgröße die Solldrehzahl des Fahrmotors MA1, die zur Sollgeschwindigkeit aus dem Fahrprofil gehört; sie kommt vom Zugsteuerrechner
x Regelgröße die Größe, die gemessen und auf dem Sollwert gehalten werden soll die Drehzahl des Fahrmotors MA1; die Geschwindigkeit des Zugs folgt daraus über Getriebe und Rad
r Rückführgröße das Messsignal der Regelgröße, das zur Vergleichsstelle zurückläuft das Signal des Drehgebers BG1, im Umrichter TB1 in eine Drehzahl umgerechnet
e Regeldifferenz, e = w − r der Unterschied zwischen Sollwert und zurückgeführtem Istwert; der Eingang des Reglers ist der Zug langsamer als gewollt, ist e positiv
yR Reglerausgangsgröße das Signal, das die Regeleinrichtung aus e bildet und an das Stellglied gibt der Sollwert für Strom und Moment, den der Drehzahlregler an den inneren Stromregelkreis gibt
y Stellgröße die Ausgangsgröße des Stellglieds, mit der es auf die Regelstrecke einwirkt Spannung und Frequenz, die der Wechselrichter in TB1 an MA1 gibt
z Störgröße eine Größe, die von außen auf die Regelstrecke wirkt und die niemand vorgibt die Steigung der Rampe, die Beladung, Gegenwind, eine schwankende Schienenspannung

Wie in Lernfeld 8 heißt der Reglerausgang yR, und y ist das, was der Umrichter an den Motor gibt. Manche Bücher nennen schon den Reglerausgang Stellgröße. Beide Lesarten findest du in Quellen.

Kaskadenregelung am Fahrantrieb eines Wagens (Wirkungsplan)ssoll−Lagereglernur Zielbremsungnsoll−DrehzahlreglerPIisoll−StromreglerPI, feldorientiertyRWechselrichterim Umrichter TB1yMotor MA1Getriebe, Rad, ZugStrommessungiistGeber BG1nistWegzählung undOrtungsbakesistz: Steigung, Beladung,Wind, Schienenspannunginnerer Kreis: Strommittlerer Kreis: Drehzahläußerer Kreis: Lage
Wirkungsplan der Kaskadenregelung am Fahrantrieb eines Wagens. Von links: Der Lagesollwert ssoll wird mit dem Lageistwert sist verglichen, der Lageregler arbeitet nur während der Zielbremsung und gibt den Drehzahlsollwert nsoll aus. Der Drehzahlregler vergleicht ihn mit dem Drehzahlistwert nist vom Geber BG1 und gibt den Stromsollwert isoll aus. Der Stromregler vergleicht ihn mit dem gemessenen Strom iist und gibt die Reglerausgangsgröße yR an den Wechselrichter im Umrichter TB1. Dessen Stellgröße y wirkt auf Motor MA1, Getriebe, Rad und Zug. Von oben greifen die Störgrößen z an: Steigung, Beladung, Wind und Schienenspannung. Die Lage wird aus Wegzählung und Ortungsbake zurückgeführt. Innen liegt der schnellste Kreis, der Strom, außen der langsamste, die Lage. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Regelkreis Regelgröße Messglied Wann er arbeitet Gibt den Sollwert für
äußerer Kreis: Lage Ort des Zugs auf der Strecke Wegzählung über BG1, abgeglichen an der Ortungsbake am Bahnsteig nur im Zielbremsbereich vor der Station den Drehzahlregler
mittlerer Kreis: Drehzahl Drehzahl von MA1 Drehgeber BG1 immer, solange der Zug fährt den Stromregler
innerer Kreis: Strom Strom und damit Moment von MA1 Strommessung im Umrichter TB1 immer den Wechselrichter

Weshalb eine Kaskade? Jeder innere Kreis regelt schneller als der äußere und begrenzt dessen Stellgröße: Der Stromregler hält den Strom in den Grenzen des Umrichters, gleich was der Drehzahlregler verlangt. Ausgelegt wird von innen nach außen. Im Bestand regelt der Gleichstromsteller den Ankerstrom; die Kaskade oben kommt mit dem Umbau.

Diese Karte brauchst du in Teil 5 für die Lageregelung bei der Zielbremsung, in Teil 6 für die Reglerauslegung und die Inbetriebnahme und in Teil 7, wenn du einen Fehler über Soll- und Istwerte im Fehlerspeicher eingrenzt.

Dein Wissensspeicher-Blatt

Am Ende jedes Teils entsteht genau ein Wissensspeicher-Blatt, dazu eines in der Wahlphase. Die neun Blätter zusammen sind deine Lernunterlage für die Klassenarbeit und für die Technikerprüfung. Sie werden nicht abgeheftet und vergessen, sie werden benutzt.

Kursmaterial · je Teil ein Blatt

Das Wissensspeicher-Blatt als PDF. Die Felder auf einer Seite, zum Ausfüllen am Rechner oder zum Ausdrucken. Druck es neunmal aus, einmal für jeden Teil und einmal für die Wahlphase.

Wissensspeicher-Blatt als PDF herunterladen1 Seiten · 96 KB · Felder zum Ausfüllen

Das Blatt ansehen und ausprobieren

Sechs Felder, eine Seite. Hier kannst du es ausprobieren und leer ausdrucken. Ausgefüllt wird es am Ende jedes Teils, in der Lektion „Dein Kompetenzmodell“. So entsteht je Teil genau ein Blatt.

Weshalb das letzte Feld nicht freiwillig ist

Wer aufschreibt, dass er das Getriebe im Generatorbetrieb falsch herum eingerechnet hat, macht diesen Fehler nicht wieder. Wer „alles verstanden“ schreibt, macht ihn in der Prüfung. Der eigene Fehler ist die stabilste Erinnerung, die es gibt.

Abnahme und Lernbegleitung

Abnahme durch das andere Team

Am Ende jedes Teils, gegen die Punkte aus dem Auftrag.

Kompetenz-Check

Nach jedem Sprint, allein, ohne Unterlagen, ohne Note.

Lernbegleiter

Mindestens drei Gespräche, du meldest dich selbst.

Zum Nachschlagen

Die neun Blätter
Blatt Titel Kernstücke
1 Antriebsaufgabe und Lastarten Fahrspiel v(t) und F(t) · Fahrwiderstände und Beschleunigungskraft mit ξ · Moment, Drehzahl und Leistung am Motor · Motor- und Generatorbetrieb · Lastkennlinien konstant, linear, quadratisch, hyperbolisch · Affinitätsgesetze
2 Betriebsumfeld und Typenschild IP-, IM- und IC-Code · Betriebsarten S1 bis S10 · thermische Klassen und Temperaturreserve · IE-Klassen · Energiebereitstellung 750 V DC · Umrechnung NEMA nach IEC
3 Antriebe planen und dimensionieren Kennlinien GM, ASM und PMSM mit Feldschwächbereich · Effektivmoment · Spitzenmoment und Höchstdrehzahl · Arbeitspunkt · Umrichterstrom · Kostenvergleich und Amortisation
4 Vierquadrantenbetrieb und Bremsenergie Vorzeichen von M und n in vier Quadranten · Leistungsfluss · Zwischenkreis und Bremssteller · Bremswiderstand · Rückspeisung · Speicher
5 Positionier- und Servoantriebe Zielbremsprofil mit Ruck · Lageregelung · Inkremental- und Absolutwertgeber · Auflösung und Genauigkeit · Servo-Türantrieb · Einklemmschutz
6 Steuern, regeln, in Betrieb nehmen Steuerverfahren · Kaskade · Betragsoptimum und symmetrisches Optimum · Sprungantwort · Inbetriebnahmeplan · Parameterliste · EMV und Sicherheitsregeln
7 Fehlersuche am Antriebssystem Fehlersuchstrategien · Fehlerspeicher und Trend · Messmittel und Messkategorie · Differenztastkopf · Fehlerprotokoll
8 Instandhaltung DIN 31051 · Instandhaltungsstrategien · MTBF, MTTR und Verfügbarkeit · Lagerströme und Schwingungsdiagnose · Kostenvergleich · Umweltaspekte
Wahl Euer Folgeauftrag Lastfall und Lastart · Auslegung · Steuer- oder Regelkonzept · Sicherheit · Entscheidung mit Kosten
Die Abnahme durch das andere Team

Vor jeder Abnahme durch den Auftraggeber prüft ein anderes Team eure Ergebnisse. Wer prüft, muss verstanden haben. Deshalb ist diese Abnahme keine Formalie, sondern der zweite Lernweg. Bei M1 und M3 ist sie der Meilenstein selbst, das Kreuzreview. Der Bogen dafür steht am Ende jedes Teils, im Kompetenzmodell.

Zeit Was passiert
5 min Das prüfende Team liest die Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“ und die Projektakte des geprüften Teams.
15 min Prüfgespräch: zu jedem Abnahmepunkt eine Frage. Nicht „habt ihr das?“, sondern „zeigt mir den Rechenweg“.
10 min Nachrechnen: Das prüfende Team rechnet mindestens zwei Ergebnisse selbst nach.
10 min Rückmeldung: Was ist belastbar, was fehlt, was ist nicht nachvollziehbar? Schriftlich auf dem Bogen.
5 min Das geprüfte Team entscheidet, was es vor der Abnahme durch den Auftraggeber noch ändert.

Ein Zurück ohne Begründung zählt nicht. In der Präsentation zu M5 zeigt ihr, was ihr nach den Kreuzreviews geändert habt, und weshalb.

Die Expertenrunde am Ende jedes Sprints

Weil alle Teams am selben Auftrag arbeiten, aber unterschiedlich entscheiden dürfen, lohnt der Vergleich. Am Ende jedes Sprints setzen sich die Rolleninhaber aller Teams zusammen, also alle aus der Antriebsauslegung, alle aus Energie und Bremsen und so weiter, und vergleichen ihre Entscheidungen: Wer hat was gewählt, und weshalb? Danach tragen sie das Ergebnis in ihr Team zurück.

Phase Was passiert Zeit
1 Rollenrunde Die Rolleninhaber aller Teams vergleichen Rechenwege und Entscheidungen des Sprints. 20 min
2 Zurück ins Team Jede Person bringt ihr Thema ins Team, das Team stellt sein Wissensspeicher-Blatt fertig. 15 min
3 Rückfragen Was niemand klären kann, kommt an die Tafel und wird gemeinsam geklärt. 10 min

Danach folgt der Kompetenz-Check. Wer vorträgt, wird ausgelost: Jede und jeder im Team muss alles erklären können, nicht nur die Person mit der passenden Rolle.

Der Kompetenz-Check

Nach jedem Sprint, 20 Minuten, allein und ohne Unterlagen. Immer derselbe Aufbau, damit niemand die Form lernen muss.

Teil Was verlangt wird Zeit
A Fachbegriffe: fünf Begriffe des Sprints in je einem Satz erklären 5 min
B Skizze: eine Kennlinie, einen Wirkungsplan oder einen Antriebsstrang aus dem Kopf zeichnen und beschriften 5 min
C Rechnung: eine Auslegungsaufgabe mit veränderten Zahlenwerten 7 min
D Begründung: eine Entscheidung des Sprints begründen oder einen Fehler finden 3 min

Der Rechenteil verwendet nie die Zahlen aus dem Sprint. Wer den Rechenweg verstanden hat, kommt mit jeder Zahl zurecht. Wer das Ergebnis auswendig gelernt hat, merkt es hier. Der Check zählt nicht für die Note.

Deine Gespräche mit dem Lernbegleiter

Im Projekt entscheidest du viel selbst. Damit bist du aber nicht allein: Dreimal im Projekt setzt du dich mit deinem Lernbegleiter zusammen und besprichst, wo du stehst. Das ist kein Verhör und keine Prüfung. Es geht um deinen Weg, nicht um deine Note.

Deine Lehrkraft spielt im Projekt auch die Leitung Bahnbetrieb. Im Gespräch mit dem Lernbegleiter ist sie nicht der Auftraggeber: Hier geht es nicht um die Abnahme, sondern um dich.

Du meldest dich, nicht umgekehrt. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn ein Lernprodukt fertig ist, wenn du zwischen zwei Wegen nicht entscheiden kannst, oder wenn du länger als eine Stunde feststeckst. Wer aus dem Betrieb einen anderen Weg kennt als den im Kurs, bringt ihn hier ein.

Nachweis · mindestens drei Gespräche

Nr. Datum Worum ging es? Was nehme ich mit? Abgezeichnet
1
2
3

Die Spalte „Abgezeichnet“ füllt dein Lernbegleiter aus, nicht du. Der Nachweis gehört in deine Projektakte und zählt bei der Bewertung unter „Prozess“ mit.

Wenn du im Team nicht weiterkommst

Bevor du den Lernbegleiter holst, gibt es zwei schnellere Wege, und beide gehören zum Projekt dazu:

  • Frag deinen Lernpartner. Die Aufgaben sagen dir, welche ihr ohnehin zu zweit bearbeitet.
  • Frag das Team, das gerade an derselben Stelle sitzt. In der Expertenrunde macht ihr das ohnehin, im Sprint dazwischen dürft ihr es auch.

In einer Technikerklasse sitzt fast immer jemand, der schon einmal einen Umrichter in Betrieb genommen oder einen Fahrmotor getauscht hat. Wer gefragt wird, ist nicht der Bessere, sondern der Nächste. Wer erklärt, lernt dabei am meisten: Deshalb heißt die oberste Stufe in deinem Kompetenzmodell „erklärt“.