Teil 3 von 6⏱ 12 hSprint 2 · Meilenstein M2

Der Netzplan steht, euer Projekt hat einen Endtermin. Jetzt will die Leitung Vorfeldbetrieb wissen, was es kostet und ob es sich lohnt. In diesem Teil kalkulierst du den Preis eures Projekts, schreibst das Angebot, vergleichst es mit einem Fremdangebot, rechnest Kosten, Amortisation und CO₂ gegen den heutigen Betrieb und zeichnest den Weg von der Bestellung bis zur Arbeitserlaubnis.

Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, schätzt den Aufschlag auf die Einzelkosten und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M2.

Danach: Lernangebot 5 · Kalkulation und Angebot

Agil arbeiten · Sprint 2

Eure Storycard für Teil 3

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

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Im Projekt: Was kostet unser Projekt, und lohnt es sich?

ZuschlagskalkulationAngebotKostenvergleichAmortisationCO₂-BilanzProzesskette

Deine Lernangebote in Teil 3

Lernangebot 5 · Kalkulation und AngebotLernangebot 6 · Kostenvergleich, Amortisation und Prozessabläufe

Die Karte kennst du von „So arbeitest du mit diesem Kurs“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Vorfeld V 13 bis V 15 auf einen Blick“: Lageplan mit Trafostation V-Ost, Positionen V 13 bis V 15 und den drei Projekten A, B und C, dazu je Projekt die Steckbriefdaten und die Kennzeichen. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe mit Anlagendaten.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ein Angebot ohne Gemeinkosten ist ein Geschenk. Eine Amortisation ohne den, der spart, ist eine Behauptung.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Manches kennst du aus LF 5, LF 8, LF 7 und LF 10. Das ist Absicht. In LF 5 hast du für die Dach-PV der Ladehalle Ertrag, Eigenverbrauch, CO₂-Bilanz und Amortisation gerechnet und erfahren, dass der Flughafen seit 2026 Ökostrom bezieht; in LF 8 hast du Energiekosten über zehn Jahre und Amortisationszeiten von Wirkungsgradklassen verglichen; in LF 7 hast du in Sprints mit Meilensteinen gearbeitet; aus LF 10 kennst du die Trafostation V-Ost und den Netzbetrieb. Neu ist, dass du jetzt den Preis eines ganzen Projekts mit allen Gemeinkosten kalkulierst, ein Angebot schreibst, Abschreibung und Zinsen in den Kostenvergleich nimmst und zeigst, wer im Flughafen was spart. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb bei einem Angebot oder einer Rechnung, privat beim Kauf eines Autos oder einer PV-Anlage oder in einem früheren Lernfeld.

Darum geht es

Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich den Preis unseres Vorfeldprojekts vollständig kalkulieren und zeigen, wann und für wen es sich rechnet, damit die Leitung Vorfeldbetrieb mit offenen Zahlen entscheiden kann und die Elektrowerkstatt mit dem Projekt nicht draufzahlt.

Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter steht der Lageplan des Vorfelds Ost.

Lageplan des Vorfelds Ost

Vorfeld Ost · Positionen V 13 bis V 15 und Trafostation V-Ost · Lageplan, schematisch, Norden obenRollgassePosition V 13Position V 14Position V 15ServicestraßePV-CarportAC 1 bis 6, DCUV-V14Trafostation V-Ost2 × 1.250 kVA, TN-SNSHV V-OstBeleuchtung BV-W31+M1+M2+M3+M4-TA1-EC1TowerSicht nachSüdenNA · Bodenstrom 400 Hz und VorklimatisierungB · Vorfeldbeleuchtung V 13 bis V 15C · Ladeplatz mit Lastmanagement und PV
Lageplan Vorfeld Ost, schematisch, Norden oben: Rollgasse im Norden, die Außenpositionen V 13, V 14 und V 15 mit je einem Schmalrumpfflugzeug, darunter die Servicestraße, links unten die Trafostation V-Ost mit NSHV V-Ost und Beleuchtungsverteiler BV, die Zuleitung -W31 zur UV-V14, rechts oben der Tower. In Kursfarbe hervorgehoben sind die Teile mit den großen Einzelkosten und den langen Lieferungen: in Projekt A der Umformer -TA1 und das Vorklimagerät -EC1 an V 14, in Projekt B die vier Masten (+M1 bis +M4) mit den neuen Flutern, in Projekt C der PV-Carport hinter V 14. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage im Projektbüro

Nach Teil 2 hat euer Projekt einen Netzplan und einen Endtermin. Die Leitung Vorfeldbetrieb hat das Budget für diesen Winter freigegeben, aber nicht blind: „Ich brauche bis Ende des Sprints euer Angebot mit Leistungsverzeichnis, und ich will sehen, ab wann sich das rechnet. Eine Fremdfirma hat mir für dasselbe Projekt auch einen Preis genannt. Und sagt mir, wer im Haus was freigibt, bevor auf der Position jemand den Spaten ansetzt.“ Die Meisterin der Elektrowerkstatt ergänzt: „Rechnet mit unseren Zuschlägen. Die Werkstatt hat Miete, Lager, Fahrzeuge und eine Verwaltung, und das bezahlt jedes Projekt mit.“ Euer Ergebnis ist der Preis-Teil von Meilenstein M2. Ein Team mit einem anderen Projekt prüft Plan und Preis im Kreuzreview, die Projektleitung zeichnet ab.

Die Zahlen hinter Teil 3 · Unterrichtswerte
Größe Wert
Kalkulation der Elektrowerkstatt Fertigungslohn 36,00 €/h; Materialgemeinkosten 12 %; Fertigungsgemeinkosten 110 %; Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten 14 %; Wagnis und Gewinn 6 %; Fremdleistungen als Sondereinzelkosten der Fertigung
Angebot netto, interne Verrechnung innerhalb des Flughafens; zum Vergleich je Projekt ein Fremdangebot
Kostenvergleich lineare Abschreibung über die Nutzungsdauer (Projekt A 15 Jahre, B 15 Jahre, C 12 Jahre); kalkulatorische Zinsen 4 % auf die halbe Investition
Energie (netto) Strom 0,22 €/kWh; Einspeisung 0,07 €/kWh; Diesel 1,45 €/l; Kerosin 0,80 €/kg
CO₂ Diesel 2,65 kg/l; Kerosin 3,16 kg/kg; Strommix (Vergleichswert, gerundet) 0,38 kg/kWh; der Flughafen bezieht seit 2026 Ökostrom
Betrieb 360 Betriebstage im Jahr
Am Flughafen (gerundet) Gut zwei Drittel der Positionen haben schon festen Bodenstrom, mehrere hundert Elektrofahrzeuge fahren schon auf dem Vorfeld. Ziel des Flughafens: Betrieb am Boden bis 2045 CO₂-frei.
Das kennst du schon aus LF 5, LF 8, LF 10 und Teil 2

Aus LF 5 „Vom Ring bis zur Plakette“: die Dach-PV der Ladehalle mit Ertrag, Eigenverbrauch, CO₂-Bilanz und Amortisation, und dass der Flughafen seit 2026 Ökostrom bezieht. Aus LF 8 „Koffer auf Kurs“: Energiekosten über zehn Jahre und die Amortisationszeit eines teureren, aber sparsameren Motors. Aus LF 10 „Strom aufs Vorfeld“: die Trafostation V-Ost, die NSHV und den Netzbetrieb, der Anschlüsse zusagt und Schaltungen freigibt. Aus Teil 2: eure Vorgangsliste mit Stunden, den Netzplan mit Endtermin und die langen Lieferungen auf dem kritischen Weg. LF 12 geht weiter: Aus Einzelkosten wird mit den Zuschlägen der Werkstatt ein Preis, aus dem Preis ein Angebot, und die Wirtschaftlichkeit rechnest du jetzt mit Abschreibung und Zinsen und für jeden Beteiligten getrennt.

Erst schätzen, dann arbeiten

Material, Monteurstunden und Fremdleistungen eures Projekts kannst du einfach zusammenzählen. Schätze, um wie viel Prozent euer Angebotspreis über dieser Summe liegt: um rund 5 %, rund 20 %, rund 40 % oder rund 80 %? Schreib deine Schätzung mit einem Satz Begründung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 5 rechnest du nach.

Das tut ihr jetzt: dein Weg in 12 Schritten

1Auftrag klären
2Kosten ordnen
3Kalkulieren
4Preis bilden
5Rabatt und Skonto
6Angebot schreiben
7Eigen oder fremd
8Betrieb rechnen
9Kosten vergleichen
10Amortisation und CO₂
11Prozesse und Schnittstellen
12Kreuzreview M2

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 3. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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Mehr zu diesem Teil

Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lies die Lage, sieh dir im Lageplan an, wo in eurem Projekt das meiste Geld steckt, und schreib auf, was ihr noch nicht rechnen könnt.
  2. Kosten ordnen
    Ordne die Kosten eures Projekts nach Einzelkosten und Gemeinkosten.
  3. Kalkulieren
    Rechne Materialkosten, Fertigungskosten und Herstellkosten im Schema der Zuschlagskalkulation.
  4. Preis bilden
    Rechne Selbstkosten, Angebotspreis und Stundenverrechnungssatz.
  5. Rabatt und Skonto
    Kläre die Begriffe und rechne aus, wie viel Nachlass euer Preis verträgt.
  6. Angebot schreiben
    Schreibt das Angebot mit Leistungsverzeichnis, Gültigkeit, Zahlungsbedingungen und Ausschlüssen.
  7. Eigen oder fremd
    Vergleicht mit dem Fremdangebot und entscheidet begründet.
  8. Betrieb rechnen
    Rechne den Energiebedarf heute und nach dem Umbau.
  9. Kosten vergleichen
    Stelle die jährlichen Kosten heute und neu mit Abschreibung und Zinsen gegenüber.
  10. Amortisation und CO₂
    Bestimme Amortisationszeit und CO₂-Bilanz und deute beide.
  11. Prozesse und Schnittstellen
    Zeichne die Prozesskette von der Bestellung bis zur Arbeitserlaubnis und kläre, wer was spart.
  12. Kreuzreview M2
    Ein Team mit anderem Projekt prüft Plan und Preis, die Projektleitung zeichnet ab. Danach Wissensspeicher und Kompetenzmodell.
Fertig bist du, wenn …

Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein Team mit anderem Projekt alle Punkte geprüft hat und die Projektleitung abzeichnet (Meilenstein M2, Plan und Preis):

  • Die Zuschlagskalkulation eures Projekts steht im Schema mit allen Stufen: Fertigungs-Materialkosten, Materialkosten, Fertigungslohn, Fertigungskosten, Sondereinzelkosten, Herstellkosten, Selbstkosten, Angebotspreis netto; jeder Zuschlag mit Satz und Bezugsgröße.
  • Das Angebot an die Leitung Vorfeldbetrieb liegt vor: Leistungsverzeichnis mit Positionen, Menge, Einheit und Preis, deren Summe den Angebotspreis ergibt, dazu Gültigkeit, Ausführungszeitraum, Zahlungsbedingungen und Ausschlüsse.
  • Der Vergleich mit dem Fremdangebot ist gerechnet (mit Skonto, gegen Angebotspreis und Selbstkosten), die Entscheidung zwischen Eigen- und Fremdleistung ist mit mehr als dem Preis begründet.
  • Der Kostenvergleich heute gegen neu je Jahr enthält Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Energie und Wartung und ist gedeutet.
  • Die statische Amortisationszeit ist berechnet, als Diagramm gezeichnet und mit der Nutzungsdauer verglichen.
  • Die CO₂-Bilanz ist mit Strommix und mit Ökostrom gerechnet; ihr habt begründet, welche Rechnung ihr vorlegt.
  • Die Prozesskette von der Bestellung bis zur Arbeitserlaubnis und weiter bis zur Abnahme zeigt Ereignisse, Funktionen und Verantwortliche; jede Schnittstelle ist markiert und mit eurem Netzplan abgeglichen.
  • Die Frage „Wer spart was?“ ist für jeden Beteiligten mit Betrag beantwortet; die Annahmen eurer Rechnung sind offengelegt.
  • Plan (Projektstrukturplan, Netzplan mit kritischem Weg, Balkenplan aus Teil 2) und Preis sind als Meilenstein M2 von einem Team mit anderem Projekt im Kreuzreview geprüft; die Projektleitung zeichnet ab und führt den Statusbericht zu Sprint 2.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen für die Expertenrunde liegen vor.
Das brauchst du dafür
  • Eure Vorgangsliste, euren Netzplan und euren Balkenplan aus Teil 2
  • Die Projektblätter mit den Anlagendaten eures Projekts (Karte „Vorfeld V 13 bis V 15 auf einen Blick“)
  • Lernangebot 5 (Kalkulation und Angebot) und Lernangebot 6 (Kostenvergleich, Amortisation und Prozessabläufe)
  • Eine Tabellenkalkulation am Werkstattrechner, Tabellenbuch Elektrotechnik und Taschenrechner
  • Die Wissensspeicher-Vorlage und die Vorlage für den Statusbericht aus Lernangebot 3
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Was kostet unser Projekt, und lohnt es sich?“: das Schema der Zuschlagskalkulation mit den Sätzen der Werkstatt, der Stundenverrechnungssatz, Rabatt und Skonto, Abschreibung und kalkulatorische Zinsen, die Formel der Amortisationszeit, die CO₂-Faktoren, die Zeichen der Prozesskette, Linien-, Projekt- und Matrixorganisation und eure Kennzahlen: Angebotspreis, jährlicher Überschuss, Amortisationszeit, CO₂ im Jahr.

Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 2 (Teil 2 und Teil 3, zusammen 24 h) · Teil 3 12 h · Meilenstein M2 Plan und Preis, Kreuzreview durch ein Team mit anderem Projekt. Stunden als Vorschlag: Auftrag 1 h, Lernangebot 5 4,5 h, Lernangebot 6 4,5 h, Rechenwege, Kontrolle, gemischte Wiederholung und Kreuzreview M2 2 h. Lernziele: 3.1 Kostenarten unterscheiden und eine Zuschlagskalkulation bis zum Angebotspreis durchführen; 3.2 ein Angebot mit Leistungsverzeichnis, Gültigkeit, Zahlungsbedingungen und Ausschlüssen erstellen; 3.3 Eigen- und Fremdleistung nach Preis, Selbstkosten, Kapazität, Termin und Risiko vergleichen; 3.4 einen Kostenvergleich mit Abschreibung und kalkulatorischen Zinsen rechnen; 3.5 die statische Amortisationszeit bestimmen und deuten; 3.6 eine CO₂-Bilanz mit offengelegten Annahmen aufstellen; 3.7 Organisationsformen unterscheiden und einen Prozessablauf als Prozesskette mit Verantwortlichen und Schnittstellen darstellen. Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für Teil 2 der Abschlussprüfung, Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde (Kalkulation, Organisation) und Arbeitsauftrag (Lösungsvarianten technisch, betriebswirtschaftlich und ökologisch bewerten; Leistungen abrechnen). Wiederholung aus LF 5 (Amortisation und CO₂ der Dach-PV) und LF 8 (Energiekosten, Amortisation) ist gewollt, sag das den Teams offen. Offen sind die Gliederung des Leistungsverzeichnisses, die Entscheidung zwischen Eigen- und Fremdleistung, die Form der Prozesskette und die Antwort auf „Wer spart was?“. Entscheiden alle Teams gleich, frag nach der Begründung jenseits des Preises. Die Projekte unterscheiden sich im Volumen stark; im Kreuzreview vergleichen die Teams deshalb Kennzahlen (Aufschlag in Prozent, Amortisationszeit im Verhältnis zur Nutzungsdauer), nicht Beträge. Bei Projekt A lohnt sich im Gespräch die Frage, wer welche Kosten trägt (Aufgabe 6.7). Laborvorschlag: Kalkulationsschema in einer Tabellenkalkulation mit eigenen Zellen für die Zuschlagssätze (Baustein 3 im Sprintplan der Lehrkräfte-Lektion), dann ist jeder veränderte Fall eine Änderung in einer Zelle. Alle Werte sind Unterrichtswerte.