Drei Folgeaufträge, ein Team je Auftrag, ein Ziel: die TechnikmesseAWahlstory AHebeanlage23 Tonnen auf vier SäulenLastart: HubvorrichtungBWahlstory BLüfterFrische Luft am BahnsteigLastart: quadratische LastCWahlstory CFluggastbrückeAndocken auf den ZentimeterLastart: Positionieren, HebenWahl begründetEnde Sprint 5Lastenheft freiAnfang Sprint 6ZwischenstandEnde Sprint 6ÜbergabeEnde Sprint 7TechnikmesseAbschluss
Die drei Folgeaufträge der Wahlphase: Wahlstory A Hebeanlage (23 Tonnen auf vier Säulen, Lastart Hubvorrichtung), Wahlstory B Lüfter (frische Luft am Bahnsteig, quadratische Last) und Wahlstory C Fluggastbrücke (Andocken auf den Zentimeter, Positionieren und Heben). Darunter der Weg jedes Teams: Wahl begründet am Ende von Sprint 5, Lastenheft freigegeben am Anfang von Sprint 6, Zwischenstand am Ende von Sprint 6, Übergabe am Ende von Sprint 7, zum Abschluss die Technikmesse. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Wahlphase⏱ 30 hSprint 6 und 7ein Folgeauftrag je Team, frei gewählt

M5 ist abgenommen, der Musterzug fährt, die Elektrowerkstatt hat übernommen. Der Flughafen ist zufrieden und hat drei Folgeaufträge. Jedes Team wählt einen davon frei und bringt ihn allein zu Ende. Wählen zwei Teams dieselbe Story, arbeitet jedes für sich.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Die Wahlphase ist der offenste Teil des Lernfelds. Wer im Betrieb schon einmal ein Lastenheft geschrieben, einen Antrieb nach eigener Rechnung bestellt oder eine Anlage gegen Rückfragen verteidigt hat, hat hier einen Vorsprung. Wer das noch nie gemacht hat, plant sich dafür Zeit ein. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist.

Schritt 1 von 4. Du liest alle drei Folgeaufträge, entscheidest mit deinem Team und begründest die Wahl.

Danach: deine Wahlstory

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: In der Wahlphase gibt es keine Lernangebote und keine Musterlösung. Was ihr abliefert, muss sich durch Rechnung und Begründung selbst tragen.

Darum geht es

Als Ingenieurbüro möchten wir zeigen, dass wir einen Antrieb auch dann vollständig auslegen können, wenn niemand mehr die Schritte vorgibt, damit der Flughafen uns die nächsten Antriebe ohne Begleitung anvertraut.

In den Teilen 1 bis 8 habt ihr einen Fahrantrieb geplant, Schritt für Schritt, und alle Teams hatten denselben Auftrag. Jetzt kommen die Lastarten dazu, die die Bahn nicht hat: eine echte Hubvorrichtung, ein Lüfter mit quadratischer Last, eine Fluggastbrücke, die heben, fahren, drehen und auf den Zentimeter andocken muss. Die drei Aufträge sind unterschiedlich, aber gleich schwer. Jeder endet mit einer Auslegung und einer Entscheidung, die ihr mit Zahlen belegt.

Die drei Folgeaufträge

Wahlstory Der Auftrag in einem Satz Schwerpunkt
A · Hebeanlage
23 Tonnen auf vier Säulen
Die Bahnwerkstatt braucht eine Unterflur-Hebeanlage, die einen leeren Zug auf vier Säulen gleichmäßig anhebt und sicher hält. Hubvorrichtung, Spindelantrieb, Gleichlauf, Senken, Sicherheit
B · Lüfter
Frische Luft am Bahnsteig
Die Abluftventilatoren der Bahnsteighallen sollen mit Umrichter statt mit Drosselklappe laufen, wenn es sich rechnet. quadratische Last, Affinitätsgesetze, Energie und Kosten, IE-Klassen, Netzrückwirkung
C · Fluggastbrücke
Andocken auf den Zentimeter
Für eine Fluggastbrücke an Flugsteig J sind Hub-, Fahr- und Drehantrieb auszulegen, dazu die Positionierung an der Flugzeugtür und die Höhennachführung. Hubvorrichtung mit Fahrgästen, Positionieren, Regelkreis, Sicherheit

So wählt dein Team

  1. Alle drei lesen. Lest alle drei Wahlstorys ganz, bevor ihr euch entscheidet, auch die Stolperfragen und die Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“. Dort steht, was am Ende verlangt wird.
  2. Ehrlich einschätzen. Welcher Teil der Pflichtphase lag euch, welcher nicht? Ein Folgeauftrag, der genau dort ansetzt, wo es gehakt hat, ist kein schlechter Auftrag. Er ist nur mehr Arbeit.
  3. Wahl begründen. Schreibt bis zum Ende von Sprint 5 drei Sätze: Welchen Auftrag übernehmen wir? Was reizt uns daran? Welches Risiko sehen wir?
  4. Wählen. Die Entscheidung trefft ihr selbst. Eine Wahlstory darf von mehreren Teams gewählt werden, jedes Team arbeitet dann für sich und hat auf der Messe einen eigenen Stand. Eure Begründung gebt ihr beim Auftraggeber ab.

Der Zeitrahmen: 30 Stunden

Abschnitt Was passiert Was am Ende vorliegt
Sprint 6 Anforderungen klären, Lastenheft schreiben und freigeben lassen, Lastfälle rechnen, Antrieb auswählen und auslegen Zwischenstand: freigegebenes Lastenheft, Lastfälle, erste Auslegung
Sprint 7 Steuer- oder Regelkonzept, Sicherheit, Kosten, Entscheidung, Übergabeunterlagen Übergabe: Auslegung mit Rechenwegen, Stückliste, Konzept, Wissensspeicher-Blatt, Plakat und drei Prüffragen
Abschluss Kreuzreview, Abnahme durch den Auftraggeber, danach die Technikmesse abgenommene Story, Messestand, Messebögen

Wie ihr die 30 Stunden innerhalb der Sprints verteilt, plant ihr selbst, auf eurer Aufgabentafel. Die Rollen wechseln wie bisher nach jedem Sprint.

Was anders ist als in der Pflichtphase

  • Keine Lernangebote, keine Lösungen, keine Kontrolle. Die Wahlstory nennt Anforderungen, Startpunkte für eure Rechnung und Stolperfragen. Welche Rechnung nötig ist, entscheidet ihr.
  • Das Lastenheft schreibt ihr selbst. Aus dem Kundenwunsch werden prüfbare Anforderungen, mit Zahlen. Der Auftraggeber gibt es frei, und erst danach wird ausgelegt.
  • Der Auftraggeber berät, er rechnet nicht vor. Fragen sind erwünscht, eine fertige Auslegung gibt es nicht.
  • Nur ihr kennt euren Auftrag im Detail. Deshalb müsst ihr auf der Technikmesse so erklären können, dass Fachleute ohne Vorwissen folgen.
  • Was bleibt: die Kette vom Lastfall über das Moment zum Motor. Kein Ergebnis ohne Rechenweg, keine Entscheidung ohne Begründung.

Die Abnahme

Abgenommen wird wie in der Pflichtphase: gegen die Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“ in eurer Wahlstory. Vorher prüft ein Team aus einer anderen Wahlstory eure Ergebnisse im Kreuzreview. Was nicht abgenommen wird, geht zurück auf die Aufgabentafel und wird in der Reservezeit nachgearbeitet. Die Abnahme wird nicht geschenkt.

Der Abschluss: die Technikmesse

Am Ende stellt jedes Team seinen Folgeauftrag aus: mit Lastenheft, Auslegung, Konzept und einem Plakat. Wer vorträgt, wird ausgelost. Alle anderen gehen als Fachbesucher durch und füllen für jeden Stand einen Messebogen aus. Wie das genau abläuft, steht in der Lektion „Die Technikmesse“.

Für Lehrkräfte: Wahlphase, Sprint 6 und 7, zusammen 30 h. Lehrplan 4.3.8: „analysieren die Antriebsaufgabe des Kunden unter Berücksichtigung verschiedener Last- und Prozesssituationen“ und „planen und dimensionieren Antriebe“, dazu „steuern oder regeln Antriebssysteme“. Taxonomiestufe III (Heuristik): Der Auftrag ist offen, es gibt mehrere tragfähige Lösungen und keine Musterlösung. Prüfungsrelevant für die Technikerprüfung, Grundlage für die Projektarbeit. Die Wahl ist frei; eine Story darf mehrfach gewählt werden. Abgaben: Wahl mit Begründung Ende Sprint 5 (Gruppe), Zwischenstand Ende Sprint 6, Übergabe und Messestand Ende Sprint 7. Am Antriebslabor lassen sich Teile jeder Story nachstellen: Lüfter oder Bremsmaschine am Umrichter mit U/f-Kennlinie (B), Senken einer Last am Lastprüfstand (A), Positionieren am Servo-Lehrsystem (C). Wie Abgaben und Messebögen in die Bewertung eingehen, steht im Lehrkräftebereich in der Lektion „5 · Leistungsbewertung: Kategorien und Indikatoren“.