Teil 1 von 8⏱ 18 hSprint 1 · Meilenstein M1 (mit Teil 2)
Der Bahnbetrieb gibt euch drei Sätze: gleiche Fahrzeit, gleicher Takt, voll beladen auch in der Rampe anfahren. Daraus soll ein Motor werden. Bevor ihr einen Katalog aufschlagt, klärt ihr, was der Fahrmotor der alten Bahn wirklich leisten muss.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, schätzt das Anfahrmoment und planst mit deinem Team den Weg durch Teil 1.
Danach: Lernangebot 1 · Das Fahrspiel und die Kräfte
Agil arbeiten · Sprint 1
Eure Storycard für Teil 1
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 1 herunterladen PDF · 2 Seiten · 348 KB
Im Projekt: Was muss der Fahrmotor leisten?
Deine Lernangebote in Teil 1
Lernangebot 1 · Das Fahrspiel und die KräfteLernangebot 2 · Lastarten und Kennlinien am Flughafen
Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.
Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“: Strecke, Höhenprofil, Zug und Antriebsstrang mit allen Kennzeichen auf einer Seite. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher, Abnahme und Lernbegleitung“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Wer die Last nicht kennt, kauft entweder einen zu kleinen Motor oder einen zu teuren.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Vieles kennst du aus dem Beruf: Leistungsschild, Getriebemotor, Lastmoment und Drehzahl hast du in LF 8 der Berufsschule am Steigband der Gepäckanlage gerechnet, und im Betrieb hast du Antriebe angeschlossen und eingestellt. Das ist Absicht. Neu ist, dass ihr die Last nicht bekommt, sondern selbst herleitet: aus einer Messfahrt, aus Fahrwiderständen und aus einem Fahrspiel mit sieben Betriebsfällen, und dass der Motor auch als Generator arbeitet. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist. Am Ende des Teils siehst du im Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.
Darum geht es
Als Ingenieurbüro für Antriebstechnik möchten wir aus der Messfahrt und den Anlagendaten der alten Bahn die Antriebsaufgabe vollständig beschreiben, mit Fahrspiel, Kräften, Moment, Drehzahl und Leistung je Motor in allen Betriebsfällen und mit den Lastarten der übrigen Antriebe im Wagen und an der Station, damit der Bahnbetrieb einen Fahrmotor bekommt, der das Fahrspiel dreißig Jahre lang sicher schafft, ohne zu groß und zu teuer zu sein.
Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter stehen Strecke und Antriebsstrang als Übersichtspläne.
Die Lage
Die alte Bahn pendelt seit 1994 fahrerlos zwischen Terminal 1 und Terminal 2, rund um die Uhr. Die Zugsicherung ist seit 2024 neu, die Fahrantriebe sind noch die ersten: Gleichstrom-Reihenschlussmotoren aus den USA mit Bürsten und Kommutator, gespeist über Gleichstromsteller. Ersatzteile werden knapp, und jede Bremsung heizt über die Widerstände auf dem Dach die Luft. Der Bahnbetrieb will die Antriebe aller 18 Wagen erneuern.
Die Vorgabe der Leitung Bahnbetrieb ist kurz: „Für die Fahrgäste ändert sich nichts. Gleiche Fahrzeit, gleicher Takt, und ein voller Zug muss auch in der Rampe anfahren können.“ Die Elektrowerkstatt der Instandhaltung hat dazu eine Messfahrt mit einem vollen Zug aufgezeichnet. Euer Ergebnis in Teil 1: die Antriebsaufgabe in Zahlen und Kennlinien. Zusammen mit dem Betriebsumfeld aus Teil 2 wird daraus das Lastenheft, Meilenstein M1.
Die alte Bahn in Zahlen · Unterrichtswerte
- Strecke Station A (Terminal 1) nach Station B (Terminal 2): 1.100 m, je Richtung ein Gleis, der Zug pendelt
- Höhenprofil ab A: 300 m eben, 250 m Rampe 4 % aufwärts (10 m Höhe), 550 m eben in Hochlage
- Höchstgeschwindigkeit 50 km/h; Haltezeit je Station 30 s
- Flotte 18 Wagen, gekuppelt zu 9 Zweiwagenzügen; beide Wagen angetrieben, je Wagen ein Fahrmotor
- Zug leer 23 t; 100 Fahrgäste zu 80 kg mit Gepäck
- gummibereift, Führungsschiene in der Mitte, Raddurchmesser 0,90 m, Achsdifferenzial i = 10
- Stromschiene 750 V DC; Bremsenergie geht heute in Widerstände auf dem Dach
Alle Werte zur alten Bahn sind Unterrichtswerte. Zahlen zum Flughafen sind öffentliche Größenordnungen, gerundet.
Das kennst du schon aus LF 8 der Berufsschule
LF 8 „Koffer auf Kurs“: Aufbau eines Antriebssystems, Lastmoment und Leistung eines Bandes aus Kraft und Geschwindigkeit, Getriebe, Leistungsschild, Anlassverfahren, Umrichter und die Größen im Regelkreis. Die Gepäckanlage läuft unter der Abflugebene, die Bahn darüber. Hier wiederholst du nichts davon, du baust darauf auf.
Neu in der Fachschule: Die Last leitet ihr selbst aus einem Fahrspiel her, mit Massenträgheit, Steigung und Bremsen, und ihr unterscheidet Lastarten so, dass ihr daraus später Motor, Umrichter und Regelung begründen könnt.
Das tut ihr jetzt: Dein Weg in 10 Schritten
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies die Lage, sieh dir Strecke und Antriebsstrang an und schreib auf, was ihr über die Antriebsaufgabe noch nicht wisst. - Messfahrt auswerten
Gliedere die Messfahrt in Abschnitte und lies Zeiten, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen ab (Lernangebot 1). - Auf die Motorwelle umrechnen
Rechne Geschwindigkeit und Kraft am Rad über Rad und Getriebe in Drehzahl und Moment an der Motorwelle um. - Fahrwiderstände rechnen
Berechne Roll-, Luft- und Steigungskraft und die Beschleunigungskraft mit Drehmassenzuschlag. - Sieben Betriebsfälle
Stellt die Kräftebilanz für die sieben Betriebsfälle auf: Zugkraft, Moment, Drehzahl, Leistung je Motor. - Moment-Drehzahl-Bedarf
Zeichne den Moment-Drehzahl-Bedarf und das F-t-Diagramm, kennzeichne Motor- und Generatorbetrieb, prüfe deine Schätzung. - Lastarten unterscheiden
Unterscheide die Lastarten und beschreibe den Fahrwiderstand als Lastkennlinie (Lernangebot 2). - Lüfter und Rampe
Untersuche die Rampe als Hubarbeit und den Verdampferlüfter mit den Affinitätsgesetzen. - Atlas und Arbeitspunkt
Bestimme den Arbeitspunkt in der Rampe und erstellt den Lastkennlinien-Atlas. - Steckbriefe und Abnahme
Erstellt die Steckbriefe der vier Antriebe des Atlas, lasst eure Lernprodukte im Kreuzreview abnehmen, füllt Wissensspeicher und Kompetenzmodell aus.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team im Kreuzreview alle Punkte abnimmt. Zusammen mit Teil 2 wird daraus Meilenstein M1, das Lastenheft:
- Das Fahrspiel von A nach B liegt als v-t- und F-t-Diagramm vor, gegliedert in Abschnitte mit Zeiten, Wegen und Beschleunigungen aus der Messfahrt.
- Die Kräftebilanz für alle sieben Betriebsfälle ist mit Formel, eingesetzten Werten und Einheit gerechnet: Zugkraft, Moment, Drehzahl und Leistung je Motor.
- Der Moment-Drehzahl-Bedarf ist als Diagramm gezeichnet; Motor- und Generatorbetrieb und die Grenzkennlinie des Fahrspiels sind eingetragen.
- Kinetische Energie und Lageenergie des vollen Zugs sind berechnet, und es ist beschrieben, wo beide im Bestand bleiben.
- Der Lastkennlinien-Atlas zeigt Fahrwiderstand, Rampe, Verdampferlüfter, Bahnsteigtür und Rührwerk mit Lastart, Einordnung drehzahl- oder positionsvariabel und Motor- oder Generatorbetrieb.
- Leistung und Moment des Verdampferlüfters bei 40 Hz und 30 Hz sind nach den Affinitätsgesetzen berechnet.
- Der Arbeitspunkt des Zugs in der Rampe ist als Schnittpunkt bestimmt und gedeutet.
- Für die vier Antriebe des Atlas (MA1, MA21, MA11, MA71) liegt je ein Steckbrief der Last- und Prozesssituation vor; Gemessenes, Gerechnetes und Angenommenes sind unterschieden.
- Die Lernprodukte sind im Kreuzreview von einem anderen Team abgenommen; zwei Ergebnisse hat das prüfende Team selbst nachgerechnet.
- Das Wissensspeicher-Blatt zu Teil 1 ist vollständig.
Das brauchst du dafür
- den abgezeichneten Projektauftrag aus Sprint 0 und die Karte „Die alte Bahn auf einen Blick“
- Lernangebot 1 (Das Fahrspiel und die Kräfte) und Lernangebot 2 (Lastarten und Kennlinien am Flughafen)
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Millimeterpapier oder eine Tabellenkalkulation für die Diagramme
- die Karte „Formeln der Antriebstechnik“ aus dem Wissensspeicher
- die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Fahrspiel, Kräfte und Lastarten“: die Formeln für Fahrwiderstände, Beschleunigungskraft und die Umrechnung auf die Motorwelle im Motor- und Generatorbetrieb, euer Moment-Drehzahl-Bedarf als Skizze, die vier Lastarten mit P(n), die Affinitätsgesetze, ein durchgerechneter Betriebsfall und der Fehler, den du selbst gemacht hast.
Erst schätzen, dann arbeiten
Zwei Fahrmotoren treiben den vollen Zug. Welches Moment muss jeder an seiner Welle liefern, wenn der Zug in der Ebene mit 0,8 m/s² anfährt: rund 100 Nm, rund 300 Nm, rund 700 Nm oder rund 2.000 Nm? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 1 rechnest du nach.
Für Lehrkräfte
Organisatorisches: Rollen, Sprint 1, Meilenstein M1
Teil 1 und Teil 2 bilden Sprint 1. Die Rollen aus dem Projektauftrag gelten weiter: Projektleitung (wechselt je Sprint), Antriebsauslegung, Energie und Bremsen, Regelung und Inbetriebnahme, Dokumentation und Instandhaltung. In Teil 1 trägt die Antriebsauslegung viel; teilt die sieben Betriebsfälle so auf, dass jede Rechnung von einer zweiten Person nachgerechnet wird.
Meilenstein M1 am Ende von Teil 2: das Lastenheft mit Fahrspiel, Last- und Leistungsbedarf, Betriebsumfeld und ausgewerteten Typenschildern, abgenommen im Kreuzreview durch ein anderes Team. In der Übergabe zu M5 zeigt ihr, was ihr nach M1 am Lastenheft geändert habt und weshalb.
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 1. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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