Hier stehen alle Zahlen des Auftrags. Auf diese Seite beziehen sich sämtliche Aufgaben des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst.
Schritt 3 von 4. Lesen musst du das nicht am Stück. Es ist dein Nachschlagewerk.
Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Jede Zahl dieses Kurses stammt von hier. Wer ungenau liest, plant später an der Hütte vorbei.
Zum Nachschlagen
Anlagendaten: Hütte 7 auf dem Wintermarkt vor Terminal 3
A · Das Projekt
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Veranstaltung | Wintermarkt des Flughafenbetreibers im Advent auf dem Vorplatz vor Terminal 3, für Reisende, Beschäftigte und Gäste |
| Hütten | 12 Holzhütten in zwei Reihen, dazwischen ein Laufweg |
| Umfeld | Zwischen Vorplatz und Terminalfassade liegt die Vorfahrt für Busse und Taxis |
| Laufzeit | 28 Tage |
| Öffnungszeit | täglich 10:00 bis 22:00 Uhr (12 h) |
| Betriebsstunden | 28 × 12 h = 336 h |
| Dunkelheit | dunkel ab etwa 16:00 Uhr |
| Außenbeleuchtung | 16:00 bis 22:00 Uhr, 6 h täglich, zusammen 168 h |
| Aufbau | zwei Tage vor Beginn, tagsüber bei laufendem Terminalbetrieb |
| Abbau | am Tag nach dem Ende |
| Auftraggeber | die Marktleitung des Flughafenbetreibers (Rolle der Lehrkraft). Stellt Platz und Anschluss, nimmt die Anlage vor der Eröffnung ab |
| Kunde | der Standbetreiber von Hütte 7 (zweite Rolle der Lehrkraft), Heißgetränke und Crêpes. Er bezahlt euren Betrieb |
| Auftragnehmer | euer Ausbildungsbetrieb. Er plant, liefert, installiert, prüft und übergibt die Elektroinstallation der Hütte ab der CEE-Steckdose am Marktverteiler |
B · Die Hütte 7
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Bauart | Holzhütte, Wände und Decke aus Holz (Nut und Feder), Boden Holzpodest auf dem Pflaster |
| Innenmaße | 3,0 m breit, 2,4 m tief, 2,3 m hoch |
| Vorn (Längsseite 3,0 m) | Verkaufsklappe über die ganze Breite, darunter der Tresen: Tiefe 0,6 m, Höhe 0,9 m |
| Tür | hinten rechts in der Schmalseite, 0,8 m breit |
| Hinten | Arbeitsfläche entlang der Rückwand, 2,0 m |
| Außen | Lichterkette an der Dachkante vorn, Leuchtschild über der Klappe |
| Umgebung | Die Hütte steht im Freien. Regen, Schnee, Tauwasser und Temperaturen bis unter 0 °C sind zu erwarten |
C · Der Anschluss: Marktverteiler MV 2
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Entfernung MV 2 bis Hütte 7 | 18 m Leitungsweg, entlang der Hüttenrückseiten, im Laufweg unter einer Kabelbrücke |
| Versorgung | aus der Niederspannungsverteilung von Terminal 3, 400/230 V, 50 Hz |
| Netzsystem ab dem Marktverteiler | TN-S, fünf Leiter |
| Schutz je Hüttenabgang im MV 2 | Fehlerstrom-Schutzeinrichtung 300 mA, selektiv (Typ S) |
| Standard je Hütte | CEE-Steckdose 16 A, 5-polig, 400 V, im MV abgesichert mit LS-Schalter C16, 3-polig · Anschlusspauschale 120 € |
| Gegen Aufpreis | CEE-Steckdose 32 A, 5-polig, im MV abgesichert mit C32, 3-polig · Anschlusspauschale 210 € |
| Gleichzeitigkeitsfaktor | g = 0,7, Erfahrungswert der Marktleitung für Gastronomiehütten |
| Arbeitspreis Strom | 0,34 €/kWh, die Marktleitung rechnet nach Zähler ab |
Hüttenordnung: Vorgaben der Marktleitung
Sinngemäß nach den Anforderungen an Ausstellungen, Shows und Stände.
- Jeder Endstromkreis in der Hütte ist über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit höchstens 30 mA geschützt.
- Betriebsmittel im Außenbereich und in der Hütte haben mindestens die Schutzart IP44.
- Der Spannungsfall vom Marktverteiler bis zum Gerät beträgt höchstens 3 %.
- Die Anlage wird nach dem Aufbau geprüft. Das Prüfprotokoll liegt vor der Eröffnung bei der Marktleitung.
- Die Hütte ist mit einer Trennvorrichtung (Hauptschalter oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtung im Kleinverteiler) allpolig abschaltbar.
D · Die Geräteliste des Kunden
Der Kunde bringt seine Geräte mit. Für die Heizgeräte gilt cos φ = 1, bei Kühlschrank und LED ist die Abweichung vernachlässigbar.
| Gerät | Anzahl | Leistung je Gerät | Spannung | mittlere Einschaltdauer während der Laufzeit | Anschluss |
|---|---|---|---|---|---|
| Glühweinkocher (Heißgetränkebehälter) | 2 | 2,0 kW | 230 V | 35 % | Schutzkontaktstecker |
| Crêpesplatte (englisches Datenblatt, siehe E) | 1 | 3,0 kW | 230 V | 50 % | Schutzkontaktstecker |
| Kaffeevollautomat | 1 | 2,2 kW | 230 V | 15 % | Schutzkontaktstecker |
| Übertischspeicher 5 l (Handwaschbecken) | 1 | 2,0 kW | 230 V | 20 % | fester Anschluss |
| Infrarot-Heizstrahler (Bedienplatz) | 1 | 1,5 kW | 230 V | 60 % | Schutzkontaktstecker |
| Kühlschrank | 1 | 0,12 kW | 230 V | 40 %, läuft rund um die Uhr (672 h) | Schutzkontaktstecker |
| Kasse, Kartenterminal, Router | zusammen | 0,06 kW | 230 V | 100 % während der Öffnungszeit | Schutzkontaktstecker |
| Beleuchtung innen: LED-Panels | 4 | 18 W | 230 V | 100 % während der Öffnungszeit | fest |
| Außenbeleuchtung: Lichterkette 3 × 40 W, Leuchtschild 30 W | zusammen | 150 W | 230 V | 16:00 bis 22:00 Uhr (168 h) | fest |
Wünsche des Kunden: Das Innenlicht soll von der Tür und vom Tresen schaltbar sein, das Außenlicht vom Tresen. Steckdosen am Tresen und an der Rückwand. Er „will nicht, dass ständig die Sicherung fliegt“.
E · Englisches Datenblatt der Crêpesplatte (Auszug, konstruiert)
| Crêpe maker, single plate, cast iron, Ø 400 mm | |
|---|---|
| Rated voltage | 230 V ~ 50/60 Hz |
| Rated power | 3000 W |
| Rated current | 13 A |
| Protection class | I |
| Ingress protection | IPX4 |
| Temperature range | 50 °C to 300 °C |
| Heat-up time | approx. 12 min to 200 °C |
| Mains cable | H07RN-F 3G1.5, length 1.5 m, plug CEE 7/7 |
| Note | Connect to a dedicated circuit protected by a 16 A circuit breaker. Do not use extension cords or multiple socket outlets. |
F · Tabellenauszug für die Rechnungen
Prüf jeden Wert im Unterricht gegen dein eigenes Tabellenbuch.
Strombelastbarkeit Iz in A, Kupfer, PVC-Isolierung, Umgebung 30 °C (DIN VDE 0298-4, Auszug)
| Querschnitt | Verlegeart C, 2 belastete Adern | Verlegeart C, 3 belastete Adern | Verlegeart E, 3 belastete Adern |
|---|---|---|---|
| 1,5 mm² | 19,5 | 17,5 | 18,5 |
| 2,5 mm² | 27 | 24 | 25 |
| 4 mm² | 36 | 32 | 34 |
| 6 mm² | 46 | 41 | 43 |
- Verlegeart C: Mantelleitung direkt auf der Holzwand, mit Schellen befestigt.
- Verlegeart E: Leitung frei in Luft, so vereinfacht die Zuleitung unter der Kabelbrücke. Vereinfacht für den Unterricht wird Verlegeart E auch für die Gummischlauchleitung angesetzt, das liegt auf der sicheren Seite.
- Umgebungstemperatur: Im Winter ist sie kleiner als 30 °C, ein Umrechnungsfaktor ist nicht nötig.
- Häufung: In der Hütte liegen die Leitungen einzeln, kein Häufungsfaktor.
| Größe | Angabe |
|---|---|
| Bedingung für Leitung und Schutzorgan | Ib ≤ In ≤ Iz (Betriebsstrom, Nennstrom des Schutzorgans, Strombelastbarkeit) |
| Leitfähigkeit Kupfer | κ = 56 m/(Ω · mm²) |
| Spannungsfall Wechselstrom | ΔU = 2 · l · I · cos φκ · A, bezogen auf 230 V |
| Spannungsfall Dreiphasenwechselstrom (Drehstrom) | ΔU = √3 · l · I · cos φκ · A, bezogen auf 400 V |
| Körperwiderstand Hand zu Fuß bei 230 V | 1000 Ω (Richtwert für die Rechnung), mit nassen Händen und Füßen 500 Ω |
| Fehlerstrom-Schutzeinrichtung 30 mA (allgemeiner Typ) | muss auslösen: bei IΔn in höchstens 300 ms, bei 5 · IΔn (150 mA) in höchstens 40 ms |
| Zulässige Berührungsspannung | UL = 50 V |
| LS-Schalter, magnetische Auslösung | Charakteristik B: sicher ab 5 · In · Charakteristik C: sicher ab 10 · In |
| Abschaltbedingung Endstromkreis bis 32 A im TN-System | Abschaltung in höchstens 0,4 s, erfüllt, wenn Zs ≤ U0Ia (U0 = 230 V) |
| Isolationswiderstand bei der Erstprüfung, Stromkreise bis 500 V, Messspannung 500 V DC | mindestens 1,0 MΩ |
Strom-Zeit-Bereiche bei Wechselstrom (IEC 60479-1, vereinfacht)
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| AC-1 | bis zur Wahrnehmungsschwelle 0,5 mA (Kurve a) |
| AC-2 | bis zur Loslassschwelle (Kurve b): etwa 200 mA bei 10 ms, etwa 5 bis 10 mA bei langer Dauer |
| AC-3 | Muskelverkrampfung, Atemnot, keine Herzschäden erwartet (bis Kurve c1) |
| AC-4 | Herzkammerflimmern möglich |
Schon etwa 40 mA über mehr als 2 s können Herzkammerflimmern auslösen. Weitere Punkte der Kurven brauchst du im Kurs nicht.
So arbeiten wir: agil in fünf Sprints
Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Der Auftraggeber, also die Lehrkraft in der Rolle der Marktleitung, nimmt am Ende jedes Sprints ab. Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog.
Sprintplan über 80 Unterrichtsstunden
| Sprint | Ziel | Teile | Arbeitsform | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 0 | Auftrag klären | Bevor du loslegst | alle gemeinsam | 6 h |
| 1 | Die Hütte braucht Strom und ist sicher | Teil 1 und Teil 2 | zwei Teamgruppen parallel | 18 h |
| 2 | Die Hütte wird installiert, Zwischenpräsentation | Teil 3 | alle Teams, jedes an seiner eigenen Lösung | 18 h |
| 3 | Die Hütte im Schaltplan | Teil 4 | Gruppenpuzzle in vier Expertengruppen | 16 h |
| 4 | Übergabe | Teil 5 | alle gemeinsam | 18 h |
| Klassenarbeit und Puffer | 4 h | |||
| Summe | 80 h |
Zwei Teamgruppen in Sprint 1: Teamgruppe 1 bearbeitet Teil 1, Teamgruppe 2 bearbeitet Teil 2. Teil 2 braucht keine Zahlen aus Teil 1, deshalb geht das gleichzeitig. Was die andere Teamgruppe erarbeitet hat, holst du dir in der Expertenrunde am Ende von Sprint 1. Du brauchst es in allen folgenden Sprints.
Tandems: Jedes Team aus Teamgruppe 1 bildet mit einem Team aus Teamgruppe 2 ein Tandem. Am Ende von Sprint 1 tauscht ihr eure abgenommenen Lernprodukte aus und erklärt sie euch gegenseitig. Ab Sprint 2 plant jedes Team mit der Geräteliste und der Energiebedarfsliste aus seinem Tandem. Die Anschlussentscheidung dürft ihr übernehmen oder mit Begründung ändern.
Das Gruppenpuzzle in Sprint 3: Dein Team ist deine Stammgruppe. Jede Person geht in eine von vier Expertengruppen: Übersichtsschaltplan und Verteilung, Stromlaufplan, Installationsplan, Schutzorgane. Wer in welche Gruppe geht, entscheidet ihr im Team. Danach kehrt jede Person in die Stammgruppe zurück und erklärt dort ihr Fachthema, bevor ihr gemeinsam die Planmappe der Hütte 7 fertigstellt.
Ämter im Team
| Amt | Verantwortung | Daran sieht man, dass geliefert wurde |
|---|---|---|
| Projektleitung | Behält Termin und Backlog im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker und zeichnet die Lernprodukte des Teams ab. | Das Kanban-Board ist am Sprintende aktuell, jeder Blocker hat einen Namen daneben, jedes Lernprodukt ist abgezeichnet. |
| Fachverantwortung Technik | Verantwortet Rechenwege, Datenblätter, Pläne und Normbezüge, prüft die Ergebnisse gegen „Fertig bist du, wenn …“ und gegen die Abnahmekriterien. | Zu jedem Ergebnis gibt es Rechenweg, Einheit und die Quelle der Vorgabe. Jeder Plan erfüllt die Abnahmekriterien. |
| Dokumentation | Führt Wissensspeicher-Blatt und Projektakte, sorgt dafür, dass jede Entscheidung nachvollziehbar bleibt. | Ein Dritter kann jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage nachlesen. |
| Auftraggeberkontakt | Stellt die Rückfragen an die Marktleitung und an den Kunden, hält fest, wer was geantwortet hat, und präsentiert im Sprint Review. | Jede offene Frage ist gestellt und beantwortet, das Review ist gehalten und die Abnahme protokolliert. |
Die Ämter wechseln nach jedem Sprint. Niemand hat zweimal dasselbe Amt.
Unsere Arbeitsvereinbarungen
- Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
- Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
- Sprint Review: Abnahme durch den Auftraggeber anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
- Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint.
Nicht jeder macht alles, aber jeder weiß am Ende alles
In Sprint 1 bearbeitest du nur einen der beiden Teile selbst, in Sprint 3 nur ein Fachthema als Experte. In der Abschlussprüfung fragt aber niemand, in welchem Team du warst. Deshalb sind vier Bausteine fest eingebaut:
| Baustein | Wie er funktioniert |
|---|---|
| Wissensspeicher | Jeder Teil endet mit genau einem Wissensspeicher-Blatt nach festem Raster. Alle Blätter zusammen ergeben deine Lernunterlage für Klassenarbeit und Abschlussprüfung. |
| Expertenrunde | Am Ende jedes Sprints entstehen Mischgruppen mit je einer Person aus jedem Team. Jede Person erklärt 8 Minuten nach dem Wissensspeicher-Raster und stellt danach drei Prüffragen. |
| Kreuzreview durch ein anderes Team | Vor der Abnahme prüft ein anderes Team eure Lernprodukte, bei der Zwischenpräsentation M2 eure Pläne. Wer prüft, muss verstanden haben. |
| Kompetenz-Check | Nach jedem Sprint ein kurzer Einzelnachweis über alle Themen des Sprints, auch die, die dein Team nicht selbst bearbeitet hat. Er zählt nicht für die Note, er zeigt dir, wo du stehst. |
Nicht jede Zahl stammt aus der Wirklichkeit
Den Wintermarkt vor Terminal 3, die Hütte 7, die Geräteliste, das Datenblatt der Crêpesplatte, die Preise und die Vorgaben der Marktleitung gibt es so nicht. Alles ist für den Unterricht gebaut, in sich stimmig und nachgerechnet. Drei Dinge solltest du trotzdem wissen:
- Der Tabellenauszug in F ist ein Auszug. Die Werte folgen den genannten Normen, aber dein Tabellenbuch ist die Quelle, mit der du auch in der Prüfung arbeitest. Schlag nach und vergleiche.
- Manches ist bewusst vereinfacht. Wo das so ist, steht es dabei, zum Beispiel bei der Verlegeart E für die Gummischlauchleitung oder bei den Strom-Zeit-Bereichen.
- Die Hüttenordnung ist eine Vorgabe der Marktleitung. Sie lehnt sich sinngemäß an die Anforderungen an Ausstellungen, Shows und Stände an (DIN VDE 0100-711). Im Projekt gilt sie wie eine Norm: Was sie verlangt, nimmt die Marktleitung ab.
Dein Kompetenzmodell findest du am Ende jedes Teils.