Was Gepäcklogistik und Leitstand wollen, in einem Plan und drei Bildern. Die Einzelheiten schlägst du nach, wenn du sie brauchst.
Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, führst mit deinem Team das Gespräch mit Gepäcklogistik und Leitstand und zeichnest den Auftrag ab.
Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde
Agil arbeiten · Sprint 0
Eure Storycard zur Einführung
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss.
Der Auftrag auf einen Blick
Der Leitstand sieht nur eine Lampe
Eine Sammelmeldung für den ganzen Abschnitt. Wer wissen will, was los ist, fährt in den Keller.
Die Lücke bei schweren Koffern
Am Beschleunigerband 4.5 verpassen Wannen mit schweren Koffern gelegentlich ihre Lücke an der Zusammenführung 4/5.
Vier Stunden Nachtpause
Umgebaut wird nur in der Nachtpause. Am Morgen muss Abschnitt 4 wieder Wannen fördern.
Dein Auftrag
Bring Abschnitt 4 und Stapler 4 an ein Anlagennetz: die bestehende Automatisierung analysieren, ein Bussystem auswählen, das Netz planen und konfigurieren, Fehler vorausdenken, die Umrichter der Bänder 4.3 und 4.5 kommunikationsfähig machen, Netzrückwirkungen und EMV beherrschen, die Lücke an der Zusammenführung in der Steuerung regeln, Betriebsarten festlegen, in Betrieb nehmen, Daten auswerten, sicher aus der Ferne diagnostizieren und übergeben. So, dass der Leitstand jeden Teilnehmer und jede Störung einzeln mit Ort sieht und jede Wanne ihre Lücke trifft, auch mit schweren Koffern.
Das tut ihr jetzt
1 Gespräch
Fünf bis acht Fragen vorbereiten, rund 20 Minuten mit Gepäcklogistik, Leitstand und Meisterin.
2 Teamvertrag
Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.
3 Abzeichnen
Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.
Fünf Meilensteine bis zur Übergabe
M0
Auftrag abgezeichnet
Sprint 0
M1
Netzkonzept
Ende Teil 2
M2
Antriebe am Bus
Ende Teil 3
M3
Regelkonzept
Ende Teil 4
M4
Übergabe
Ende Teil 6
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Zum Nachschlagen
Der Projektauftrag zum Abzeichnen
Projektauftrag
Abschnitt 4 geht ans Netz · Abschnitt 4 und Stapler 4 im Gepäckkeller Terminal 3: Automatisierung analysieren, ans Anlagennetz bringen, Antriebe über den Bus steuern, die Lücke regeln, in Betrieb nehmen und in Stand halten
- Auftraggeber
- Die Gepäcklogistik von Terminal 3, vertreten durch die Schichtleitung Gepäcklogistik, gemeinsam mit dem Leitstand der Gepäckförderanlage, vertreten durch die Schichtleitung Leitstand. Der Leitstand nutzt die Daten von Abschnitt 4 und überwacht die Anlage aus der Ferne. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in diesen Rollen.
- Beteiligt
- Die Informationssicherheit des Flughafens, vertreten durch die Beauftragte für Informationssicherheit. Sie entscheidet mit, wie das Anlagennetz vom übrigen Netz getrennt wird und wer aus der Ferne zugreifen darf.
- Auftragnehmer
- Dein Ausbildungsbetrieb, die Elektrowerkstatt der Instandhaltung, dieselbe wie in Lernfeld 4, 7 und 8. Verantwortlich ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft.
- Projektleitung
- Die Meisterin der Elektrowerkstatt leitet das Projekt. Sie gibt Arbeiten an der Anlage frei, verantwortet Inbetriebnahme und Prüfung und unterschreibt Protokolle und Freigaben. In deinem Team trägt die Teamleitung das Amt der Projektleitung: Es wechselt mit jedem Sprint, und wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie weitergehen. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft die Meisterin.
- Rollen und Ämter
- Fünf Rollen tragen das Projekt: Teamleitung (zugleich Amt der Projektleitung), Netz und Kommunikation, Antriebe und Regelung, Inbetriebnahme und Prüfen, Dokumentation und Sicherheit (Arbeitsschutz und Informationssicherheit). Ihr verteilt sie selbst, sie wechseln nach jedem Sprint. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung Dokumentation und Sicherheit mit.
- Ort
- Gepäckkeller von Terminal 3, Abschnitt 4 aus Lernfeld 8 „Koffer auf Kurs“: Schaltschrank SK4 neben der Unterverteilung UV-K4, dezentrale Peripherie KE11 an den Bändern 4.0 bis 4.4 und KE12 an der Zusammenführung 4/5, dazu Stapler 4 in der Leerwannen-Rückführung auf Ebene −2 aus Lernfeld 7 „Leere Wannen zurück“. Der Leitstand liegt in einem anderen Gebäudeteil und ist über einen Lichtwellenleiter angebunden.
- Anlass
- Abschnitt 4 und Stapler 4 sind erneuert, aber noch Inseln. Die Anlagensteuerung K1 spricht mit dem Umrichter des Steigbands 4.3 über einen analogen Sollwert von 0 bis 10 V und drei Drähte für Freigabe, Störung und Quittieren; 93 Signale laufen einzeln verdrahtet vom Schaltschrank ins Feld. Der Leitstand sieht von Abschnitt 4 nur die Sammelmeldung „Abschnitt 4 Störung“. Bei jeder Störung fährt jemand in den Keller, bevor klar ist, was los ist. Den Tageszähler von Stapler 4 liest die Schichtleitung von der Tafel ab und tippt ihn ab. Am Beschleunigerband 4.5 verpassen Wannen mit schweren Koffern gelegentlich ihre Lücke an der Zusammenführung 4/5, weil 4.5 nur gesteuert läuft.
- Leistungsumfang
- Bestehende Automatisierung analysieren (Ebenen, Signale, Datenflüsse); Bussystem auswählen; Anlagennetz planen und konfigurieren (Topologie, Adressen, Gerätenamen, Anbindung an den Leitstand); Fehler vorausdenken (FMEA) und die Umbaunacht arbeitsteilig planen; Umrichter der Bänder 4.3 und 4.5 kommunikationsfähig machen (Telegramm, Steuer- und Zustandswort); Netzrückwirkungen und EMV beherrschen; Wort- und Analogwerte verarbeiten; die Lückenregelung als Software-Regler in K1 programmieren und einstellen; Betriebsarten festlegen und visualisieren; in Betrieb nehmen und Fehler eingrenzen; Daten auswerten; Ferndiagnose sicher einrichten; Wartung planen; eine Verbesserung nach PDCA umsetzen; dokumentieren, übergeben, präsentieren.
- Ergebnisbild
- Abschnitt 4 und Stapler 4 hängen am Anlagennetz. Der Leitstand sieht jeden Teilnehmer mit Zustand und Ort, bekommt jede Störung einzeln, den Tageszähler, die Betriebsstunden und die Störstatistik. An der Zusammenführung 4/5 liegt jede Wanne innerhalb ± 0,2 m ihrer Lücke, auch mit schweren Koffern. Ein Ausfall eines Teilnehmers legt nicht mehr den halben Abschnitt still. Aus der Ferne wird diagnostiziert, aber nie ohne Freigabe vor Ort eingegriffen. Der Umbau passte in die Nachtpausen, die Dokumentation ist vollständig, Gepäcklogistik und Leitstand sind eingewiesen.
- Termin
- Umbau in zwei Nachtpausen zu je 4 h vor Beginn der Herbstferien, Übergabe am Morgen nach der zweiten Nacht. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 98 Stunden, dazu 2 Stunden Puffer.
- Bedingungen im Bauablauf
- An der Anlage wird nur in der Nachtpause gearbeitet, nachdem der Leitstand den Abschnitt übergeben hat, und nur mit Freigabe der Meisterin, nach den fünf Sicherheitsregeln (DIN VDE 0105-100). Not-Halt und Sicherheitsfunktionen bleiben in Hardware, das Netz meldet sie nur. Ein Zugriff aus der Ferne ist nie ohne Freigabe vor Ort erlaubt und nie schreibend in der Betriebsart Automatik. Am Morgen nach jeder Umbaunacht fördert Abschnitt 4 wieder Wannen.
- Mittel
- Die Anlagendaten unten, Signalliste, Schaltplan der Klemmleisten und die Leitstandmeldung des Bestands, ein englisches Datenblatt eines Bussystems und das englische Handbuch eines Umrichters (Kapitel Kommunikation), der Busaufbau in der Werkstatt mit Laborsteuerung, Umrichter und dezentraler Peripherie, ein Leistungsanalysator, das Laborband oder die Simulation, die interaktive Szene von Abschnitt 4 am Netz, das Programmierwerkzeug der Schule, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm, Tabellenbuch Elektrotechnik, Vorlagen, Kanban-Board und dein Team.
- Was nicht vorgegeben ist
- Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: das Bussystem, begründet mit Kennwerten; die Topologie (Linie, Ring oder Stern), begründet mit FMEA und Kosten; die Aufteilung der Signale auf KE11 und KE12; den Aufbau der FMEA-Tabelle und welche Maßnahmen umgesetzt werden; den Ablauf der Umbaunacht und die Lösung des Konflikts um die Abschaltzeit; P- oder PI-Regler und seine Parameter, innerhalb der Abnahmekriterien; den Aufbau der Bedienbilder; die Regel für den Fernzugriff; welche Verbesserung ihr nach PDCA angeht; die Form der Dokumentation und der Präsentation. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.
Meilensteine
| Meilenstein | Wann | Was vorliegt | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| M0 · Auftrag abgezeichnet | Ende Sprint 0 | Auftragsklärung aus dem Gespräch mit Gepäcklogistik und Leitstand, Teamvertrag, Backlog auf dem Kanban-Board | Projektleitung des Teams, gegengezeichnet von der Meisterin |
| M1 · Netzkonzept | Ende Teil 2 (Sprint 1) | Ebenenbild mit Datenflüssen, begründete Wahl des Bussystems, Netzplan mit Adressplan und Gerätenamen, FMEA mit Maßnahmen, Ablaufplan der Umbaunacht, Ergebnis des Konfliktgesprächs | Kreuzreview durch ein anderes Team |
| M2 · Antriebe am Bus | Ende Teil 3 (Sprint 2) | Telegrammliste mit Steuer- und Zustandswort, Kommunikationsparameter der Umrichter, Nachweis der Netzrückwirkungen, EMV-Prüfliste | Projektleitung des Teams, dann die Meisterin |
| M3 · Regelkonzept | Ende Teil 4 (Sprint 3) | Datenpunktliste mit Datentypen, Normierung des Lasers =4.5-BG1, Reglerbaustein mit Parametern und Abtastzeit, Sprungantwort mit Bewertung | Kreuzreview durch ein anderes Team |
| M4 · Übergabe | Ende Teil 6 (Sprint 4) | Betriebsartenkonzept und Bedienbild, Inbetriebnahme- und Prüfprotokoll, Fehlersuchprotokoll, Datenauswertung und Wartungsplan, Regel für den Fernzugriff, Verbesserung nach PDCA mit Wirkungsnachweis, Dokumentation, Präsentation. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 und M3: Was habt ihr danach geändert, und weshalb? | Gepäcklogistik und Leitstand; Protokolle und Freigabe unterschreibt die Meisterin als Elektrofachkraft |
Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.
Abzeichnung
Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.
Die Ausgangslage
Die Gepäckförderanlage des Flughafens ist rund 100 km lang und hat rund 26.500 Antriebe (öffentliche Größenordnungen, gerundet). Gesteuert wird sie von rund 700 Steuerungen mit zusammen mehr als einer Million Datenpunkten, überwacht von einem Leitstand mit rund 16 Bedienplätzen. Jedes Gepäckstück fährt in seiner eigenen Wanne, und jede Wanne muss an jeder Zusammenführung ihre Lücke treffen.
Abschnitt 4 im Gepäckkeller von Terminal 3 kennst du aus Lernfeld 8: Bänder, Steigband 4.3 mit Umrichter, Beschleunigerband 4.5, Zusammenführung 4/5. Stapler 4 am Ende der Leerwannen-Rückführung kennst du aus Lernfeld 7. Beides ist neu, aber jedes für sich. Der Leitstand sieht von all dem eine rote Lampe. Die Schichtleitung Leitstand hat es so gesagt: „Ich will nicht jemanden in den Keller schicken, um zu erfahren, was ich längst wissen könnte.“ Und die Schichtleitung Gepäcklogistik: „Vier Stunden habt ihr in der Nacht, am Morgen muss es laufen.“
In Lernfeld 4 hast du ein Werkstattnetz geplant und IP-Adressen vergeben, in Lernfeld 8 einen Regelkreis gemessen. Hier wendest du beides an einer Anlage an, die rund um die Uhr Koffer fördert.
Drei Herausforderungen im Einzelnen
| Herausforderung | Was dahintersteckt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Der Leitstand sieht nur eine Lampe | Alle Störungen von Abschnitt 4 laufen auf einen potenzialfreien Kontakt. Der Leitstand weiß, dass etwas steht, aber nicht was, wo und weshalb. Zähler und Laufzeiten kommen gar nicht an. | Wissen, wer welche Daten wie schnell braucht, ein Bussystem und ein Netz, das jeden Teilnehmer einzeln meldet, eine sichere Anbindung an den Leitstand, ohne das Anlagennetz für alle zu öffnen. |
| Die Lücke bei schweren Koffern | Das Beschleunigerband 4.5 läuft nur gesteuert mit fester Geschwindigkeit. Rutscht eine Wanne mit schwerem Koffer etwas nach, kommt sie zu spät an die Zusammenführung, und niemand korrigiert das. | Die Lage der Wanne messen, die Lage der Lücke aus Abschnitt 5 über das Netz holen und die Geschwindigkeit von 4.5 in der Steuerung nachregeln, so schnell und so genau, dass die Toleranz hält. |
| Vier Stunden Nachtpause | Umgebaut werden darf nur, wenn keine Koffer fahren. Jede Minute, die am Morgen fehlt, fehlt der Gepäcklogistik in der ersten Welle. | Den Umbau arbeitsteilig planen, Fehler vorher durchdenken, eine Rückfallebene haben und den Konflikt um die Abschaltzeit sachlich lösen. |
Abnahmekriterien: was Abschnitt 4 am Ende mindestens leisten muss
Diese Mindestanforderungen haben Gepäcklogistik, Leitstand und Meisterin genannt. Sie gelten für jedes Team. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.
| Nr. | Abnahmekriterium | Geprüft bei |
|---|---|---|
| 1 | Ebenenbild und Datenflussliste liegen vor | M1 |
| 2 | Das Bussystem ist mit Kennwerten begründet | M1 |
| 3 | Netzplan und Adressplan sind konfiguriert, das Anlagennetz ist vom Leitstandnetz getrennt | M1 |
| 4 | Die FMEA enthält Maßnahmen und eine Neubewertung | M1 |
| 5 | Der Umbau passt mit Rückfallebene in die vereinbarten Pausen | M1 |
| 6 | Die Umrichter von 4.3 und 4.5 sind am Bus, mit Telegrammliste; die Fehlerreaktion bei Kommunikationsausfall ist festgelegt | M2 |
| 7 | THDu an der UV-K4 und die Einzelpegel der Oberschwingungen liegen unter den Verträglichkeitspegeln nach DIN EN 61000-2-4; die EMV-Prüfliste ist abgearbeitet | M2 |
| 8 | Der Laser =4.5-BG1 ist normiert und überwacht | M3 |
| 9 | Jede Wanne liegt an der Zusammenführung innerhalb ± 0,2 m ihrer Lücke, auch mit schweren Koffern | M3, M4 |
| 10 | Die Betriebsarten sind nach DIN EN 60204-1 festgelegt; ein Start aus der Ferne ist ausgeschlossen, wo jemand arbeitet | M4 |
| 11 | Inbetriebnahmeprotokoll mit Messwerten und Fehlersuchprotokoll liegen vor | M4 |
| 12 | Die Störstatistik ist ausgewertet, es gibt einen Wartungsplan und eine Regel für den Fernzugriff | M4 |
| 13 | Eine Verbesserung ist umgesetzt und ihre Wirkung nachgewiesen | M4 |
| 14 | Die Arbeitsorganisation ist mit dem Kanban-Board nachgewiesen | jedes Sprint Review |
Alles, was hier nicht geregelt ist, klärst du als Rückfrage: was Abschnitt 4 leisten und melden muss, mit Gepäcklogistik und Leitstand; was an der Anlage geschehen darf und wie die Werkstatt arbeitet, mit der Meisterin; wer von wo zugreifen darf, mit der Beauftragten für Informationssicherheit.
Anlagendaten C1 bis C4: Bestand, Anlagennetz, Kurs-Telegramm, Laser
Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Teil zusätzlich braucht, etwa die Vorgaben der Informationssicherheit für die Adressen oder die Messreihen, bekommst du dort.
Gepäckanlage des Flughafens (öffentliche Größenordnungen, gerundet)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Gepäckförderanlage | rund 100 km lang, rund 26.500 Antriebe |
| Steuerungen und Daten | rund 700 Steuerungen, mehr als eine Million Datenpunkte |
| Leitstand | rund 16 Bedienplätze |
C1 · Bestand vor dem Projekt (Unterrichtswerte, aus Lernfeld 7 und 8)
| Baugruppe | Daten |
|---|---|
| Betrieb | 20 h am Tag, 365 Tage, 7.300 h im Jahr; Nachtpause 4 h, die einzige Zeit für Umbauten |
| Auslegung Zuführung | 2.000 Wannen je Stunde in der Spitzenstunde; Toleranz an der Zusammenführung 4/5 ± 0,2 m |
| Steigband 4.3 | 14 m, 10° Steigung, 1,4 m/s, Wannenteilung 2,4 m (2.100 Wannen je Stunde), Trommel 200 mm, Getriebe i = 10,8; Getriebemotor IE4 1,1 kW, 2,42 A, 1.440 1/min; Umrichter =4.3-T1 im Schaltschrank SK4, Minimalfrequenz 10 Hz, Maximalfrequenz 60 Hz, Hoch- und Rücklauf je 3 s; Drehgeber =4.3-B3 mit 1.024 Impulsen je Umdrehung, Drehzahlregelung im Umrichter |
| Beschleunigerband 4.5 | Umrichter =4.5-T1 im Schaltschrank SK4; Motor 1,5 kW, 3,3 A, 1.445 1/min, Trommel 200 mm, i = 10,8, Länge 4,2 m, Grundgeschwindigkeit 1,4 m/s, Stellbereich 1,0 bis 1,8 m/s, Maximalfrequenz 65 Hz, Hochlauf 1,0 s auf 50 Hz |
| Lichtschranken | an jedem Übergang; am Steigband =4.3-B1 am Einlauf unten und =4.3-B2 am Auslauf oben |
| Anlagensteuerung | K1, SPS im Schaltschrank SK4; bisher Einzelverdrahtung mit 58 digitalen Eingängen, 31 digitalen Ausgängen, 2 analogen Eingängen und 2 analogen Ausgängen, zusammen 93 Signale; Leitungen vom Schrank ins Feld im Mittel 40 m lang. Zum Umrichter =4.3-T1: analoger Sollwert 0 bis 10 V, dazu je ein Draht für Freigabe, Störung und Quittieren |
| Stapler 4 | SPS =ST4-KE1 mit Ethernet-Schnittstelle, Durchsatz 664,6 Wannen je Stunde (Anforderung 600), Tageszähler C2 als DINT, remanent, rund 9.000 Wannen am Tag, Rücksetzen um 0 Uhr mit RESET_TAG; Not-Halt über das Sicherheitsschaltgerät KF2 in Hardware |
| Leitstand bisher | eine Sammelmeldung „Abschnitt 4 Störung“ über einen potenzialfreien Kontakt |
| Netz | TN-S 400/230 V 50 Hz aus der UV-K4; Kurzschlussleistung an der UV-K4 6 MVA |
C2 · Teilnehmer und Leitungswege des Anlagennetzes (Unterrichtswerte)
Adressbereich, Gerätenamen und Adressplan legt ihr in Teil 2 selbst fest. Hier stehen die Teilnehmer und die Wege, die die Leitungen nehmen können. Die Referenzkennzeichen und die Aufgaben der Teilnehmer stehen auf der Karte „Abschnitt 4 am Netz auf einen Blick“.
| Strecke | Länge | Weg |
|---|---|---|
| Switch =A4-KF20 bis Umrichter =4.3-T1 | 0,5 m | im Schaltschrank SK4 |
| Umrichter =4.3-T1 bis Umrichter =4.5-T1 | 0,5 m | im Schaltschrank SK4 |
| Umrichter =4.5-T1 bis Peripherie =A4-KE11 | 45 m | aus dem Schrank ins Feld an den Bändern 4.0 bis 4.4 |
| Peripherie =A4-KE11 bis Peripherie =A4-KE12 | 38 m | im Feld zur Zusammenführung 4/5 |
| Peripherie =A4-KE12 zurück bis Switch =A4-KF20 | 70 m | möglicher zweiter Weg zurück in den Schrank |
| Switch =A4-KF20 bis SPS =ST4-KE1 | 85 m | zu Stapler 4 auf Ebene −2 |
| Anlagensteuerung =A4-K1, Bedientafel =A4-P1, Router =A4-KE21 bis Switch | je 0,5 m | im Schaltschrank SK4 bzw. an seiner Tür |
| Router =A4-KE21 bis Leitstand | 400 m | Lichtwellenleiter in einen anderen Gebäudeteil |
C3 · Kurs-Telegramm 1 der Umrichter (angelehnt an das herstellerneutrale Antriebsprofil nach DIN EN 61800-7)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Umfang | je Richtung 2 Wörter (4 Byte) |
| Von K1 an den Umrichter | Steuerwort STW1, Drehzahlsollwert NSOLL |
| Vom Umrichter an K1 | Zustandswort ZSW1, Drehzahlistwert NIST |
| Normierung | 16#4000 = 16.384 entspricht 100 % der Bezugsdrehzahl; Bezugsdrehzahl 1.500 1/min |
| Zusatzwort Iststrom | 16#4000 entspricht 4,0 A |
| Bits | Bedeutung jedes Bits von STW1 und ZSW1 auf der Karte „Steuerwort und Zustandswort lesen“ |
| Not-Halt | bleibt Hardware (KF2 bei Stapler 4, Sicherheitsschaltgerät von Abschnitt 4); das Netz meldet nur |
C4 · Laser =4.5-BG1 für die Lückenregelung (Unterrichtswerte)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Gerät und Ort | Laser-Distanzsensor am Ende von Band 4.5, misst gegen die Förderrichtung die Lage der Wanne |
| Messbereich | 0,2 bis 4,2 m entspricht 4 bis 20 mA |
| Eingang | Analogeingang in der Peripherie =A4-KE12, Rohwert in µA: 4.000 bis 20.000 |
| Gültiger Bereich | 3,6 bis 20,5 mA; darunter Drahtbruch, darüber Überlauf (Unterrichtswerte nach der NAMUR-Empfehlung NE 43) |
| Lage der Lücke | kommt aus der Steuerung von Abschnitt 5 über das Netz (Querkommunikation K1 mit K5) |
Kennzeichnung (überall gleich): Alle Teilnehmer und Betriebsmittel mit Referenzkennzeichen stehen auf der Karte „Abschnitt 4 am Netz auf einen Blick“ in Lektion 3. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen oder links oben im Gerätekasten.
Gespräch mit Gepäcklogistik und Leitstand vorbereiten und festhalten (Sprint 0)
Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Schichtleitung Gepäcklogistik und der Schichtleitung Leitstand über das, was Abschnitt 4 künftig leisten und melden muss, und mit der Meisterin der Elektrowerkstatt über das, was an der Anlage geschehen darf. Deine Lehrkraft spielt alle Rollen und sagt dir, wen du gerade vor dir hast. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin oder einer Entscheidung beantworten.
Worüber ihr sprechen solltet:
- was der Leitstand bei einer Störung sehen will, wie genau der Ort sein muss und wer dann wohin fährt
- welche Zahlen in die Statistik sollen, wie oft sie kommen müssen und wann ein Zähler neu beginnt
- wie oft Wannen mit schweren Koffern ihre Lücke verpassen und was dann mit dem Koffer geschieht
- wann Abschnitt 4 für den Umbau stillstehen darf, wer ihn vom Leitstand übernimmt und zurückgibt und was gilt, wenn er am Morgen nicht läuft
- wer künftig aus der Ferne auf Abschnitt 4 schauen oder eingreifen will und wer das freigibt
- mit der Meisterin: wer an der Anlage arbeiten darf und was vorher am Busaufbau in der Werkstatt oder an der Simulation getestet sein muss
- was Gepäcklogistik und Leitstand bei der Übergabe in der Hand halten wollen und wer eingewiesen wird
Gespräch · Sprint 0 · Auftragsklärung
| Nr. | Unsere Frage | An wen? Gepäcklogistik, Leitstand oder Meisterin | Antwort | Was folgt daraus für den Auftrag? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||
| 2 | ||||
| 3 | ||||
| 4 | ||||
| 5 | ||||
| 6 | ||||
| 7 | ||||
| 8 |
Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was Gepäcklogistik, Leitstand oder Meisterin nicht beantworten können oder wollen, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.
Euer Teamvertrag
Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat, wer in welcher Expertengruppe ist und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.
| Was | Unsere Festlegung |
|---|---|
| Teamleitung und Projektleitung in Sprint 1 | |
| Netz und Kommunikation in Sprint 1 | |
| Antriebe und Regelung in Sprint 1 | |
| Inbetriebnahme und Prüfen in Sprint 1 | |
| Dokumentation und Sicherheit in Sprint 1 | |
| Unsere Expertengruppen (Lektion 3) | |
| So erreichen wir uns | |
| Wenn jemand fehlt, dann … | |
| Wenn wir uns nicht einigen, dann … | |
| Unterschriften |
Rollen im Team
Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint. Die Teamleitung trägt zugleich das Amt der Projektleitung und zeichnet im laufenden Sprint ab. Bei vier Personen übernimmt die Teamleitung auch Dokumentation und Sicherheit.
| Rolle | Aufgaben | Daran sieht man, dass geliefert wurde |
|---|---|---|
| Teamleitung (Projektleitung) | Hält Termin, Backlog und Kanban-Board im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker, spricht für das Team mit Gepäcklogistik, Leitstand und Meisterin und zeichnet die Lernprodukte ab. | Das Board ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen, jedes Lernprodukt ist abgezeichnet. |
| Netz und Kommunikation | Verantwortet Ebenenbild, Datenflussliste, Wahl des Bussystems, Netzplan, Adressplan, Konfiguration und Netzwerkdiagnose. | Plan, Konfiguration und Verkabelung stimmen überein; jeder Teilnehmer hat Kennzeichen, Name und Adresse an genau einer Stelle festgelegt. |
| Antriebe und Regelung | Verantwortet Telegrammliste, Kommunikationsparameter der Umrichter, Normierung, Reglerbaustein und Reglereinstellung. | Zu jedem Telegrammwert stehen Bitbelegung und Bedeutung, zu jedem Reglerparameter eine Begründung. |
| Inbetriebnahme und Prüfen | Verantwortet Netzrückwirkungen und EMV-Prüfliste, Messreihen, Inbetriebnahmeplan, Prüf- und Fehlersuchprotokoll. | Zu jedem Prüfschritt stehen Soll, Ist und Ergebnis im Protokoll. |
| Dokumentation und Sicherheit | Führt Wissensspeicher und Projektakte, achtet auf Arbeitsschutz in der Umbaunacht, auf Not-Halt in Hardware und auf die Informationssicherheit, bereitet Übergabe und Revisionsstand vor. | Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage; jedes Dokument hat Revisionsstand und Datum. |
Wer gerade welche Rolle hat, steht auf dem Kanban-Board und im Teamvertrag.
So arbeitet ihr: in fünf Sprints, 100 Stunden
Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Am Ende jedes Sprints wird abgenommen. Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog.
| Sprint | Ziel | Teile | Meilenstein | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 0 | Auftrag klären | Bevor du loslegst | M0 | 4 h |
| 1 | Anlage lesen, Netz planen, Fehler vorausdenken | Teil 1 (14 h) und Teil 2 (16 h) | M1, Kreuzreview | 30 h |
| 2 | Antriebe an den Bus, Netzrückwirkungen beherrschen | Teil 3 | M2 | 18 h |
| 3 | Die Lücke regeln | Teil 4 | M3, Kreuzreview | 18 h |
| 4 | In Betrieb nehmen, auswerten, übergeben | Teil 5 (16 h) und Teil 6 (12 h) | M4 | 28 h |
| Puffer | 2 h | |||
| Summe | 100 h |
Eure Arbeitsvereinbarungen
- Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen. Das Board ist euer Nachweis für Abnahmekriterium 14.
- Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
- Sprint Review: Abnahme anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
- Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen
Abschnitt 4, Stapler 4, die Antriebe, das Anlagennetz und alle Anlagendaten unter C1 bis C4 sind für den Unterricht konstruiert. Die Werte sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten eines echten Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zur ganzen Gepäckanlage folgen öffentlichen Angaben, gerundet.
Weiter geht es mit dem Wissensspeicher und seinen vier Karten. Die Karte „Abschnitt 4 am Netz auf einen Blick“ und die Karte „Ebenen der Automatisierung“ brauchst du ab Teil 1.