Teil 2 von 6⏱ 12 hSprint 1 · Meilenstein M1 mit Kreuzreview

Der Anforderungskatalog steht. Jetzt geht es um die Hardware: Was muss Stapler 4 der neuen Steuerung melden, was soll sie bewegen, und wo genau landet jeder Draht an der Kompaktsteuerung -KF1? Am Ende dieses Teils liegt alles auf dem Tisch, was ein anderes Team zu Meilenstein M1 abnimmt.

Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, schätzt, wie weit eine Wanne in der Reaktionszeit der SPS fährt, und planst mit deinem Team den Weg bis M1.

Danach: Lernangebot 3 · Sensoren und Aktoren am Stapler

Agil arbeiten · Sprint 1

Eure Storycard für Teil 2

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

Storycard Teil 2 herunterladen PDF · 2 Seiten · 355 KB

Im Projekt: Was meldet die Anlage, was bewegt sie?

LichtschrankeNäherungsschalterSchaltabstandEVA und ZyklusZuordnungsliste

Deine Lernangebote in Teil 2

Lernangebot 3 · Sensoren und Aktoren am StaplerLernangebot 4 · Die SPS konfigurieren und anschließen

Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.

Karte „Stapler 4 auf einen Blick“: Alle Betriebsmittel des Staplers mit Kennzeichen und Bedeutung, dazu die Seitenansicht. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Die SPS weiß nur, was ihr ein Sensor meldet, und bewegt nur, was ein Aktor für sie tut.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Wozu der Check-in?

Manches kennst du schon: Taster als Schließer und Öffner und die Kleinsteuerung KF0 mit ihren Eingängen und Ausgängen aus Lernfeld 3, Lichtschranken an den Wannen, die Wendeschaltung und das pneumatische Ventil des Ausschleusers aus Lernfeld 8, den Anschlussplan als Schaltplanart aus Lernfeld 2. Das ist Absicht. Neu ist, dass du jedes Signal so auswählst, dass die Steuerung sich darauf verlassen kann, auch wenn ein Draht bricht, und dass du die SPS selbst zusammenstellst, adressierst und anschließt. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist.

Darum geht es

Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich für Stapler 4 die passenden Sensoren und Aktoren auswählen und die Kompaktsteuerung -KF1 so konfigurieren und anschließen, dass jedes Signal eindeutig, drahtbruchsicher und dokumentiert ankommt, damit das Programm später auf eine Hardware trifft, die genau so verdrahtet ist, wie es in der Zuordnungsliste steht.

Stapler 4 · Leerwannen-Rückführung, Gepäckkeller Terminal 3, Ebene −2 · SeitenansichtM-M1Zuführband-Y2Stopper-B1Stapelschacht-B6-B5-Y1Klinken mit Zylinder-B2M-M2Hubtisch -M2 mit Bremse-B4-B3M-M3Stapelband zur Rückführung-B7-B8Bedienfeld-S0-S1-S2-S3-S4-S5-S6-P1-P2-P3Schaltschrank-KF1SPS-KF2Sicherheit-Q1 · -Q2 · -Q3 · -Q4 · -Q11 bis -Q13 · -T1-B9Druckluft
Seitenansicht von Stapler 4 mit allen Kennzeichen. Hervorgehoben sind die Sensoren, die der Steuerung melden, was in der Anlage geschieht: die Lichtschranken -B1 am Einlauf und -B2 am Stapelplatz, die Sensoren -B3 und -B4 an der Säule des Hubtischs mit der Schaltfahne, die Zylinderschalter -B5 und -B6 am Klinkenzylinder, die Lichtschranken -B7 und -B8 über dem Stapelband und der Druckschalter -B9 an der Druckluft, dazu im Schaltschrank die Kompaktsteuerung KF1. Links oben das Bedienfeld mit -S0 bis -S6 und den Meldeleuchten -P1 bis -P3, rechts oben der Schaltschrank mit -KF1, dem Sicherheitsschaltgerät -KF2, den Schützen, den Motorschutzschaltern -Q11 bis -Q13 und dem Netzteil -T1. Bewegt wird die Anlage von den Motoren -M1, -M2, -M3 und den Ventilen -Y1 und -Y2. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Lage am Stapler

Die alte Schützsteuerung kam mit wenigen Signalen aus: -B2 am Stapelplatz, -B3 und -B4 als mechanische Positionsschalter am Hubtisch und -B5 für „Klinken offen“. Eine Lichtschranke am Einlauf, eine Endlage „Klinken zu“, Lichtschranken am Stapelband, einen Druckschalter, Wahlschalter und Handtaster gab es nicht, auch keine Stör- und keine Rückstauleuchte. Ein Not-Halt war nur über den Hauptschalter -Q0 am Schaltschrank möglich.

Der Anforderungskatalog aus Teil 1 verlangt mehr: Stapelhöhe einstellbar, Rückstau erkennen, Zeitüberwachung mit Störmeldung, Hand- und Automatikbetrieb, Not-Halt nach Norm. Die Meisterin der Elektrowerkstatt sagt: „Bevor jemand eine Zeile programmiert, will ich auf Papier sehen, was die Steuerung gemeldet bekommt, was sie schaltet und an welcher Klemme jeder Draht liegt.“ Euer Ergebnis in Teil 2: Sensor-Aktor-Liste, Zuordnungsliste, Hardwarekonfiguration und Anschlussplan. Zusammen mit dem Anforderungskatalog ist das Meilenstein M1.

Stapler 4 in Zahlen · Unterrichtswerte
  • Zuführband -M1: 1,0 m/s; Hubtisch -M2: Hub 0,30 m, 0,20 m/s, Federdruckbremse; Stapelband -M3: 1,0 m/s
  • Klinken: Zylinder mit 5/2-Wegeventil -Y1, stromlos geschlossen; Stopper: 3/2-Wegeventil -Y2, stromlos oben
  • Tagesmenge rund 9.000 Wannen, Stapel aus sechs Wannen
  • Kompaktsteuerung -KF1: 24 V DC, 14 digitale Eingänge, 10 digitale Ausgänge (Transistor, 0,5 A), Erweiterung 8 DI / 8 DO möglich, Zykluszeit typisch 10 ms
  • Steuerspannung 24 V DC aus dem Netzteil -T1 (5 A); Sicherheitsschaltgerät -KF2 für den Not-Halt
  • Schützspulen 24 V DC 3,6 W, Ventilspulen 2,4 W, Meldeleuchten 25 mA

Alle Werte zu Stapler 4 und zur Kompaktsteuerung -KF1 sind Unterrichtswerte. Normen sind mit ihrer Bezeichnung genannt.

Das kennst du schon aus Lernfeld 2, 3 und 8

Lernfeld 2: Schaltplanarten. Den Anschlussplan, der zeigt, welcher Draht an welcher Klemme liegt, kennst du von dort. Hier zeichnest du ihn für eine SPS mit 26 Signalen.

Lernfeld 3 „Tor 4 macht zu“: die Kleinsteuerung KF0 mit Eingängen und Ausgängen, Taster als Schließer und Öffner, den Endschalter am Tor. Die -KF1 ist größer und wird nicht mehr am Gerät, sondern mit dem Programmierwerkzeug am Werkstattrechner konfiguriert.

Lernfeld 8 „Koffer auf Kurs“: Lichtschranken an den Übergängen von Abschnitt 4, die Wanne, die Wendeschaltung eines Bandes und das pneumatische Ventil des Ausschleusers. Stapler 4 steht am Ende genau dieses Abschnitts.

Das tut ihr jetzt: Dein Weg in 10 Schritten

1Auftrag klären
2Signale ordnen
3Lichtschranken wählen
4Schaltabstand rechnen
5Datenblatt lesen
6Drahtbruch prüfen
7Die SPS verstehen
8Konfigurieren
9Zuordnen und anschließen
10Kreuzreview M1
Dein Weg im Einzelnen
  1. Auftrag klären
    Lies die Lage, sieh dir die Seitenansicht an und vergleiche mit eurer Betriebsmittelliste aus Teil 1: Was ist neu, was fällt weg?
  2. Signale ordnen
    Ordne alle Signalgeber und Stellglieder von Stapler 4 und beginne die Sensor-Aktor-Liste.
  3. Lichtschranken wählen
    Entscheide für jede Lichtschranke Bauart und Hell- oder Dunkelschaltung.
  4. Schaltabstand rechnen
    Berechne den gesicherten Schaltabstand der induktiven Sensoren am Hubtisch und prüfe die Schaltfahne.
  5. Datenblatt lesen
    Werte das englische Datenblatt des induktiven Sensors aus und prüfe, ob er an die -KF1 passt.
  6. Drahtbruch prüfen
    Prüfe für jedes Signal, was die Steuerung bei Drahtbruch sieht, und lege Öffner und Ruhestrom fest.
  7. Die SPS verstehen
    Erschließe Funktionsgruppen, Zyklus und Adressen der -KF1 und rechne die Reaktionszeit nach.
  8. Konfigurieren
    Zählt den Bedarf an Ein- und Ausgängen, wählt die Erweiterung, parametriert die Eingangsverzögerung.
  9. Zuordnen und anschließen
    Erstellt die Zuordnungsliste, zeichnet den Anschlussplan und weist die Ausgangsbelastung nach.
  10. Kreuzreview M1
    Lasst Zuordnungsliste, Konfiguration und Anschlussplan zusammen mit dem Anforderungskatalog im Kreuzreview abnehmen, füllt Wissensspeicher und Kompetenzmodell aus.
Fertig bist du, wenn …

Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team im Kreuzreview alle Punkte abnimmt und die Projektleitung abzeichnet (Meilenstein M1, zusammen mit dem Anforderungskatalog aus Teil 1):

  • Die Sensor-Aktor-Liste nennt jeden Signalgeber und jedes Stellglied von Stapler 4 mit Kennzeichen, Art, Wirkprinzip, Schaltfunktion, Signal und Begründung.
  • Für die Endlage „Hubtisch oben“ ist die Sensorauswahl begründet, der gesicherte Schaltabstand berechnet und mit dem Abstand der Schaltfahne verglichen.
  • Für jede Lichtschranke sind Bauart und Hell- oder Dunkelschaltung festgelegt und begründet.
  • Für jedes Eingangssignal steht, was die Steuerung bei Drahtbruch sieht; Stopp, Rückstau, Druckluft und Motorschutz sind so angeschlossen, dass ein Drahtbruch zum Halt führt.
  • Für die Aktoren steht, was sie bewegen und in welchem Zustand sie stromlos bleiben.
  • Die Hardwarekonfiguration steht: Bedarf an Ein- und Ausgängen gezählt, Grundgerät mit Erweiterung gewählt, Reserve in Prozent angegeben, Eingangsverzögerung parametriert und begründet.
  • Die Zuordnungsliste nennt für jedes Signal Adresse, Kennzeichen, Symbol und Kommentar; bei Öffnern und Ruhestrom ist im Kommentar erkennbar, was 1 bedeutet.
  • Der Anschlussplan zeigt die Versorgung L+ und M aus T1, alle Eingänge und alle Ausgänge mit Kennzeichen links neben dem Schaltzeichen, Anschlussbezeichnungen und nur waagerechten und senkrechten Linien.
  • Die Ausgangsbelastung ist je Ausgang, je Gruppe und in Summe nachgewiesen.
  • Zuordnungsliste und Anschlussplan sind gegeneinander geprüft: Jede Adresse steht in beiden mit demselben Betriebsmittel.
  • Anforderungskatalog, Zuordnungsliste, Hardwarekonfiguration und Anschlussplan sind als Meilenstein M1 im Kreuzreview von einem anderen Team abgenommen und von der Projektleitung abgezeichnet.
  • Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
  • euren Anforderungskatalog und eure Betriebsmittelliste aus Teil 1
  • die Karte „Stapler 4 auf einen Blick“ und die Seitenansicht oben
  • Lernangebot 3 (Sensoren und Aktoren am Stapler) und Lernangebot 4 (Die SPS konfigurieren und anschließen)
  • Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Zeichenpapier oder ein Zeichenprogramm am Werkstattrechner aus Lernfeld 4
  • das Programmierwerkzeug am Werkstattrechner, wenn eure Schule eines hat
  • die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher

Ein Blatt „Was meldet die Anlage, was bewegt sie?“: die Sensorarten mit Wirkprinzip deutsch und englisch, Hell- und Dunkelschaltung, die Formel für den gesicherten Schaltabstand mit Reduktionsfaktoren, PNP und NPN mit Aderfarben, die Regel zur Drahtbruchsicherheit, die Funktionsgruppen der SPS, der Zyklus mit Prozessabbild, die Adressen %I, %Q, %M mit Bit, Byte und Wort und eure Konfiguration mit Reserve.

Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.

Erst schätzen, dann arbeiten

Eine Wanne fährt mit 1,0 m/s auf den Stapelplatz. Die Lichtschranke meldet sie, und die SPS braucht ein paar Millisekunden, bis ihr Ausgang schaltet. Wie weit fährt die Wanne in dieser Zeit höchstens: weniger als 1 mm, rund 2 cm, rund 20 cm oder rund 1 m? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 3 rechnest du nach.

Für Lehrkräfte
Für Lehrkräfte: Sprint 1 · 12 h · Meilenstein M1 am Ende von Teil 2 mit Kreuzreview durch ein anderes Team; Teil 1 und Teil 2 bilden zusammen Sprint 1. Stunden als Vorschlag: Auftrag und Seitenansicht 1 h, Lernangebot 3 4,5 h, Lernangebot 4 5 h, Rechenwege, Kontrolle und Kreuzreview 1,5 h. Lernziele: 2.1 Sensoren nach Wirkprinzip unterscheiden, auswählen und begründen; 2.2 den gesicherten Schaltabstand mit Reduktionsfaktoren berechnen; 2.3 Schaltfunktion, PNP und NPN, Drei-Leiter-Anschluss und Drahtbruchsicherheit anwenden; 2.4 Aktoren und ihren stromlosen Zustand beurteilen; 2.5 Funktionsgruppen und Zyklus einer SPS erklären und die Reaktionszeit berechnen; 2.6 die SPS konfigurieren, parametrieren, Zuordnungsliste und Anschlussplan erstellen und die Ausgangsbelastung nachweisen. Rahmenlehrplan LF 7: Hard- und Softwarekomponenten konfigurieren und parametrieren; Inhalte Sensoren, Aktoren, Funktionsgruppen einer Steuerung, rechnergestützte Informationsbeschaffung, Normen (DIN EN 61131), Fachsprache auch in englischer Sprache. Prüfungsbezug: prüfungsrelevant für Teil 1 der Abschlussprüfung, Grundlage für Teil 2; Sensorauswahl, Anschluss und Adressierung sind dort Standard. Offen ist, welche Bauart die Teams für -B1, -B7 und -B8 wählen, wie sie die Eingangsverzögerung einstellen, welche Signale sie auf die Erweiterung legen und wie sie den Anschlussplan aufteilen. Legen alle Teams -B8, -B9 und -F1 auf die Erweiterung, frag nach: Weshalb gerade diese? Die Lösung in Bauplan C ist eine von mehreren tragfähigen. Laborhinweis: Ein induktiver Sensor M18 an einer Laborsteuerung genügt, um den Schaltabstand mit Stahl, Edelstahl und Aluminium zu messen (Messschieber oder Fühlerlehre, Status-LED beobachten). Gearbeitet wird nur an 24 V DC.
Organisatorisches: Rollen, Sprint 1, Meilenstein M1

Die Rollen aus dem Projektauftrag gelten weiter: Teamleitung, Programmierung, Hardware und Verdrahtung, Test und Inbetriebnahme, Dokumentation und Sicherheit. In Teil 2 trägt die Rolle Hardware und Verdrahtung viel, aber die Zuordnungsliste ist die Brücke zur Programmierung: Beide Rollen arbeiten sie gemeinsam aus. Die Rolle Dokumentation und Sicherheit prüft die Drahtbruchsicherheit.

Meilenstein M1 am Ende dieses Teils: Anforderungskatalog, Zuordnungsliste, Konfiguration und Anschlussplan, abgenommen im Kreuzreview durch ein anderes Team. Die Projektleitung zeichnet ab. In der Schlusspräsentation zu M4 zeigt ihr, was ihr nach M1 an Zuordnungsliste und Anschlussplan geändert habt und weshalb.

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zu Teil 2. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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