Teil 1 von 6⏱ 8 hSprint 1 · Meilenstein M1 (mit Teil 2)
Die Elektrowerkstatt der Instandhaltung betreut Halle W2 ab jetzt selbst. Auf dem Tisch liegen ein Störungsbuch, die Unterlagen von Tor 4 und ein dünner Ordner. Die Halle arbeitet in drei Schichten und macht nie zu. Bevor ihr irgendetwas in Stand haltet, klärt ihr, was da ist, was schon kaputt war und wann ihr überhaupt an die Anlage dürft.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, schätzt die Dauer der Wartungsnacht und planst mit deinem Team den Weg durch Teil 1.
Danach: Lernangebot 1 · Halle W2 aufnehmen
Agil arbeiten · Sprint 1
Eure Storycard für Teil 1
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 1 herunterladen PDF · 2 Seiten · 347 KB
Im Projekt: Wann dürfen wir an die Halle, ohne dass sie steht?
Deine Lernangebote in Teil 1
Lernangebot 1 · Halle W2 aufnehmenLernangebot 2 · Arbeiten im laufenden Betrieb planen
Die Karte kennst du von „So arbeitest du mit diesem Kurs“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.
Karte „Halle W2 auf einen Blick“: Grundriss mit Zonen A bis C, Arbeitsständen, Toren und Verteilern, die Schichten und die Betriebsmittel von Tor 4 mit Kennzeichen. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: In einer Halle, die nie zumacht, ist der Zeitplan Teil der Arbeitssicherheit.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Manches kennst du schon: Tor 4 mit der Kleinsteuerung -KE0 und seinen Kennzeichen aus Lernfeld 3, Halle W2 mit ihren Arbeitsständen aus Lernfeld 4, die Hauptverteilung HV W2 aus Lernfeld 5, Freischalten und Spannungsfreiheit feststellen aus der Inbetriebnahme von Tor 4. Das ist Absicht. Neu ist, dass ihr nichts baut, sondern erhaltet, dass die Halle dabei nie stillsteht und dass ihr nur das in Stand halten könnt, was jemand aufgeschrieben hat. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich wissen, was in Halle W2 in Stand zu halten ist, was dort schon ausgefallen ist und wann wir an die Anlage dürfen, damit Tor 4 und das Licht verlässlich werden, ohne dass die Halle einen Tag zumacht.
Die Lage in Halle W2
Seit dem Winterflugplan arbeitet Halle W2 in drei Schichten: Nachts werden die Schlepper und Geräte gewartet, die tagsüber auf dem Vorfeld gebraucht werden. Das Nachtfenster, in dem in Lernfeld 3 die ganze Halle stillstand, gibt es nicht mehr. Gleichzeitig häufen sich die Ausfälle: Tor 4 ist in zwölf Monaten siebenmal ausgefallen, zweimal mit demselben Fehler, und in der Hallenbeleuchtung ist ständig irgendwo eine Leuchtstofflampe dunkel.
Der Rahmenvertrag mit dem Elektrobetrieb, der Tor 4 umgebaut hat, ist ausgelaufen. Die Meisterin der Elektrowerkstatt legt euch das Störungsbuch, die Unterlagen aus dem Umbau von Tor 4 und den Ordner „Halle W2“ auf den Tisch. Tor 4 ist für die jährliche Prüfung fällig, gewartet hat es seit dem Umbau niemand. Euer Ergebnis in Teil 1: eine Bestandsaufnahme, die zeigt, wo Halle W2 steht, und ein Arbeitsplan für die Wartungsnacht an Tor 4 in der ersten Novemberwoche.
Halle W2 in Zahlen · Unterrichtswerte
- Halle 60 m × 30 m, Hallenhöhe 8 m, sechs Arbeitsstände AS 1 bis AS 6, vier Tore zum Vorfeld
- Schichten: Früh 05:00 bis 13:30, Spät 13:30 bis 22:00, Nacht 22:00 bis 05:00 Uhr; nachts nur AS 1 bis AS 3 mit vier Personen
- Tor 4: Sektionaltor 5,00 m × 4,50 m, Motor -MA1 0,55 kW, Kleinsteuerung -KE0, soll rund um die Uhr bereit sein; nachts kann Tor 1 als Ausweichtor dienen, wenn der Hallenmeister es freigibt
- Störungsbuch Tor 4: sieben Einträge in zwölf Monaten
- Hallenbeleuchtung: 96 Lichtbandleuchten mit je zwei Leuchtstofflampen, 32 je Zone; Störungsbuch Licht mit 38 Einsätzen der Hubarbeitsbühne
- letzte Prüfung der elektrischen Anlage: März 2022
- Termine: Wartungsnacht Tor 4 in der ersten Novemberwoche, Umbau der Beleuchtung in den Kalenderwochen 46 und 47, Instandhaltungskonzept gilt ab 1. Januar
Alle Werte zu Halle W2 sind Unterrichtswerte. Zahlen zum Flughafen sind öffentliche Größenordnungen, gerundet.
Das kennst du schon aus Lernfeld 3, 4 und 5
Lernfeld 3 „Tor 4 macht zu“: Tor 4 mit Kleinsteuerung -KE0, Signalliste, Ruhestromprinzip der Schließkante, Inbetriebnahme und Änderungsdokumentation. Damals habt ihr die Unterlagen für den Nächsten geschrieben. Jetzt seid ihr die Nächsten.
Lernfeld 4: Halle W2 mit Büro, Schulungsraum und den sechs Arbeitsständen.
Lernfeld 5 „Vom Ring bis zur Plakette“: die Hauptverteilung HV W2 und das Prüfen elektrischer Anlagen. Wann Halle W2 wieder geprüft werden muss, klärt ihr in Teil 3.
Das tut ihr jetzt: Dein Weg in 8 Schritten
Dein Weg im Einzelnen
- Lage lesen
Lies die Lage, sieh dir den Übersichtsplan an und schreib auf, was ihr über Halle W2 noch nicht wisst. - Störungsbuch auswerten
Wertet das Störungsbuch von Tor 4 und das der Beleuchtung aus: Summen, Ursachen nach Häufigkeit und nach Ausfallzeit, Pareto-Diagramm. - Grundmaßnahmen zuordnen
Ordnet Maßnahmen und Einträge den vier Grundmaßnahmen nach DIN 31051 zu und unterscheidet Ausfall und Fehlzustand. - Bestand aufnehmen
Stellt aus dem Ordner „Halle W2“ und den Unterlagen von Tor 4 die Bestandsliste auf. - Kunden befragen
Führt das Anforderungsgespräch mit Werkstattleitung und Hallenmeister und haltet messbare Anforderungen fest. - Abschaltfenster finden
Leitet aus der Schichtbelegung das Abschaltfenster für die Wartungsnacht ab. - Netzplan rechnen
Rechnet den Netzplan der Wartungsnacht, findet den kritischen Weg und zeichnet den Balkenplan. - Wartungsnacht planen, abnehmen lassen
Legt Verantwortliche, Freigabe, Sicherheitsregeln und Koordination fest, lasst alles im Kreuzreview abnehmen und füllt Wissensspeicher und Kompetenzmodell.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team im Kreuzreview alle Punkte abnimmt und die Projektleitung abzeichnet (erster Teil von Meilenstein M1):
- Die Bestandsliste Halle W2 nennt jedes Anlagenteil mit Kennzeichen, Unterlagenstand, letzter Prüfung und Auffälligkeit; fehlende Unterlagen sind markiert.
- Das Störungsbuch Tor 4 ist ausgewertet: Summen, Ursachen nach Häufigkeit und nach Ausfallzeit, Pareto-Diagramm mit kumuliertem Anteil.
- Das Störungsbuch der Hallenbeleuchtung ist ausgewertet: Personenstunden, Bühnenstunden, gesperrte Arbeitsstände, Anteil ausgefallener Lampen.
- Jeder Eintrag im Störungsbuch Tor 4 ist einer Grundmaßnahme nach DIN 31051 zugeordnet; benannt ist, welche Grundmaßnahmen fehlen.
- Das Protokoll des Anforderungsgesprächs mit Werkstattleitung und Hallenmeister liegt vor: messbare Anforderungen und offene Fragen mit Zuständigkeit.
- Das Abschaltfenster für Tor 4 ist aus der Schichtbelegung abgeleitet und begründet.
- Der Netzplan der Wartungsnacht trägt für jeden Vorgang FAZ, FEZ, SAZ, SEZ und GP; der kritische Weg ist markiert; Ende und Reserve stehen als Uhrzeit da.
- Der Balkenplan zeigt alle Vorgänge mit Puffer, wer sie ausführt, und das Abschaltfenster.
- Anlagenverantwortlicher, Arbeitsverantwortlicher, Freigabe und Rückgabe sind festgelegt; die fünf Sicherheitsregeln und die Sicherung des Torblatts stehen als Schritte im Arbeitsplan.
- Die Koordinationsliste nennt, wen ihr vor der Wartungsnacht wann informiert und was ihr von wem braucht.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
- den abgezeichneten Projektauftrag aus Sprint 0 und die Karten „Halle W2 auf einen Blick“ und „Instandhaltung in Begriffen und Zahlen“
- Lernangebot 1 (Halle W2 aufnehmen) und Lernangebot 2 (Arbeiten im laufenden Betrieb planen)
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Karopapier oder eine Tabellenkalkulation für Pareto-Diagramm, Netzplan und Balkenplan
- für das Rollenspiel: je eine Person als Werkstattleitung und als Hallenmeister mit den Gesprächskarten aus Lernangebot 1
- die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Wann dürfen wir an die Halle?“: die vier Grundmaßnahmen nach DIN 31051 mit je einem Beispiel aus Halle W2, Ausfall und Fehlzustand in zwei Sätzen, eure Pareto-Auswertung in drei Zeilen, das Abschaltfenster mit Begründung, die Rechenregeln für den Netzplan, euer kritischer Weg mit Reserve, Anlagenverantwortlicher und Arbeitsverantwortlicher in je einem Satz, die fünf Sicherheitsregeln.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.
Erst schätzen, dann arbeiten
In der Wartungsnacht an Tor 4 soll ein Team aus zwei Personen die Mechanik reinigen und schmieren, das Spiralkabel der Schließkante und zwei Koppelrelais tauschen, das Tor prüfen und alles übergeben. Wie lange ist Tor 4 dafür außer Betrieb: rund 2 h, rund 3,5 h, rund 5 h oder rund 7 h? Und passt das in eine Nachtschicht, ohne dass die Frühschicht vor einem gesperrten Tor steht? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 2 rechnest du nach.
Für Lehrkräfte
Organisatorisches: Rollen, Sprint 1, Meilenstein M1
Teil 1 und Teil 2 bilden Sprint 1. Die Rollen aus dem Projektauftrag gelten weiter: Teamleitung, Instandhaltungsplanung, Prüfen und Messen, Dokumentation und Wissen, Kunde und Sicherheit. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung Kunde und Sicherheit mit. In Teil 1 tragen Kunde und Sicherheit sowie Instandhaltungsplanung viel: im Gespräch Gesprächsführung, Protokoll und Zeitwache, in der Wartungsnacht Anlagenverantwortung und Arbeitsverantwortung. Die Projektleitung ist ein Amt, das mit jedem Sprint wechselt; sie zeichnet ab.
Meilenstein M1 am Ende von Teil 2: Bestandsliste, Kennzahlen Tor 4, Arbeitsplan der Wartungsnacht, Strategie je Anlagenteil mit Kostenvergleich und Entwurf des Instandhaltungsplans, abgenommen im Kreuzreview durch ein anderes Team, danach von der Werkstattleitung. In der Schlusspräsentation zu M4 zeigt ihr, was ihr nach M1 geändert habt und weshalb.
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 1. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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