Der Funktionsplan beschreibt, wann welcher Ausgang schaltet. Es gibt eine zweite Art, dasselbe Tor zu beschreiben: als Folge von Schritten. Diese Seite ist ein Blick nach vorn, ohne Aufgabe und ohne Kontrolle.

Schritt 5 von 5. Du liest den Ablauf von Tor 4 als Schrittkette und vergleichst ihn mit deinem Funktionsplan.

Danach: Kontrolle Teil 4 und dein Kompetenzmodell

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ein Funktionsplan fragt: Wann ist dieser Ausgang an? Eine Schrittkette fragt: In welchem Schritt ist das Tor gerade, und was muss passieren, damit es weitergeht?

Das Tor in fünf Schritten

Ablauf von Tor 4 als Schrittkette nach DIN EN 60848, vereinfacht. Anfangsschritt 0 Tor zu mit Aktion K4 Meldung Tor zu. Transition Fl_Auf oder Fl_Zug. Schritt 1 mit Aktion K1 Motor AUF und Warnleuchte. Transition B1 negiert oder Ziel_Teil und Teil_da. Schritt 2 mit Aktion Ampel grün und Offenhaltezeit. Transition 60s/X2. Schritt 3 mit Aktion Warnleuchte, Vorwarnung. Transition 3s/X3. Schritt 4 mit Aktion K2 Motor ZU und Warnleuchte. Danach eine Verzweigung: links Transition B2 negiert und B4 und B5, Rückführung zum Schritt 0; rechts Transition B4 negiert oder B5 negiert, Rückführung zum Schritt 1. Eigene Darstellung für den Unterricht.Tor 4 als SchrittketteAusblick GRAFCET nach DIN EN 60848, vereinfacht0K4 · Meldung Tor zuFl_Auf ∨ Fl_Zug1K1 · Motor AUFWarnleuchte¬B1 ∨ (Ziel_Teil ∧ Teil_da)2Ampel grünOffenhaltezeit läuft60s/X23Warnleuchte · Vorwarnung3s/X34K2 · Motor ZUWarnleuchte¬B2 ∧ B4 ∧ B5¬B4 ∨ ¬B5Umkehr
Tor 4 als Schrittkette nach DIN EN 60848, vereinfacht: Anfangsschritt 0 Tor zu, Schritt 1 AUF-Fahrt, Schritt 2 offen mit Offenhaltezeit, Schritt 3 Vorwarnung, Schritt 4 ZU-Fahrt. Von Schritt 4 geht es bei Endlage ZU mit freier Lichtschranke und freier Schließkante zurück zu Schritt 0, bei unterbrochener Lichtschranke oder betätigter Schließkante zurück zu Schritt 1. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Darstellung heißt GRAFCET und ist in DIN EN 60848 genormt. Sie hat wenige Elemente:

  • Ein Schritt ist ein Quadrat mit Nummer. Immer ist genau ein Schritt dieser Kette aktiv. Der Anfangsschritt hat einen doppelten Rahmen, hier Schritt 0: Tor zu.
  • Rechts am Schritt steht die Aktion: was in diesem Schritt eingeschaltet ist, zum Beispiel -K1 in Schritt 1.
  • Zwischen zwei Schritten steht eine Transition, ein kurzer Querstrich mit ihrer Bedingung. Ist der Schritt davor aktiv und die Bedingung erfüllt, geht es weiter.
  • 60s/X2 heißt: 60 s, nachdem Schritt 2 aktiv wurde. So schreibt GRAFCET ein Zeitglied.
  • Unter Schritt 4 teilt sich der Weg. Die beiden Transitionen schließen sich aus, damit immer nur ein Weg gilt: Endlage ZU bei freier Lichtschranke und freier Schließkante führt zurück zu Schritt 0, unterbrochene Lichtschranke oder betätigte Schließkante führt zurück zu Schritt 1, zur AUF-Fahrt. In dieser Vereinfachung fährt die Umkehr ganz auf: Die Umkehr setzt Ziel_Teil zurück, also ist nur noch ¬B1, die Endlage AUF, als Ende von Schritt 1 möglich.

Zum Nachschlagen

Was du darin wiederfindest

Fast alles aus deinem Funktionsplan steckt in dieser Kette, nur an anderer Stelle. Den Merker A braucht die Kette nicht: Dass das Tor in Durchfahrposition steht, heißt hier einfach „Schritt 2 ist aktiv“. Die Speicher für Motor AUF und Motor ZU verschwinden ebenso, ein Motor läuft, solange sein Schritt aktiv ist. Was die Kette hier weglässt, gehört trotzdem ins Programm: HALT, Motorschutz, Laufzeitüberwachung, die Betriebsart Hand und der Neustart der Offenhaltezeit durch die Lichtschranke. In einer vollständigen Beschreibung stehen sie als eigene Regeln neben der Kette.

Zum Nachdenken, ohne Lösung: Wo in dieser Kette müsste der Taster ZU innen stehen, der das Tor aus Schritt 2 vorzeitig schließt? Und was müsste passieren, wenn jemand während Schritt 3 den Zugschalter zieht?

Wie es weitergeht

Für Tor 4 reicht der Funktionsplan, und den hast du in diesem Teil gezeichnet. Bei Anlagen, die viele Schritte nacheinander abarbeiten, etwa eine Zuführung, eine Presse oder eine Waschstraße für Gepäckwagen, wird eine Schrittkette übersichtlicher als ein Speicher neben dem anderen. In einem späteren Lernfeld zeichnest du solche Abläufe selbst. Hier genügt es, dass du sie lesen kannst.