Teil 6 von 6⏱ 8 hSprint 4 · Meilenstein M4 Übergabe
Die Mängel aus der Erstprüfung sind behoben. Jetzt geht die Ladehalle in Betrieb: Unter Leitung der Meisterin der Elektrowerkstatt schaltet ihr sie Schritt für Schritt zu, messt in der ersten Ladenacht die Betriebswerte, übergebt die Unterlagen und weist das Werkstattteam ein. Die Meisterin gibt frei, am Ende unterschreibt die Werkstattleitung.
Schritt 1 von 4. Du liest den Auftrag, ordnest ein, wo dir Inbetriebnahme und Einweisung schon begegnet sind, und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M4.
Danach: Lernangebot 11 · Übergeben und einweisen
Agil arbeiten · Sprint 4
Eure Storycard für Teil 6
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 6 herunterladen PDF · 2 Seiten · 351 KB
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 6. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Das lernst du in Teil 6
InbetriebnahmeHaltepunktBetriebswerteNeutralleiterstromSpannungsfallÜbergabemappePrüffristenEinweisungelektrotechnisch unterwiesene Person
Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“: Spannungsebenen, Betriebsmittel mit Kennzeichen, Netzsystem TN-S und Schutzeinrichtungen der Ladehalle auf einen Blick. Die Karte steht im Wissensspeicher, Lektion „Wissensspeicher und Expertenrunde“. Heute bekommt sie ihre Messwerte.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Übergeben ist erst, wenn die Werkstatt die Ladehalle ohne dich sicher betreiben kann.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Hier stehen die Punkte, um die es in diesem Teil geht. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Hast du im Betrieb schon einmal danebengestanden, als eine Verteilung zum ersten Mal eingeschaltet wurde? Oder jemandem eine Maschine erklärt, die er danach allein bedienen musste? Das zählt. Der Check-in ist keine Bewertung. Er hilft dir bei der Planung, und am Ende des Teils siehst du in deinem Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich die Ladehalle nach behobenen Mängeln unter Leitung der verantwortlichen Elektrofachkraft sicher in Betrieb nehmen, ihre Betriebswerte messen und mit der Planung vergleichen, die Unterlagen geordnet übergeben und das Werkstattteam einweisen, damit die sechs E-Schlepper vor dem Winterflugplan jede Nacht laden und niemand einen Schlag bekommt.
Die Lage vor dem Winterflugplan
Die UV-LH ist errichtet und geprüft. Teil 5 hat zwei Mängel gefunden: zu kleiner Isolationswiderstand am Außenstromkreis -F10 und eine zu langsame RCD -F22. Beides ist behoben. Die Werkstattleitung drängt: „Der Winterflugplan kommt. Nächste Woche lädt die erste Nacht. Danach will ich die Mappe, und mein Team will wissen, was es darf und was nicht.“
Seit der Erstprüfung ist -Q24 aus und gesichert; für die Messungen unter Spannung in Teil 5 war er nur kurz zugeschaltet. Jetzt geht es um die Inbetriebnahme für den Betrieb. Geschaltet wird in der Trafostation nur vom Netzbetrieb des Flughafens. Verantwortlich für Inbetriebnahme, Freigabe und Einweisung ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft; ihr arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht, bereitet vor, messt, protokolliert und schlagt vor. Gemessen wird zweimal: an -Q24 und an der Sammelschiene der UV-LH.
Das kennst du schon aus Lernfeld 1, Lernfeld 2 und den Teilen 1 bis 5
Aus Lernfeld 1: In der Werkstatt am Vorfeld Ost hast du am Diesel-Schlepper GS 14 Messgeräte ausgewählt, die Messkategorie bestimmt und ein Prüfprotokoll geführt. Jetzt laden dort die E-Schlepper ES 21 bis ES 26. Aus Lernfeld 2: Leitungsschutz, Querschnitt und Spannungsfall an der Hütte am Terminal. Aus Lernfeld 4: den Werkstattrechner, auf dem die Übergabemappe entsteht. Aus diesem Kurs: Versorgungskonzept und Netzsystem (M1), Lastaufteilung und Neutralleiterstrom (Teil 2), Schutzkonzept und Sicherheitskarte (Teil 3, M2), Stromkreisliste und Verteilerplan (Teil 4, M3), Prüfprotokoll und Prüfliste Gerätepark (Teil 5).
Was ihr in der ersten Ladenacht messt
Diese sechs Größen kommen ins Inbetriebnahmeprotokoll.
| Größe | Zeichen | Wo gemessen | Womit verglichen |
|---|---|---|---|
| Spannung zwischen den Außenleitern | U12, U23, U31 | Messpunkt 1 und 2 | Netz 400 V, Spannungsfall aus Teil 4 |
| Spannung Außenleiter gegen N | U1N, U2N, U3N | Messpunkt 1 und 2 | Netz 230 V |
| Strom je Außenleiter | I1, I2, I3 | Messpunkt 2 | Ib der Zuleitung aus Teil 4 |
| Strom im Neutralleiter | IN | Messpunkt 2 | Lastaufteilung aus Teil 2 |
| Wirkleistung | P | Messpunkt 2 | Bemessungsleistung aus Teil 4 |
| Drehfeld | rechts oder links | Messpunkt 1 und 2 | Erstprüfung aus Teil 5 |
Erst schätzen, dann arbeiten
In der ersten Ladenacht laden alle sechs Schlepper, dazu brennt Licht und der Kompressor läuft. Wie viel Strom fließt in einem Außenleiter der Zuleitung: etwa 15 A, 50 A, 90 A oder 120 A? Und wie viel im Neutralleiter? Schreib deine Schätzung auf. In Aufgabe 11.3 und 11.4 vergleichst du sie mit der Messung.
Dein Weg in 10 Schritten
Mehr zu diesem Teil
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies den Auftrag, verteilt die Arbeit nach euren Rollen. Die Rolle Prüfen und Messen führt durch die Nachmessung und die Inbetriebnahme. - Nachmessen
Wiederhole die Messungen zu beiden Befunden aus Teil 5 und schlage der Meisterin die Freigabe vor. - Zuschalten planen
Lege die Reihenfolge der Inbetriebnahme fest und kennzeichne die Haltepunkte. - Betriebswerte messen
Trage die Messwerte der ersten Ladenacht ins Inbetriebnahmeprotokoll ein und erkläre die Ströme. - Ströme deuten
Zeichne das Zeigerbild der Ströme und begründe den Neutralleiterstrom. - Mit der Planung vergleichen
Vergleiche Spannungsfall, Auslastung, Energie und CO₂ mit Teil 1, 2 und 4. - Mappe aufbauen
Ordne die Übergabemappe mit Inhaltsverzeichnis und lege die Prüffristen fest. - Einweisen
Ordne die Tätigkeiten den Rollen zu, plane die Einweisung und führe sie durch, mit Nachweis. - Übergeben
Führt das Fachgespräch mit der Werkstattleitung und haltet die Schlusspräsentation mit Bezug auf M1 und M3. - Ergebnis sichern
Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, drei Prüffragen für die Expertenrunde vorbereiten.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn die Meisterin der Elektrowerkstatt die Anlage freigegeben hat und die Werkstattleitung als Auftraggeber alle Punkte abnimmt (Meilenstein M4):
- Die Nachmessung zu beiden Befunden aus Teil 5 steht im Prüfprotokoll: -F10 mit Schutzleiter, Isolation, Schleifenimpedanz und Drehfeld, -F24 und die neue -F22 mit ihren RCD-Werten, jeweils mit Grenzwert und Urteil; die Meisterin hat die gesperrten Kreise freigegeben.
- Die Reihenfolge der Inbetriebnahme ist geplant, jeder Schritt ist begründet, die Haltepunkte sind gekennzeichnet, und es steht fest, wer -Q24 schaltet.
- Das Inbetriebnahmeprotokoll enthält die Betriebswerte der ersten Ladenacht: Spannungen L-L und L-N an -Q24 und an der UV-LH, Ströme je Außenleiter, N-Strom, Wirkleistung, Drehfeld, jeder Wert mit Messort, Erwartung und Urteil.
- Die Ströme sind aus den eingeschalteten Verbrauchern erklärt, das Zeigerbild zeigt die Ströme und den Neutralleiterstrom.
- Spannungsfall, Auslastung und Reserve der Zuleitung sind mit der Planung aus Teil 4 verglichen, Energie und CO₂ der Ladenacht mit den Werten aus Teil 1.
- Die Übergabemappe hat ein Inhaltsverzeichnis, jede Unterlage zeigt den gebauten Stand, der Prüffristenplan ist begründet.
- Für jede Tätigkeit an der Ladehalle ist festgelegt, ob sie ein Laie, eine elektrotechnisch unterwiesene Person oder nur eine Elektrofachkraft ausführt.
- Die Einweisung des Werkstattteams ist geplant und unter Aufsicht der Meisterin durchgeführt, der Einweisungsnachweis ist von ihr abgezeichnet.
- Das Fachgespräch mit der Werkstattleitung ist geführt, jede Antwort hat einen Beleg in der Mappe.
- Die Schlusspräsentation zeigt das Ergebnis gegen das Ergebnisbild und begründet jede Änderung seit M1 und M3; die Meisterin hat freigegeben, die Werkstattleitung hat die Übergabe als Auftraggeber unterschrieben (Meilenstein M4).
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
- Eure Lernprodukte aus Teil 1 bis 5: Versorgungspfad und Entscheidungsmatrix (M1), Netzsystem-Steckbrief und Lastaufteilung, Schutzkonzept und Sicherheitskarte (M2), Stromkreisliste und Verteilerplan UV-LH (M3), Prüfprotokoll der Erstprüfung mit Mängelliste und Prüfliste Gerätepark
- Den Projektauftrag mit den Anlagendaten A bis G und das englische Datenblatt des Ladegeräts
- Lernangebot 11 · Übergeben und einweisen
- Die Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ im Wissensspeicher
- Die Messgeräte aus Lernfeld 1 und Teil 5: Installationstester, zweipoliger Spannungsprüfer, Drehfeldanzeiger, Netzanalysator mit Stromzangen
- Den Werkstattrechner aus Lernfeld 4, Tabellenbuch Elektrotechnik und Taschenrechner
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „In Betrieb und übergeben“: eure Reihenfolge der Inbetriebnahme mit den Haltepunkten, die Betriebswerte der ersten Ladenacht mit Messort, das Zeigerbild der Ströme, der Vergleich mit der Planung, das Inhaltsverzeichnis eurer Mappe, der Prüffristenplan, die drei Rollen mit Beispielen und die Frage aus der Einweisung, die euch am meisten überrascht hat. Die Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ ergänzt ihr um die gemessenen Werte an -Q24 und an der UV-LH.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.
Ausblick: Lernfeld 10 an derselben Trafostation
In Lernfeld 10 „Strom aufs Vorfeld“ im dritten Ausbildungsjahr kommst du an die Trafostation V-Ost zurück. Dort entsteht die große Ladezone für das Vorfeld. Dann reicht ein Transformator nicht mehr: Es geht um den Parallelbetrieb der beiden Transformatoren mit dem Kuppelschalter, um Selektivität vom Abgang bis zum letzten Leitungsschutzschalter und um Kompensation der Blindleistung. Eure Messwerte der Ladehalle sind dann ein Teil der Last, mit der gerechnet wird. Hebt die Übergabemappe deshalb gut auf.