Teil 7 von 8⏱ 16 hSprint 5

Der Musterzug fährt. Aber in den ersten vierzehn Betriebstagen ist Zug 4 neunmal auf der Strecke stehen geblieben: mal beim Bremsen vor dem Bahnsteig, mal mitten in der Nacht, mal frühmorgens an der Weiche. Ihr findet die Ursachen, bevor die übrigen acht Züge umgebaut werden, und schreibt der Elektrowerkstatt einen Fehlersuchleitfaden.

Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag, ordnest ein, wo dir Fehlersuche schon begegnet ist, schätzt die Zahl der Ursachen und planst mit deinem Team den Weg bis zum Fehlersuchleitfaden.

Danach: Lernangebot 11 · Fehler systematisch eingrenzen

Agil arbeiten · Sprint 5

Eure Storycard für Teil 7

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

Storycard Teil 7 herunterladen PDF · 2 Seiten · 346 KB

Im Projekt: Weshalb bleibt die Bahn auf der Strecke stehen?

FehlersuchstrategieFehlerspeicherOszilloskopDifferenztastkopfFehlerprotokoll

Deine Lernangebote in Teil 7

Lernangebot 11 · Fehler systematisch eingrenzen

Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“: Strecke, Höhenprofil, Zug und Antriebsstrang mit allen Kennzeichen auf einer Seite. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher, Abnahme und Lernbegleitung“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Wer rät, tauscht Teile. Wer misst, findet Fehler.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Fehler gesucht hast du im Betrieb bestimmt schon: eine Maschine, die steht, ein Schütz, das nicht anzieht, ein Umrichter mit einer Fehlernummer im Display. Aus LF 8 der Berufsschule kennst du Messen an Antrieben, Umrichter und Drehgeber, aus Teil 6 dieses Kurses Inbetriebnahme, EMV und die Sicherheitsregeln am Musterzug. Das ist Absicht. Neu ist, dass ein Fehler nur manchmal auftritt, dass du ihn aus Fehlerspeicher und Trend eingrenzt, bevor du misst, und dass du an einem 750-V-Gleichstromkreis mit Zwischenkreis misst. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.

Darum geht es

Als Ingenieurbüro möchten wir die Ursachen der Stillstände von Zug 4 mit Messungen eindeutig nachweisen und beheben, damit die übrigen acht Züge ohne dieselben Fehler umgebaut werden und die Elektrowerkstatt künftige Störungen mit unserem Leitfaden selbst eingrenzt.

Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter stehen Strecke und Antriebsstrang als Übersichtspläne.

Übersichtspläne: Strecke und Antriebsstrang

Abflugebene und VorfeldstraßeStation A · Terminal 1Station B · Terminal 2

Rampe 4 %300 m eben250 m Rampe550 m eben in Hochlage · zusammen 1.100 m10 mDie alte Bahn zwischen Terminal 1 und Terminal 2 (Übersicht, Höhen überhöht)

Übersicht der alten Bahn: Station A an Terminal 1 und Station B an Terminal 2, dazwischen 300 m eben, 250 m Rampe mit 4 % und 550 m eben in Hochlage, zusammen 1.100 m bei 10 m Höhenunterschied. Hervorgehoben ist der Zweiwagenzug: In Teil 7 geht es um Zug 4, den Musterzug, der nach dem Umbau sporadisch auf der Strecke stehen bleibt. Hinter Station B, rechts außerhalb des Bildes, liegt die Weiche zur Abstellanlage. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Stromschiene 750 V DC-XD1Stromabnehmer-TB1TraktionsumrichterZwischenkreis · BremsstellerWechselrichter 3 AC 0 bis 200 Hz= → 3~-RA1BremswiderstandRückleiterschiene-XD2M3~-MA1-BG1Drehzahlistwerti = 10GetriebeRad ⌀ 0,90 mFahrbahn Beton
Antriebsstrang eines Wagens nach dem Umbau: Stromschiene 750 V DC, Stromabnehmer XD1, Traktionsumrichter TB1 mit Zwischenkreis, Bremssteller und Wechselrichter, Bremswiderstand RA1, Fahrmotor MA1 (3~), Drehgeber BG1 mit Rückführung des Drehzahlistwerts zum Umrichter, Getriebe i = 10 und Rad mit 0,90 m Durchmesser. Jeder Wagen hat zwei Stromabnehmer, vorn und hinten, im Bild als XD1 zusammengefasst. Hervorgehoben ist der Traktionsumrichter: Er schaltet bei einer Störung ab und speichert die Meldung mit Zeitstempel. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage nach vierzehn Betriebstagen

Die neue Bahn zu Terminal 3 blieb einen Monat nach der Eröffnung auf der Strecke stehen, die Ursache wurde nicht veröffentlicht. Die Leitung Bahnbetrieb hat für die alte Bahn daraus nur einen Satz gemacht: „Eine Bahn bleibt auf der Strecke stehen. Das darf unserer nicht passieren.“

Zug 4 fährt seit Meilenstein M4 als Musterzug im Fahrgastbetrieb. In vierzehn Betriebstagen hat er neunmal die Fahrt abgebrochen und ist zwischen den Stationen stehen geblieben. Jedes Mal hat ein Traktionsumrichter abgeschaltet, die Zugsteuerung hat die Fahrfreigabe zurückgenommen, und der Zug stand, bis die Leitstelle quittiert hatte oder die Bereitschaft da war. Die Bereitschaft hat schon einmal ein Teil auf Verdacht getauscht. Es hat nichts geändert. Bevor der Umbau der übrigen acht Züge beginnt, will die Leitung Bahnbetrieb die Ursachen schwarz auf weiß, und die Elektrowerkstatt will wissen, wie sie den nächsten Fehler selbst findet.

Zahlen und Hintergrund zu Zug 4

Zug 4 ist mit der Referenzlösung aus Meilenstein M2 umgebaut: je Wagen ein Asynchronmotor (Kandidat A) mit eigenem Traktionsumrichter. Hat dein Team in M2 anders entschieden, ändert das an den Fehlerbildern nichts.

Festlegung der Zugsteuerung: Meldet ein Traktionsumrichter eine Störabschaltung, nimmt die Zugsteuerung die Fahrfreigabe zurück, und der Zug hält mit der mechanischen Bremse. Weiter geht es erst, wenn die Leitstelle aus der Ferne quittiert oder die Bereitschaft vor Ort ist. Eine Warnung schaltet nicht ab, sie wird nur gespeichert.

Fehlerspeicher: Jeder Traktionsumrichter speichert Code, Zeitstempel, Position, Geschwindigkeit, Zwischenkreisspannung und den Zustand des Bremsstellers. Dazu zeichnet er auf Anforderung Trends auf. Die Elektrowerkstatt liest beides in der Wartungsnacht aus.

Energiebereitstellung: Stromschiene 750 V DC aus dem Gleichrichter-Unterwerk, nicht rückspeisefähig. Bremsenergie nimmt nur ein anderer Zug im selben Speiseabschnitt auf, sonst geht sie über den Bremssteller in den Bremswiderstand. Nachts fährt oft nur ein Zug.

Das kennst du schon aus LF 8 der Berufsschule und aus Teil 1 bis 6

Aus LF 8 „Koffer auf Kurs“: Struktur eines Antriebssystems, Umrichter, Drehgeber, Messen an Antrieben, Fehlersuche an der Gepäckförderanlage. Aus diesem Kurs: Fahrspiel und Bremsleistung (Teil 1), Energiebereitstellung 750 V DC (Teil 2), Auswahl von Motor und Umrichter (Teil 3, M2), Bremssteller, Bremswiderstand und Rückspeisung (Teil 4), Drehgeber und Zielbremsung (Teil 5), Regelkreis, Inbetriebnahme, EMV-Konzept und Sicherheitsregeln am Musterzug (Teil 6, M4). Euer Inbetriebnahmeprotokoll aus Teil 6 ist jetzt eure wichtigste Vergleichsunterlage: Es zeigt, wie der Zug aussah, als er fehlerfrei lief.

Das tut ihr jetzt

1Auftrag klären
2Fehlerbaum aufstellen
3Fehlerspeicher auswerten
4Strategie wählen
5Messmittel und Sicherheit
6Drehzahlabweichung
7Überspannung
8Unterspannung
9Leitfaden schreiben
10Ergebnis sichern
Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lies den Auftrag, verteilt die Arbeit nach euren Rollen. Die Rolle Regelung und Inbetriebnahme führt durch die Messungen, die Rolle Dokumentation und Instandhaltung durch Protokolle und Leitfaden.
  2. Fehlerbaum aufstellen
    Sammelt alle denkbaren Ursachen für einen Stillstand und ordnet sie nach Baugruppe und Ursachenart.
  3. Fehlerspeicher auswerten
    Sortiert die Einträge, sucht Muster und formuliert je Muster eine überprüfbare Hypothese.
  4. Strategie wählen
    Vergleicht die Fehlersuchstrategien und entscheidet je Fehlercode, womit ihr anfangt.
  5. Messmittel und Sicherheit
    Wählt Messgeräte nach Messkategorie und Bandbreite und legt die Sicherheitsmaßnahmen fest.
  6. Drehzahlabweichung
    Wertet das Oszillogramm am Gebereingang aus und weist die Ursache nach.
  7. Überspannung
    Wertet die Trendaufzeichnung aus, rechnet den Spannungsanstieg nach und beurteilt die Messwerte am Bremswiderstand.
  8. Unterspannung
    Wertet die Spannungsaufzeichnung an der Weiche aus und rechnet nach, ob ein Wagen ohne Kontakt ist.
  9. Leitfaden schreiben
    Schreibt drei Fehlerprotokolle und den Fehlersuchleitfaden für die Elektrowerkstatt.
  10. Ergebnis sichern
    Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, Abnahme durch das andere Team, Kompetenzmodell.
Was nicht vorgegeben ist

In welcher Reihenfolge ihr den drei Fehlercodes nachgeht, mit welcher Strategie ihr jeweils anfangt, wie euer Leitfaden aufgebaut ist (Ablaufdiagramm, Entscheidungstabelle, Prüfkarten je Fehlercode), wie ihr die Abschaltlogik bei gestörter Lüftung bewertet und welche Abhilfen ihr für die übrigen acht Züge empfehlt, entscheidet ihr. Es gibt dafür mehrere tragfähige Lösungen.

Fertig bist du, wenn …

Der Teil gilt erst als fertig, wenn das andere Team alle Punkte abnimmt:

  • Der Fehlerbaum zum Kopfereignis „Zug 4 bleibt auf der Strecke stehen“ steht mit Baugruppen und möglichen Ursachen; jede Ursache ist einer Ursachenart zugeordnet.
  • Der Fehlerspeicher ist ausgewertet: je Fehlercode Anzahl, Ort, Tageszeit, Fahrzustand, Gerät, gemeinsames Muster und eine überprüfbare Hypothese.
  • Für jeden Fehlercode ist die Suchstrategie gewählt und begründet; die Rechnung zur Halbierung am Signalweg liegt vor.
  • Die Messmittelliste nennt je Messaufgabe Gerät, Messkategorie, Bemessungsspannung und Bandbreite oder Messbereich; die Sicherheitsmaßnahmen für Arbeiten am Traktionsumrichter stehen fest.
  • Oszillogramm, Trendaufzeichnung und Spannungsaufzeichnung sind ausgewertet, jede Zahl ist mit Formel, eingesetzten Werten und Einheit nachgerechnet.
  • Drei Fehlerprotokolle liegen vor, jedes mit Symptom, Hypothese, Messung, Ursache, Abhilfe und Nachweis.
  • Der Fehlersuchleitfaden ist so geschrieben, dass die Elektrowerkstatt ihn ohne euch anwendet; entschieden und begründet ist, welche Abhilfen in den Umbau der übrigen acht Züge einfließen.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig.
Das brauchst du dafür
  • Eure Lernprodukte aus Teil 1 bis 6, vor allem das Inbetriebnahmeprotokoll, die Parameterliste und das EMV-Konzept aus Teil 6 (M4)
  • Lernangebot 11 · Fehler systematisch eingrenzen mit Fehlerspeicher, Oszillogramm und Aufzeichnungen
  • Die Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“ im Wissensspeicher
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, die Wissensspeicher-Vorlage
  • Im Antriebslabor: Umrichter mit Asynchronmotor, Bremschopper mit Bremswiderstand, Oszilloskop mit Differenztastköpfen, Strommesszange, Isolationsmessgerät
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Fehler systematisch eingrenzen“: die Ursachenarten mit je einem Beispiel aus Zug 4, die vier Strategien mit ihren Grenzen, die Formeln für Spurfrequenz, Bandbreite, Entladezeit und Energie im Zwischenkreis mit je einem Zahlenbeispiel, die Messkategorien, die Sicherheitsmaßnahmen am Traktionsumrichter und der Ablauf eines Fehlerprotokolls.

Erst schätzen, dann arbeiten

Zug 4 ist in vierzehn Betriebstagen neunmal stehen geblieben. Was schätzt du: Steckt eine Ursache dahinter, zwei, drei oder mehr als drei? Schreib deine Schätzung und einen Grund auf. In Aufgabe 11.2 prüfst du sie am Fehlerspeicher.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 5 · Teil 7 mit 16 h, danach Teil 8 mit 16 h und Meilenstein M5. Kein eigener Meilenstein in Teil 7: Die Abnahme macht das andere Team gegen die Punkte aus „Fertig bist du, wenn …“; den Fehlersuchleitfaden nimmt die Elektrowerkstatt bei M5 mit ab. Stunden als Vorschlag: Auftrag 1 h, Aufgabe 11.1 und 11.2 3 h, 11.3 und 11.4 3 h, 11.5 bis 11.7 5 h, 11.8 3 h, Rechenwege, Kontrolle und Kompetenzmodell 1 h. Lehrplan 4.3.8: „… beheben Fehler an einem vorhandenen Antriebssystem.“ Sachwissen Fehlerursachen, Fehlersuchstrategien, Messtechnik, Sicherheitsmaßnahmen und Richtlinien; Prozesswissen Fehleranalyse eines Antriebssystems, Auswahl geeigneter Messmethoden; Reflexionswissen mögliche Fehlerquellen. Taxonomie: 11.1 Stufe I bis II, 11.2 bis 11.7 Stufe II (Algorithmus: auswerten, berechnen, auswählen), 11.8 Stufe III (Heuristik: Leitfaden, Abschaltlogik, Übertrag auf die Flotte). Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für die Technikerprüfung, Grundlage für die Projektarbeit. Offen sind die Reihenfolge der Strategien, Aufbau und Form des Leitfadens, die Bewertung der Abschaltlogik bei gestörter Lüftung und die Auswahl der Abhilfen für die übrigen Züge. Geben alle Teams denselben Leitfaden ab, ist die Offenheit unterwegs verloren gegangen. Zum Aufhänger: Im Kurs steht über die neue Bahn nur, dass sie einen Monat nach der Eröffnung auf der Strecke stehen blieb und die Ursache nicht veröffentlicht wurde. Spekuliert auch im Gespräch nicht darüber; die drei Fehlerbilder sind Unterrichtsfälle der alten Bahn. Laborhinweis Antriebslabor: Umrichter mit Asynchronmotor am Lastprüfstand oder an der Bremsmaschine, Bremschopper mit Bremswiderstand takten lassen, Geberleitung einmal mit und einmal ohne aufgelegten Schirm, Oszilloskop mit Differenztastköpfen. Den Fehler baust du vorher ein. Am Zwischenkreis nur spannungsfrei nach den fünf Sicherheitsregeln und nach der Wartezeit des Herstellers arbeiten, Messungen unter Spannung nur unter Aufsicht mit Messmitteln der passenden Messkategorie. Messt ihr selbst, ersetzen eure Messwerte die gegebenen Unterrichtswerte.
Organisatorisches

Rollen (anmoderieren, nicht verteilen): Projektleitung (wechselt in Sprint 5), Antriebsauslegung, Energie und Bremsen, Regelung und Inbetriebnahme, Dokumentation und Instandhaltung. Bei vier Personen übernimmt die Projektleitung die Dokumentation mit. Abnahme am Ende von Teil 7 durch das andere Team, im Kompetenzmodell. Lernbegleitung: Ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch ist nach Aufgabe 11.4, bevor ihr messt. Vorher fragt ihr euren Lernpartner und das Team, das an derselben Stelle arbeitet.

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 7. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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