Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 2. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Teil 2 von 5⏱ 16h
Heute weiß die Steuerung von Tor 4 genau vier Dinge: ob jemand AUF drückt, ob jemand ZU drückt, ob jemand HALT drückt und ob das Tor oben oder unten angekommen ist. Für ein Tor, das von selbst zugeht und für einen Schlepperzug nur halb aufgeht, reicht das nicht. Bevor irgendjemand programmiert, steht fest, was das Tor wissen muss, woher es das erfährt und was es damit schalten darf.
Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag für diesen Teil, schaust dir die Einbauorte am Tor an und planst mit deinem Tandem den Weg.
Danach: Lernangebot 3 · Sensoren wählen
Agil arbeiten · Sprint 1
Eure Storycard für Teil 2
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Das lernst du in Teil 2
SensorenAktorenSchnittstellenNorm
Lernangebot 3 · Sensoren wählen →Lernangebot 4 · Aktoren und Schnittstellen →
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Eine Steuerung ist nur so klug wie die Signale, die bei ihr ankommen. Was sie nicht erfährt, kann sie nicht absichern.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Welchen Sensor hast du heute schon ausgelöst, ohne es zu merken? Die Tür am Supermarkt, das Licht im Treppenhaus, den Wasserhahn auf der Toilette, die Schranke am Parkhaus, das Handy, das beim Telefonieren den Bildschirm abschaltet? Das zählt. Und wo ist dir ein Datenblatt auf Englisch schon begegnet, im Betrieb, beim Basteln, beim Kauf eines Geräts?
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker möchte ich für Tor 4 die Sensoren auswählen, jeden Ein- und Ausgang der neuen Kleinsteuerung in einer Signalliste festlegen und nachweisen, dass kein Ausgang überlastet wird, damit das Tor die Wünsche des Auftraggebers erfüllen kann und dabei niemand unter einem schließenden Tor zu Schaden kommt.
Die Wünsche, um die es in diesem Teil geht
| Wunsch | So sagt es der Auftraggeber | Was es für diesen Teil heißt |
|---|---|---|
| W 1 | „Tor 4 soll von selbst zugehen, wenn keiner durchfährt. Heute steht es halbe Schichten offen, weil keiner den ZU-Knopf festhält. Und dass einer beim Zumachen danebensteht und drückt, will ich auch nicht mehr.“ | Ein Tor, das von selbst schließt, muss erkennen, ob etwas unter ihm ist. Welche Sensoren das sind, wählst du in Lernangebot 3. |
| W 2 | „Für einen Schlepperzug muss das Tor nicht ganz aufgehen, das kostet Wärme. Unsere Züge sind nicht so hoch wie das Tor. Und die Fahrer sollen dafür nicht jedes Mal vom Schlepper steigen.“ | Die Steuerung muss wissen, wann das Tor hoch genug steht. Ob das eine Zeit oder ein Sensor ist, entscheidet ihr. |
| W 3 | „Man sieht von draußen nicht, ob das Tor gleich zugeht.“ | Ampel und Warnleuchte plant ihr in Teil 3. Ihre Ausgänge reservierst du schon jetzt in der Signalliste. |
Heute läuft Tor 4 mit der Herstellersteuerung: AUF auf Tastendruck mit Selbsthaltung, ZU nur, solange der Taster gehalten wird, dazu HALT und zwei Endschalter. Wie diese Schützsteuerung im Einzelnen verdrahtet ist, liest du in Teil 3. Für diesen Teil reicht die Liste der Betriebsmittel aus den Anlagendaten.
Was bei euch liegt
Im Projektauftrag steht das Feld „Was nicht vorgegeben ist“. Vier Punkte daraus entscheidet ihr in diesem Teil selbst: ob die Teilöffnung über ein Zeitglied oder über einen Sensor erfasst wird, welche Sensorart die Position Teilauf meldet, wo und in welcher Art die Lichtschranke sitzt, und wie die Warnleuchte angesteuert wird. Schreibt zu jeder Entscheidung einen Satz, weshalb. Liefern alle Teams dasselbe ab, ist das kein Fehler der Teams, aber eine Frage wert.
So läuft Sprint 1 für dich
In Sprint 1 arbeiten zwei Teamgruppen parallel. Deine Teamgruppe bearbeitet Teil 2, die andere Teil 1 (Blockschaltbild und Wirkungsplan). Am Ende des Sprints trefft ihr euch in der Expertenrunde und gebt einander weiter, was ihr herausgefunden habt. Zu Meilenstein M1 nimmt der Auftraggeber eure Sensorauswahl und eure Signalliste im Review ab. Die Signalliste braucht ab Teil 3 jedes Team, und in LF 4 wird sie wieder aufgerufen, wenn die Torsteuerung ans Hallennetz geht.
Dein Weg in 11 Schritten
Mehr zu diesem Teil
Das brauchst du dafür
- Den abgezeichneten Projektauftrag und die Anlagendaten, besonders die Liste der neu vorgesehenen Betriebsmittel
- Lernangebot 3 (Sensoren wählen) mit dem englischen Datenblatt der Lichtschranke
- Lernangebot 4 (Aktoren und Schnittstellen) mit der Vorlage der Signalliste
- Tabellenbuch Elektrotechnik mit dem Sachwortverzeichnis (mit fachlichem Englisch), Taschenrechner, Lineal
- Zugang zu einer Norm oder einer belastbaren Zusammenfassung für die Recherche, zum Beispiel über die Schulbibliothek oder die Berufsgenossenschaft
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Dein Weg, Schritt für Schritt
- Tor ansehen
Geh die Zeichnung der Einbauorte durch: Was muss die Steuerung an jeder Stelle erfahren? - Anforderungen sammeln
Leite aus W 1 und W 2 ab, welche Informationen die Steuerung braucht. - Datenblatt erschließen
Übersetze das englische Datenblatt der Lichtschranke Zeile für Zeile. - Lichtschranke prüfen
Passt sie zu Tor 4, zur Umgebung und zur Kleinsteuerung? - Kennlinie lesen
Schaltabstand und Hysterese am induktiven Näherungsschalter. - Teilöffnung entscheiden
Zeitglied oder Sensor, im Tandem ausgehandelt. - Kabelbruch durchdenken
Was sieht die Steuerung, wenn ein Draht reißt? - Signalliste aufstellen
Jeder Eingang und jeder Ausgang von -K0. - Ausgänge nachrechnen
Hält jeder Ausgang seine Last, und hält die Summe? - Norm recherchieren
Was verlangt DIN EN 12453 für ein Tor, das von selbst zugeht? Mit Quelle. - Ergebnis sichern
Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, drei Prüffragen für die Expertenrunde vorbereiten.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn der Auftraggeber alle Punkte abnimmt:
- Die Sensorauswahl nennt für Endlage AUF, Endlage ZU, Durchfahrt, Schließkante und Teilöffnung je Sensor oder Lösung, Kennzeichen, Einbauort und Begründung mit Kennwert.
- Das Datenblatt der Lichtschranke ist übersetzt, jede Angabe ist gegen eine Anforderung von Tor 4 geprüft.
- Die Schaltfunktion der Lichtschranke ist festgelegt und mit dem Signal begründet, das bei freiem Strahl an der Steuerung ankommen soll.
- Beide Schaltpunkte von -B3 sind berechnet, die Kennlinie ist beschriftet und die Hysterese ist in einem Satz erklärt.
- Die Entscheidung Zeitglied oder Sensor für die Teilöffnung ist im Tandem getroffen und mit Vorzug und Preis begründet.
- Die Signalliste Tor 4 nennt jeden Eingang und jeden Ausgang von -K0 mit Kennzeichen, Betriebsmittel, Öffner oder Schließer, Bedeutung von Signal 1 und Ruhestrom oder Arbeitsstrom.
- Es ist erklärt, weshalb Sicherheitssignale im Ruhestromprinzip anliegen.
- Für jeden Ausgang ist der Strom berechnet und mit dem zulässigen Wert verglichen, der Summenstrom ist für den ungünstigsten Betriebszustand geprüft.
- Die Liste der Schutzeinrichtungen nach DIN EN 12453 ist mit Quelle belegt, Unbelegtes ist als offen gekennzeichnet.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Was das Tor wissen muss“: die Sensoren von Tor 4 mit Kennwerten, die wichtigsten englischen Begriffe aus dem Datenblatt, Schaltabstand und Hysterese mit Kennlinie, die Entscheidung zur Teilöffnung, das Ruhestromprinzip mit einem Beispiel, die Rechnung zur Ausgangsbelastung und die Schutzeinrichtungen aus deiner Normrecherche mit Quelle. Wie ein fertiges Blatt aussehen kann, zeigt das Musterblatt in LF 1.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.