Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
Storycard Einführung herunterladen2 Seiten · 287 KB · doppelseitig drucken
Der Auftrag, die Halle und die Spielregeln, nach denen du die nächsten Wochen arbeitest.
Schritt 2 von 4. Hier liest du den Auftrag, bevor dein Team ihn abzeichnet.
Danach: Anlagendaten und Rollen
Agil arbeiten · Sprint 0
Eure Storycard zur Einführung
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Einführung herunterladen PDF · 2 Seiten · 287 KB
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss.
Projektauftrag
Halle W2 am Terminal 3 · Informationstechnik planen, bereitstellen und übergeben
- Auftraggeber
- Die Leitung der Bodenverkehrsdienste des Flughafenbetreibers. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in dieser Rolle.
- Auftragnehmer
- Dein Betrieb, auf Grundlage des bestehenden Rahmenvertrags mit dem Flughafenbetreiber. Ausführung durch dein Projektteam.
- Projektleitung
- Ein Amt in deinem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie zum Auftraggeber gehen. Die Ämter stehen in der Lektion „Anlagendaten und Rollen“.
- Leistungsumfang
- Die gesamte Informationstechnik der Halle W2: Arbeitsplätze und Drucker, die Rechner an den Arbeitsständen, das Funknetz für die Tablets der Monteure, die Kameras, die Anbindung von Hallentoren, Zeiterfassung und Messeinheit, die Verkabelung vom Gebäudeverteiler bis zur Anschlussdose, die Leitung ins Rechenzentrum des Flughafenbetreibers, Schutz und Sicherung der Daten.
- Ergebnisbild
- Die Halle ist ans Netz gegangen. Jedes Gerät hat seinen Platz, seine Adresse und seine Rechte. Büro und Anlagentechnik laufen auf derselben Verkabelung, ohne sich ins Gehege zu kommen. Die Daten sind gesichert, die Unterlagen vollständig, und die Werkstatt kann ohne dich weiterarbeiten.
- Termin
- Übergabe in 20 Wochen. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 80 Stunden.
- Fristen im Bauablauf
- Die Werkstatt arbeitet im Zweischichtbetrieb und darf nie länger als vier Stunden stehen. Arbeiten, die das Netz unterbrechen, nur zwischen 23:30 und 05:00 Uhr.
- Mittel
- Das Auftragsblatt mit allen Anlagendaten, die Datenblätter der Geräte (einige auf Englisch), Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, ein Rechner mit Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm, die Vorlagen zu jedem Lernangebot und dein Team.
- Was nicht vorgegeben ist
- Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen triffst du mit deinem Team: welche Rechner an welchen Einsatzort kommen, welches Kabel und welche Faser ihr nehmt, welchen Weg das Kabel zu Tor 4 nimmt, wie ihr die Geräte mit Stromversorgung über das Datenkabel auf die Switches verteilt, wie ihr das Teilnetz aufteilt, welches Gerät eine feste Adresse bekommt, wo die Kameras hängen und wie ihr die Daten sichert. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.
Meilensteine
| Meilenstein | Wann | Was vorliegt | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| M0 · Auftrag abgezeichnet | Ende Sprint 0 | Auftrag verstanden, offene Fragen gestellt, Backlog aufgebaut, Teams und Ämter verteilt | Projektleitung, danach Auftraggeber |
| M1 · Die Geräte stehen | Ende Sprint 1 | Lernprodukte 1 bis 4: Pflichtenheft, Beschaffungsliste, Installationsablauf, Lizenzkonzept | Auftraggeber im Sprint Review |
| M2 · Zwischenpräsentation | Ende Sprint 2 | Lernprodukte 5 bis 8: Verkabelungsplan, Aufteilung der Stromversorgung über das Datenkabel mit Messprotokoll, Adressplan, Trennung der Netzbereiche | Kreuzreview durch das andere Team, danach Auftraggeber |
| M3 · Das Netz hält dicht | Ende Sprint 3 | Lernprodukte 9 und 10: Sicherungsstrategie, Rechtekonzept mit Datenschutzblatt | Auftraggeber |
| M4 · Übergabe | Ende Sprint 4 | Lernprodukte 11 und 12: Fehlerprotokoll, Übergabemappe und Schlusspräsentation. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M2: Was habt ihr nach dem Kreuzreview geändert, und weshalb? | Auftraggeber |
Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.
Abzeichnung
Druck dir diese Seite aus. Die Unterschrift gehört in die Projektakte.
Drei Herausforderungen im Auftrag
| Herausforderung | Was dahintersteckt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Zwei Welten, ein Kabelweg | Büro und Anlagentechnik liegen im selben Gebäude, auf derselben Verkabelung, an denselben Verteilern. Trotzdem darf ein Fehler im Büronetz kein Hallentor öffnen, und ein privates Tablet kommt nicht in die Zeiterfassung. | Getrennte Netzbereiche auf einer gemeinsamen Verkabelung. |
| Die Leitung nach draußen ist schon halb vergeben | Die Anbindung ans Rechenzentrum hat eine feste Datenrate. Die Kameras senden rund um die Uhr, gesichert wird nur nachts in einem festen Zeitfenster. | Datenmengen und Zeit ehrlich gegeneinander rechnen, bevor ihr eine Sicherung versprecht. |
| Ein Teilnetz, mehr gibt es nicht | Der Flughafenbetreiber teilt der Halle genau ein Adressnetz zu. Es wird nicht erweitert und nicht nachgefordert. | Aus einem Netz sechs Bereiche machen, und für jedes Gerät begründen: feste Adresse oder automatisch vergeben. |
Dein Auftrag
Plane, beschaffe, baue auf, sichere ab und übergib die Informationstechnik der Halle W2: von der Leitung ins Rechenzentrum bis zum einzelnen Arbeitsplatz. So, dass Büro und Anlagentechnik sich nicht ins Gehege kommen.
Zum Nachschlagen
Die Ausgangslage
Rund um die Uhr fahren Gepäckschlepper, Förderbandwagen und Palettenhubwagen über das Vorfeld. Gewartet werden sie bisher in der Werkstatt der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost. Seit ein neues Terminal 3 im Süden des Flughafens in Betrieb ist, sind die Wege dorthin zu weit. Deshalb entsteht direkt am Vorfeld von Terminal 3 eine zweite Werkstatt: Halle W2.
In der alten Werkstatt lief vieles auf Papier. In Halle W2 hängt jeder Arbeitsstand am Netz, jedes Hallentor meldet seinen Zustand, jeder Monteur trägt ein Tablet, und die Zeiterfassung läuft elektronisch. Dein Betrieb hat bisher auf dem Flughafen Energieanlagen gebaut. Jetzt bekommt er zum ersten Mal die Informationstechnik einer ganzen Halle.
Fällt das Netz aus, steht die Werkstatt. Steht die Werkstatt, fahren die Schlepper nicht. Fahren die Schlepper nicht, verspäten sich Flüge.
Das Umfeld: Terminal 3
Terminal 3 gibt es wirklich. Die folgenden Angaben sind öffentlich veröffentlichte Angaben des Flughafenbetreibers.
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| In Betrieb seit | 23. April 2026 |
| Lage | im Süden des Flughafens |
| Flugsteige | drei: G, H und J |
| Fluggäste | bis zu 19 Millionen im Jahr in der ersten Ausbaustufe, bis zu 25 Millionen im Endausbau |
| Abstellpositionen am Gebäude | mindestens 33 |
| Anbindung an die anderen Terminals | fahrerlose Bahn, rund 8 Minuten von Terminal 1 |
Quelle: öffentliche Angaben des Flughafenbetreibers zu Terminal 3 (2026).
Wer Lernfeld 10 später macht
Dort begegnet dir die alte Werkstatt am Vorfeld Ost wieder: Sie hängt an der Trafostation V-Ost. Derselbe Flughafen, dieselben Bodenverkehrsdienste, dieselbe Nachtsperrpause. Einmal geht es um die Energie, hier um die Information.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen
Die Angaben zu Terminal 3 sind öffentlich veröffentlichte Angaben des Flughafenbetreibers. Halle W2 und sämtliche Anlagendaten in der nächsten Lektion sind dagegen für den Unterricht konstruiert. Sie sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber sie sind nicht die tatsächlichen Planungsdaten des Flughafenbetreibers. Wo ein Preis steht, ist es ein Unterrichtswert.
Alle Zahlen zum Auftrag stehen in der nächsten Lektion „Anlagendaten und Rollen“. Sie ist dein Nachschlagewerk für den ganzen Kurs.