Was die Gepäcklogistik will, in einem Plan und drei Bildern. Die Einzelheiten schlägst du nach, wenn du sie brauchst.

Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, führst mit deinem Team das Kundengespräch und zeichnest den Auftrag ab.

Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde

Agil arbeiten · Sprint 0

Eure Storycard zur Einführung

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss.

Der Auftrag auf einen Blick

Stapler 4 · Leerwannen-Rückführung, Gepäckkeller Terminal 3, Ebene −2 · SeitenansichtM-M1Zuführband-Y2Stopper-B1Stapelschacht-B6-B5-Y1Klinken mit Zylinder-B2M-M2Hubtisch -M2 mit Bremse-B4-B3M-M3Stapelband zur Rückführung-B7-B8Bedienfeld-S0-S1-S2-S3-S4-S5-S6-P1-P2-P3Schaltschrank-KF1SPS-KF2Sicherheit-Q1 · -Q2 · -Q3 · -Q4 · -Q11 bis -Q13 · -T1-B9Druckluft
Übersichtsplan Stapler 4, Leerwannen-Rückführung im Gepäckkeller von Terminal 3, Ebene −2, Seitenansicht als Schema, nicht maßstäblich. Links das Zuführband mit dem Motor -M1, der Lichtschranke -B1 am Einlauf und dem Stopper -Y2. In der Mitte der Stapelschacht: unten der Stapelplatz mit der Lichtschranke -B2, darunter der Hubtisch mit dem Motor -M2 und den Sensoren -B3 und -B4 an der Säule, im Schacht drei Wannen auf den Klinken, die der Zylinder mit dem Ventil -Y1 öffnet; -B5 und -B6 melden die Endlagen des Zylinders. Rechts das Stapelband mit dem Motor -M3, einem fertigen Stapel und den Lichtschranken -B7 und -B8. Oben links das Bedienfeld mit Not-Halt -S0, den Tastern und dem Wahlschalter -S1 bis -S6 und den Meldeleuchten -P1 bis -P3, oben rechts der Schaltschrank mit der SPS -KF1, dem Sicherheitsschaltgerät -KF2, den Schützen, den Motorschutzschaltern und dem Netzteil -T1, daneben der Druckschalter -B9 der Druckluft. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Zu langsam

Rund 490 Wannen je Stunde schafft der Stapler. Die Spitzenstunde verlangt mindestens 600.

Neue Wannen, alte Stapelhöhe

Die neuen Wannen passen zu sechst in einen Stapel. Die alte Steuerung zählt bis fünf.

Er steht, und keiner weiß weshalb

Bei einer Störung bleibt der Stapler stehen, ohne Meldung.

Dein Auftrag

Ersetze die alte Schützsteuerung von Stapler 4 durch eine speicherprogrammierbare Steuerung: Anforderungen klären, Sensoren und Aktoren prüfen, die SPS konfigurieren und anschließen, das Programm schreiben, den Ablauf als GRAFCET beschreiben, testen, sicher in Betrieb nehmen und übergeben. So, dass Stapler 4 in der Spitzenstunde mindestens 600 Wannen je Stunde zu Stapeln aus sechs Wannen stapelt, mitzählt, jede Störung verständlich meldet und bei Not-Halt sicher stehen bleibt.

Das tut ihr jetzt

1 Kundengespräch

Fünf bis acht Fragen vorbereiten, rund 20 Minuten mit Schichtleitung und Meisterin.

2 Teamvertrag

Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.

3 Abzeichnen

Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.

Fünf Meilensteine bis zur Übergabe

M0

Auftrag abgezeichnet

Sprint 0

M1

Anforderungen und Hardware

Ende Teil 2

M2

Grundprogramm

Ende Teil 3

M3

Ablauf

Ende Teil 4

M4

Übergabe

Ende Teil 6

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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Zum Nachschlagen

Der Projektauftrag zum Abzeichnen

Projektauftrag

Leere Wannen zurück · Stapler 4 im Gepäckkeller Terminal 3: Steuerung analysieren, auf eine SPS umbauen, programmieren, testen, sicher in Betrieb nehmen und übergeben

Auftraggeber
Die Gepäcklogistik von Terminal 3, vertreten durch die Schichtleitung der Gepäcklogistik. Sie betreibt Stapler 4, beschreibt, was er leisten muss, und nimmt ihn ab. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in dieser Rolle.
Auftragnehmer
Dein Ausbildungsbetrieb, die Elektrowerkstatt der Instandhaltung, dieselbe wie in Lernfeld 4 und Lernfeld 8. Verantwortlich ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft. Sie leitet das Projekt, gibt Arbeiten an der Anlage frei, verantwortet Inbetriebnahme und Prüfung und unterschreibt Prüfprotokolle und Freigaben. Dein Projektteam arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht: Es plant, programmiert, testet, protokolliert und schlägt vor. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft auch diese Rolle.
Projektleitung
Ein Amt in deinem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie weitergehen.
Rollen und Ämter
Fünf Rollen tragen das Projekt: Teamleitung, Programmierung, Hardware und Verdrahtung, Test und Inbetriebnahme, Dokumentation und Sicherheit. Ihr verteilt sie selbst, sie wechseln nach jedem Sprint. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung Dokumentation und Sicherheit mit.
Ort
Gepäckkeller Terminal 3, Ebene −2: die Leerwannen-Rückführung am Ende von Abschnitt 4, den du aus Lernfeld 8 „Koffer auf Kurs“ kennst. Nach dem Entladen an den Abwurfstellen kommen die Wannen leer zurück. Stapler 4 stapelt sie und schickt die Stapel über das Stapelband in die Rückführung zum Check-in.
Anlass
In der Spitzenstunde schafft Stapler 4 mit seiner alten Schützsteuerung (Zeitrelais, Zählrelais, fünf Wannen je Stapel) nur rund 490 Wannen je Stunde. Leere Wannen stauen sich bis zur Abwurfstelle zurück, am Check-in werden die Wannen knapp. Die neue, flachere Wannengeneration lässt sich zu sechst stapeln, die alte Steuerung kann das nicht. Bei einer Störung steht der Stapler, und niemand weiß, weshalb. Die Schützsteuerung wird durch eine speicherprogrammierbare Steuerung -KF1 ersetzt.
Leistungsumfang
Bestehende Steuerung analysieren; Anforderungskatalog mit der Gepäcklogistik erstellen; Sensoren und Aktoren prüfen und ergänzen; SPS konfigurieren; Zuordnungsliste und Anschlussplan erstellen; Programm in FUP oder KOP und in ST schreiben (Verknüpfungen, Speicher, Zeiten, Zähler, Funktionsbaustein); Ablauf als GRAFCET entwerfen und als Schrittkette umsetzen; an der Simulation und an der Anlage testen; Not-Halt und Sicherheit prüfen; Fehlersuche mit prozessbezogenen Daten; Prüfprotokoll, Dokumentation, Programmarchivierung, Übergabe und Präsentation.
Ergebnisbild
Stapler 4 stapelt in der Spitzenstunde mindestens 600 Wannen je Stunde zu Stapeln aus sechs Wannen, zählt sie für die Tagesstatistik, meldet Störungen verständlich und hält bei Not-Halt sicher an. Das Programm ist dokumentiert, archiviert und übergeben.
Termin
Umgebaut wird in der Nacht vor dem Start des Winterflugplans, übergeben am nächsten Morgen. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 80 Stunden.
Fristen im Bauablauf
An der laufenden Anlage wird nur mit Freigabe der Meisterin gearbeitet. Bis zur Umbaunacht ist das Programm an der Simulation und an der Laboranlage getestet. Am Morgen nach dem Umbau stapelt Stapler 4 wieder, sonst fehlen am Check-in die Wannen.
Mittel
Die Anlagendaten unten, der Stromlaufplan der alten Steuerung, das englische Datenblatt der SPS, die Simulation von Stapler 4, die Laboranlage, das Programmierwerkzeug der Schule, Tabellenbuch Elektrotechnik, Vorlagen, Kanban-Board und dein Team.
Was nicht vorgegeben ist
Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: die Programmiersprache je Baustein (FUP, KOP oder ST); den Aufbau des Funktionsbausteins; ob die Schrittkette mit Speichergliedern oder in ST umgesetzt wird; Testplan und Reihenfolge der Tests; die Form der Störmeldungen am Bedienfeld; den Aufbau der Dokumentation; die Form der Präsentation. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.

Meilensteine

Meilenstein Wann Was vorliegt Wer nimmt ab
M0 · Auftrag abgezeichnet Ende Sprint 0 Auftragsklärung aus dem Kundengespräch, Teamvertrag, Backlog auf dem Kanban-Board Projektleitung des Teams, gegengezeichnet von der Schichtleitung der Gepäcklogistik
M1 · Anforderungen und Hardware Ende Teil 2 (Sprint 1) Anforderungskatalog, Zuordnungsliste, Hardwarekonfiguration, Anschlussplan Kreuzreview durch ein anderes Team
M2 · Grundprogramm Ende Teil 3 (Sprint 2) Programm für Handbetrieb und Wendeantrieb des Hubtischs mit Funktionsbaustein und Zeiten Projektleitung des Teams
M3 · Ablauf Ende Teil 4 (Sprint 3) GRAFCET, Schrittkette, Zähler Kreuzreview durch ein anderes Team
M4 · Übergabe Ende Teil 6 (Sprint 4) Testprotokoll, Prüfprotokoll Not-Halt, Dokumentation, archiviertes Programm, Präsentation. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 und M3: Was habt ihr danach geändert, und weshalb? Die Gepäcklogistik als Auftraggeber; Prüfprotokolle und Freigabe unterschreibt die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft

Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.

Abzeichnung

Projektteam
Projektleitung des Teams
Meisterin der Elektrowerkstatt (Elektrofachkraft)
Schichtleitung der Gepäcklogistik (Auftraggeber)
Datum

Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.

Die Ausgangslage

Die Gepäckanlage des Flughafens ist rund 100 km lang und hat rund 26.500 Antriebe. Jedes Gepäckstück fährt in seiner eigenen Wanne, und jede Wanne trägt einen Chip, über den die Anlage sie verfolgt. Wenn ein Koffer an seiner Abwurfstelle angekommen ist, ist die Wanne leer und muss zurück zum Check-in. Damit sie dabei wenig Platz brauchen, stapeln Wannenstapler sie, bis zu sechs Wannen hoch.

Abschnitt 4 im Gepäckkeller von Terminal 3 kennst du aus Lernfeld 8: Dort hast du Antriebe für die Bänder ausgewählt, die die vollen Wannen zur Sortierung bringen. Hier geht es um den Rückweg. An seinem Ende steht Stapler 4. Die Schichtleitung der Gepäcklogistik hat zwei Sätze gesagt, die ihr euch merken solltet: „Wenn der Stapler hängt, stehen bei mir die Koffer.“ Und: „Ich will nicht raten müssen, was er hat.“

In Lernfeld 3 hast du Tor 4 mit der Kleinsteuerung KF0 gesteuert und Grundverknüpfungen und Speicher kennengelernt. GRAFCET kam dort als Ausblick vor. In diesem Projekt beschreibt ihr den ganzen Ablauf von Stapler 4 als GRAFCET.

Drei Herausforderungen im Einzelnen
Herausforderung Was dahintersteckt Worauf es ankommt
Zu langsam In der Spitzenstunde kommen mehr leere Wannen zurück, als Stapler 4 stapeln kann. Die alte Steuerung fährt den Hubtisch nach Zeitrelais statt nach Endlage und wartet länger als nötig. Leere Wannen stauen sich bis zur Abwurfstelle zurück. Den alten Ablauf verstehen, Taktzeit und Durchsatz nachrechnen, den neuen Ablauf so bauen, dass er auf Meldungen der Sensoren weiterschaltet statt auf Zeit.
Neue Wannen, alte Stapelhöhe Die neue, flachere Wannengeneration lässt sich zu sechst stapeln. Das Zählrelais der alten Steuerung zählt fest bis fünf. Ältere Wannen sind noch im Umlauf. Zählen, vergleichen und die Stapelhöhe so umsetzen, dass die Gepäcklogistik sie ändern kann, ohne dass jemand umverdrahtet.
Er steht, und keiner weiß weshalb Bleibt der Hubtisch hängen oder fehlt Druckluft, steht der Stapler ohne Meldung. Die Schicht ruft die Elektrowerkstatt, und die sucht von vorn. Zeitüberwachung, verständliche Störmeldungen, Quittieren, ein sicherer Not-Halt und eine Dokumentation, mit der auch ein Dritter den Fehler findet.
Abnahmekriterien: was Stapler 4 mindestens können muss

Diese Mindestanforderungen hat die Gepäcklogistik genannt. Sie gelten für jedes Team. In Teil 1 macht ihr daraus euren Anforderungskatalog: messbar, mit Abnahmekriterium und mit Muss oder Soll. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.

Nr. Anforderung der Gepäcklogistik Geprüft bei
A1 Stapelhöhe sechs Wannen, am Bedienfeld einstellbar von zwei bis sechs M3, M4
A2 In der Spitzenstunde mindestens 600 Wannen je Stunde M4
A3 Ein Tageszähler liefert die Zahl der gestapelten Wannen an die Statistik M3, M4
A4 Ein Stapel wird nur abgesenkt, wenn das Stapelband frei ist; bei Rückstau leuchtet eine gelbe Meldeleuchte M3, M4
A5 Eine Zeitüberwachung erkennt hängende Bewegungen; die Störmeldung blinkt rot, bis jemand quittiert M2, M4
A6 Not-Halt nach Norm; Wiederanlauf nur nach Quittieren und Start M1, M4
A7 Handbetrieb und Automatikbetrieb M2, M3
A8 Das Programm ist dokumentiert, archiviert und übergeben M4

Alles, was hier nicht geregelt ist, klärst du als Rückfrage: was der Stapler leisten muss, mit der Schichtleitung der Gepäcklogistik; was an der Anlage geschehen darf und wie die Werkstatt arbeitet, mit der Meisterin.

Anlagendaten A bis D: Gepäckanlage, Mechanik, Zeiten, Steuerung

Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Teil zusätzlich braucht, etwa das Datenblatt der Sensoren oder den Stromlaufplan der alten Steuerung, bekommst du dort.

A · Gepäckanlage des Flughafens (öffentliche Größenordnungen, gerundet)

Kenngröße Wert
Gepäckförderanlage rund 100 km lang, rund 26.500 Antriebe
Terminal 3 rund 80 Abschnitte mit je rund 20 Antrieben, sechs Ebenen
Leistung bis rund 2.000 Gepäckstücke je Stunde
Wannensystem jedes Gepäckstück fährt in einer eigenen Wanne; jede Wanne trägt einen Chip zur Verfolgung
Wannenstapler stapeln leere Wannen bis sechs Wannen hoch

B · Stapler 4: Mechanik und Antriebe (Unterrichtswerte)

Baugruppe Daten
Wanne 9 kg; neue Generation stapelbar zu sechst, alte Generation zu fünft
Zuführband -M1 1,0 m/s; Einlaufweg vom Stopper bis zum Stapelplatz 1,2 m; 0,55 kW, direkt über Schütz -Q1
Stopper Ventil -Y2 (3/2-Wegeventil); stromlos ist der Stopper oben und sperrt
Hubtisch -M2 Getriebemotor 0,75 kW mit Federdruckbremse, Wendeschaltung mit -Q2 (auf) und -Q3 (ab); Hub 0,30 m, 0,20 m/s; Eigenmasse des Hubtischs 30 kg
Klinken vier federnde Sperrklinken; doppeltwirkender Zylinder mit monostabilem 5/2-Wegeventil -Y1; stromlos sind die Klinken geschlossen, der Stapel bleibt auch bei Energieausfall liegen; Schaltzeit 0,3 s; Endlagen melden -B5 (offen) und -B6 (geschlossen)
Stapelband -M3 1,0 m/s; Ausfahrweg bis zur Lichtschranke -B7 1,8 m; 0,37 kW über Schütz -Q4
Druckluft Druckschalter -B9 meldet ausreichenden Druck (mindestens 5 bar)

C · Zeiten, die die Gepäcklogistik und die Meisterin vorgeben (Unterrichtswerte)

Zeit Wert Wofür
Beruhigungszeit 0,2 s die Wanne steht ruhig auf dem Stapelplatz, bevor der Hubtisch hebt
Nachlauf Stapelband 1,0 s nachdem -B7 den Stapel meldet
Zeitüberwachung Hubtisch 3,0 s doppelte Fahrzeit; kommt die Endlage nicht, ist das eine Störung
Blinktakt Störleuchte 1 Hz 0,5 s ein, 0,5 s aus

D · Steuerung und Versorgung (Unterrichtswerte, herstellerneutral)

Kenngröße Wert
SPS -KF1 Kompaktsteuerung 24 V DC; 14 digitale Eingänge (24 V DC, Typ 1, Eingangsverzögerung einstellbar, Standard 3 ms); 10 digitale Ausgänge (Transistor, 24 V DC, 0,5 A je Ausgang, 2 A je Gruppe zu fünf Ausgängen)
Erweiterung Baugruppe mit 8 digitalen Eingängen und 8 digitalen Ausgängen (Transistor, 0,5 A) möglich
Programmiersprachen nach IEC 61131-3: FUP, KOP, AS, ST
Zykluszeit typisch 10 ms im Projekt
Netz TN-S 400/230 V aus der Unterverteilung UV-K4 des Gepäckkellers (aus Lernfeld 8)
Steuerspannung 24 V DC aus dem Netzteil -T1 (24 V, 5 A)
Not-Halt Not-Halt-Taster -S0 wirkt über das Sicherheitsschaltgerät -KF2 auf die Schütze -Q1 bis -Q4 und die Ventilspannung; die SPS -KF1 erhält eine Meldung. Die Motorschutzschalter -Q11 bis -Q13 melden über ihre Hilfskontakte (-F1).
Leistung in Zahlen Tagesmenge an Stapler 4 rund 9.000 Wannen; gefordert in der Spitzenstunde mindestens 600 Wannen je Stunde

Kennzeichnung (überall gleich): Alle Betriebsmittel mit Kennzeichen und Bedeutung stehen auf der Karte „Stapler 4 auf einen Blick“ in Lektion 3. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen. Welche Adresse der SPS zu welchem Betriebsmittel gehört, legt ihr in Teil 2 selbst fest.

Kundengespräch vorbereiten und festhalten (Sprint 0)

Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Schichtleitung der Gepäcklogistik über das, was der Stapler leisten muss, und mit der Meisterin der Elektrowerkstatt über das, was an der Anlage geschehen darf. Deine Lehrkraft spielt beide Rollen und sagt dir, wen du gerade vor dir hast. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin oder einer Entscheidung beantworten.

Worüber ihr sprechen solltet:

  • wann die Spitzenstunde ist, was dann am Stapler passiert und bis wohin sich die Wannen stauen
  • wie viele alte Wannen noch im Umlauf sind und wer die Stapelhöhe künftig ändern darf
  • was geschehen soll, wenn das Stapelband voll ist
  • was die Schicht bei einer Störung sehen will, wer quittiert und wer dann gerufen wird
  • wohin die Zahl der gestapelten Wannen gehen soll und wann der Zähler neu beginnt
  • mit der Meisterin: wann Stapler 4 für den Umbau stillstehen darf, wer an der Anlage arbeiten darf und was vorher an der Simulation und an der Laboranlage getestet sein muss
  • was die Gepäcklogistik bei der Übergabe in der Hand halten will und wer eingewiesen wird

Kundengespräch · Sprint 0 · Auftragsklärung

Nr. Unsere Frage An wen? Schichtleitung oder Meisterin Antwort Was folgt daraus für den Auftrag?
1
2
3
4
5
6
7
8

Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was Schichtleitung oder Meisterin nicht beantworten können oder wollen, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.

Euer Teamvertrag

Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat, wer in welcher Expertengruppe ist und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.

Was Unsere Festlegung
Projektleitung in Sprint 1
Teamleitung in Sprint 1
Programmierung in Sprint 1
Hardware und Verdrahtung in Sprint 1
Test und Inbetriebnahme in Sprint 1
Dokumentation und Sicherheit in Sprint 1
Unsere Expertengruppen (Lektion 3)
So erreichen wir uns
Wenn jemand fehlt, dann …
Wenn wir uns nicht einigen, dann …
Unterschriften
Rollen im Team

Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint, so dass niemand zweimal dieselbe Rolle hat. Die Projektleitung ist ein Amt daneben: Wer es hat, zeichnet im laufenden Sprint ab. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung auch Dokumentation und Sicherheit.

Rolle Aufgaben Daran sieht man, dass geliefert wurde
Teamleitung Hält Termin, Backlog und Kanban-Board im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker und spricht für das Team mit Schichtleitung und Meisterin. Das Board ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen.
Programmierung Verantwortet Programmaufbau, Bausteine, Kommentare und GRAFCET; achtet darauf, dass jede Zeile zur Zuordnungsliste passt. Jeder Baustein hat einen Kopfkommentar, jede Variable einen Namen aus der Zuordnungsliste.
Hardware und Verdrahtung Verantwortet Sensor-Aktor-Liste, Hardwarekonfiguration, Zuordnungsliste und Anschlussplan. Jeder Ein- und Ausgang ist im Plan, in der Liste und an der Klemme gleich bezeichnet.
Test und Inbetriebnahme Verantwortet Testplan, Tests an Simulation und Laboranlage und das Testprotokoll; misst Taktzeiten. Zu jedem Testfall stehen Soll, Ist und Ergebnis im Protokoll.
Dokumentation und Sicherheit Führt Wissensspeicher und Projektakte, achtet auf Not-Halt, sichere Zustände und Normen, bereitet Prüfprotokoll, Archivierung und Übergabe vor. Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage, jede Programmversion hat Nummer und Datum.

Wer gerade welche Rolle hat, steht auf dem Kanban-Board und im Teamvertrag.

So arbeitet ihr: in fünf Sprints, 80 Stunden

Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Am Ende jedes Sprints wird abgenommen. Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog.

Sprint Ziel Teile Meilenstein Zeit
0 Auftrag klären Bevor du loslegst M0 4 h
1 Anlage verstehen, Hardware festlegen Teil 1 (10 h) und Teil 2 (12 h) M1, Kreuzreview 22 h
2 Grundprogramm schreiben Teil 3 M2 14 h
3 Ablauf programmieren Teil 4 M3, Kreuzreview 16 h
4 Testen, prüfen, übergeben Teil 5 (14 h) und Teil 6 (8 h) M4 22 h
Puffer 2 h
Summe 80 h

Eure Arbeitsvereinbarungen

  • Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
  • Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
  • Sprint Review: Abnahme anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
  • Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen

Stapler 4, seine Antriebe, Zeiten, die SPS -KF1 und alle Anlagendaten unter B bis D sind für den Unterricht konstruiert. Die Werte sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten eines echten Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zur ganzen Gepäckanlage (Anlagendaten A) folgen öffentlichen Angaben, gerundet.

Weiter geht es mit dem Wissensspeicher, der Karte „Stapler 4 auf einen Blick“ und der Karte „GRAFCET lesen“. Die erste brauchst du ab Teil 1.