Teil 3 von 6⏱ 14 hSprint 2 · Meilenstein M2
Ein Ladegerät hat beim Anfassen gekribbelt und ist gesperrt. In der neuen Ladehalle kommen sechs Ladegeräte an die Wand, und die Werkstattleitung will wissen, was den Mechaniker schützt, wenn in einem Gerät ein Draht lose ist. In diesem Teil rechnest du die Abschaltung nach, wählst die Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen nach Datenblatt aus und legst mit deinem Team das Schutzkonzept der Halle fest.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, siehst dir die Szene am Ladegerät -T11 an und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M2.
Danach: Lernangebot 5 · Schutz gegen elektrischen Schlag
Agil arbeiten · Sprint 2
Eure Storycard für Teil 3
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Das lernst du in Teil 3
KörperstromBerührungsspannungFehlerschutzSchleifenimpedanzAbschaltbedingungFehlerstrom-SchutzeinrichtungRCD-TypenSchutzklasseIP-CodeSicherheitsregeln
Lernangebot 5 · Schutz gegen elektrischen Schlag →Lernangebot 6 · Kennzeichen lesen und sicher arbeiten →
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ein Gehäuse darf nie Spannung führen. Führt es doch Spannung, muss eine Schutzeinrichtung abschalten, bevor der Strom durch den Menschen gefährlich wird.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Hier stehen die Punkte, um die es in diesem Teil geht. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Hast du schon einmal die Prüftaste einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung gedrückt, im Betrieb die fünf Sicherheitsregeln angewendet oder zu Hause erlebt, dass „der FI rausfliegt“? Das zählt. Der Check-in ist keine Bewertung. Er hilft dir bei der Planung, und am Ende des Teils siehst du in deinem Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich für jeden Stromkreis der Ladehalle die passende Schutzmaßnahme und Schutzeinrichtung festlegen und nachrechnen, dass sie rechtzeitig abschaltet, damit niemand einen gefährlichen Schlag bekommt, auch wenn ein Ladegerät einen Fehler hat.
Die Lage in der Ladehalle
Die Halle hat ihr Netz: TN-S aus der Trafostation V-Ost, das habt ihr in Teil 2 festgestellt. Jetzt kommt die Frage nach dem Schutz. Das Ladegerät LG-M aus der alten Werkstatt hat beim Anfassen gekribbelt, die Werkstattleitung hat es gesperrt. „So etwas will ich in der neuen Halle nicht erleben“, sagt sie. „Sechs Ladegeräte hängen dort an der Nordwand, nachts laden alle gleichzeitig, und morgens fasst sie jemand an. Der Hersteller schreibt im Datenblatt etwas von Typ B. Was heißt das, und was schützt meine Leute?“ Euer Ergebnis ist Meilenstein M2, das Schutzkonzept. Ein anderes Team prüft es, die Projektleitung zeichnet ab.
Das kennst du schon aus Lernfeld 1, Lernfeld 2 und Teil 2
Aus Lernfeld 1: die Werkstatt der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost, das Warnzeichen W012 am Arbeitsstand 1 und das Messgerät mit seiner Messkategorie. Aus Lernfeld 2: In der Hütte 7 hast du den Weg des Fehlerstroms beim Körperschluss am Glühweinkocher verfolgt, mit dem Körperwiderstand von 1.000 Ω gerechnet und die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit 30 mA eingeführt. Dort wurde das Prüfen nur geplant. LF 5 vertieft das und rechnet es für eine ganze Halle durch, gemessen wird in Teil 5. Aus Teil 2: das Netzsystem TN-S der Ladehalle und weshalb der Fehlerstrom dort über den Schutzleiter zurückfließt.
So sieht es am Ladegerät -T11 aus
Ein Draht im Ladegerät hat sich gelöst. Sieh dir an, was passiert, sobald er das Gehäuse berührt, und was die Schutzeinrichtung tut.
Größen beim Schutz gegen elektrischen Schlag
Diese Zeichen begleiten dich durch den ganzen Teil.
| Zeichen | Bedeutung | In der Ladehalle | Wo du es in Teil 3 brauchst |
|---|---|---|---|
| U0 | Spannung Außenleiter gegen Erde | 230 V im TN-S 400/230 V | Aufgabe 5.1, 5.4, 5.7 |
| IK | Körperstrom, Strom durch den Menschen | beim Anfassen eines Gehäuses unter Spannung | Aufgabe 5.1, 5.2, 5.7 |
| UB | Berührungsspannung, die ein Mensch überbrückt | zwischen Gehäuse und Boden oder Potentialausgleich | Aufgabe 5.3, 5.7 |
| UL | vereinbarte Grenze der Berührungsspannung | Wechselspannung | Aufgabe 5.1 |
| IF | Fehlerstrom | vom Außenleiter über das Gehäuse und den PE zurück | Aufgabe 5.3, 5.7 |
| Zs | Schleifenimpedanz der Fehlerschleife | vom Sternpunkt über den Außenleiter und den PE zurück | Aufgabe 5.3, 5.4, 5.5 |
| Ia | Strom, bei dem die Schutzeinrichtung rechtzeitig abschaltet | LS-Schalter B und C | Aufgabe 5.4, 5.5 |
| IΔn | Bemessungsdifferenzstrom einer RCD | Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen der Halle | Aufgabe 5.6, 5.8 |
Erst schätzen, dann arbeiten
Der lose Draht in -T11 berührt das Gehäuse. Wie groß ist der Strom, der jetzt über den Schutzleiter zurückfließt: ein paar Milliampere, ein paar Ampere oder ein paar hundert Ampere? Und wie lange fließt er, bis abgeschaltet ist? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 5 rechnest du nach.
Dein Weg in 12 Schritten
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 3. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Mehr zu diesem Teil
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies die Lage, sieh dir die Szene an und schreib auf, was ihr noch nicht erklären könnt. - Strom am Menschen
Berechne Körperströme und ordne sie in die Stromstärke-Zeit-Bereiche ein. - Das Kribbeln klären
Kläre, welcher Schutz beim Ladegerät LG-M versagt hat. - Den Fehlerstrom verfolgen
Verfolge den Fehlerstrom an -T11 und benenne die Widerstände der Fehlerschleife. - Abschaltbedingung
Berechne die größte zulässige Schleifenimpedanz für die LS-Schalter der Halle. - Abgänge nachrechnen
Rechne die Schleifenimpedanz der Abgänge aus und vergleiche sie mit der Grenze. - Die RCD verstehen
Erschließe Aufbau, Auslösebereich und Prüftaste der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung. - Körperschluss durchrechnen
Rechne den Körperschluss an -T11 satt und mit Übergangswiderstand durch. - Schutzkonzept
Wählt den RCD-Typ nach Datenblatt und stellt das Schutzkonzept der Halle auf. - Kennzeichen lesen
Lies Schutzklasse, Schutzart und Isolationsklasse an Typenschild und Datenblatt. - Sicher arbeiten
Wendet die fünf Sicherheitsregeln an und stellt die Sicherheitskarte UV-LH auf. - Abnahme M2
Ein anderes Team prüft euer Schutzkonzept, die Projektleitung zeichnet ab. Danach Wissensspeicher und Kompetenzmodell.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team alle Punkte geprüft hat und die Projektleitung abzeichnet (Meilenstein M2):
- Für jeden Stromkreis der Ladehalle steht in der Tabelle Schutzkonzept die Schutzmaßnahme, die Schutzeinrichtung und eine Begründung mit Quelle.
- Der RCD-Typ der Ladegeräte ist aus dem englischen Datenblatt abgeleitet; die Entscheidung Typ B oder Typ A mit Gleichstrom-Erkennung ist begründet.
- Der Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen ist begründet: wie viele Stromkreise hinter einer RCD, mit Blick auf Verfügbarkeit, Schutzleiterströme und Kosten.
- Die Abschaltbedingung ist für den ungünstigsten Abgang jeder LS-Art nachgerechnet, mit Formel, Werten, Einheit und Vergleich mit Zs,max.
- Der Fehlerstromweg beim Körperschluss an -T11 ist im Stromlaufplan eingezeichnet, mit Fehlerstrom, Berührungsspannung und abschaltender Schutzeinrichtung.
- Der Schutzpotentialausgleich der Stahlhalle ist im Schutzkonzept enthalten: was angeschlossen wird und weshalb.
- Die Sicherheitskarte UV-LH nennt die Kennzeichen der Betriebsmittel, die fünf Sicherheitsregeln mit Ort und Betriebsmittel und die Zuständigkeiten.
- Schutzklasse, Schutzart und Isolationsklasse aller Geräte der Werkstatt und der Ladegeräte sind gelesen und gegen den Einsatzort geprüft.
- Das Schutzkonzept (Meilenstein M2) ist von einem anderen Team gegen diese Punkte geprüft und von der Projektleitung abgezeichnet.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen für die Expertenrunde liegen vor.
Das brauchst du dafür
- Den abgezeichneten Projektauftrag mit den Anlagendaten, besonders die Verbraucherliste und das englische Datenblatt des Ladegeräts
- Deinen Netzsystem-Steckbrief der Ladehalle aus Teil 2
- Lernangebot 5 (Schutz gegen elektrischen Schlag) und Lernangebot 6 (Kennzeichen lesen und sicher arbeiten)
- Tabellenbuch Elektrotechnik und Taschenrechner
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Was schützt den Mechaniker?“: die Stromstärke-Zeit-Bereiche mit euren Punkten, der Fehlerstromweg im TN-S mit der Fehlerschleife, die Abschaltbedingung mit den Grenzwerten für B16, C16 und C32, die RCD mit Aufbau und Typen, Schutzklassen, IP-Code und die fünf Sicherheitsregeln. Dazu eure Entscheidung zum RCD-Typ der Ladegeräte.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.