Die Karte, die dich durch den ganzen Kurs begleitet, was aus jedem Teil hängen bleiben soll, und wie ihr es euch gegenseitig erklärt.
Schritt 3 von 3. Hier lernst du die Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ kennen, siehst, was aus jedem Teil in den Wissensspeicher gehört, wie die Expertenrunde abläuft und wann du deinen Lernbegleiter holst.
Danach: Teil 1 · Woher kommt der Strom für die Ladehalle?
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Drei Spannungsebenen, ein Netzsystem, eine Kette von Schutzeinrichtungen: Wer diese Kette von der Trafostation V-Ost bis zur Steckdose zeigen kann, findet in jeder Anlage den Weg des Stroms.
Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“
In Lernfeld 2 hast du Netzsysteme und Schaltplanarten kennengelernt. Die Karte zeigt den ganzen Weg des Stroms zur Ladehalle: vom 110-kV-Anschluss über den 10-kV-Ring und die Trafostation V-Ost bis zu den Stromkreisen der UV-LH, mit den Kennzeichen, die überall im Kurs gleich sind. Die Karte gehört zu deinem Wissensspeicher. Druck sie aus oder übertrag sie auf dein erstes Blatt.
Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ · Ladehalle am Vorfeld Ost
110 kV
Hochspannung
zwei unabhängige Einspeisungen, sechs Umspannwerke 110 kV/10 kV
10 kV
Mittelspannung
10-kV-Ringe, rund 240 Netzstationen, darunter die Trafostation V-Ost
400/230 V
Niederspannung
NSHV V-Ost, Abgang -Q24, Zuleitung -W1, UV-LH, Endstromkreise
| Kennzeichen | Betriebsmittel | Wo | Was es tut |
|---|---|---|---|
| Trafostation V-Ost | Netzstation mit Mittelspannungsschaltanlage, zwei Transformatoren je 1.250 kVA, 10 kV/0,4 kV, Dyn5, uk = 6 %, Kuppelschalter | am 10-kV-Ring, Vorfeld Ost | setzt 10 kV auf 400/230 V um; ab hier fünf Leiter, zentraler Erdungspunkt in der Station |
| NSHV V-Ost | Niederspannungshauptverteilung | in der Trafostation V-Ost | verteilt die Energie auf die Abgänge |
| -Q24 | Abgang mit NH-Sicherungen (Sicherungs-Lasttrennschalter) | NSHV V-Ost | schützt die Zuleitung und trennt die Halle frei; die Vorsicherung bemesst ihr in Teil 4 |
| -W1 | Zuleitung, fünf Leiter | 85 m auf einer Kabelpritsche | bringt L1, L2, L3, N und PE zur Halle; den Querschnitt bemesst ihr in Teil 4 |
| UV-LH | Unterverteilung der Ladehalle | an der Hallenwand | verteilt auf die Endstromkreise der Halle |
| -Q0 | Hauptschalter, Lasttrennschalter 4-polig | UV-LH | schaltet die ganze Halle frei |
| -F0 | Überspannungsschutzeinrichtung (SPD) | UV-LH | leitet Überspannungen zur Erde ab |
| -F1 und folgende | LS-Schalter | UV-LH | schützen die Leitungen der Endstromkreise bei Überlast und Kurzschluss; Charakteristik und Bemessungsstrom wählt ihr in Teil 4 |
| -F21 und folgende | Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) | UV-LH | schalten ab, wenn Strom über einen Fehlerweg abfließt, etwa über einen Menschen; wie viele es werden und welcher Typ wohin gehört, entscheidet ihr in Teil 3 |
| -T11 bis -T16 | Ladegeräte der E-Schlepper | innen an der Nordwand, Ladeplatz 1 bis 6 | laden die E-Schlepper ES 21 bis ES 26 |
Netzsystem TN-S: was ab der Trafostation gilt
Ab den Transformatoren der Trafostation V-Ost ist das Netz ein TN-S-System mit fünf Leitern: L1, L2, L3, N und PE. Neutralleiter und Schutzleiter laufen getrennt, geerdet ist das Netz an einem zentralen Erdungspunkt in der Trafostation. Über die Zuleitung -W1 kommen alle fünf Leiter bis in die UV-LH, und von dort geht der Schutzleiter zu jedem Körper eines Betriebsmittels in der Halle.
In der Karte zählen Striche die Leiter: drei Schrägstriche für L1, L2 und L3, ein Strich mit Punkt für N, ein Strich mit Fähnchen für PE. Was die Buchstaben des Netzsystems bedeuten, welchen Weg ein Fehlerstrom darin nimmt und weshalb andere Gebäude am Vorfeld ein anderes Netz haben, erarbeitest du in Teil 2.
Schutzeinrichtungen auf dem Weg zur Steckdose
Auf dem Weg von der NSHV V-Ost bis zum Ladegerät liegen mehrere Schutzeinrichtungen hintereinander. Jede hat eine andere Aufgabe:
- NH-Sicherungen im Abgang -Q24
- Schutz der Zuleitung -W1 bei Überlast und Kurzschluss.
- Hauptschalter -Q0
- Kein Schutzorgan: Er schaltet die Halle frei, zum Beispiel für Arbeiten an der UV-LH.
- Überspannungsschutz -F0
- Begrenzt Überspannungen, etwa nach einem Blitzeinschlag in der Nähe, und leitet sie zur Erde ab.
- LS-Schalter (-F1 und folgende)
- Schutz der Leitung jedes Endstromkreises bei Überlast und Kurzschluss.
- Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (-F21 und folgende)
- Vergleichen den Strom, der hin- und zurückfließt. Fehlt etwas, fließt es über einen Fehlerweg ab, und die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung schaltet ab.
Welche Charakteristik, welcher Bemessungsstrom und welcher Typ wohin gehören, entscheidet ihr in Teil 3 und Teil 4.
Diese Karte brauchst du wieder: in Teil 1, wenn du den Versorgungspfad der Ladehalle zeichnest und jede Spannungsebene erklärst, in Teil 2, wenn du das Netzsystem der Halle festlegst und als Schaltplan zeichnest, in Teil 4, wenn aus ihrem unteren Teil dein Verteilerplan der UV-LH wird, und in Teil 6, wenn du die Betriebswerte der ersten Ladenacht einträgst. Wie Transformatoren parallel laufen und Schutzeinrichtungen selektiv abschalten, lernst du später in Lernfeld 10, an derselben Trafostation.
Dein Wissensspeicher-Blatt
Je Teil ein Blatt: acht feste Felder, in den meisten Teilen dazu ein Themenfeld, das zum Teil gehört, zum Beispiel „Die Spannungsleiste“ in Teil 1. Du füllst es am Ende jedes Teils aus, in der Lektion „Das kann ich · Kompetenzmodell“.
Kursmaterial · Stufe 4 von 4 · Wissensspeicher
Das Wissensspeicher-Blatt als PDF. Zum Ausfüllen am Rechner oder zum Ausdrucken. Druck es sechsmal aus, einmal für jeden Teil.
Wissensspeicher-Blatt als PDF herunterladen2 Seiten · 112 KB · Felder zum Ausfüllen
Das Blatt ansehen und ausprobieren
Jeder Teil endet mit genau einem Wissensspeicher-Blatt. Es ist deine Eintrittskarte zur Expertenrunde und später deine Lernunterlage für die Klassenarbeit und die Abschlussprüfung Teil 1. Ein Blatt, eine Seite, handschriftlich oder digital, aber vollständig.
Acht feste Felder und ein Themenfeld, eine Seite. Hier kannst du es ausprobieren und leer ausdrucken. Ausgefüllt wird es am Ende jedes Teils, in der Lektion „Das kann ich · Kompetenzmodell“. So entsteht je Teil genau ein Blatt.
Die Expertenrunde am Ende jedes Sprints
1 Expertenphase
Blatt im Team fertig stellen · 20 min
2 Neue Gruppen
je eine Person aus jedem Team, ausgelost · 5 min
3 Lehrrunden
8 min erklären, 3 Prüffragen · je 10 min
4 Rückfragen
Offenes an die Tafel · 10 min
5 Kompetenz-Check
allein, ohne Unterlagen, ohne Note · 15 min
Ablauf und Regeln im Einzelnen
Am Ende jedes Sprints, 45 bis 60 Minuten. Ziel: Jede Person kann danach jedes Thema des Sprints erklären. Weil in diesem Kurs alle Teams am selben Teil arbeiten, vergleicht ihr in der Runde vor allem eure Entscheidungen: Wer hat was gewählt, und weshalb? Am Ende von Sprint 1 erklärt ihr in den Mischgruppen einen Ausschnitt aus Teil 1 und 2, etwa Strang- und Leiterspannung, Stern und Dreieck, den Neutralleiterstrom oder ein Netzsystem mit seinem Fehlerstromweg, und vergleicht vor allem: Wer hat welche Lastaufteilung gewählt, und weshalb?
| Phase | Was passiert | Zeit | |
|---|---|---|---|
| 1 | Expertenphase im Team | Das Team stellt sein Wissensspeicher-Blatt fertig. Jede Person muss das ganze Blatt vertreten können, denn wer vorträgt, wird ausgelost. | 20 min |
| 2 | Neue Gruppen bilden | Mischgruppen mit genau einer Person aus jedem Team. Die Gruppen werden ausgelost, nicht gewählt. | 5 min |
| 3 | Lehrrunden | Reihum: 8 Minuten erklären nach dem Wissensspeicher-Raster, dann 3 Prüffragen. Die Zuhörenden führen ihren eigenen Wissensspeicher weiter. | je 10 min |
| 4 | Rückfrage-Runde | Offene Punkte sammeln. Was in der Gruppe niemand klären kann, kommt an die Tafel und wird gemeinsam geklärt. | 10 min |
| 5 | Kompetenz-Check | Kurzer Einzelnachweis über alle Themen des Sprints, ohne Unterlagen. Er zählt nicht für die Note. | 15 min |
Regeln, die die Runde tragen
- Wer vorträgt, wird ausgelost. Deshalb muss jede und jeder im Team alles können, nicht nur der Schnellste.
- Vorgetragen wird ohne Handy und ohne Skript, nur mit dem Wissensspeicher-Blatt. Pläne und die Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ darfst du zeigen.
- Nach jedem Vortrag drei Prüffragen. Wer sie nicht beantworten kann, bekommt die Erklärung noch einmal. Das ist kein Makel, sondern der Zweck der Runde.
- Jede Person verlässt die Runde mit vollständigen Wissensspeicher-Blättern zu allen Themen des Sprints.
Wenn du nicht weiterkommst
1 Lernpartner
Zuerst fragst du ihn.
2 Team nebenan
Wer an derselben Stelle sitzt, hilft.
3 Lernbegleiter
Mindestens drei Gespräche, du meldest dich selbst.
Wenn du im Team nicht weiterkommst
Bevor du den Lernbegleiter holst, gibt es zwei schnellere Wege, und beide gehören zum Projekt dazu:
- Frag deinen Lernpartner. Die Aufgaben sagen dir, welche ihr ohnehin zu zweit bearbeitet.
- Frag das Team, das gerade an derselben Stelle sitzt. In der Expertenrunde macht ihr das ohnehin, im Sprint dazwischen dürft ihr es auch.
Wer gefragt wird, ist nicht der Bessere, sondern der Nächste. Wer erklärt, lernt dabei am meisten.
Deine Gespräche mit dem Lernbegleiter und der Nachweis
Im Projekt entscheidest du viel selbst. Damit bist du aber nicht allein: Dreimal im Projekt setzt du dich mit deinem Lernbegleiter zusammen und besprichst, wo du stehst. Das ist kein Verhör und keine Prüfung. Es geht um deinen Weg, nicht um deine Note.
Deine Lehrkraft spielt im Projekt auch die Werkstattleitung, den Netzbetrieb und die Meisterin der Elektrowerkstatt. Im Gespräch mit dem Lernbegleiter ist sie keine dieser Rollen: Hier geht es nicht um die Abnahme, sondern um dich.
Du meldest dich, nicht umgekehrt. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn ein Lernprodukt fertig ist, wenn du zwischen zwei Wegen nicht entscheiden kannst, oder wenn du länger als eine Stunde feststeckst.
Nachweis · mindestens drei Gespräche
| Nr. | Datum | Worum ging es? | Was nehme ich mit? | Abgezeichnet |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||
| 2 | ||||
| 3 |
Die Spalte „Abgezeichnet“ füllt dein Lernbegleiter aus, nicht du. Der Nachweis gehört in deine Projektakte und zählt bei der Bewertung unter „Prozess“ mit.