Was die Werkstattleitung will, in einem Plan und vier Bildern. Die Einzelheiten schlägst du nach, wenn du sie brauchst.
Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, führst mit deinem Team das Kundengespräch und zeichnest den Auftrag ab.
Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde
Agil arbeiten · Sprint 0
Eure Storycard zur Einführung
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss.
Der Auftrag auf einen Blick
Sechs Schlepper, eine Nacht
Alle sechs E-Schlepper laden gleichzeitig, von 22 bis 6 Uhr.
Ein Ladegerät hat gekribbelt
Es ist gesperrt. Der ganze Gerätepark wird vor dem Umzug geprüft.
Fertig vor dem Winterflugplan
Bis dahin läuft die Halle, geprüft und übergeben.
Ist unser Strom grün?
Und lohnt eine eigene PV auf dem Hallendach?
Dein Auftrag
Versorge die neue Ladehalle am Vorfeld Ost vom 10-kV-Ring bis zur Steckdose, schütze sie, prüfe sie und den Gerätepark der Werkstatt, nimm sie in Betrieb und übergib sie. So, dass die sechs E-Schlepper nachts laden, niemand einen Schlag bekommt und das Werkstattteam die Halle ohne dich betreiben kann.
Das tut ihr jetzt
1 Kundengespräch
Fünf bis acht Fragen vorbereiten, rund 20 Minuten mit Werkstattleitung und Netzbetrieb.
2 Teamvertrag
Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.
3 Abzeichnen
Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.
Fünf Meilensteine bis zur Übergabe
M0
Auftrag geklärt
Sprint 0
M1
Versorgungskonzept
Ende Teil 2
M2
Schutzkonzept
Ende Teil 3
M3
Verteilerplan UV-LH
Ende Teil 4
M4
Prüfung und Übergabe
Ende Teil 6
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
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Zum Nachschlagen
Der Projektauftrag zum Abzeichnen
Projektauftrag
Vom Ring bis zur Plakette · Ladehalle LH am Vorfeld Ost: Versorgung planen, Schutz festlegen, Unterverteilung bemessen, prüfen, in Betrieb nehmen und übergeben
- Auftraggeber
- Die Werkstattleitung der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost: betreibt die Werkstatt und die neue Ladehalle, beschreibt, was die Halle leisten muss, und nimmt sie ab. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in dieser Rolle. In einer zweiten Rolle vertritt deine Lehrkraft den Netzbetrieb des Flughafens: Er entscheidet über den Netzanschluss und gibt das Schalten in der Trafostation V-Ost frei.
- Auftragnehmer
- Dein Ausbildungsbetrieb, die Elektrowerkstatt der Instandhaltung. Verantwortlich ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft. Die Meisterin verantwortet Prüfung, Freigabe, Inbetriebnahme und Einweisung und unterschreibt Prüfprotokolle und Freigaben. Dein Projektteam arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht: Es bereitet vor, misst, protokolliert und schlägt vor. Auszubildende sind keine Elektrofachkräfte. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft auch diese Rolle.
- Projektleitung
- Ein Amt in deinem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie weitergehen.
- Ort
- Vorfeld Ost des Flughafens: die neue Ladehalle LH neben der Werkstatt der Bodenverkehrsdienste aus Lernfeld 1, versorgt aus der Trafostation V-Ost am 10-kV-Ring.
- Anlass
- Die Bodenverkehrsdienste ersetzen ihre Diesel-Gepäckschlepper durch Elektro-Schlepper. Neben der Werkstatt am Vorfeld Ost entsteht eine Ladehalle mit Ladeplatz für sechs E-Schlepper, zwei Arbeitsständen, Hebebühne und Kompressor. Die Halle braucht eine eigene Unterverteilung UV-LH, versorgt aus der Trafostation V-Ost. Zugleich verlangt die Werkstattleitung, dass ihr ortsveränderlicher Gerätepark vor dem Umzug geprüft wird: Ein Ladegerät hat beim Anfassen „gekribbelt“ und ist gesperrt. Die Werkstattleitung will außerdem wissen, ob ihr Strom „wirklich grün“ ist und ob eine eigene PV auf dem Hallendach lohnt.
- Leistungsumfang
- Versorgung der Ladehalle vom 10-kV-Ring bis zur Steckdose verstehen und bewerten; Netzsystem und Schutzkonzept festlegen; Unterverteilung UV-LH und Zuleitung bemessen und zeichnen; Erstprüfung der Anlage; Wiederholungsprüfung von sechs ortsveränderlichen Geräten; Inbetriebnahme mit Betriebswerten; Dokumentation; Einweisung des Werkstattteams.
- Ergebnisbild
- Die sechs E-Schlepper laden, die Werkstatt arbeitet, niemand bekommt einen Schlag. Jedes geprüfte Gerät trägt eine Prüfplakette mit Datum, die Anlage hat ein vollständiges Prüfprotokoll, das Werkstattteam ist eingewiesen und unterschreibt.
- Termin
- Vor dem Winterflugplan. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 80 Stunden.
- Fristen im Bauablauf
- In der Werkstatt wird von 6 bis 22 Uhr gearbeitet, geladen wird überwiegend nachts von 22 bis 6 Uhr. Abgang -Q24 in der NSHV V-Ost wird nur mit Freigabe des Netzbetriebs geschaltet. Das gesperrte Ladegerät bleibt gesperrt, bis es geprüft und freigegeben ist.
- Mittel
- Die Anlagendaten unten, das englische Datenblatt des Ladegeräts, Messreihen (Unterrichtswerte), Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Vorlagen, Kanban-Board und dein Team.
- Was nicht vorgegeben ist
- Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: die Bewertung der Versorgungsvarianten und ob ihr eine Dach-PV empfehlt; die Aufteilung der Stromkreise auf die Außenleiter; Zahl und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (Verfügbarkeit gegen Kosten); RCD Typ B je Ladegerät oder Typ A mit Gleichfehlerstrom-Erkennung, wo der Hersteller das zulässt; die Prüffristen nach eurer eigenen Gefährdungsbeurteilung; Form und Ablauf der Einweisung. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.
Meilensteine
| Meilenstein | Wann | Was vorliegt | Wer nimmt ab |
|---|---|---|---|
| M0 · Auftrag geklärt | Ende Sprint 0 | Auftragsklärung aus dem Kundengespräch, Teamvertrag, Backlog auf dem Kanban-Board | Projektleitung des Teams, gegengezeichnet von der Werkstattleitung |
| M1 · Versorgungskonzept mit Netzsystem | Ende Teil 2 (Sprint 1) | Versorgungspfad der Ladehalle, Entscheidungsmatrix Versorgung mit Empfehlung, Lastaufteilung der 230-V-Stromkreise, Netzsystem-Steckbrief | Kreuzreview durch ein anderes Team in der Zwischenpräsentation, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams |
| M2 · Schutzkonzept | Ende Teil 3 (Sprint 2) | Schutzkonzept der Ladehalle, Sicherheitskarte UV-LH | Kreuzreview durch ein anderes Team, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams |
| M3 · Verteilerplan UV-LH | Ende Teil 4 (Sprint 3) | Stromkreisliste UV-LH, Verteilerplan mit Übersichtsschaltplan, Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs und Bemessungsnachweis der Zuleitung | Kreuzreview durch ein anderes Team, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams |
| M4 · Prüfung, Inbetriebnahme, Übergabe | Ende Teil 6 (Sprint 4) | Prüfprotokoll der Erstprüfung mit Mängelliste, Prüfliste Gerätepark mit Plakettenplan, Inbetriebnahmeprotokoll, Übergabemappe, unterschriebener Einweisungsnachweis. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 und M3: Was habt ihr danach geändert, und weshalb? | Die Werkstattleitung als Auftraggeber, mit Freigabe durch die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft; sie unterschreibt auch Prüfprotokolle und Einweisungsnachweis |
Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.
Abzeichnung
Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.
Die Ausgangslage
Am Flughafen fahren schon rund 800 E-Fahrzeuge, bis 2027 sollen es rund 950 Ladepunkte sein. Jetzt sind die Gepäckschlepper der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost dran: Die Diesel-Schlepper gehen, sechs E-Schlepper kommen, ES 21 bis ES 26. Tagsüber ziehen sie die Gepäckwagen zwischen Terminal 3 und den Flugzeugen und laden nachts.
Neben der Werkstatt aus Lernfeld 1 entsteht dafür die Ladehalle LH. Den Strom bekommt sie aus der Trafostation V-Ost, über eine neue Zuleitung von 85 m. Die Werkstattleitung hat dazu zwei Sätze gesagt, die ihr euch merken solltet: „Bei uns soll keiner mehr ein Kribbeln spüren.“ Und: „Wenn wir schon elektrisch fahren, will ich wissen, ob unser Strom grün ist.“
Vier Herausforderungen im Einzelnen
| Herausforderung | Was dahintersteckt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Sechs Schlepper, eine Nacht | Die sechs Ladegeräte laden nachts von 22 bis 6 Uhr alle gleichzeitig. Tagsüber laufen Werkstatt, Hebebühne, Kompressor und das Schweißgerät am Vordach. Die Halle hängt mit einer Zuleitung von 85 m an der NSHV V-Ost. | Den Weg des Stroms kennen, das Netz verstehen, Stromkreise, Schutzeinrichtungen und Zuleitung so bemessen, dass alles zusammen laufen kann. |
| Ein Ladegerät hat gekribbelt | Das Ladegerät LG-M für die Batterien der Förderbandwagen hat beim Anfassen gekribbelt und ist gesperrt. Die sechs neuen Ladegeräte an der Nordwand laden nachts alle zugleich, und ihr Datenblatt warnt vor Gleichfehlerströmen. Draußen am Vordach steht das Schweißgerät in Regen und Spritzwasser. | Ein Schutzkonzept, das Menschen auch dann schützt, wenn etwas kaputt ist, und Prüfungen, die zeigen, ob es wirkt. |
| Fertig vor dem Winterflugplan | Bis dahin muss die Halle errichtet, geprüft, in Betrieb genommen und übergeben sein. Danach betreibt das Werkstattteam sie ohne euch. | Erstprüfung, Wiederholungsprüfung, Inbetriebnahme, Dokumentation und Einweisung vollständig und für Dritte nachvollziehbar. |
| Ist unser Strom grün? | Der Flughafen bezieht seit Mitte 2026 vollständig Ökostrom aus Windstromverträgen. Die Werkstattleitung fragt trotzdem, ob eine eigene PV auf dem Hallendach lohnt, obwohl die Schlepper nachts laden. | Versorgungsmöglichkeiten funktional, ökonomisch und ökologisch vergleichen und eine begründete Empfehlung geben. |
Abnahmekriterien: was die Ladehalle mindestens erfüllen muss
Diese Mindestanforderungen gelten für jedes Team. Die Werkstattleitung nimmt nur ab, was sie erfüllt. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.
| Nr. | Abnahmekriterium | Geprüft bei |
|---|---|---|
| 1 | Der Versorgungspfad der Ladehalle ist als einpoliger Übersichtsplan vom 110-kV-Anschluss bis zu einem Ladegerät gezeichnet, mit Schaltzeichen nach DIN EN 60617, Spannungen, Kennzeichen und den Übersetzungsverhältnissen; zu jeder Station steht, was dort mit der Energie geschieht. | M1 |
| 2 | Strom und Verluste bei gleicher Leistung sind für 110 kV, 10 kV und 400 V berechnet; Trafostation V-Ost, Ringnetz und (n−1)-Sicherheit sind erklärt. | M1 |
| 3 | Die Entscheidungsmatrix vergleicht die Versorgungsmöglichkeiten mit gewichteten funktionalen, ökonomischen und ökologischen Kriterien. Ertrag, Eigenverbrauch, CO₂-Bilanz und Amortisation der Dach-PV sind berechnet, die Empfehlung an die Werkstattleitung passt auf eine Seite. | M1 |
| 4 | Die sieben 230-V-Stromkreise sind auf L1, L2 und L3 aufgeteilt, der Neutralleiterstrom ist grafisch und rechnerisch bestimmt, die Aufteilung begründet. | M1 |
| 5 | Der Netzsystem-Steckbrief zeigt den Stromlaufplan von -T1 in V-Ost bis -T11 mit Fehlerstromweg und begründet das Schutzkonzept. | M1 |
| 6 | Für jeden Stromkreis stehen Schutzmaßnahme, Schutzeinrichtung und Begründung mit Quelle fest; RCD-Typ der Ladegeräte nach Datenblatt und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sind begründet; die Abschaltbedingung ist für den ungünstigsten Abgang jeder LS-Art nachgerechnet; der Schutzpotentialausgleich der Stahlhalle ist enthalten. | M2 |
| 7 | Die Sicherheitskarte UV-LH nennt Kennzeichen, die fünf Sicherheitsregeln mit Ort und Betriebsmittel und die Zuständigkeiten. | M2 |
| 8 | Die Stromkreisliste UV-LH enthält jeden Verbraucher mit Kennzeichen, Außenleiter, Bemessungsstrom, LS-Schalter mit begründeter Charakteristik, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit Typ und Leitung. | M3 |
| 9 | Für die Zuleitung -W1 ist nachgewiesen: Bemessungsstrom ≤ Nennstrom der Vorsicherung ≤ Belastbarkeit, mit Tabellenwert und Quelle. Der Spannungsfall auf der Zuleitung beträgt höchstens 1,5 % (Vorgabe der Werkstattleitung). | M3 |
| 10 | Übersichtsschaltplan aller Stromkreise der UV-LH (einpolig, Kennzeichen links, Aderzahl), Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs (allpolig) und Bestückungsplan in Teilungseinheiten mit begründeter Platzreserve liegen vor. | M3 |
| 11 | Das Prüfprotokoll der Erstprüfung UV-LH ist vollständig, jeder Messwert ist gegen einen Grenzwert mit Quelle bewertet, die beiden Befunde stehen mit Ursache und Maßnahme in der Mängelliste; die Nachmessung ist protokolliert und die gesperrten Kreise sind freigegeben. | M4 |
| 12 | Die Prüfliste Gerätepark nennt für alle sechs Geräte Schutzklasse, Messwerte, Grenzwerte, Ergebnis und nächste Prüfung. Das Ladegerät LG-M ist nach Instandsetzung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) geprüft und freigegeben, die Prüffristen sind begründet, die Plaketten gekennzeichnet. | M4 |
| 13 | Die Inbetriebnahme ist mit Haltepunkten geplant; das Inbetriebnahmeprotokoll enthält die Betriebswerte der ersten Ladenacht mit Messort, Erwartung und Urteil, verglichen mit der Planung aus Teil 1 und Teil 4. | M4 |
| 14 | Die Übergabemappe hat ein Inhaltsverzeichnis und zeigt den gebauten Stand; für jede Tätigkeit ist festgelegt, wer sie ausführen darf; das Werkstattteam ist eingewiesen und hat unterschrieben; die Schlusspräsentation begründet jede Änderung seit M1 und M3. | M4 |
Alles, was hier nicht geregelt ist, klärst du als Rückfrage: was die Halle leisten muss, mit der Werkstattleitung; was am Netz des Flughafens geschehen darf, mit dem Netzbetrieb.
Anlagendaten A bis G: Netz, Trafostation V-Ost, Ladehalle, Verbraucher, Datenblatt, Geräte
Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Teil zusätzlich braucht, etwa Messreihen, bekommst du dort.
A · Netz des Flughafens (öffentliche Größenordnung, gerundet)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Einspeisung | zwei voneinander unabhängige Einspeisungen aus dem 110-kV-Netz |
| Umspannwerke | sechs Umspannwerke 110 kV/10 kV |
| Mittelspannungsnetz | 10-kV-Ringe, rund 770 km Mittelspannungskabel |
| Netzstationen | rund 240 Netzstationen, zusammen rund 700 MW |
| Netzersatz | 72 Netzersatzanlagen, rund 76 MW |
| USV | 67 USV-Anlagen |
| Stromverbrauch | rund 630 GWh im Jahr |
| Ausfallzeit | weniger als eine Minute im Jahr |
| Strombezug | seit Mitte 2026 vollständig Ökostrom aus Windstromverträgen, darunter ein Anteil von 85 MW an einem Windpark auf See |
| PV an der Startbahn | vertikale bifaziale PV an der westlichen Start- und Landebahn: rund 37.000 Module, 17,4 MWp, bis 17,4 GWh im Jahr, 2,8 km lang, Ost-West ausgerichtet, in Betrieb seit Oktober 2025 |
| Dach-PV im Frachtbereich | 1,57 MWp, rund 1,5 GWh im Jahr (Vergleichswert); weitere Dächer geplant, etwa das Parkhaus von Terminal 3 |
| Klimaziel | 2030 unter 50.000 t CO₂ im Jahr, Netto null (Scope 1 und 2) bis 2045 |
| Terminal 3 | eröffnet im April 2026, bis 19 Mio. Passagiere im Jahr, Flugsteige G, H und J |
| E-Mobilität am Boden | rund 800 E-Fahrzeuge auf dem Gelände, rund 950 Ladepunkte bis 2027 geplant; 2024 waren 67 % der Positionen mit stationärem Bodenstrom versorgt, Diesel-Bodenstromgeräte werden bis 2040 ersetzt |
B · Trafostation V-Ost
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Anschluss | 10-kV-Ring |
| Transformatoren | zwei Transformatoren je 1.250 kVA, 10 kV/0,4 kV, Dyn5, uk = 6 %, Kuppelschalter |
| Niederspannung | Niederspannungshauptverteilung NSHV V-Ost; Netz 400/230 V, 50 Hz |
| Netzsystem | ab Trafo TN-S (fünf Leiter), zentraler Erdungspunkt in der Trafostation |
| Abgang zur Ladehalle | Abgang -Q24, Vorsicherung nach eurer Bemessung |
| Weiteres | Kurzschlussleistung des 10-kV-Netzes und Einzelheiten der Transformatoren vertiefst du in Lernfeld 10 |
C · Ladehalle LH am Vorfeld Ost
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Bauwerk | Stahlhalle 40 m × 24 m, Höhe 7 m, beheizt, trocken; Fußboden Beton |
| Ladeplätze | Ladeplatz 1 bis 6 innen an der Nordwand, Ladegeräte -T11 bis -T16 dort an der Wand |
| Außen | Vordach vor der Südwand: Schweißplatz mit der CEE-Steckdose 32 A (Regen, Spritzwasser) |
| Betriebszeiten | Werkstattbetrieb 6 bis 22 Uhr; Laden überwiegend nachts 22 bis 6 Uhr (alle sechs gleichzeitig) |
| Zuleitung | Entfernung NSHV V-Ost bis UV-LH: 85 m, Kabelpritsche (Verlegeart E), einzeln, Umgebung 30 °C |
| Dach | 960 m², davon für PV nutzbar 600 m², rund 120 kWp möglich; spezifischer Ertrag 950 kWh/(kWp·a) (Unterrichtswert) |
D · Verbraucher der Ladehalle (installiert)
| Nr. | Verbraucher | Anschluss | Leistung | cos φ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Hallenbeleuchtung LED, 3 Stromkreise | 230 V | je 0,8 kW | 0,95 |
| 2 | Steckdosen Werkbänke 16 A, 4 Stromkreise | 230 V | je 2,0 kW (Planwert) | 1,0 |
| 3 | CEE-Steckdosen 16 A, 5-polig, 2 Stück (Werkstatt) | 400 V | je 6,0 kW | 0,85 |
| 4 | CEE-Steckdose 32 A, 5-polig (Schweißgerät, Außenbereich Vordach) | 400 V | 11,0 kW | 0,85 |
| 5 | Ladegeräte E-Schlepper, 6 Stück, fest angeschlossen, Wandmontage | 400 V | je 9,2 kW Aufnahme | 0,95 |
| 6 | Hebebühne | 400 V | 3,0 kW | 0,82 |
| 7 | Kompressor | 400 V | 4,0 kW | 0,83 |
| 8 | Sektionaltor | 400 V | 0,75 kW | 0,78 |
Angaben der Werkstattleitung für die Bemessung (Unterrichtswerte): Gleichzeitigkeit der Ladegeräte g = 1,0, weil sie nachts gemeinsam laden; übrige Verbraucher g = 0,5; cos φ gesamt 0,93.
E · Datenblatt Ladegerät (Unterrichtsgerät, Typ „TBC 80/100-3“, im Original auf Englisch)
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Device | Traction battery charger for 80 V lithium-ion batteries |
| Input | 3/N/PE AC 400 V ±10 %, 50/60 Hz |
| Rated input current | 14 A |
| Rated input power | 9.2 kW |
| Power factor | ≥ 0.95 |
| Efficiency | ≥ 94 % |
| Inrush current | ≤ 30 A |
| Output | DC 80 V nominal, max. charging current 100 A |
| Protection class | I |
| Degree of protection | IP54 |
| Insulation class | F |
| Protective conductor current | ≤ 3.5 mA |
| Required protection | circuit breaker C16, residual current device type B, 30 mA (smooth DC fault currents possible); type A permitted only together with RDC-DD 6 mA DC (IEC 62955) |
| Ambient | −20 °C to +40 °C |
| Cable entry | fixed connection, 5 × 2.5 mm² Cu |
| Weight | 38 kg |
| Mounting | Wall mounting |
F · Lösungsstand der UV-LH
Wie die UV-LH bestückt wird, leitet ihr in Teil 4 selbst her: Stromkreise, Schutzeinrichtungen, Leitungen und Zuleitung. Den gemeinsamen Lösungsstand, auf dem Teil 5 und Teil 6 aufbauen, findest du nach deinem eigenen Versuch in Teil 4 · Rechenwege und Lösungen. Bei Aufteilung und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen dürft ihr davon abweichen, wenn ihr es begründet.
G · Werkstattgeräte für die Wiederholungsprüfung
| Gerät | Schutzklasse | Angaben |
|---|---|---|
| Ladegerät LG-M für Förderbandwagen-Batterien 24 V | I | Schukostecker, 3 m Leitung; das Gerät, das „gekribbelt“ hat, gesperrt |
| Kabeltrommel 25 m, 3 × 1,5 mm² | I | |
| Akku-Schrauber-Ladegerät | II | |
| Winkelschleifer | II | |
| Handleuchte 24 V mit Sicherheitstransformator | III (Transformator II) | |
| Druckluft-Kompressor, fahrbar | I | 230 V, 2,2 kW |
Messwerte, Grenzwerte nach DIN EN 50678 (VDE 0701) und DIN EN 50699 (VDE 0702) und die Prüffristen nach DGUV Vorschrift 3 bekommst du in Teil 5 und schlägst sie dort im Tabellenbuch nach.
Kennzeichnung (überall gleich): Trafostation V-Ost, NSHV V-Ost, Abgang -Q24, Zuleitung -W1, Unterverteilung UV-LH, Hauptschalter -Q0, Überspannungsschutz -F0, LS-Schalter -F mit fortlaufender Nummer ab -F1, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen -Q mit fortlaufender Nummer ab -F21 (wie viele es werden, legt ihr in Teil 3 und Teil 4 fest), Ladegeräte -T11 bis -T16 an Ladeplatz 1 bis 6, E-Schlepper ES 21 bis ES 26. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen.
Kundengespräch vorbereiten und festhalten (Sprint 0)
Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Werkstattleitung und für den Netzanschluss mit dem Netzbetrieb. Deine Lehrkraft spielt beide Rollen und sagt dir, wen du gerade vor dir hast. Wie die Werkstatt arbeitet, klärt ihr mit der Meisterin der Elektrowerkstatt. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin oder einer Entscheidung beantworten.
Worüber ihr sprechen solltet:
- was genau „gekribbelt“ hat: welches Gerät, wann, wer es gemerkt hat und was seitdem damit geschehen ist
- wann die Halle spätestens laufen muss und was der Winterflugplan für Werkstatt und Ladezeiten heißt
- wann gearbeitet und wann geladen wird, und ob wirklich alle sechs Schlepper gleichzeitig laden
- was die Werkstattleitung meint, wenn sie fragt: „Ist unser Strom grün?“
- ob eine PV auf dem Dach lohnt, und woran die Werkstattleitung „lohnt“ misst: am Geld, am CO₂ oder an beidem
- mit dem Netzbetrieb: wann Abgang -Q24 frei ist, wer in der Trafostation V-Ost schaltet und was ihr dafür vorlegen müsst
- was die Werkstattleitung bei der Übergabe in der Hand halten will und wer eingewiesen wird
Kundengespräch · Sprint 0 · Auftragsklärung
| Nr. | Unsere Frage | An wen? Werkstattleitung oder Netzbetrieb | Antwort | Was folgt daraus für den Auftrag? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||
| 2 | ||||
| 3 | ||||
| 4 | ||||
| 5 | ||||
| 6 | ||||
| 7 | ||||
| 8 |
Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was Werkstattleitung oder Netzbetrieb nicht beantworten können oder wollen, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.
Euer Teamvertrag
Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.
| Was | Unsere Festlegung |
|---|---|
| Projektleitung in Sprint 1 | |
| Versorgung und Planung in Sprint 1 | |
| Schutz und Sicherheit in Sprint 1 | |
| Prüfen und Messen in Sprint 1 | |
| Dokumentation und Einweisung in Sprint 1 | |
| So erreichen wir uns | |
| Wenn jemand fehlt, dann … | |
| Wenn wir uns nicht einigen, dann … | |
| Unterschriften |
Rollen im Team
Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint, so dass niemand zweimal dieselbe Rolle hat. Wer die Projektleitung hat, zeichnet im laufenden Sprint ab. Bei vier Personen übernimmt die Projektleitung auch Dokumentation und Einweisung.
| Rolle | Aufgaben | Daran sieht man, dass geliefert wurde |
|---|---|---|
| Projektleitung | Hält Termin, Backlog und Kanban-Board im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker, spricht für das Team mit Werkstattleitung und Netzbetrieb und zeichnet die Lernprodukte des Teams ab. | Das Board ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen, jedes Lernprodukt ist abgezeichnet. |
| Versorgung und Planung | Verantwortet Versorgungspfad, Bewertung der Versorgung, Lastaufteilung, Stromkreisliste, Bemessung der Zuleitung und den Verteilerplan der UV-LH. | Zu jeder Zahl gibt es Formel, Rechenweg, Einheit und die Quelle des Werts. |
| Schutz und Sicherheit | Verantwortet Netzsystem und Schutzkonzept, die Auswahl der Schutzeinrichtungen, die Sicherheitskarte UV-LH und die Sicherheitsregeln bei jeder Arbeit an der Anlage. | Zu jedem Stromkreis steht eine Schutzmaßnahme mit Begründung, zu jeder Gefahr eine Maßnahme, zu jeder Norm die Stelle, an der sie greift. |
| Prüfen und Messen | Bereitet Erstprüfung und Wiederholungsprüfung vor, wählt Mess- und Prüfmittel aus, misst unter Aufsicht der Meisterin, führt Prüfprotokolle, Prüfliste und Plakettenplan zur Unterschrift durch die Meisterin, misst die Betriebswerte bei der Inbetriebnahme. | Jeder Messwert steht mit Einheit, Messgerät und Grenzwert im Protokoll. |
| Dokumentation und Einweisung | Führt Wissensspeicher und Projektakte, ordnet Schaltpläne, Datenblätter und Protokolle in die Übergabemappe, bereitet die Einweisung des Werkstattteams vor. Die Meisterin führt die Einweisung verantwortlich durch, die Werkstattleitung bestimmt, wer in ihrem Team elektrotechnisch unterwiesene Person wird. | Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage, der Einweisungsnachweis ist unterschrieben. |
Wer gerade welche Rolle hat, steht auf dem Kanban-Board und im Teamvertrag.
So arbeitet ihr: in fünf Sprints, 80 Stunden
Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Am Ende jedes Sprints wird abgenommen. Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog.
| Sprint | Ziel | Teile | Meilenstein | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 0 | Auftrag klären | Bevor du loslegst | M0 | 4 h |
| 1 | Versorgung und Netz verstehen | Teil 1 (12 h) und Teil 2 (12 h) | M1, Kreuzreview | 24 h |
| 2 | Schutz festlegen | Teil 3 | M2, Kreuzreview | 14 h |
| 3 | Unterverteilung planen | Teil 4 | M3, Kreuzreview | 14 h |
| 4 | Prüfen, in Betrieb nehmen, übergeben | Teil 5 (14 h) und Teil 6 (8 h) | M4, Abnahme durch den Auftraggeber | 22 h |
| Puffer | 2 h | |||
| Summe | 80 h |
Eure Arbeitsvereinbarungen
- Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
- Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
- Sprint Review: Abnahme anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
- Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen
Die Ladehalle, ihre Verbraucher, die Werkstattgeräte und das Datenblatt des Ladegeräts sind für den Unterricht konstruiert. Die Werte sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten eines echten Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zum Netz des ganzen Flughafens (Anlagendaten A) folgen öffentlichen Angaben, gerundet.
Weiter geht es mit dem Wissensspeicher und der Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“. Die brauchst du ab Teil 1.