Hier macht ihr aus „schneller und klüger“ einen Anforderungskatalog, den man bei der Abnahme prüfen kann, und beschafft die Informationen zur neuen Kompaktsteuerung KF1. Nimm deine Funktionsbeschreibung aus Lernangebot 1 dazu.

Schritt 3 von 5. Du unterscheidest Lastenheft und Pflichtenheft, planst und führst den Anforderungsworkshop, formulierst die Anforderungen messbar, rechnest den Durchsatz der neuen Anlage nach und wertest das englische Datenblatt aus.

Danach: Rechenwege und Lösungen Teil 1

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Eine Anforderung ist erst fertig, wenn jemand an der Anlage prüfen kann, ob sie erfüllt ist.

Am Ende hast du: den Anforderungskatalog A1 bis A8 mit Abnahmekriterien, den Moderationsplan für den Workshop und den Steckbrief der Kompaktsteuerung KF1.

Karte „Stapler 4 auf einen Blick“: Alle Betriebsmittel des Staplers mit Kennzeichen und Bedeutung, dazu die Seitenansicht. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe dieses Teils.

Was muss Stapler 4 nach dem Umbau können?Schneller. In der Spitzestauen sich die Wannen biszur Abwurfstelle.SchichtleitungIn der Spitzenstundebrauchen wir mindestens 600leere Wannen je Stundezurück.SchichtleitungDie neuen Wannen dürfen zusechst auf einen Stapel.SchichtleitungBei Umbauten im Kellerwollen wir auch kleinereStapel fahren.BedienerWir wollen jeden Tagwissen, wie viele Wannendurch sind.SchichtleitungWenn der Stapler steht,weiß keiner, weshalb.BedienerEine Störung soll man vonWeitem sehen.BedienerIst das Stapelband voll,darf kein Stapel mehrnachkommen.InstandhaltungNot-Halt direkt am Stapler,nicht nur hinten amSchrank.BedienerNach einer Störung denHubtisch von Hand nachunten fahren können.InstandhaltungWer ändert in einem Jahrdie Stapelhöhe? Das mussman nachlesen können.InstandhaltungGrüne Lampe, wenn allesläuft.BedienerNachts bitte leiser.BedienerAm liebsten gleich einenzweiten Stapler.Schichtleitung
Pinnwand nach der Kartenabfrage im Anforderungsworkshop, noch ungeordnet. Oben die Leitfrage „Was muss Stapler 4 nach dem Umbau können?“. Darunter vierzehn Karten, gelb von der Schichtleitung, blau von Bedienern, grün von der Instandhaltung: schneller, weil sich die Wannen in der Spitze bis zur Abwurfstelle stauen; mindestens 600 leere Wannen je Stunde in der Spitzenstunde; die neuen Wannen dürfen zu sechst auf einen Stapel; bei Umbauten auch kleinere Stapel fahren; jeden Tag wissen, wie viele Wannen durch sind; wenn der Stapler steht, weiß keiner, weshalb; eine Störung von Weitem sehen; ist das Stapelband voll, darf kein Stapel nachkommen; Not-Halt direkt am Stapler, nicht nur hinten am Schrank; nach einer Störung den Hubtisch von Hand nach unten fahren können; wer in einem Jahr die Stapelhöhe ändert, muss es nachlesen können; grüne Lampe, wenn alles läuft; nachts bitte leiser; am liebsten gleich einen zweiten Stapler. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Erst du, dann die anderen

Die Schichtleitung sagt nur: „Schneller und klüger soll er werden.“ Wie kommst du von diesem Satz zu Anforderungen, die man abnehmen kann? Den Weg gibt dir keiner vor. Wie würdest du vorgehen?

So gehen andere vor. Such dir einen Weg aus.
  • Ein Workshop mit Kartenabfrage. Alle Beteiligten schreiben auf, was sie brauchen, dann wird geordnet und gewichtet. Viele Sichten in kurzer Zeit, und die Gepäcklogistik trägt das Ergebnis mit. Die Karten sind aber oft unscharf, und ohne gute Moderation zerfasert es.
  • Ein Interview mit Leitfragen. Du fragst die Schichtleitung gezielt nach Mengen, Zeiten und Störungen. Das geht schnell und liefert Zahlen. Du hörst aber nur eine Sicht, und was du nicht fragst, erfährst du nicht.
  • Beobachten und Daten sammeln. Du stehst in der Spitzenstunde am Stapler, zählst Wannen und schreibst Störungen mit. Das sind harte Zahlen über das Heute. Wünsche für morgen zeigt das nicht, und auf die Spitzenstunde musst du warten.

Es gibt hier nicht den einen richtigen Weg. Entscheide dich für einen und schreibe dazu, weshalb.

Gegebene Werte: Gepäcklogistik, neue Anlage und Kompaktsteuerung -KF1 · aufklappen, wenn du rechnest

Gegebene Werte: Gepäcklogistik, neue Anlage und Kompaktsteuerung -KF1

Gepäcklogistik
Tagesmenge an Stapler 4 rund 9.000 Wannen · Wünsche siehe Pinnwand oben
Stapelhöhe neu
die neue Wannengeneration ist zu sechst stapelbar
Einfahren neu
Zuführband 1,0 m/s, vom Stopper bis zum Stapelplatz 1,2 m · danach Beruhigungszeit T4 = 0,2 s, bis die Wanne ruhig steht
Hubtisch neu
Hub 0,30 m, 0,20 m/s · weitergeschaltet wird an den Endlagen -B3 und -B4
Stapelwechsel neu
Hubtisch auf · Klinken öffnen 0,3 s · Hubtisch ab · Stapelband 1,0 m/s, 1,8 m bis zur Lichtschranke -B7 · Nachlauf T1 = 1,0 s
Kompaktsteuerung -KF1
englisches Datenblatt in Aufgabe 2.7

Alle Werte zu Stapler 4 und zur alten Steuerung sind Unterrichtswerte. Zahlen zum Flughafen sind öffentliche Größenordnungen, gerundet.

Dein Lernprodukt im Einzelnen

Dein Lernprodukt

Anforderungskatalog Stapler 4 mit Moderationsplan und Steckbrief -KF1

Darauf laufen die Aufgaben dieses Lernangebots zu. Die Aufgaben sind die Stufen dorthin, das Lernprodukt ist das Ergebnis.

Es besteht aus

  • dem Moderationsplan für den Anforderungsworkshop mit Ziel, Ablauf, Zeiten, Methoden, Rollen und Material
  • dem Protokoll des Workshops: Cluster, Punkte, Rückfragen und Antworten
  • dem Anforderungskatalog A1 bis A8 als Auszug aus dem Lastenheft, jede Anforderung messbar, mit Muss oder Soll und Abnahmekriterium
  • der Rechnung für den Durchsatz der neuen Anlage im Vergleich mit der Anforderung
  • dem Steckbrief der Kompaktsteuerung -KF1 aus dem englischen Datenblatt, mit Begriffen deutsch und englisch und der Bewertung der Quelle

Zur Dokumentation

Der Anforderungskatalog passt auf eine Seite und trägt die Zustimmung der Schichtleitung mit Datum. Jede Anforderung hat eine Nummer, auf die sich Test und Abnahme in Teil 5 und 6 beziehen. Was gewünscht, aber nicht beauftragt ist, steht getrennt darunter.

Zusammen mit der Funktionsbeschreibung aus Lernangebot 1 ist das der erste Teil von Meilenstein M1. Abgenommen wird er im Kreuzreview durch ein anderes Team am Ende von Sprint 1, danach zeichnet die Projektleitung ab.

2.1Unterscheide Lastenheft und Pflichtenheft
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Aufgabe 2.1

Unterscheide Lastenheft und Pflichtenheft:

  • Erkläre, was in einem Lastenheft steht.
  • Erkläre, was in einem Pflichtenheft steht.
  • Gib an, wer an Stapler 4 welches der beiden Dokumente schreibt.
  • Ordne die Aussagen in der Tabelle dem Lastenheft oder dem Pflichtenheft zu.
Aussage Lastenheft oder Pflichtenheft?
Stapler 4 stapelt in der Spitzenstunde mindestens 600 Wannen je Stunde.
Der Hubtisch wird über einen Funktionsbaustein mit Zeitüberwachung 3,0 s angesteuert.
Eine Störung ist am Stapler von Weitem zu erkennen.
Die Meldeleuchte Störung -P2 blinkt mit 1 Hz bis zum Quittieren.
Die Gepäcklogistik bekommt jeden Tag die Zahl der gestapelten Wannen.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Lastenheft · Pflichtenheft · Auftraggeber · Auftragnehmer · Projektmanagement

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

2.2Plant den Anforderungsworkshop mit der Schichtleitung
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Aufgabe 2.2

Plant den Anforderungsworkshop mit der Schichtleitung:

  • Legt Ziel und Ergebnis des Workshops fest.
  • Formuliert die Leitfrage für die Kartenabfrage.
  • Plant den Ablauf mit Zeiten für höchstens 50 Minuten.
  • Beschreibt, wie Kartenabfrage, Clustern und Punktabfrage ablaufen.
  • Verteilt Moderation, Zeitwache und Protokoll im Team.
  • Listet das Material auf.
Zeit Schritt Methode Wer Material Ergebnis

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Moderation · Moderationstechnik · Kartenabfrage · Punktabfrage · Besprechung

Im Team Diese Aufgabe bearbeitet ihr im Projektteam. Jede und jeder kann das Ergebnis am Ende erklären.

2.3Führt den Workshop und ordnet die Karten von der Pinnwand
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Aufgabe 2.3

Führt den Workshop und ordnet die Karten von der Pinnwand:

  • Ordnet die Karten zu Clustern.
  • Gebt jedem Cluster eine Überschrift.
  • Haltet das Ergebnis der Punktabfrage fest.
  • Klärt Unklares durch Rückfragen an die Schichtleitung.
  • Sondert Karten aus, die nicht zum Auftrag gehören, und begründet das.

Anforderungsworkshop · Sprint 1 · mit der Schichtleitung der Gepäcklogistik

Nr. Cluster (Überschrift) Karten, die dazugehören Punkte aus der Punktabfrage Rückfrage an die Schichtleitung und ihre Antwort
1
2
3
4
5
6
7
8

Der Workshop gehört zu Meilenstein M1. Was die Schichtleitung nicht beantworten kann oder will, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Kartenabfrage · Clustern · Protokoll · Gesprächsführung

Im Team Diese Aufgabe bearbeitet ihr im Projektteam. Jede und jeder kann das Ergebnis am Ende erklären.

2.4Formuliert den Anforderungskatalog A1 bis A8
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Aufgabe 2.4

Formuliert den Anforderungskatalog A1 bis A8:

  • Formuliert aus jedem Cluster eine Anforderung mit Größe und Wert.
  • Legt für jede Anforderung fest, ob sie Muss oder Soll ist.
  • Schreibt zu jeder Anforderung ein Abnahmekriterium.
  • Prüft jede Anforderung, ob ein Dritter an der Anlage entscheiden kann, ob sie erfüllt ist.
  • Begründet eure Entscheidung über Muss und Soll.
Nr. Anforderung (messbar) Muss oder Soll Abnahmekriterium: was, womit, wann geprüft
A1
A2
A3
A4
A5
A6
A7
A8

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Anforderungskatalog · Lastenheft · Abnahme · Prüfprotokoll

Im Team Diese Aufgabe bearbeitet ihr im Projektteam. Jede und jeder kann das Ergebnis am Ende erklären.

2.5Rechne den Durchsatz der neuen Anlage nach
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Aufgabe 2.5

Rechne den Durchsatz der neuen Anlage nach:

  • Berechne die Taktzeit für eine Wanne.
  • Berechne die Dauer des Stapelwechsels.
  • Berechne die Zeit für einen Stapel aus sechs Wannen.
  • Berechne den Durchsatz in Wannen je Stunde.
  • Vergleiche ihn mit der Anforderung der Gepäcklogistik.
  • Berechne, wie viele Sekunden je Stapel als Reserve bleiben.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Taktzeit · Durchsatz · Reserve

Allein Diese Aufgabe bearbeitest du allein.

2.6Beschaffe rechnergestützt Informationen zur Kompaktsteuerung
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Aufgabe 2.6

Beschaffe rechnergestützt Informationen zur Kompaktsteuerung:

  • Lege fest, welche Informationen ihr für die Auswahl braucht.
  • Lege Suchbegriffe deutsch und englisch fest.
  • Bewerte die Quellen in der Tabelle nach Herkunft, Aktualität, Vollständigkeit und Zweck.
  • Begründe, welche Quelle für Grenzwerte wie den Ausgangsstrom maßgeblich ist.
  • Halte fest, wie ihr gefundene Dateien benennt und ablegt.
Quelle Wer steht dahinter? Aktuell und vollständig? Wofür taugt sie? Grenze
Datenblatt des Herstellers
Handbuch des Herstellers
Seite eines Händlers
Forumsbeitrag
Erklärvideo
Tabellenbuch, Norm

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Informationsbeschaffung · Datenblatt · Suchmaschine · Quellenangabe · Datensicherung

Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.

2.7Werte das englische Datenblatt der Kompaktsteuerung -KF1 aus
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Aufgabe 2.7

Technical data · Compact PLC -KF1 (Auszug aus dem Datenblatt, englisch)

Parameter Value
Product Compact PLC -KF1 (vendor-neutral training example)
Rated supply voltage 24 V DC (permissible range 20.4 V to 28.8 V DC)
Digital inputs 14, expandable by 8 with an expansion module
Input type current sinking (for PNP sensors), type 1 according to IEC 61131-2
Rated input voltage 24 V DC
Signal level signal “1”: 15 V to 30 V DC; signal “0”: −3 V to 5 V DC
Input delay configurable, default 3 ms
Digital outputs 10, transistor, expandable by 8
Output type current sourcing (PNP), short-circuit proof
Rated output voltage 24 V DC
Output current per channel max. 0.5 A
Output current per group max. 2 A per group of 5 outputs
Programming languages IEC 61131-3: FBD, LD, SFC, ST
Scan time typically 10 ms, depending on program size
Retentive memory 10 kB, data retained after power failure without battery
Program memory 100 kB
Operating temperature 0 °C to 55 °C
Degree of protection IP20

Werte das englische Datenblatt der Kompaktsteuerung -KF1 aus:

  • Übersetze die Begriffe der linken Spalte ins Deutsche.
  • Erkläre „current sinking“ an den Eingängen und „current sourcing“ an den Ausgängen.
  • Erkläre, was „retentive memory“ bedeutet.
  • Begründe, weshalb ein Tageszähler im remanenten Speicher liegen muss.
  • Erstelle den Steckbrief der -KF1 in der Tabelle.
Merkmal deutsch englisch im Datenblatt Wert Was das für Stapler 4 heißt
Bemessungsspannung
digitale Eingänge
Eingangsart
Eingangsverzögerung
digitale Ausgänge
Ausgangsstrom je Kanal
Ausgangsstrom je Gruppe
Programmiersprachen
Zykluszeit
remanenter Speicher

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Speicherprogrammierbare Steuerung · Datenblatt · Remanenz · Zykluszeit · Fachenglisch

Mit Lernpartner Diese Aufgabe bearbeitest du mit deinem Lernpartner. Vergleicht am Ende eure Ergebnisse.

2.8Stellt den Anforderungskatalog fertig und lasst ihn bestätigen
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Aufgabe 2.8

Stellt den Anforderungskatalog fertig und lasst ihn bestätigen:

  • Prüft für jede Anforderung, ob die Kompaktsteuerung -KF1 sie unterstützt.
  • Ergänzt jede Anforderung um den Bezug zu den Schwachstellen aus Lernangebot 1.
  • Stellt Moderationsplan, Protokoll, Anforderungskatalog, Durchsatzrechnung und Steckbrief zusammen.
  • Legt den Anforderungskatalog der Schichtleitung zur Zustimmung vor.
  • Haltet offene Fragen für Teil 2 fest.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Anforderungskatalog · Abnahme · Dokumentation

Im Team Diese Aufgabe bearbeitet ihr im Projektteam. Jede und jeder kann das Ergebnis am Ende erklären.

Die Lage ändert sich

Eine Woche nach dem Workshop meldet sich die Schichtleitung: Ab dem Winterflugplan laufen auch Sperrgut-Wannen über Stapler 4 zurück. Sie sind höher und dürfen nur zu viert gestapelt werden. Ein Signal, welche Wanne gerade kommt, gibt es bisher nicht.

Überprüfe dein Lernprodukt an diesem Fall:

  • Prüfe, welche deiner Anforderungen A1 bis A8 sich dadurch ändern.
  • Überprüfe mit deinem Rechenweg aus Aufgabe 2.5, ob A2 auch bei Stapeln aus vier Wannen noch erfüllt ist.
  • Entscheide, welche Rückfrage du an die Schichtleitung stellst und was ins Lastenheft kommt.

Mit Lernpartner Diese Überprüfung macht ihr zu zweit. Wer beide Fälle erklären kann, hat die Sache verstanden.