Teil 2 von 5⏱ 18h

Nieselregen, Busse und Taxis auf der Vorfahrt, Reisende mit Rollkoffern im Laufweg und eine Leiter an der Dachkante. Bevor dein Team die erste Leitung an die Holzwand schraubt, steht fest, was Strom im Körper anrichtet, wie auf diesem Platz sicher gearbeitet wird und wohin ein Fehlerstrom fließt.

Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag, klärst die offenen Punkte mit deinem Team und planst deinen Weg.

Danach: Lernangebot 3 · Sicher arbeiten am Marktverteiler

Agil arbeiten · Sprint 2

Eure Storycard für Teil 2

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

Storycard Teil 2 herunterladen PDF · 2 Seiten · 352 KB

Das lernst du in Teil 2

SicherheitsbestimmungenNetzsystemeSchutzmaßnahmen

Lernangebot 3 · Sicher arbeiten am Marktverteiler →Lernangebot 4 · Wohin der Fehlerstrom fließt →

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Gefährlich ist der Strom, der durch den Körper fließt, und die Zeit, die er fließt. Deshalb wird freigeschaltet, bevor jemand ein Kabel anfasst, und deshalb schützt eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung auch dann noch, wenn der Schutzleiter fehlt.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Hier stehen die Punkte, um die es in diesem Teil geht. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Hast du schon einmal einen „Schlag“ bekommen, an einem Weidezaun, an einer Lampe oder an einem Gerät? Hast du jemanden an einer Anlage arbeiten sehen, der vorher ein Schild an den Verteiler gehängt hat? Hast du im Sicherungskasten zu Hause die Prüftaste eines Fehlerstromschutzschalters gedrückt? Das zählt. Der Check-in ist keine Bewertung. Er hilft dir bei der Planung, und am Ende des Teils siehst du in deinem Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.

Darum geht es

Als Elektronikerin oder Elektroniker möchte ich wissen, was elektrischer Strom im Körper anrichtet, den Aufbau der Hütte 7 so planen, dass niemand zu Schaden kommt, und die Hütte so gegen elektrischen Schlag schützen, dass bei einem Körperschluss im Nieselregen abgeschaltet wird, bevor es gefährlich wird, damit die Marktleitung uns am Aufbautag arbeiten lässt, jeder im Team weiß, was im Ernstfall zu tun ist, und das Schutzkonzept zu Meilenstein M1 abgenommen wird.

Ein fertiger Plan zum Ansehen

Wie der Strom nach einem Fehler zurückfließt, hängt davon ab, wie das Netz aufgebaut ist. Die Zeichnung zeigt vier Netzsysteme nebeneinander. Die Hütte 7 hängt ab dem Marktverteiler an einem TN-S-System. Sieh dir an, wo in jedem System das Gehäuse eines Geräts angeschlossen ist. Mit diesem Plan arbeitest du in Lernangebot 4.

Vier Netzsysteme im Vergleich, jeweils vom Transformator mit geerdetem Sternpunkt (Betriebserder) über die Leiter zum Verbraucher mit Körper. TN-C: Neutralleiter und Schutzleiter gemeinsam als PEN bis zum Verbraucher, der Körper am PEN. TN-C-S: erst PEN, dann Aufteilung in N und PE, der Körper am PE. TN-S: N und PE getrennt vom Sternpunkt an, der Körper am PE. TT: L1, L2, L3 und N vom Transformator, der Körper am eigenen Anlagenerder.Netzsysteme im VergleichTN-C, TN-C-S, TN-S und TT vom Sternpunkt bis zum KörperTN-CBetriebserderKörperGerätL1L2L3PENNeutralleiter und Schutzleitergemeinsam als PENTN-C-SBetriebserderKörperGerätNPEAufteilungL1L2L3PENerst PEN, dann aufgeteiltin N und PETN-SBetriebserderKörperGerätL1L2L3NPEN und PE getrennt,vom Sternpunkt anTTBetriebserderKörperGerätAnlagenerderL1L2L3NKörper am eigenen Anlagenerder,kein PE vom TransformatorSternpunkt am TransformatorErderLeiterkennzeichen:Neutralleiter NSchutzleiter PEPEN-Leiter
Die vier Netzsysteme TN-C, TN-C-S, TN-S und TT im Vergleich: jeweils der Transformator mit Sternpunkt, die Leiter bis zum Verbraucher, das leitfähige Gehäuse des Verbrauchers und die Erdung. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die bewegte Vorschau braucht JavaScript. Alle Angaben dazu stehen im Auftrag und in den Anlagendaten.

Dein Weg in 10 Schritten

1Auftrag klären
2Rechnen
3Erste Hilfe planen
4Wer darf was
5Freischalten planen
6Gefährdungen beurteilen
7Netz einordnen
8Fehlerstrom verfolgen
9Schutz festlegen
10Ergebnis sichern

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 2. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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Mehr zu diesem Teil

Das brauchst du dafür
  • Den abgezeichneten Projektauftrag und die Anlagendaten in der Lektion „Anlagendaten und Rollen“, besonders die Hüttenordnung, den Anschluss am MV 2 mit seinem Übersichtsschaltplan und den Tabellenauszug F
  • Lernangebot 3 (Sicher arbeiten am Marktverteiler) und Lernangebot 4 (Wohin der Fehlerstrom fließt)
  • Die DGUV Vorschrift 3 im Wortlaut, zum Beispiel über die Internetseiten der gesetzlichen Unfallversicherung oder in der Vorschriftensammlung der Berufsgenossenschaft deines Ausbildungsbetriebs
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Buntstifte für die Stromwege
  • Was du aus einem Erste-Hilfe-Kurs mitbringst, und die Ersthelferin oder den Ersthelfer deines Ausbildungsbetriebs als Ansprechperson
  • Papier, Stifte oder einen Rechner für den Sicherheitsaushang, in der Form, die ihr wählt, und die Wissensspeicher-Vorlage
Dein Weg, Schritt für Schritt
  1. Auftrag klären
    Lies den Projektauftrag, die Hüttenordnung und den Tabellenauszug F. Markiere alles, was mit Körperstrom, Abschaltung und dem Aufbau auf dem Vorplatz zu tun hat.
  2. Rechnen
    Berechne den Körperstrom am Glühweinkocher mit unterbrochenem Schutzleiter, für trockene und für nasse Hände und Füße, und ordne ihn den Strom-Zeit-Bereichen zu.
  3. Erste Hilfe planen
    Lege den Ablauf beim Stromunfall fest.
  4. Wer darf was
    Kläre mit der DGUV Vorschrift 3, wer im Team welche elektrische Arbeit machen darf.
  5. Freischalten planen
    Wende die fünf Sicherheitsregeln auf das Anschließen der Zuleitung am MV 2 an.
  6. Gefährdungen beurteilen
    Geh den Aufbau Tätigkeit für Tätigkeit durch, bewerte die Gefährdungen und lege Maßnahmen fest. Gestalte daraus den Sicherheitsaushang.
  7. Netz einordnen
    Lies den fertigen Plan der Netzsysteme oben und benenne das Netz vom Transformator bis zur Hütte.
  8. Fehlerstrom verfolgen
    Zeichne den Weg des Fehlerstroms beim Körperschluss ein, mit und ohne Schutzleiter, und rechne nach, wer abschaltet.
  9. Schutz festlegen
    Lege die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung der Hütte fest und prüfe Schutzklassen und Schutzarten.
  10. Ergebnis sichern
    Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, 8-Minuten-Expertenvortrag mit drei Prüffragen für die Teamgruppe 1 vorbereiten.
Fertig bist du, wenn …

Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn der Auftraggeber zu Meilenstein M1 alle Punkte abnimmt:

  • Der Körperstrom am Glühweinkocher mit unterbrochenem Schutzleiter ist für trockene und für nasse Hände und Füße mit Formel, Zahlenwert und Einheit gerechnet und den Strom-Zeit-Bereichen zugeordnet, ohne und mit Abschaltung.
  • Der Ablauf der Ersten Hilfe beim Stromunfall steht in der richtigen Reihenfolge.
  • Für jede elektrische Arbeit am Aufbautag steht fest, wer sie machen darf, mit Fundstelle in der DGUV Vorschrift 3.
  • Die fünf Sicherheitsregeln sind für das Anschließen der Zuleitung am MV 2 ausgeführt: je Regel, was genau getan wird, womit und von wem.
  • Die Gefährdungsbeurteilung für den Aufbau erfasst mindestens den Verkehr der Vorfahrt, Nässe, Dunkelheit, Publikum und die Leiter an der Dachkante, jede Gefährdung mit Bewertung, Maßnahme und verantwortlicher Person, die Maßnahmen in der Rangfolge technisch, organisatorisch, persönlich.
  • Der Sicherheitsaushang enthält die fünf Sicherheitsregeln, die Sicherheitskennzeichen, die persönliche Schutzausrüstung und die Erste Hilfe und ist von der Projektleitung abgezeichnet.
  • Das Netzsystem vom Terminal bis zur Hütte 7 ist benannt; TN-S, TN-C-S und TT sind an Leiterführung und Erdung unterschieden.
  • Der Weg des Fehlerstroms beim Körperschluss ist im Plan eingezeichnet, mit intaktem und mit unterbrochenem Schutzleiter, jeweils mit Stromstärke und dem Schutzorgan, das abschaltet.
  • Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung der Hütte ist nach Bemessungsdifferenzstrom, Typ, Bemessungsstrom, Polzahl und Anordnung festgelegt und begründet (Abnahmekriterium 3).
  • Schutzklassen und Schutzarten aller Geräte und Betriebsmittel sind gegen die Hüttenordnung geprüft; was offen ist, steht als Rückfrage da.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Bevor jemand ein Kabel anfasst“: deine Rechenkarte zum Körperstrom, eine Skizze der Strom-Zeit-Bereiche mit den Punkten aus dem Tabellenauszug F, der Ablauf der Ersten Hilfe, die fünf Sicherheitsregeln mit je einem Beispiel vom MV 2, wer was darf, die Netzsysteme TN-S, TN-C-S und TT als Skizze, der Weg des Fehlerstroms mit und ohne Schutzleiter und die Kenngrößen der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung.

Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage. Die Teamgruppe 1 bearbeitet diesen Teil nicht selbst. Was sie über Sicherheit und Schutz weiß, weiß sie von dir.

Für Lehrkräfte: Lernsituation 2.2 · Sprint 1 · 18 h, parallel zu Teil 1, im Schulcurriculum Lernsituation 2.2 mit 9 h · Teamgruppe 2 · RLP-Inhalt Sicherheitsbestimmungen, dazu die Netzsysteme und Schutzmaßnahmen aus der Zielformulierung · Prüfungsbezug Abschlussprüfung Teil 1, § 13 Abs. 3 Nr. 2 und Nr. 3 · Wiederholung aus Lernfeld 1 (ohmsches Gesetz). Teil 2 braucht keine Zahl aus Teil 1. Die Netzsysteme sind bewusst knapp gehalten: nur das TN-S der Hütte, TN-C-S und TT zum Vergleich. Die Zeichnung zeigt zusätzlich das TN-C, weil es im TN-C-S bis zum Aufteilungspunkt steckt. Die Vorschrift der Unfallversicherung suchen die Lernenden im Wortlaut selbst, der Kurs nennt keine Paragrafen. Die Erste Hilfe im Kurs ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung. Rückfragen zum Aufbau und zum Anschluss beantwortest du in der Rolle der Marktleitung. Die Form des Sicherheitsaushangs und die Anordnung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung sind ausdrücklich offen.