Teil 5 von 6⏱ 14 hSprint 4 · Prüfplan zu Meilenstein M3

Der Entwurf aus Teil 4 ist abgenommen, das Material ist bestellt. Jetzt geht es um die Frage, die die Leitung Vorfeldbetrieb am Ende stellt: Funktioniert, was ihr gebaut habt? Ihr plant die Qualität eures Projekts, baut eine Anlagenkomponente im Labor auf, nehmt sie in Betrieb und prüft sie.

Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, schätzt, was ein spät entdeckter Fehler kostet, und planst mit deinem Team Qualität, Aufbau und Prüfung.

Danach: Lernangebot 9 · Qualität planen und sichern

Agil arbeiten · Sprint 4

Eure Storycard für Teil 5

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

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Im Projekt: Funktioniert, was wir gebaut haben?

QualitätsmanagementPrüfplanParetoPDCALaboraufbauErstprüfung

Deine Lernangebote in Teil 5

Lernangebot 9 · Qualität planen und sichernLernangebot 10 · Errichten, in Betrieb nehmen, prüfen

Die Karte kennst du von „So arbeitest du mit diesem Kurs“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Projektmanagement auf einen Blick“: Projektphasen, Lastenheft und Pflichtenheft, SMART, Projektstrukturplan, Vorgangsknoten mit FAZ, FEZ, SAZ, SEZ und Puffern, Balkenplan, PDCA. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Planungsaufgabe.

Karte „Vorfeld V 13 bis V 15 auf einen Blick“: Lageplan mit Trafostation V-Ost, Positionen V 13 bis V 15 und den drei Projekten A, B und C, dazu je Projekt die Steckbriefdaten und die Kennzeichen. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe mit Anlagendaten.

Karte „Abschlussprüfung Teil 2 auf einen Blick“: Die vier Prüfungsbereiche, Zeiten und Gewichte, die zwei Varianten des Arbeitsauftrags und was im Fachgespräch zählt. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Qualität prüft man nicht hinein. Man plant sie, und die Prüfung zeigt, ob der Plan getragen hat.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Manches kennst du schon: die Erstprüfung der Unterverteilung in der Ladehalle mit Besichtigen, Erproben und Messen und das Prüfprotokoll aus Lernfeld 5, den Testplan mit Soll und Ist, den Not-Halt und die Fehlersuche mit den Daten der Anlage aus Lernfeld 7, die Kleinsteuerung aus Lernfeld 3, Lichtsteuerung und Lastmanagement aus LF 9 Gebäudetechnik und die Trafostation V-Ost aus Lernfeld 10. Das ist Absicht. Neu ist, dass du die Qualität eines ganzen Projekts planst, bevor gebaut wird, dass du aus Mängeln früherer Projekte lernst und dass du dein Ergebnis einem anderen Team vorführst, das ein anderes Projekt hat. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.

Darum geht es

Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich die Qualität unseres Vorfeldprojekts mit einem Prüfplan sichern, eine Anlagenkomponente sicher errichten, in Betrieb nehmen und ihre Teil- und Gesamtfunktionen prüfen, damit die Leitung Vorfeldbetrieb eine Anlage übernimmt, die vom ersten Betriebstag an tut, was im Pflichtenheft steht, und damit Fehler gefunden werden, solange sie noch billig sind.

Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter steht der Lageplan des Vorfelds Ost.

Lageplan des Vorfelds Ost

Vorfeld Ost · Positionen V 13 bis V 15 und Trafostation V-Ost · Lageplan, schematisch, Norden obenRollgassePosition V 13Position V 14Position V 15ServicestraßePV-CarportAC 1 bis 6, DCUV-V14-KE1Trafostation V-Ost2 × 1.250 kVA, TN-SNSHV V-OstBeleuchtung BV-W31+M1+M2+M3+M4-TA1-EC1TowerSicht nachSüdenNA · Bodenstrom 400 Hz und VorklimatisierungB · Vorfeldbeleuchtung V 13 bis V 15C · Ladeplatz mit Lastmanagement und PV
Lageplan Vorfeld Ost, schematisch, Norden oben: oben die Rollgasse, darunter die Außenpositionen V 13, V 14 und V 15 mit je einem Schmalrumpfflugzeug, an der Südkante die Masten M1 bis M4, darunter die Servicestraße. Links unten die Trafostation V-Ost mit NSHV V-Ost und Beleuchtungsverteiler BV, von dort die Zuleitung -W31 zur Unterverteilung UV-V14 hinter V 14. Hervorgehoben sind die UV-V14 und die Steuerung -KE1: Dort laufen in Projekt A und C die Erstprüfung und die Inbetriebnahme zusammen; in Projekt B gilt dasselbe für den Beleuchtungsverteiler BV mit den Mastzuleitungen. Rechts der Ladeplatz mit PV-Carport (C), an V 14 Umformer -TA1 und Vorklimagerät -EC1 (A), rechts oben der Tower. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage

Die Meisterin der Elektrowerkstatt legt eine Liste auf den Tisch: „48 Mängel aus den letzten fünf Vorfeldprojekten. Fast alle hat erst die Abnahme gefunden, einige erst der Betrieb. Ich will, dass ihr diesmal vorher wisst, wo es klemmt.“ Die Leitung Vorfeldbetrieb ergänzt: „Bevor auf dem Vorfeld etwas angeschlossen wird, will ich die Komponente im Labor laufen sehen. Und ich will ein Prüfprotokoll, das ich ohne Rückfrage verstehe.“

Jedes Team baut die Komponente seines Projekts im Labor auf: A die Freigabe und Verriegelung des Bodenstromabgangs, B die Lichtsteuerung mit einem LED-Fluter, C einen Ladepunkt-Simulator mit Lastmanagement. Euer Ergebnis sind ein Prüfplan für das ganze Projekt, ein Inbetriebnahme- und Prüfprotokoll und eine Demonstration vor einem Team mit anderem Projekt. Der Prüfplan geht zu Meilenstein M3 ins Kreuzreview, die Protokolle in Teil 6 in die Übergabe.

Das kennst du schon aus Lernfeld 3, 5, 7, 10 und LF 9 Gebäudetechnik

Aus Lernfeld 5 „Vom Ring bis zur Plakette“: die Erstprüfung der UV-LH in der Ladehalle nach DIN VDE 0100-600 mit Besichtigen, Erproben und Messen und das Prüfprotokoll. Hier prüft ihr dieselbe Art Abgang, nur größer und auf dem Vorfeld. Aus Lernfeld 7 „Leere Wannen zurück“: der Testplan mit Vorbedingung, Handlung und Soll, die Testreihenfolge und die Fehlersuche mit prozessbezogenen Daten. Genau so prüft ihr jetzt eure Komponente. Aus Lernfeld 3: die Kleinsteuerung, die in Projekt A Freigabe und Verriegelung übernimmt. Aus LF 9 Gebäudetechnik: Lichtsteuerung, DALI und Lastmanagement für Projekt B und C. Aus Lernfeld 10 „Strom aufs Vorfeld“: die Trafostation V-Ost und die NSHV, aus der die Zuleitungen kommen.

Erst schätzen, dann arbeiten

In eurem Plan steckt ein Fehler, den in der Planung eine Viertelstunde Arbeit beseitigt hätte. Er fällt aber erst nachts bei der Montage auf dem Vorfeld auf. Um wie viel teurer wird die Korrektur dann: doppelt so teuer, zehnmal, hundertmal, tausendmal? Schreib deine Schätzung auf und einen Satz, weshalb. In Lernangebot 9 rechnest du es für euer Projekt nach.

Das tut ihr jetzt: Dein Weg in 12 Schritten

1Auftrag klären
2QM-Grundsätze zuordnen
3Mängel auswerten
4Fehlerkosten rechnen
5Risiken bewerten
6Verbesserung planen
7Prüfplan aufstellen
8Sicher errichten
9Testfälle festlegen
10Messreihe auswerten
11Erstprüfung bewerten
12Fehler analysieren und vorführen
Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lies die Lage, sieh dir den Lageplan an und schreib deine Schätzung zu den Fehlerkosten auf.
  2. QM-Grundsätze zuordnen
    Ordne Situationen aus dem Projekt den Grundsätzen der DIN EN ISO 9001 zu, unterscheide Audit und Zertifizierung.
  3. Mängel auswerten
    Wertet die 48 Mängel früherer Vorfeldprojekte mit einem Pareto-Diagramm aus und leitet drei Vorbeugemaßnahmen ab.
  4. Fehlerkosten rechnen
    Rechnet nach, was ein Fehler aus eurem Projekt in der Planung und nach der Montage kostet.
  5. Risiken bewerten
    Bewertet drei Risiken eures Projekts mit einer FMEA-Zeile.
  6. Verbesserung planen
    Plant eine Vorbeugemaßnahme als PDCA-Zyklus mit Messgröße.
  7. Prüfplan aufstellen
    Stellt den Prüfplan für euer Projekt auf, von Wareneingang bis Abnahme. Er geht ins Kreuzreview zu M3.
  8. Sicher errichten
    Wendet die fünf Sicherheitsregeln an der Laborverteilung an und lest den Plan eures Laboraufbaus.
  9. Testfälle festlegen
    Legt die Testfälle für Teil- und Gesamtfunktion fest, mit Soll, bevor ihr einschaltet.
  10. Messreihe auswerten
    Wertet die Messreihe eurer Komponente aus und vergleicht sie mit dem Kriterium.
  11. Erstprüfung bewerten
    Bewertet die Messwerte der Erstprüfung an eurer Zuleitung gegen die Grenzwerte.
  12. Fehler analysieren und vorführen
    Analysiert ein Fehlerbild wie in der Prüfung, nehmt die Komponente in Betrieb und führt sie einem anderen Team vor.
Fertig bist du, wenn …

Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein Team mit anderem Projekt alle Punkte abnimmt und die Projektleitung abzeichnet. Der Prüfplan geht zu Meilenstein M3 ins Kreuzreview, die Protokolle zu Meilenstein M4 in die Übergabe:

  • Der Prüfplan nennt für Wareneingang, Montage, Teilfunktion, Gesamtfunktion, Erstprüfung und Abnahme je Prüfschritt: was, wann (Vorgang aus eurem Netzplan), wer, womit, Kriterium mit Zahl oder Norm und Nachweis.
  • Die Pareto-Auswertung der Mängelliste liegt vor, dazu drei Vorbeugemaßnahmen für euer Projekt, jede mit Verantwortlichem und Zeitpunkt.
  • Ein PDCA-Zyklus ist für eine Maßnahme ausgefüllt, mit einer Messgröße, an der ihr die Wirkung prüft.
  • Die Fehlerkosten eines Fehlers aus eurem Projekt sind mit der Zehnerregel eingeordnet und nachgerechnet; drei Risiken sind mit einer FMEA-Zeile bewertet.
  • Der Laboraufbau ist nach Plan errichtet; die fünf Sicherheitsregeln sind vor jedem Arbeiten an der Laborverteilung angewendet und im Protokoll vermerkt.
  • Das Inbetriebnahmeprotokoll nennt jede Teilfunktion und die Gesamtfunktion mit Soll, Ist und Bewertung; die Messreihe ist ausgewertet und mit dem Kriterium verglichen.
  • Das Prüfprotokoll der Erstprüfung enthält Besichtigen, Erproben und Messen mit Messwert, Grenzwert und Bewertung und ist von der Meisterin als Elektrofachkraft unterschrieben.
  • Ein Fehlerbild ist mit Symptom, Hypothesen, Prüfreihenfolge, Messungen, Ursache, Behebung und Nachweis analysiert.
  • Die Komponente ist vor einem Team mit anderem Projekt demonstriert, mit einem Störfall; dessen Rückmeldung steht im Protokoll.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
  • Den abgezeichneten Projektauftrag und das Pflichtenheft aus Teil 1, euren Netzplan aus Teil 2, euren Entwurf und eure Normenliste aus Teil 4
  • Lernangebot 9 (Qualität planen und sichern) und Lernangebot 10 (Errichten, in Betrieb nehmen, prüfen)
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, eine Tabellenkalkulation für Pareto-Diagramm und Messreihe
  • Im Labor: Laborverteilung mit Schutzorganen, den Aufbau eures Projekts (A Kleinsteuerung mit Schütz und Meldeleuchten, B LED-Fluter mit DALI-Steuerung und Luxmeter, C Ladepunkt-Simulator), Installationstester nach DIN EN 61557
  • Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Qualität sichern, in Betrieb nehmen, prüfen“: die Grundsätze der DIN EN ISO 9001, Pareto und Zehnerregel mit euren Zahlen, der PDCA-Zyklus, der Aufbau eines Prüfplans, die fünf Sicherheitsregeln, die Grenzwerte der Erstprüfung mit Formel, die Messreihe eurer Komponente und euer Weg bei der Fehlersuche.

Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 4 · 14 h · Meilenstein M3 (zweiter Teil: Prüfplan im Kreuzreview). Stunden als Vorschlag: Auftrag und Schätzung 1 h, Lernangebot 9 5 h, Lernangebot 10 6 h (davon mindestens 4 h im Labor), Rechenwege, Kontrolle, Demonstration und Abnahme 2 h. Lernziele: 5.1 Grundsätze der DIN EN ISO 9001 am Projekt erklären; 5.2 einen Prüfplan von Wareneingang bis Abnahme erstellen; 5.3 Mängel mit Pareto, Fehlerkosten mit der Zehnerregel und Risiken mit einer FMEA-Zeile bewerten, eine Maßnahme mit PDCA planen; 5.4 eine Anlagenkomponente nach den fünf Sicherheitsregeln errichten, in Betrieb nehmen, Teil- und Gesamtfunktionen prüfen; 5.5 Messwerte der Erstprüfung bewerten; 5.6 einen Fehler systematisch analysieren und die Komponente demonstrieren. Rahmenlehrplan LF 12: Inhalte „Qualitätssicherung“ und „Normen, Vorschriften und Regeln“; Zielsätze „beachten grundlegende Normen und Abläufe des Qualitätsmanagements“, „errichten … nehmen diese in Betrieb und prüfen Teil- und Gesamtfunktionen“, „demonstrieren Aufbau und Funktion“. Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für Teil 2 der Abschlussprüfung; im Arbeitsauftrag die Anforderung „Aufträge durchführen, Funktion und Sicherheit prüfen und dokumentieren, Normen und Spezifikationen beachten, Fehler systematisch suchen und beheben“, dazu Aufgabe 10.6 im Format „Funktions- und Systemanalyse“. Offen ist, welche Prüfschritte die Teams in den Prüfplan nehmen, welche Vorbeugemaßnahmen sie wählen, wie sie den Laboraufbau im Einzelnen verdrahten und in welcher Reihenfolge sie Hypothesen prüfen. Entscheiden alle Teams gleich, frag nach der Begründung. Laborbezug: Bausteine 4 (Labor Projektkomponente), 5 (Erstprüfung am Prüfplatz) und 6 (Pareto und Prüfplan) im Sprintplan der Lehrkräfte. A: Kleinsteuerung mit Schütz ohne Last, Meldeleuchten, Not-Halt, Interlock als 24-V-Schalter; die Messreihe am Laborumrichter 50/400 Hz nur, wenn ihr einen habt, sonst mit den Unterrichtswerten. B: LED-Fluter mit DALI-Betriebsgerät, Steuergerät mit zwei Eingängen, Luxmeter. C: Ladepunkt-Simulator mit drei Fahrzeugsimulatoren und Strommessung. Sicherheit: Arbeiten an der Laborverteilung nur nach den fünf Sicherheitsregeln und unter deiner Aufsicht als Elektrofachkraft; du unterschreibst die Prüfprotokolle. Wiederholung aus Lernfeld 5 und 7 ist gewollt und wird im Check-in offen benannt.

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 5. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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