Teil 6 von 6⏱ 8 hSprint 4 · Meilenstein M4 Übergabe

Stapler 4 ist umgebaut. Jetzt geht er in Betrieb: Unter Leitung der Meisterin der Elektrowerkstatt prüft ihr ihn, wertet den ersten Probebetrieb in der Spitzenstunde aus, dokumentiert und archiviert das Programm, präsentiert der Gepäcklogistik das Ergebnis und weist ihre Schichtleitung ein. Am Ende unterschreibt die Schichtleitung die Abnahme.

Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag, ordnest ein, wo dir Prüfen, Dokumentieren und Übergeben schon begegnet sind, und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M4.

Danach: Lernangebot 11 · Prüfen, archivieren, übergeben

Agil arbeiten · Sprint 4

Eure Storycard für Teil 6

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

Storycard Teil 6 herunterladen PDF · 2 Seiten · 346 KB

Im Projekt: Stapler 4 geht in Betrieb

PrüfprotokollProgrammdokumentationArchivierungPräsentation

Deine Lernangebote in Teil 6

Lernangebot 11 · Prüfen, archivieren, übergeben

Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Stapler 4 auf einen Blick“: Alle Betriebsmittel des Staplers mit Kennzeichen und Bedeutung, dazu die Seitenansicht. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Übergeben ist erst, was ein anderer ohne dich betreiben und ändern kann.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Manches kennst du schon: Prüfprotokoll, Schutzleiter- und Isolationsmessung aus Lernfeld 1 und aus der Erstprüfung in Lernfeld 5, Datensicherung am Werkstattrechner aus Lernfeld 4, Präsentieren und Moderieren aus Teil 1 dieses Kurses. Das ist Absicht. Neu ist, dass du eine Maschine nach DIN EN 60204-1 prüfst, ein Steuerungsprogramm so dokumentierst und archivierst, dass jemand anderes es ändern kann, und eine Abnahme selbst moderierst. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.

Darum geht es

Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich Stapler 4 nach dem Umbau prüfen, seine Funktion gegen den Anforderungskatalog nachweisen, das Programm so dokumentieren und archivieren, dass eine Kollegin es auch in einem halben Jahr ändern kann, und die Gepäcklogistik so einweisen, dass sie ihn ohne uns betreibt, damit am Check-in im Winterflugplan genug leere Wannen ankommen und niemand bei einer Störung rätselt.

Das Überblicksbild zu Teil 6 lädt.

Übersichtsplan Stapler 4 mit allen Kennzeichen aufklappen
Stapler 4 · Leerwannen-Rückführung, Gepäckkeller Terminal 3, Ebene −2 · SeitenansichtM-M1Zuführband-Y2Stopper-B1Stapelschacht-B6-B5-Y1Klinken mit Zylinder-B2M-M2Hubtisch -M2 mit Bremse-B4-B3M-M3Stapelband zur Rückführung-B7-B8Bedienfeld-S0-S1-S2-S3-S4-S5-S6-P1-P2-P3Schaltschrank-KF1SPS-KF2Sicherheit-Q1 · -Q2 · -Q3 · -Q4 · -Q11 bis -Q13 · -T1-B9Druckluft
Übersichtsplan Stapler 4 in Seitenansicht: links das Zuführband mit Motor -M1, Stopper -Y2 und Lichtschranke -B1, in der Mitte der Stapelschacht mit den Klinken (Zylinder -Y1, Endlagen -B5 und -B6), der Hubtisch mit Motor -M2 und den Sensoren -B3 und -B4 sowie die Lichtschranke -B2 am Stapelplatz, rechts das Stapelband mit Motor -M3 und den Lichtschranken -B7 und -B8. Oben links das Bedienfeld mit -S0 bis -S6 und -P1 bis -P3, oben rechts der Schaltschrank mit -KF1, -KF2, den Schützen und dem Netzteil -T1, dazu der Druckschalter -B9. Hervorgehoben sind, was in Teil 6 geprüft und übergeben wird: die Steuerung -KF1, das Sicherheitsschaltgerät -KF2, der Not-Halt -S0 und die drei Motoren. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage in der Nacht vor dem Winterflugplan

In Teil 5 lief euer Programm an der Simulation und an der Laboranlage, der Not-Halt ist geprüft, eure eigenen Fehler sind behoben. In der Nacht vor dem Winterflugplan baut die Elektrowerkstatt die alte Schützsteuerung aus und verdrahtet Stapler 4 auf die Kompaktsteuerung KF1. Bevor er zum ersten Mal mit -KF1 Spannung bekommt, wird geprüft. Am ersten Morgen läuft er im Probebetrieb durch die Spitzenstunde.

Die Schichtleitung der Gepäcklogistik will danach dreierlei: einen Nachweis, dass Stapler 4 hält, was der Anforderungskatalog verspricht, eine Einweisung für ihre Schichten und zehn Minuten, in denen ihr erklärt, was sich geändert hat. Die Meisterin der Elektrowerkstatt will ein Programm, das die Bereitschaft nachts um drei aus dem Archiv wieder einspielen kann. Sie ist als Elektrofachkraft für Prüfung und Freigabe verantwortlich; ihr arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht.

Das kennst du schon aus Lernfeld 1, 4 und 5 und den Teilen 1 bis 5

Aus Lernfeld 1: Messgeräte auswählen, Messkategorie, Prüfprotokoll. Aus Lernfeld 4: den Werkstattrechner und die Datensicherung. Aus Lernfeld 5: die Erstprüfung der Ladehalle mit Schutzleiter, Isolation und Übergabemappe; dort galt DIN VDE 0100-600 für die Gebäudeinstallation, hier gilt DIN EN 60204-1 für die elektrische Ausrüstung einer Maschine. Aus diesem Kurs: Anforderungskatalog A1 bis A8 und Moderation des Anforderungsworkshops (Teil 1), Zuordnungsliste und Anschlussplan (Teil 2, M1), Programm mit Funktionsbaustein (Teil 3, M2), GRAFCET und Schrittkette (Teil 4, M3), Testprotokoll und Prüfprotokoll Not-Halt (Teil 5).

Was ihr bei der Übergabe vorlegt

Diese sechs Unterlagen gehören zu Meilenstein M4.

Unterlage Was drinsteht Wer nimmt sie ab
Prüfprotokoll Stapler 4 Besichtigen, Messen und Erproben nach DIN EN 60204-1, jeder Prüfpunkt mit Urteil Meisterin der Elektrowerkstatt
Abnahmeprotokoll A1 bis A8 aus dem Anforderungskatalog mit Soll, Ist und Urteil, gemessener Durchsatz, Maßnahmenplan Schichtleitung der Gepäcklogistik
Programmdokumentation Zuordnungsliste, kommentierter Code, GRAFCET, Versionsstand, Änderungsliste Meisterin der Elektrowerkstatt
Archivprotokoll Version, Datum, Prüfsumme, zwei Ablageorte, geprüfte Wiederherstellung Meisterin der Elektrowerkstatt
Präsentation zehn Minuten für die Gepäcklogistik, mit Bezug auf M1 und M3 Schichtleitung der Gepäcklogistik
Einweisungsnachweis Inhalte, wer was darf, Unterschriften Schichtleitung und Meisterin

Erst schätzen, dann arbeiten

Die Rechnung aus Teil 1 verspricht für Stapler 4 rund 665 Wannen je Stunde. Was zählt der Tageszähler in der ersten echten Spitzenstunde: mehr als 665, genau 665, zwischen 600 und 665 oder weniger als 600? Schreib deine Schätzung und einen Grund auf. In Aufgabe 11.3 vergleichst du sie mit der Messung.

Dein Weg in 10 Schritten

1Auftrag klären
2Prüfung planen
3Messen
4Erproben und Probebetrieb
5Programm dokumentieren
6Archivieren
7Präsentation bauen
8Schichtleitung einweisen
9Abnahme moderieren
10Ergebnis sichern

Mehr zu diesem Teil

Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lies den Auftrag, verteilt die Arbeit nach euren Rollen. Die Rolle Test und Inbetriebnahme führt durch die Prüfung, die Rolle Dokumentation und Sicherheit durch Protokoll und Archiv.
  2. Prüfung planen
    Ordne die Prüfpunkte dem Besichtigen, Messen und Erproben zu und lege den Kopf eures Prüfprotokolls fest.
  3. Messen
    Beurteile Schutzleiter- und Isolationswiderstände, finde den Befund und schlage eine Abhilfe vor.
  4. Erproben und Probebetrieb
    Werte die Funktionsprüfung gegen A1 bis A8 aus und berechne den Durchsatz.
  5. Programm dokumentieren
    Ersetze Adressen durch Symbole, kommentiere, schreibe den Bausteinkopf und die Änderungsliste.
  6. Archivieren
    Vergleiche online und offline, lege die Version fest, sichere an zwei Orten und prüfe die Wiederherstellung.
  7. Präsentation bauen
    Leite Regeln für gute Folien ab und plane zehn Minuten für die Gepäcklogistik.
  8. Schichtleitung einweisen
    Lege fest, wer was darf, und weise unter Aufsicht der Meisterin ein, mit Nachweis.
  9. Abnahme moderieren
    Plane das Abnahmegespräch nach dem Moderationszyklus, moderiere es und halte die Schlusspräsentation mit Bezug auf M1 und M3.
  10. Ergebnis sichern
    Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, drei Prüffragen für die Expertenrunde vorbereiten.
Fertig bist du, wenn …

Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn die Gepäcklogistik als Auftraggeber alle Punkte abnimmt (Meilenstein M4):

  • Das Prüfprotokoll ist vollständig: Kopf mit Anlage, Prüfgrundlage, Messgeräten, Datum und Unterschrift; jeder Prüfpunkt ist dem Besichtigen, dem Messen oder dem Erproben zugeordnet.
  • Schutzleiter- und Isolationswiderstände stehen mit Rechenwert oder Grenzwert und Urteil im Protokoll; jeder Befund ist behoben und nachgemessen.
  • Die Funktionsprüfung gegen A1 bis A8 ist ausgewertet, jede Anforderung mit Prüfmethode, Soll, Ist und Urteil; der Durchsatz ist aus der Messreihe und aus dem Tageszähler berechnet.
  • Die Programmdokumentation enthält Zuordnungsliste, kommentierten Code mit Symbolen und Bausteinkopf, GRAFCET im übergebenen Stand, Versionsstand und Änderungsliste seit M2.
  • Das Programm ist mit Versionsnummer, Datum und Prüfsumme an zwei Orten gesichert, online und offline stimmen überein, die Wiederherstellung ist geprüft und im Archivprotokoll eingetragen.
  • Der Folienplan für zehn Minuten steht, jede Folie hat eine Kernaussage als Titel, die Folien folgen euren Regeln für gute Folien.
  • Für jede Tätigkeit an Stapler 4 steht fest, wer sie ausführen darf; die Schichtleitung ist eingewiesen, der Einweisungsnachweis ist unterschrieben.
  • Das Abnahmegespräch ist moderiert, die Ergebnisse stehen im Abnahmeprotokoll mit Maßnahmenplan, die Schichtleitung hat unterschrieben (Meilenstein M4).
  • Die Schlusspräsentation zeigt das Ergebnis gegen das Ergebnisbild und begründet jede Änderung seit M1 und M3.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
  • Eure Lernprodukte aus Teil 1 bis 5: Anforderungskatalog A1 bis A8 und Moderationsplan (Teil 1), Sensor-Aktor-Liste, Zuordnungsliste, Konfiguration und Anschlussplan (Teil 2, M1), Programm mit FB „Hubtisch“ (Teil 3, M2), GRAFCET G1 und Schrittkette (Teil 4, M3), Testprotokoll, Prüfprotokoll Not-Halt und Fehlersuchprotokoll (Teil 5)
  • Den Projektauftrag mit den Anlagendaten von Stapler 4
  • Lernangebot 11 · Prüfen, archivieren, übergeben
  • Die Karte „Stapler 4 auf einen Blick“ im Wissensspeicher
  • Prüfgerät für Schutzleiter- und Isolationsmessung aus Lernfeld 1 und 5, Stoppuhr oder die Werteleiste der Simulation
  • Den Werkstattrechner mit dem Programmierwerkzeug, ein Präsentationsprogramm, Pinnwand oder Flipchart, Moderationskarten
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Geprüft, archiviert, übergeben“: die Prüfpunkte nach Besichtigen, Messen und Erproben, die Formel für den Schutzleiter-Rechenwert mit einem Beispiel, den Grenzwert für den Isolationswiderstand, den Durchsatz aus Messreihe und Zähler, euer Versionsschema und die zwei Ablageorte, die sechs Phasen des Moderationszyklus, eure Regeln für gute Folien und die Frage aus der Einweisung, die euch am meisten überrascht hat. Die Karte „Stapler 4 auf einen Blick“ ergänzt ihr um die Prüfwerte.

Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.

Ausblick: Lernfeld 11 · Abschnitt 4 geht ans Netz

In Lernfeld 11 kommst du in den Gepäckkeller zurück. Dann geht Abschnitt 4 ans Netz: Stapler 4 und die Bänder melden über einen Feldbus an den Leitstand, der Tageszähler läuft ohne Umweg in die Statistik, und Störungen lassen sich aus der Ferne diagnostizieren. Grundlage dafür sind eure Zuordnungsliste, eure Störmeldungen und euer Archiv. Wer heute sauber dokumentiert, spart sich dort die Suche.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 4 · Teil 6 mit 8 h von 22 h (Teil 5 14 h, Teil 6 8 h) · Meilenstein M4 Übergabe, abgenommen von der Gepäcklogistik: die Schichtleitung spielst du oder eine Kollegin, die Meisterin der Elektrowerkstatt als verantwortliche Elektrofachkraft ebenfalls. Die Schlusspräsentation nimmt Bezug auf M1 und M3. Stunden als Vorschlag: Auftrag 0,5 h, Aufgabe 11.1 bis 11.3 (Prüfen) 2 h, Aufgabe 11.4 und 11.5 (Dokumentieren, Archivieren) 1,5 h, Aufgabe 11.6 und 11.7 (Präsentation, Einweisung) 1,5 h, Aufgabe 11.8 mit Abnahmegespräch und Schlusspräsentation 1,5 h, Rechenwege, Kontrolle und Kompetenzmodell 1 h. Lernziele: 6.1 eine Maschine nach DIN EN 60204-1 prüfen und das Prüfprotokoll führen; 6.2 Messwerte gegen Rechenwert und Grenzwert beurteilen; 6.3 die Funktion gegen den Anforderungskatalog prüfen und den Durchsatz nachweisen; 6.4 ein Programm dokumentieren, versionieren und archivieren; 6.5 mit Standard-Software präsentieren, ein Abnahmegespräch moderieren und Bediener einweisen. Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für Teil 1 der Abschlussprüfung, Grundlage für Teil 2. Prüfen, Protokollieren und Übergeben sind typische Gesprächsanlässe im Arbeitsauftrag. Offen sind der Aufbau von Prüfprotokoll und Programmdokumentation, das Versionsschema (das der Elektrowerkstatt ist ein Vorschlag), die Ablageorte, Form und Zahl der Folien und der Ablauf des Abnahmegesprächs. Geben alle Teams denselben Folienplan ab, ist die Offenheit unterwegs verloren gegangen. Laborhinweis: Schutzleiter- und Isolationsmessung an der Laboranlage nur spannungsfrei nach den fünf Sicherheitsregeln und unter Aufsicht, SPS, Sicherheitsschaltgerät und Netzteil vorher abklemmen; den Not-Halt nur an einem freigegebenen Not-Halt-Kreis erproben. Messt ihr selbst, ersetzen eure Messwerte die gegebenen Unterrichtswerte.

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 6. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

Storycard Teil 6 herunterladen2 Seiten · 346 KB · doppelseitig drucken