Teil 3 von 6⏱ 18 hSprint 2 · Meilenstein M2
Das Netz steht auf dem Papier, jetzt kommen die Antriebe dran. Die Umrichter der Bänder 4.3 und 4.5 sollen ihren Sollwert nicht mehr über 0 bis 10 V und drei Drähte bekommen, sondern über das Anlagennetz: mit Steuerwort, Sollwert, Zustandswort und Istwert. Und weil Umrichter ihren Strom nicht sinusförmig aus dem Netz holen, prüfst du, was sie an der UV-K4 anrichten und wie du sie EMV-gerecht installierst.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, siehst dir die beiden Umrichter im Übersichtsplan an und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M2.
Danach: Lernangebot 5 · Antriebe am Bus steuern
Agil arbeiten · Sprint 2
Eure Storycard für Teil 3
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 3 herunterladen PDF · 2 Seiten · 361 KB
Im Projekt: Wie kommt der Sollwert sauber in den Umrichter?
Deine Lernangebote in Teil 3
Lernangebot 5 · Antriebe am Bus steuernLernangebot 6 · Netzrückwirkungen und EMV beherrschen
Die Karte kennst du von „Bevor du loslegst“. Sie zeigt, was du in diesem Teil lernst.
Karte „Steuerwort und Zustandswort lesen“: Das Kurs-Telegramm der Umrichter: Bits von Steuerwort und Zustandswort, Normierung des Sollwerts, Schreibweise 16#. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Leg sie neben jede Aufgabe mit Telegrammen.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ein Antrieb am Bus versteht nur, was im Steuerwort steht, und er sagt alles, was im Zustandswort steht.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Manches kennst du aus LF 8 und LF 10. Das ist Absicht. In LF 8 hast du den Umrichter =4.3-T1 (dort hieß er T1) mit Hochlauf- und Rücklaufzeit, Frequenzgrenzen und Drehgeber parametriert; in LF 10 sind dir Oberschwingungen an der Trafostation begegnet; aus LF 4 kennst du Dualzahlen und Sedezimalzahlen. Neu ist, dass der Umrichter seine Befehle als Bits in einem Wort bekommt, seinen Zustand selbst zurückmeldet und dass du die Oberschwingungen jetzt an ihrer Quelle untersuchst: am Umrichter. Ordne trotzdem ehrlich ein, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb an einem Antrieb mit Bedienfeld, privat an einem Gerät mit Netzteil oder in einem früheren Lernfeld.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich die Umrichter der Bänder 4.3 und 4.5 so an das Anlagennetz bringen, dass K1 sie sicher steuert, jeden Zustand sieht und bei einem Ausfall des Netzes weiß, was die Bänder tun, und ich möchte sie so anschließen, dass weder die Spannung an der UV-K4 noch der Bus unter ihnen leidet, damit Abschnitt 4 nach dem Umbau zuverlässiger läuft als vorher.
Das bewegte Überblicksbild zu diesem Teil lädt. Darunter steht der Übersichtsplan von Abschnitt 4.
Übersichtsplan von Abschnitt 4
Die Lage in der Werkstatt
Nach Meilenstein M1 liegen Netzplan, Adressplan und FMEA vor. In der Werkstatt hängt jetzt der Umrichter des Beschleunigerbands auf einem Prüfaufbau am Bus. Er meldet sich bei K1, aber der Motor dreht nicht. Gleichzeitig kommt aus der Probewoche am Steigband eine Meldung: An KE11 gibt es sporadische Busfehler, immer dann, wenn das Steigband anläuft. Die Meisterin der Elektrowerkstatt will vor der Umbaunacht drei Dinge sehen: „Eine Telegrammliste, mit der beide Umrichter sicher laufen und sauber stehen bleiben, wenn der Bus weg ist. Einen Nachweis, dass die Umrichter der Ausbaustufe die Spannung an der UV-K4 nicht kaputt machen. Und eine EMV-Prüfliste, mit der wir die Busfehler finden, statt zu raten.“ Euer Ergebnis ist Meilenstein M2. Die Projektleitung nimmt ab, danach die Meisterin.
Die beiden Antriebe in Zahlen · Unterrichtswerte
| Größe | Steigband 4.3 | Beschleunigerband 4.5 |
|---|---|---|
| Umrichter | =4.3-T1 (in LF 8: T1), Schaltschrank SK4 | =4.5-T1, Schaltschrank SK4 |
| Motor | Getriebemotor IE4 1,1 kW, 2,42 A, 1.440 1/min | Getriebemotor 1,5 kW, 3,3 A, 1.445 1/min |
| Band | 14 m, 10°, 1,4 m/s, Trommel 200 mm, i = 10,8 | 4,2 m, 1,4 m/s (Stellbereich 1,0 bis 1,8 m/s), Trommel 200 mm, i = 10,8 |
| Frequenzen und Rampen | 10 bis 60 Hz, Hoch- und Rücklauf je 3 s | bis 65 Hz, Hochlauf 1,0 s auf 50 Hz |
| bisher | Sollwert 0 bis 10 V, Freigabe, Störung und Quittieren über drei Drähte | gesteuert, fester Sollwert |
| am Bus | Aktualisierungszeit 4 ms, Kurs-Telegramm 1 | Aktualisierungszeit 4 ms, Kurs-Telegramm 1 |
| Netz | TN-S 400/230 V, 50 Hz, aus der UV-K4 (Kurzschlussleistung 6 MVA) | ebenso |
Das kennst du schon aus LF 4, LF 8, LF 10 und Teil 2
Aus LF 4: Dualzahlen und Sedezimalzahlen, die du jetzt in Steuerwörtern brauchst. Aus LF 8 „Koffer auf Kurs“: den Umrichter des Steigbands mit Gleichrichter, Zwischenkreis und Wechselrichter, seine Parameterliste (Frequenzgrenzen, Hoch- und Rücklaufzeit) und den Drehgeber B3, mit dem er die Drehzahl selbst regelt. Aus LF 10 „Strom aufs Vorfeld“: Oberschwingungen und Netzqualität an der Trafostation. Hier schaust du auf ihre Quelle, den Umrichter. Aus Teil 2: Gerätenamen, Aktualisierungszeit und Ansprechüberwachung der Umrichter im Anlagennetz. LF 11 vertieft das: Der Umrichter wird Busteilnehmer, und du verantwortest, was er im Netz anrichtet.
Erst schätzen, dann arbeiten
Das Steigband läuft mit 1,4 m/s voll beladen bergauf. Plötzlich kommen keine Telegramme mehr bei =4.3-T1 an. Wie weit fährt eine Wanne noch, bis das Band steht: wenige Zentimeter, rund einen halben Meter oder rund zwei Meter? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 5 rechnest du nach.
Das tut ihr jetzt: dein Weg in 12 Schritten
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 3. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
Storycard Teil 3 herunterladen2 Seiten · 361 KB · doppelseitig drucken
Mehr zu diesem Teil
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies die Lage, sieh dir die beiden Umrichter im Übersichtsplan an und schreib auf, was ihr noch nicht erklären könnt. - Daten am Bus
Unterscheide Prozessdaten und Parameterdaten und beschreibe das Kurs-Telegramm 1. - Steuerwort bilden
Bilde die Steuerwörter für Lauf, AUS1 und Schnellhalt bitweise und in 16#-Schreibweise. - Zustandswort lesen
Lies die Zustandswörter vom Prüfaufbau und finde heraus, weshalb der Motor nicht dreht. - Sollwerte normieren
Normiere die Drehzahlsollwerte für 4.3 und 4.5 und rechne Istwerte zurück. - Wenn der Bus schweigt
Lege Ansprechüberwachung und Fehlerreaktion fest; der Not-Halt bleibt Hardware. - Englisches Handbuch
Werte das Kapitel Kommunikation aus und schreibe einen deutschen Steckbrief. - Telegrammliste
Stellt die Telegrammliste und die Kommunikationsparameter beider Umrichter zusammen. - Oberschwingungen
Untersuche den Netzstrom des Umrichters und berechne THD und Effektivwert. - Nachweis UV-K4
Weise nach, ob die Spannung an der UV-K4 die Verträglichkeitspegel einhält, und wähle eine Maßnahme. - EMV-Prüfliste
Prüfe Schirm, Leitungsführung und Schutzleiter und stellt die EMV-Prüfliste auf. - Abnahme M2
Ein anderes Team prüft, die Projektleitung und die Meisterin zeichnen ab. Danach Wissensspeicher und Kompetenzmodell.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team alle Punkte geprüft hat und die Projektleitung und danach die Meisterin abzeichnen (Meilenstein M2):
- Die Telegrammliste für =4.3-T1 und =4.5-T1 nennt die Steuerwörter für Vorbereiten, Lauf, AUS1, Schnellhalt und Quittieren mit Bitbelegung, binär und in 16#-Schreibweise.
- Die Sollwörter für Steigband 4.3 und für die drei Geschwindigkeiten von Band 4.5 sind normiert und nachgerechnet, die Maximalfrequenz ist geprüft.
- Die Zustandsfolge des Antriebs ist mit den Zustandswörtern beschriftet; jedes gemeldete Zustandswort lässt sich einem Zustand zuordnen.
- Die Kommunikationsparameter beider Umrichter stehen in einer Liste: Telegrammart, Bezugsdrehzahl, Steuerquelle, Ansprechüberwachung, Fehlerreaktion, jeder Wert begründet.
- Die Fehlerreaktion bei Kommunikationsausfall ist je Band entschieden und mit Weg und Bremsweg begründet; der Not-Halt bleibt Hardware.
- Der Steckbrief „Kommunikation“ aus dem englischen Handbuch liegt auf Deutsch vor.
- Der Nachweis der Netzrückwirkungen an der UV-K4 zeigt THDi, die Spannungsoberschwingungen und THDu mit und ohne Netzdrossel, verglichen mit den Verträglichkeitspegeln, und eine begründete Maßnahme.
- Die Messreihe vom Laborumrichter ist ausgewertet und als Messprotokoll abgelegt.
- Die EMV-Prüfliste für Umrichter, Motorleitung, Busleitung, Potenzialausgleich und Schutzleiter ist abgearbeitet, jeder Punkt mit Soll, Prüfweg und Ergebnis.
- Telegrammliste, Kommunikationsparameter, Nachweis und Prüfliste sind von einem anderen Team geprüft und von der Projektleitung und der Meisterin abgezeichnet (Meilenstein M2).
Das brauchst du dafür
- Euren Netzplan und Adressplan aus Teil 2 (Meilenstein M1) und die Parameterliste von =4.3-T1 aus LF 8
- Lernangebot 5 (Antriebe am Bus steuern) und Lernangebot 6 (Netzrückwirkungen und EMV beherrschen)
- Den Werkstattrechner aus LF 4 mit dem Programmierwerkzeug und seiner Beobachtungstabelle, wenn vorhanden einen Laborumrichter am Bus
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner und eine Tabellenkalkulation für die Oberschwingungen
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Wie kommt der Sollwert sauber in den Umrichter?“: die vier Wörter des Kurs-Telegramms 1, eure Steuerwörter für Vorbereiten, Lauf, AUS1, Schnellhalt und Quittieren, die Zustandsfolge mit den Zustandswörtern, die Normierung 16#4000 = 100 %, Ansprechüberwachung und Fehlerreaktion, THD und Effektivwert, eure Werte an der UV-K4 und die fünf wichtigsten Punkte eurer EMV-Prüfliste.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.