Die vier Karten, die dich durch den ganzen Kurs begleiten, was aus jedem Teil hängen bleiben soll, und wie ihr es euch gegenseitig erklärt.

Schritt 3 von 3. Hier lernst du die vier Karten kennen, siehst, was aus jedem Teil in den Wissensspeicher gehört, wie die Expertenrunde abläuft und wann du deinen Lernbegleiter holst.

Danach: Teil 1 · Wer muss mit wem reden?

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Vier Karten tragen den Kurs: wer am Netz hängt, auf welcher Ebene er arbeitet, was im Telegramm steht und wie der Regler rechnet. Wer sie lesen kann, findet sich in jedem Teil zurecht.

Karte „Abschnitt 4 am Netz auf einen Blick“

Die Karte zeigt die Anlage, an der du den ganzen Kurs arbeitest, mit den Referenzkennzeichen, die überall im Kurs gleich sind. IP-Adressen und Gerätenamen stehen hier absichtlich nicht: Den Adressplan erarbeitest du in Teil 2 selbst.

Karte „Abschnitt 4 am Netz auf einen Blick“ · Gepäckkeller Terminal 3

Abschnitt 4 im Gepäckkeller von Terminal 3 geht ans NetzSchema von oben · Anlagennetz in Kursfarbe, Lichtwellenleiter zum Leitstand punktiertLeitstandGepäckförderanlage, BedienplätzeCheck-in 1Check-in 24.04.14.24.314 m, 10° Steigung4.44.5Band 5.3 aus Abschnitt 5zur SortierungZusammenführung 4/54.7Rutsche zu Gate B4.6-BG1M3~M3~M3~M3~M3~-KE11Peripherie-KE12PeripherieSchaltschrank SK4 neben der UV-K4UV-K4400/230 V=4.3-T1Umrichter=4.5-T1Umrichter-KE21Router-K1SPS-KF20Switch-P1TafelStapler 4 · Leerwannen-Rückführung, Ebene −2-KE1SPSStapelschachtLichtwellenleiter zum Leitstand
Übersichtsplan von Abschnitt 4 als Schema von oben, nicht maßstäblich. Oben der Leitstand, darunter die Bänder 4.0 bis 4.3 mit Motoren und Lichtschranken, die Kurve 4.4 und das Beschleunigerband 4.5 mit dem Laser BG1, rechts die Zusammenführung 4/5 mit Band 5.3, Ausschleuser 4.7, Rutsche und Rutschenband 4.6. Im Feld die dezentrale Peripherie =A4-KE11 und =A4-KE12. Unten links der Schaltschrank SK4 neben der UV-K4 mit den Umrichtern =4.3-T1 und =4.5-T1, dem Router =A4-KE21, der Anlagensteuerung =A4-K1, dem Switch =A4-KF20 und der Bedientafel =A4-P1, unten rechts Stapler 4 mit der SPS =ST4-KE1. Im Plan stehen die Kennzeichen in Kurzform, die vollständigen in der Tabelle darunter. In Kursfarbe das Anlagennetz im Vorschlag der Werkstatt als Linie, punktiert der Lichtwellenleiter zum Leitstand. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Teilnehmer des Anlagennetzes

Referenzkennzeichen Gerät Ort Aufgabe Aktualisierungszeit (Planungswert)
=A4-K1 Anlagensteuerung (SPS) Schaltschrank SK4 steuert Abschnitt 4, tauscht zyklisch Daten mit den Geräten aus gibt als Steuerung den Takt vor
=ST4-KE1 SPS von Stapler 4 Stapler 4, Ebene −2, 85 m vom Switch steuert Stapler 4, liefert Zähler und Meldungen 16 ms
=A4-P1 Bedientafel Tür von SK4 Bedienen und Beobachten vor Ort azyklisch
=4.3-T1 Umrichter Steigband 4.3 Schaltschrank SK4 speist den Motor des Steigbands 4 ms
=4.5-T1 Umrichter Beschleunigerband 4.5 Schaltschrank SK4 speist den Motor des Beschleunigerbands 4 ms
=A4-KE11 dezentrale Peripherie im Feld an den Bändern 4.0 bis 4.4, 45 m von SK4 nimmt Sensoren und Aktoren im Feld auf 8 ms
=A4-KE12 dezentrale Peripherie an der Zusammenführung 4/5, 38 m von KE11 nimmt Sensoren und Aktoren an Zusammenführung, 4.6 und 4.7 auf, dazu den Laser =4.5-BG1 8 ms
=A4-KF20 Switch, verwaltbar Schaltschrank SK4 verbindet die Teilnehmer azyklisch (Verwaltung)
=A4-KE21 Router mit Firewall Schaltschrank SK4 Übergang zum Leitstandnetz, Lichtwellenleiter 400 m zum Leitstand azyklisch

Weitere Betriebsmittel, die im Kurs vorkommen

Referenzkennzeichen Betriebsmittel Ort Aufgabe
=4.3-B1 Lichtschranke Einlauf unten am Steigband 4.3 meldet eine Wanne am Einlauf
=4.3-B2 Lichtschranke Auslauf oben am Steigband 4.3 meldet eine Wanne am Auslauf
=4.3-B3 Drehgeber Motorwelle Steigband 4.3 misst die Drehzahl für die Drehzahlregelung im Umrichter
=4.5-BG1 Laser-Distanzsensor Ende von Band 4.5 misst gegen die Förderrichtung die Lage der Wanne
UV-K4, SK4 Unterverteilung, Schaltschrank Gepäckkeller, Abschnitt 4 Ortsangaben, keine Geräte am Netz
So liest du ein Referenzkennzeichen
=4.3-T1: Das Gleichheitszeichen leitet das System ein, hier Band 4.3. Der Bindestrich leitet das Produkt ein, hier T1. So bleibt das Kennzeichen im gemeinsamen Netz eindeutig, auch wenn in zwei Anlagen je ein Gerät T1 heißt. =A4 steht für Abschnitt 4 als Ganzes, =ST4 für Stapler 4.
Kennbuchstaben nach DIN EN IEC 81346-2 (Tabellenbuch S. 81, 82)
K Verarbeiten von Signalen und Informationen (Steuerungen, Peripherie, Netzwerkgeräte; KE und KF sind Unterklassen davon, im Kurs KE für Steuerungen, Peripherie und Router, KF für den Switch), T Umwandeln von Energie (Umrichter), B Erfassen einer Größe und Umwandeln in ein Signal (Lichtschranke; BG für Positionssensor und Drehgeber), P Darstellen von Informationen (Bedientafel).
Aktualisierungszeit
So oft tauscht die Steuerung mit diesem Gerät zyklisch Daten aus. Die Werte in der Tabelle sind Planungswerte der Werkstatt. Ob sie reichen, prüfst du in Teil 1 und Teil 2.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Referenzkennzeichnung · Kennbuchstaben der Objekte · Industrial Ethernet

Diese Karte brauchst du ab Teil 1, wenn du die Automatisierung von Abschnitt 4 liest und Datenflüsse erfasst, in Teil 2 für Netzplan, Adressplan und FMEA, in Teil 3 für die Umrichter am Bus, in Teil 5 bei Inbetriebnahme und Fehlersuche und in Teil 6 bei der Ferndiagnose. Die alten Kennzeichen aus Lernfeld 7 und 8 ordnest du in Lernangebot 1 zu.

Karte „Ebenen der Automatisierung“

Eine Gepäckförderanlage ist in Ebenen gebaut: unten die Geräte, die messen und bewegen, oben die Planung. Die Karte zeigt die fünf Ebenen mit Beispielen aus dem Gepäckkeller und der Zeit, in der eine Ebene typischerweise reagieren muss.

Karte „Ebenen der Automatisierung“ · Automatisierungspyramide

Ebenen der Automatisierung am Beispiel der GepäckförderanlageUnternehmensebenePlanung, Einkauf, FlugplanReaktionszeit: Stunden bis TageBetriebsleitebeneGepäcksteuerung, Sortierziele, StatistikReaktionszeit: MinutenProzessleitebeneLeitstand: Bedienen, Beobachten, MeldenReaktionszeit: SekundenSteuerungsebeneAnlagensteuerung K1, SPS KE1 von Stapler 4Reaktionszeit: 1 bis 100 msFeldebeneUmrichter, Peripherie, Lichtschranken, LaserReaktionszeit: unter 10 msDaten werden verdichtet
Automatisierungspyramide mit fünf Ebenen, von unten nach oben: Feldebene mit Umrichtern, Peripherie, Lichtschranken und Laser, Reaktionszeit unter 10 ms; Steuerungsebene mit der Anlagensteuerung K1 und der SPS KE1 von Stapler 4, 1 bis 100 ms; Prozessleitebene mit dem Leitstand zum Bedienen, Beobachten und Melden, Sekunden; Betriebsleitebene mit Gepäcksteuerung, Sortierzielen und Statistik, Minuten; Unternehmensebene mit Planung, Einkauf und Flugplan, Stunden bis Tage. Ein Pfeil links zeigt nach oben: Daten werden von Ebene zu Ebene verdichtet. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Ebene Was dort geschieht Beispiel im Gepäckkeller Reaktionszeit
Unternehmensebene planen, bestellen, abrechnen Planung, Einkauf, Flugplan Stunden bis Tage
Betriebsleitebene Betrieb lenken, auswerten Gepäcksteuerung, Sortierziele, Statistik Minuten
Prozessleitebene bedienen, beobachten, melden, archivieren Leitstand: Bedienen, Beobachten, Melden Sekunden
Steuerungsebene verknüpfen, steuern, regeln Anlagensteuerung K1, SPS KE1 von Stapler 4 1 bis 100 ms
Feldebene messen, stellen, antreiben Umrichter, Peripherie, Lichtschranken, Laser unter 10 ms
Vertikale Kommunikation
Daten laufen zwischen den Ebenen: Meldungen und Zählerstände nach oben, Aufträge und Sollwerte nach unten. Nach oben werden die Daten seltener und verdichteter, nach unten werden die Zeitanforderungen schärfer.
Horizontale Kommunikation (Querkommunikation)
Daten laufen zwischen Geräten derselben Ebene, zum Beispiel zwischen zwei Steuerungen benachbarter Abschnitte.
SCADA
Supervisory Control and Data Acquisition: Überwachen, Bedienen und Datenerfassung einer Anlage von einer Leitwarte aus, im Kurs der Leitstand der Gepäckförderanlage.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Automatisierungspyramide · Feldebene · SCADA

Diese Karte brauchst du in Teil 1, wenn du das Ebenenbild von Abschnitt 4 und Stapler 4 mit allen Datenflüssen zeichnest, in Teil 2, wenn du das Anlagennetz vom Leitstandnetz trennst, und in Teil 6, wenn Daten in Statistik und Wartungsplan gehen.

Karte „Steuerwort und Zustandswort lesen“

Ein Umrichter am Bus bekommt keine Drähte mehr für Freigabe und Störung. Er bekommt ein Steuerwort, und er antwortet mit einem Zustandswort. Die Karte zeigt, welches Bit was bedeutet, wie der Sollwert normiert ist und wie du ein Wort zwischen dual, sedezimal und dezimal umrechnest. Das Beispiel unten hat nichts mit Abschnitt 4 zu tun; die Werte für deine Umrichter bildest du in Teil 3 selbst.

Karte „Steuerwort und Zustandswort lesen“ · Kurs-Telegramm 1

Das Kurs-Telegramm 1 ist angelehnt an das herstellerneutrale Antriebsprofil nach DIN EN 61800-7. Je Richtung zwei Wörter zu 16 Bit: von der Steuerung an den Umrichter das Steuerwort STW1 und der Drehzahlsollwert NSOLL, vom Umrichter an die Steuerung das Zustandswort ZSW1 und der Drehzahlistwert NIST.

Bit STW1: Bit = 1 heißt … ZSW1: Bit = 1 heißt …
0 EIN (0 = AUS1, Rücklauf an der Rampe) einschaltbereit
1 kein AUS2 (0 = Austrudeln) betriebsbereit
2 kein AUS3 (0 = Schnellhalt) Betrieb freigegeben
3 Betrieb freigeben Störung wirksam
4 Hochlaufgeber freigeben kein AUS2 aktiv
5 Hochlaufgeber starten kein AUS3 aktiv
6 Sollwert freigeben Einschaltsperre
7 Störung quittieren (Flanke 0 → 1) Warnung wirksam
8 (frei) Drehzahl Soll gleich Ist
9 (frei) Führung gefordert
10 Führung durch Steuerung Vergleichsdrehzahl erreicht
11 (frei) Strom- oder Momentengrenze erreicht

Die Bits 12 bis 15 von STW1 und ZSW1 kommen im Kurs nicht vor. Bits zählst du von 0 an, rechts beginnend.

Normierung von Soll- und Istwert
16#4000 = 16.384 entspricht 100 % der Bezugsdrehzahl nBezug. Die Bezugsdrehzahl ist ein Parameter im Umrichter, im Kurs-Telegramm 1 sind es 1.500 1/min. Das Wort ist eine ganze Zahl mit Vorzeichen (INT): positive Werte für die eine Drehrichtung, negative für die andere.
Umrechnung

Wort = nnBezug · 16.384

Zusatzwort Iststrom
Wird es übertragen, entspricht 16#4000 einem Strom von 4,0 A.
Schreibweise
16# vor einer Zahl heißt sedezimal (hexadezimal), 2# heißt dual. Telegrammwerte schreibst du im Kurs immer vierstellig: 16#00A5, nicht 16#A5.

Ein Wort mit 16 Bit, gelesen von rechts: Bit 0 ist das niedrigsteBitWert150140131120111100918070615041312110000010 = 2Stellenwert 4.0961010 = AStellenwert 2560101 = 5Stellenwert 161100 = CStellenwert 116#2A5C = 2 · 4.096 + 10 · 256 + 5 · 16 + 12 · 1 = 10.844
Das Wort 16#2A5C als Beispiel ohne Projektbezug. Oben die Bitnummern 15 bis 0, von links nach rechts, darunter der Wert jedes Bits; gesetzte Bits sind in Kursfarbe hervorgehoben, es sind die Bits 2, 3, 4, 6, 9, 11 und 13. Je vier Bits sind zu einer Gruppe zusammengefasst und ergeben eine Sedezimalziffer: 0010 = 2, 1010 = A, 0101 = 5, 1100 = C, mit den Stellenwerten 4.096, 256, 16 und 1. Unten die Umrechnung: 16#2A5C = 2 · 4.096 + 10 · 256 + 5 · 16 + 12 · 1 = 10.844. Eigene Darstellung für den Unterricht.
So liest du ein Zustandswort, Schritt für Schritt
  1. Schreib das Wort vierstellig sedezimal auf, zum Beispiel 16#2A5C.
  2. Wandle jede Ziffer in vier Bits um: 2 = 0010, A = 1010, 5 = 0101, C = 1100.
  3. Nummeriere die Bits von rechts mit 0 beginnend bis 15.
  4. Lies in der Tabelle die Bedeutung jedes Bits, das 1 ist, und jedes Bits, dessen 0 etwas bedeutet.
  5. Setz die Bedeutungen zu einem Satz zusammen: Was kann der Umrichter gerade, und was fehlt ihm?

Umgekehrt baust du ein Steuerwort, indem du für jedes Bit entscheidest, ob es 1 oder 0 sein muss, die Bits zu Vierergruppen zusammenfasst und jede Gruppe als Sedezimalziffer schreibst.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Sedezimalzahlen · Dualzahlen · Frequenzumrichter

Diese Karte brauchst du in Teil 3, wenn du die Telegrammliste für die Umrichter =4.3-T1 und =4.5-T1 aufstellst, in Teil 4, wenn du mit Wörtern, Bits und Masken rechnest, und in Teil 5 beim Telegrammtest der Inbetriebnahme. Not-Halt läuft nie über dieses Telegramm: Er bleibt Hardware, das Netz meldet ihn nur.

Karte „Regelkreis und digitaler Regler“

In Lernfeld 8 hast du am Steigband die Größen im Regelkreis kennengelernt und eine Sprungantwort gemessen. Hier rechnet der Regler in der Steuerung, Takt für Takt. Die Karte hält die Größen fest, dazu die Anteile P, I und D und was ein digitaler Regler anders macht. Welcher Regler für die Lücke an der Zusammenführung passt, entscheidest du in Teil 4.

Karte „Regelkreis und digitaler Regler“

Zeichen Name Was sie bedeutet Farbe in den Zeichnungen
w Führungsgröße der vorgegebene Sollwert für die Regelgröße Kursfarbe
x Regelgröße die Größe, die gemessen und auf dem Sollwert gehalten werden soll dunkel
r Rückführgröße das Messsignal der Regelgröße, das zur Vergleichsstelle zurückläuft dunkel
e Regeldifferenz, e = w − r der Unterschied zwischen Sollwert und zurückgeführtem Istwert; der Eingang des Reglers Kursfarbe
yR Reglerausgangsgröße das Signal, das der Regler aus e bildet und an das Stellglied gibt grau
y Stellgröße die Ausgangsgröße des Stellglieds, mit der es auf die Regelstrecke einwirkt grün
z Störgröße eine Größe, die von außen auf die Regelstrecke wirkt und die niemand vorgibt rot

Wirkungsplan eines Regelkreises mit digitalem Reglerw−eRegler in der SteuerungP, PI oder PIDrechnet alle TA neuyRStellgliedyRegelstreckezxMessgliedrDie Steuerung liest den Messwert nur alle TA und gibt dazwischen dieselbe Stellgröße aus
Wirkungsplan eines Regelkreises mit digitalem Regler, ohne Bezug zu einer bestimmten Anlage. Die Führungsgröße w und die Rückführgröße r treffen sich an der Vergleichsstelle, r mit Minuszeichen. Die Regeldifferenz e geht in den Regler in der Steuerung (P, PI oder PID), der alle TA neu rechnet. Seine Reglerausgangsgröße yR geht an das Stellglied, das mit der Stellgröße y auf die Regelstrecke wirkt. Von oben wirkt die Störgröße z auf die Regelstrecke. Die Regelgröße x läuft zum Messglied, das die Rückführgröße r zur Vergleichsstelle zurückgibt. Farben: w und e in Kursfarbe, x und r dunkel, y grün, z rot. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Die Anteile des Reglers

Anteil Kennwert Was er tut Was er kostet
P Proportionalbeiwert KP Die Stellgröße ist proportional zur Regeldifferenz: Er reagiert sofort. Wirkt eine Störgröße dauernd, bleibt eine Regeldifferenz übrig (bleibende Regelabweichung). Großes KP macht den Kreis schneller, aber unruhiger bis zum Schwingen.
I Nachstellzeit Tn Er summiert die Regeldifferenz über die Zeit und stellt so lange nach, bis sie null ist. Er ist langsamer als der P-Anteil und neigt zum Überschwingen, je kleiner Tn, desto stärker. Läuft die Stellgröße in die Begrenzung, summiert er weiter (Windup), wenn man ihn nicht anhält.
D Vorhaltzeit Tv Er reagiert auf die Änderungsgeschwindigkeit der Regeldifferenz und dämpft. Er verstärkt Messrauschen und sprunghafte Messwerte.

PI-Regler und PID-Regler kombinieren die Anteile. Im Programm der Steuerung steht dafür meist ein PID-Baustein aus der Bibliothek, bei dem du die Anteile einzeln einstellst oder abschaltest.

Abtastzeit TA
Ein digitaler Regler liest den Messwert nicht ständig, sondern alle TA, rechnet die Stellgröße neu und gibt sie bis zum nächsten Takt unverändert aus. Damit TA gleich bleibt, ruft die Steuerung den Regler in einem zeitgesteuerten Baustein auf (Weckalarm), nicht im freien Zyklus.
PI-Regler je Abtastschritt

Ineu = Ialt + KP · TATn · e

yR = KP · e + Ineu

Begrenzung
Die Stellgröße wird auf den Bereich begrenzt, den die Anlage verträgt. In der Begrenzung wird der I-Anteil angehalten (Anti-Windup).
Kennwerte einer Sprungantwort
Überschwingen: wie weit die Regelgröße über das Ziel hinausläuft. Ausregelzeit: ab wann sie in einem Toleranzband bleibt. Bleibende Regelabweichung: was am Ende von e übrig bleibt.
Kaskade
Ein äußerer Regler gibt einem inneren Regler den Sollwert vor, zum Beispiel ein Regler in der Steuerung dem Drehzahlregler im Umrichter. Der innere Kreis muss deutlich schneller sein als der äußere.

Regelungstechnik im Tabellenbuch: S. 515 bis 523.

Tabellenbuch Schlag im Sachwortverzeichnis nach: Regelkreis · Regler, digitaler · Abtastung · Sprungantwort

Diese Karte brauchst du in Teil 4, wenn du die Lückenregelung als Wirkungsplan zeichnest, den Reglerbaustein programmierst und an der Sprungantwort einstellst, und in Teil 5, wenn du die Messreihe der Inbetriebnahme auswertest. Die Größen kennst du aus Lernfeld 8; dort stand: Wie ein Regler eingestellt wird, lernst du in Lernfeld 11.

Dein Wissensspeicher-Blatt

Je Teil ein Blatt: acht feste Felder und ein Themenfeld, das zum Teil gehört. Du füllst es am Ende jedes Teils aus, in der Lektion „Das kann ich · Kompetenzmodell“.

Kursmaterial · je Teil ein Blatt

Das Wissensspeicher-Blatt als PDF. Die Felder auf zwei Seiten, zum Ausfüllen am Rechner oder zum Ausdrucken. Druck es für jeden Teil einmal aus.

Wissensspeicher-Blatt als PDF herunterladen2 Seiten · 108 KB · Felder zum Ausfüllen

Das Blatt ansehen und ausprobieren

Jeder Teil endet mit genau einem Wissensspeicher-Blatt. Es ist deine Eintrittskarte zur Expertenrunde und später deine Lernunterlage für die Klassenarbeit und für Teil 2 der Abschlussprüfung. Ein Blatt, eine Seite, handschriftlich oder digital, aber vollständig.

Acht feste Felder und ein Themenfeld, eine Seite. Hier kannst du es ausprobieren und leer ausdrucken. Ausgefüllt wird es am Ende jedes Teils, in der Lektion „Das kann ich · Kompetenzmodell“. So entsteht je Teil genau ein Blatt.

Die Expertenrunde am Ende jedes Sprints

In jedem Team übernimmt jede Person eine von vier Expertengruppen und behält sie den ganzen Kurs. Bei fünf Personen teilen sich zwei die Gruppe, die im Sprint am meisten zu tragen hat. Wer in welcher Gruppe ist, steht im Teamvertrag.

Netz und Kommunikation

Wer redet mit wem, über welchen Weg, wie schnell?

Antriebe am Bus

Was steht im Telegramm, und was tut der Umrichter damit?

Daten und Regelung

Wie wird aus einem Messwert eine Zahl, und aus der Zahl eine Stellgröße?

Sicherheit und Qualität

Was kann schiefgehen, wer darf was, und wie wird es besser?

1 Expertenphase

Experten einer Gruppe aus allen Teams · 20 min

2 Zurück ins Team

Blatt im Team fertig stellen · 15 min

3 Lehrrunden

Mischgruppen, 8 min erklären, 3 Prüffragen · je 10 min

4 Rückfragen

Offenes an die Tafel · 10 min

5 Kompetenz-Check

allein, ohne Unterlagen, ohne Note · 15 min

Ablauf, Themen und Regeln im Einzelnen

Am Ende jedes Sprints, 60 bis 90 Minuten. Ziel: Jede Person kann danach jedes Thema des Sprints erklären. Weil alle Teams am selben Teil arbeiten, vergleicht ihr in der Runde vor allem eure Entscheidungen: Wer hat was gewählt, und weshalb?

Phase Was passiert Zeit
1 Expertenphase Die Experten einer Gruppe aus allen Teams setzen sich zusammen, klären ihr Thema des Sprints und vergleichen, was ihre Teams entschieden haben. 20 min
2 Zurück ins Team Jede Person bringt ihr Thema ins Team. Das Team stellt sein Wissensspeicher-Blatt fertig. Jede Person muss das ganze Blatt vertreten können, denn wer vorträgt, wird ausgelost. 15 min
3 Lehrrunden Mischgruppen mit genau einer Person aus jedem Team, ausgelost. Reihum: 8 Minuten erklären nach dem Wissensspeicher-Raster, dann 3 Prüffragen. Die Zuhörenden führen ihren eigenen Wissensspeicher weiter. je 10 min
4 Rückfrage-Runde Offene Punkte sammeln. Was in der Gruppe niemand klären kann, kommt an die Tafel und wird gemeinsam geklärt. 10 min
5 Kompetenz-Check Kurzer Einzelnachweis über alle Themen des Sprints, ohne Unterlagen. Er zählt nicht für die Note. 15 min

Was die Expertengruppen in welchem Sprint tragen

Expertengruppe Sprint 1 (Teil 1 und 2) Sprint 2 (Teil 3) Sprint 3 (Teil 4) Sprint 4 (Teil 5 und 6)
Netz und Kommunikation Ebenen, Kennwerte von Bussystemen, Adressplan, Linie oder Ring Prozessdaten und Parameterdaten, zyklisch und azyklisch Querkommunikation mit Abschnitt 5 und Stapler 4 Netzwerkdiagnose, Portstatistik, Fehlereingrenzung
Antriebe am Bus Umrichter als Teilnehmer, Weg je Zykluszeit Steuerwort, Zustandswort, Normierung Kaskade aus Regler in der Steuerung und Drehzahlregler im Umrichter Einrichten mit verminderter Geschwindigkeit, Strom-Trend eines Antriebs
Daten und Regelung Datenflussliste, Datenpunkte und ihre Zeitanforderung Oberschwingungen, THD, Messreihe Datentypen, Analogwert normieren, Reglereinstellung Störstatistik, Kennzahlen, Verbesserung mit Zahlen belegen
Sicherheit und Qualität FMEA, Umbaunacht, Arbeitsschutz in der Betriebspause, Konfliktgespräch EMV-Prüfliste, Ableitstrom und Schutzleiter Drahtbruch, Plausibilität, Regler nur mit gültigem Messwert Betriebsarten, Not-Halt in Hardware, Fernzugriff, PDCA

Regeln, die die Runde tragen

  • Wer vorträgt, wird ausgelost. Deshalb muss jede und jeder im Team alles können, nicht nur der Schnellste.
  • Vorgetragen wird ohne Handy und ohne Skript, nur mit dem Wissensspeicher-Blatt. Pläne, Listen und die vier Karten darfst du zeigen.
  • Nach jedem Vortrag drei Prüffragen. Wer sie nicht beantworten kann, bekommt die Erklärung noch einmal. Das ist kein Makel, sondern der Zweck der Runde.
  • Jede Person verlässt die Runde mit vollständigen Wissensspeicher-Blättern zu allen Themen des Sprints.

Wenn du nicht weiterkommst

1 Lernpartner

Zuerst fragst du ihn.

2 Team nebenan

Wer an derselben Stelle sitzt, hilft.

3 Lernbegleiter

Mindestens drei Gespräche, du meldest dich selbst.

Wenn du im Team nicht weiterkommst

Bevor du den Lernbegleiter holst, gibt es zwei schnellere Wege, und beide gehören zum Projekt dazu:

  • Frag deinen Lernpartner. Die Aufgaben sagen dir, welche ihr ohnehin zu zweit bearbeitet.
  • Frag das Team, das gerade an derselben Stelle sitzt, oder den Experten deiner Gruppe dort. In der Expertenrunde macht ihr das ohnehin, im Sprint dazwischen dürft ihr es auch.

Wer gefragt wird, ist nicht der Bessere, sondern der Nächste. Wer erklärt, lernt dabei am meisten.

Deine Gespräche mit dem Lernbegleiter und der Nachweis

Im Projekt entscheidest du viel selbst. Damit bist du aber nicht allein: Dreimal im Projekt setzt du dich mit deinem Lernbegleiter zusammen und besprichst, wo du stehst. Das ist kein Verhör und keine Prüfung. Es geht um deinen Weg, nicht um deine Note.

Deine Lehrkraft spielt im Projekt auch Gepäcklogistik, Leitstand und die Meisterin der Elektrowerkstatt. Im Gespräch mit dem Lernbegleiter ist sie keine dieser Rollen: Hier geht es nicht um die Abnahme, sondern um dich.

Du meldest dich, nicht umgekehrt. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn ein Lernprodukt fertig ist, wenn du zwischen zwei Wegen nicht entscheiden kannst, wenn der Busaufbau oder die Simulation etwas anderes tut, als du denkst, oder wenn du länger als eine Stunde feststeckst.

Nachweis · mindestens drei Gespräche

Nr. Datum Worum ging es? Was nehme ich mit? Abgezeichnet
1
2
3

Die Spalte „Abgezeichnet“ füllt dein Lernbegleiter aus, nicht du. Der Nachweis gehört in deine Projektakte und zählt bei der Bewertung unter „Prozess“ mit.