Teil 5 von 8⏱ 16 hSprint 3 · Meilenstein M3

Die neuen Antriebe bremsen jetzt generatorisch, das Bremskonzept aus Teil 4 steht. Der Bahnbetrieb stellt die nächste Frage: Hält der Zug danach noch genau vor den Bahnsteigtüren? Und die Türen selbst bekommen neue Antriebe.

Schritt 1 von 4. Du liest die Lage, schätzt, was eine Zehntelsekunde beim Bremsen ausmacht, und planst mit deinem Team den Weg zum Positionier- und Türkonzept.

Danach: Lernangebot 8 · Zielbremsung und Türantrieb

Agil arbeiten · Sprint 3

Eure Storycard für Teil 5

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

Storycard Teil 5 herunterladen PDF · 2 Seiten · 352 KB

Im Projekt: Hält die Bahn genau vor der Tür?

ZielbremsungRuckDrehgeberLageregelungServo-Türantrieb

Deine Lernangebote in Teil 5

Lernangebot 8 · Zielbremsung und Türantrieb

Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“: Strecke, Höhenprofil, Zug und Antriebsstrang mit allen Kennzeichen auf einer Seite. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher, Abnahme und Lernbegleitung“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Schnell fahren kann jeder Antrieb. Auf den Zentimeter anhalten kann nur ein geregelter.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Manches kennst du schon: den Regelkreis mit Drehgeber am Steigband aus LF 8 der Berufsschule, die Bahnsteigtür als Last, bei der die Beschleunigung dominiert, aus Teil 1, den Servoantrieb als Ausblick aus Lernangebot 4 und das generatorische Bremsen aus Teil 4. Das ist Absicht. Viele von euch haben im Betrieb schon eine Servoachse eingerichtet, eine Referenzfahrt gestartet oder einen Geber getauscht. Neu ist, dass du die Genauigkeit einer Positionierung vorher als Budget rechnest, statt sie nachher auszuprobieren, und dass ein Fehler hier nicht ein Werkstück trifft, sondern Fahrgäste an einer Tür. Ordne ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.

Darum geht es

Als Ingenieurbüro möchten wir die Zielbremsung der neuen Fahrantriebe und die Antriebe der Bahnsteigtüren so auslegen, dass jeder Zug auf ± 0,25 m genau vor den Türen hält und die Türen in 2,5 s öffnen, ohne jemanden einzuklemmen, damit sich für die Fahrgäste nach dem Umbau nichts ändert, außer dass es leiser und sparsamer wird.

Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter stehen Strecke und Antriebsstrang als Übersichtspläne.

Übersichtspläne: Strecke und Antriebsstrang

Abflugebene und VorfeldstraßeStation A · Terminal 1Station B · Terminal 2

Rampe 4 %300 m eben250 m Rampe550 m eben in Hochlage · zusammen 1.100 m10 mDie alte Bahn zwischen Terminal 1 und Terminal 2 (Übersicht, Höhen überhöht)

Übersicht der alten Bahn in der Seitenansicht: links Station A an Terminal 1 auf ebener Strecke, in der Mitte die Rampe mit 4 % Steigung, rechts Station B an Terminal 2 in Hochlage, dazwischen ein Zweiwagenzug. Die Höhen sind überhöht dargestellt. Unten die Längen: 300 m eben, 250 m Rampe, 550 m eben in Hochlage, zusammen 1.100 m. Hervorgehoben sind die Bahnsteigtüren an beiden Stationen, um die es in Teil 5 geht. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Stromschiene 750 V DC-XD1Stromabnehmer-TB1TraktionsumrichterZwischenkreis · BremsstellerWechselrichter 3 AC 0 bis 200 Hz= → 3~-RA1BremswiderstandRückleiterschiene-XD2M3~-MA1-BG1Drehzahlistwerti = 10GetriebeRad ⌀ 0,90 mFahrbahn Beton
Antriebsstrang eines Wagens nach dem Umbau: Stromschiene 750 V DC, Stromabnehmer XD1, Traktionsumrichter TB1 mit Zwischenkreis, Bremssteller und Wechselrichter, Bremswiderstand RA1, Fahrmotor MA1 als Dreiphasenmotor, Getriebe mit i = 10 und Rad mit 0,90 m Durchmesser auf der Betonfahrbahn. Hervorgehoben ist der Drehgeber BG1 an MA1; sein Drehzahlistwert geht gestrichelt zurück an TB1. In Teil 5 wird aus diesem Istwert auch der Weg. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage

Die Leitung Bahnbetrieb schreibt: „Die alte Bahn hält seit dreißig Jahren vor den Türen. Mit Gleichstromsteller, Widerstandsbremse und viel Erfahrung. Ich will von euch belegt sehen, dass das mit den neuen Antrieben genauso gut klappt, und zwar in Zahlen. Bei der Gelegenheit: Die Antriebe der Bahnsteigtüren sind so alt wie die Bahn. Legt die gleich mit aus.“

Die Zugsicherung von 2024 kennt den Haltepunkt und meldet ihn dem Zugsteuerrechner. Was zwischen Bremsbefehl und Stillstand geschieht, liegt bei den Antrieben. Euer Ergebnis ist ein Positionier- und Türkonzept, das zusammen mit eurem Bremskonzept aus Teil 4 in den Kreuzreview zu Meilenstein M3 geht.

Zahlen und Hintergrund
  • Haltegenauigkeit an der Bahnsteigtür: ± 0,25 m. Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, Betriebsbremsung 0,8 m/s², Ruck höchstens 0,8 m/s³.
  • Elektrisch gebremst wird bis 3 km/h, darunter hält die mechanische Bremse; die Notbremsung ist mechanisch.
  • Am Fahrmotor sitzt der Drehgeber BG1 mit 1.024 Strichen (HTL), sein Signal geht an den Traktionsumrichter TB1.
  • Je Bahnsteigtür zwei Flügel zu je 55 kg, Weg je Flügel 0,95 m, Öffnungszeit 2,5 s. Die Schließkraft darf 150 N nicht übersteigen.
  • Alle Werte sind Unterrichtswerte, aus öffentlichen Größenordnungen abgeleitet.
Das kennst du schon aus LF 8 der Berufsschule, Teil 1, Teil 3 und Teil 4

Aus LF 8 „Koffer auf Kurs“: den Drehzahlregelkreis am Steigband mit Drehgeber und die Größen w, x, r, e, y und z. Hier legst du um diesen Kreis noch einen äußeren Kreis für die Lage. Aus Teil 1: die Bahnsteigtür im Lastkennlinien-Atlas als Last, bei der die Beschleunigung dominiert, und die Einordnung drehzahl- oder positionsvariabel. Aus Teil 3: den Servoantrieb in der Vergleichsmatrix von Lernangebot 4. Aus Teil 4: das generatorische Bremsen mit 0,8 m/s². Jetzt geht es darum, wo genau die Bremsung endet.

Erst schätzen, dann arbeiten

Ein voll besetzter Zug fährt mit 50 km/h auf Station B zu. Der Bremsbefehl kommt eine Zehntelsekunde zu spät, sonst ist alles wie geplant. Wie weit fährt der Zug über den Haltepunkt hinaus: eine Handbreit, einen großen Schritt oder eine halbe Wagenlänge? Schreib deine Schätzung auf und einen Satz, weshalb. In Lernangebot 8 rechnest du es nach.

Das tut ihr jetzt: euer Weg in 10 Schritten

1Auftrag klären
2Antriebe einordnen
3Zielbremsprofil rechnen
4Fehler ohne Regelung
5Wegmessung bewerten
6Baken abgleichen
7Lageregelkreis entwerfen
8Türantrieb auslegen
9Einklemmschutz und Servomotor
10Konzept und Kreuzreview M3
Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lest die Lage, seht euch Übersicht und Antriebsstrang an, schreibt eure Schätzung auf und klärt offene Fragen an den Auftraggeber.
  2. Antriebe einordnen
    Ordnet alle Antriebe der Bahn nach drehzahlvariabel und positionsvariabel und benennt die Teile eines Servoantriebs.
  3. Zielbremsprofil rechnen
    Rechnet die Zielbremsung aus 50 km/h ohne und mit Ruckbegrenzung und zeichnet Verzögerung, Geschwindigkeit und Weg.
  4. Fehler ohne Regelung
    Schätzt ab, wie weit der Zug ohne Lageregelung vom Haltepunkt abweicht, und vergleicht mit ± 0,25 m.
  5. Wegmessung bewerten
    Bestimmt den Weg je Inkrement des Drehgebers BG1 und beziffert, was Radschlupf und abgefahrene Räder ausmachen.
  6. Baken abgleichen
    Gleicht den Raddurchmesser über zwei Ortungsbaken ab und rechnet den Restfehler nach der letzten Bake.
  7. Lageregelkreis entwerfen
    Zeichnet die Kaskade aus Lage, Drehzahl und Strom als Wirkungsplan, mit Bake, Vorsteuerung und Störgrößen.
  8. Türantrieb auslegen
    Legt den Antrieb einer Bahnsteigtür aus Trapezprofil, Kräften, Zahnriemen und Getriebe aus.
  9. Einklemmschutz und Servomotor
    Legt Momentgrenze und Einklemmschutz fest und wählt Servomotor und Geber aus dem Katalog.
  10. Konzept und Kreuzreview M3
    Fasst alles im Positionier- und Türkonzept zusammen und gebt es mit dem Bremskonzept aus Teil 4 in den Kreuzreview M3.
Fertig bist du, wenn …

Der Teil gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team im Kreuzreview zu Meilenstein M3 alle Punkte abnimmt. Der Kreuzreview umfasst Teil 4 und Teil 5 zusammen:

  • Das Zielbremsprofil aus 50 km/h ist ohne und mit Ruckbegrenzung gerechnet; Verzögerung, Geschwindigkeit und Weg stehen als Diagramme untereinander; Bremsweg, Bremszeit und der Restweg der mechanischen Bremse sind angegeben.
  • Das Fehlerbudget nennt Bremsbeginn, Verzögerung, Radschlupf, Raddurchmesser und Bake je mit Betrag und Richtung und vergleicht das Ergebnis mit ± 0,25 m.
  • Weg je Inkrement, Abgleich des Raddurchmessers über zwei Baken und der Restfehler nach der letzten Bake sind gerechnet; die Lage der Baken ist begründet.
  • Der Wirkungsplan der Kaskade aus Lage, Drehzahl und Strom liegt vor, mit w, x, r, e, y, z, der Bake und der Vorsteuerung; der Schleppabstand ist erklärt.
  • Der Türantrieb ist mit Trapezprofil, Kräften, Moment und Drehzahl an Ritzel und Motor und der Spitzenleistung ausgelegt.
  • Momentgrenze für höchstens 150 N, kinetische Energie des Flügels und das Verhalten bei einem Hindernis sind festgelegt.
  • Servomotor und Geber sind nach Spitzenmoment, Effektivmoment, Drehzahl, Trägheitsverhältnis und Winterfall ausgewählt und begründet.
  • Annahmen und Unterrichtswerte sind gekennzeichnet; das Positionier- und Türkonzept liegt zusammen mit dem Bremskonzept aus Teil 4 für den Kreuzreview M3 vor.
  • Das Wissensspeicher-Blatt zu Teil 5 ist vollständig.
Das brauchst du dafür
  • Den Projektauftrag und das Lastenheft aus Meilenstein M1, die Auswahl aus M2 und euer Bremskonzept aus Teil 4
  • Lernangebot 8 · Zielbremsung und Türantrieb mit dem Katalogauszug Servomotoren
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Tabellenkalkulation oder ein Rechenprogramm für die Profile
  • Im Antriebslabor: Servo-Lehrsystem mit Linearachse, Servoregler mit Momentgrenze und Trendaufzeichnung, Kraftmessung am Anschlag
  • Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Positionier- und Servoantriebe“: das S-Profil mit Ruckphasen und seinen Formeln, das Fehlerbudget der Zielbremsung, Auflösung gegen Genauigkeit mit Weg je Inkrement, der Wirkungsplan der Kaskade mit Bake und Vorsteuerung, das Trapezprofil der Tür mit dem Rechenschema bis zum Motormoment, die Momentgrenze für den Einklemmschutz und eure Wahl von Servomotor und Geber.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 3 · 16 h · Teil 4 und Teil 5 bilden zusammen Sprint 3 (34 h), Meilenstein M3 „Konzept Bremsen und Positionieren“ am Ende von Teil 5 als Kreuzreview über beide Teile. Stunden als Vorschlag: Auftrag und Schätzung 1 h, Lernangebot 8 11 h (davon 3 h am Servo-Lehrsystem), Rechenwege und Kontrolle 1 h, Kreuzreview M3, Wissensspeicher und Kompetenzmodell 3 h. Lehrplan 4.3.8: „… steuern oder regeln Antriebssysteme unter Berücksichtigung der aktuellen Technologiestandards.“ mit Antriebs- und Ansteuermethoden (positionierbar), Regelungs- und Steuerungsarten, Vergleich der Ansteuermethoden und anwendungsspezifischer Auslegung; dazu aus „… planen und dimensionieren Antriebe.“ Positions- und Servoantriebe und Antriebsmechanik. Angestrebte Taxonomiestufe II (Algorithmus: Profil, Fehlerbudget, Auslegung), Stufe III in Aufgabe 8.6, 8.8 und 8.9. Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für die Technikerprüfung, Grundlage für die Projektarbeit. Offen sind die Lage der Baken, die Reglerstruktur im Detail, die Wahl von Servomotor und Geber und die Strategie beim Einklemmschutz; entscheiden alle Teams gleich, frag nach der Begründung, nicht nach dem Ergebnis. Labor: Am Servo-Lehrsystem mit Linearachse ein Trapezprofil fahren, Schleppabstand im Trend mit und ohne Geschwindigkeitsvorsteuerung aufzeichnen, eine Momentgrenze einstellen und die Kraft am Anschlag mit einer Kraftmessdose messen. Sicherheit: Finger und Hände nie als Hindernis, nur Prüfkörper. Wiederholung aus LF 8 der Berufsschule und Teil 1 ist gewollt und wird im Check-in offen benannt.
Organisatorisches

Die Projektleitung wechselt mit dem Sprint nicht, Sprint 3 umfasst Teil 4 und Teil 5. Verteilt die Aufgaben 8.2 bis 8.5 (Fahrzeug) und 8.7 bis 8.8 (Tür) im Team und führt beides in Aufgabe 8.9 zusammen. Plant den Termin für den Kreuzreview M3 mit dem Partnerteam jetzt.

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 5. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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