Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 3. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
Storycard Teil 3 herunterladen2 Seiten · 347 KB · doppelseitig drucken
Teil 3 von 5⏱ 14h
Tor 4 läuft heute mit der Steuerung, die der Hersteller eingebaut hat: Schütze, Taster, Endschalter, alles fest verdrahtet. Bevor ihr daran etwas ändert, müsst ihr lesen können, was sie tut. Und der dritte Wunsch des Auftraggebers verlangt etwas, das diese Steuerung gar nicht kennt: eine Ampel.
Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag, schaust dir die Strompfade der Herstellersteuerung an und planst mit deinem Team den Sprint.
Danach: Lernangebot 5 · Schützsteuerung lesen
Agil arbeiten · Sprint 2
Eure Storycard für Teil 3
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 3 herunterladen PDF · 2 Seiten · 347 KB
Das lernst du in Teil 3
SchützsteuerungverbindungsprogrammiertStromlaufplan
Lernangebot 5 · Schützsteuerung lesen →Lernangebot 6 · Ampel im Stromlaufplan ergänzen →
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Wer eine Steuerung ändern will, muss zuerst lesen können, was sie heute tut. Jeder Kontakt im Plan hat einen Grund.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Wo ist dir das schon begegnet? Wo hast du ein Schütz schon klacken hören: im Schaltschrank im Betrieb, an einer Maschine, an einem Rolltor, bei einer Heizung im Keller? Das zählt. Das Relais kennst du aus Lernfeld 1, Teil 4: Spule, Kontakt, Freilaufdiode. Einen Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung hast du dort in Teil 3 gelesen und gezeichnet. Dreiphasenwechselstrom und Motorschutz kommen aus Lernfeld 2. Ein Schütz ist ein Relais für große Ströme, und der Stromlaufplan hier ist nur länger. Die Wiederholung ist Absicht. Falls ihr Lernfeld 2 noch nicht hattet: Was du hier zu Dreiphasenwechselstrom und Motorschutz brauchst, steht in Lernangebot 5 mit dabei.
Die Herstellersteuerung, Strompfad für Strompfad
Die drei Bilder zeigen denselben Stromlaufplan aus den Anlagendaten, ergänzt um die Kontaktspiegel. In jedem Bild ist ein anderer Weg des Stroms hervorgehoben. Erklärt wird hier noch nichts. Überlege bei jedem Bild: Welcher Taster muss gedrückt sein, damit Strom fließt? Und was ist anders, sobald die Spule angezogen hat?
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker möchte ich den Stromlaufplan der Herstellersteuerung von Tor 4 lesen und um eine Ampel mit Warnleuchte ergänzen, damit ich verstehe, was heute geschaltet ist, bevor wir etwas ändern, und dem Auftraggeber begründet sagen kann, ob die Ampel in die vorhandene Steuerung gehört oder in eine Kleinsteuerung.
Der Wunsch
| Nr | Wunsch des Auftraggebers | Was dazu gesagt wurde |
|---|---|---|
| W 3 | „Man sieht von draußen nicht, ob das Tor gleich zugeht.“ | Die Werkstattleitung will innen und außen eine Ampel und dazu die orange Warnleuchte, die schon über dem Tor hängt, aber nirgends angeschlossen ist. |
| W 1 | „Tor 4 soll von selbst zugehen, wenn keiner durchfährt.“ | Der Hallenmeister der Frühschicht: „Die Fahrer steigen zweimal ab, einmal für AUF, einmal für ZU. Und ZU musst du festhalten, bis das Tor unten ist. Das macht keiner, also steht es offen.“ |
W 1 und W 2 werden in Teil 4 zu einem Programm. In diesem Teil klärt ihr zuerst, weshalb die Herstellersteuerung sich heute so verhält, wie der Hallenmeister es beschreibt. W 3 plant ihr so, wie man es vor der Kleinsteuerung gemacht hätte: verbindungsprogrammiert, mit Kontakten und Leitungen. Danach vergleicht ihr beide Wege.
Zwischenpräsentation M2
Am Ende von Sprint 2 steht Meilenstein M2. Jedes Team stellt seinen gelesenen Stromlaufplan und seinen ergänzten Plan mit Ampel vor, zuerst einem anderen Team im Kreuzreview, dann dem Auftraggeber. Im Kreuzreview liest das andere Team euren ergänzten Plan Strompfad für Strompfad und spielt ihn gegen eure Wahrheitstabelle durch, ohne dass ihr dazwischen erklärt. Wo es stockt, ist euer Plan noch nicht lesbar. Danach tauscht ihr die Rollen. Vor dem Auftraggeber habt ihr zehn Minuten, dann kommen Fragen. Schreibt auf, was angemerkt wird: In der Schlusspräsentation in Teil 5 zeigt ihr, was sich seit M2 geändert hat, und weshalb.
Dein Weg in 12 Schritten
Mehr zu diesem Teil
Das brauchst du dafür
- Die Anlagendaten: Betriebsmittelliste, Hauptstromkreis und Stromlaufplan der Herstellersteuerung, Typenschild -M1, die vorgesehenen Betriebsmittel
- Eure Signalliste Tor 4 aus Teil 2
- Lernangebot 5 (Schützsteuerung lesen) und Lernangebot 6 (Ampel im Stromlaufplan ergänzen)
- Tabellenbuch, Taschenrechner, Bleistift, Lineal, Buntstifte
- Die Vorlage zum Handzeichnen „Stromlaufplan Tor 4“ aus dem Kursmaterial oder kariertes Papier
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Dein Weg, Schritt für Schritt
- Schaltzeichen kennen
Ordne Schütz, Taster, Endschalter und Motorschutz ihren Schaltzeichen zu. - Strompfade lesen
Folge dem Strom von L1 bis N, Strompfad für Strompfad, mit dem Kontaktspiegel. - Selbsthaltung und Totmann finden
Was passiert beim Loslassen von AUF, was beim Loslassen von ZU? - Verriegelungen finden
Was verhindert, dass beide Schütze zugleich anziehen? - Hauptstromkreis lesen
Drehrichtung, Motorschutz, Leistung des Antriebs. - Funktionsbeschreibung schreiben
Was tut Tor 4 heute, in Sätzen für den Betreiber? - Ampel festlegen
Wann leuchtet rot, wann grün, wann die Warnleuchte? - Wahrheitstabelle aufstellen
Jede Kombination der Eingänge, mit Gleichungen. - Stromlaufplan ergänzen
Ampel und Warnleuchte verbindungsprogrammiert, von Hand. - Versorgung prüfen
Reicht das Netzteil für deine Leuchten? - Vergleichen
Verbindungsprogrammiert oder speicherprogrammiert, mit Empfehlung. - Zwischenpräsentation M2
Kreuzreview mit einem anderen Team, dann vor dem Auftraggeber.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn der Auftraggeber alle Punkte abnimmt:
- Die Strompfade der Herstellersteuerung sind nummeriert, jeder Kontakt ist mit Kennzeichen und Anschlussbezeichnung gelesen.
- Selbsthaltung, Schützverriegelung, Tasterverriegelung und Totmannbetrieb sind im Plan markiert und in je einem Satz erklärt.
- Die Kontaktspiegel unter -Q1 und -Q2 sind gelesen und stimmen mit dem Plan überein.
- Die Funktionsbeschreibung „Tor 4 heute“ nennt AUF, ZU, HALT, Endlagen und Motorschutz so, dass der Betreiber sie versteht.
- Der Motorschutz ist eingestellt und begründet.
- Die Wahrheitstabelle der Ampel ist vollständig; jede Zeile hat einen Zustand oder den Vermerk, dass sie nicht vorkommen kann.
- Der ergänzte Stromlaufplan ist von Hand gezeichnet: Schaltzeichen nach DIN EN 60617, Leitungen nur waagerecht und senkrecht, jeder Stromkreis geschlossen.
- Der ergänzte Plan ist Zeile für Zeile gegen die Wahrheitstabelle geprüft.
- Die Versorgung der Leuchten ist nachgerechnet.
- Der Vergleich verbindungsprogrammiert gegen speicherprogrammiert nennt Aufwand, Änderbarkeit, Kosten und Sicherheit und endet mit einer Empfehlung.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Wie es heute geschaltet ist“: die Schaltzeichen von Schütz, Taster und Positionsschalter, Selbsthaltung, Totmannbetrieb, beide Verriegelungen, der Kontaktspiegel, die Wahrheitstabelle der Ampel mit den Gleichungen und euer Vergleich verbindungsprogrammiert gegen speicherprogrammiert.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Lesefrage am Plan, eine Begründungsfrage.