Teil 5 von 6⏱ 14 hSprint 4 · auf dem Weg zu Meilenstein M4
Die Unterverteilung der Ladehalle ist verdrahtet, aber noch darf niemand sie benutzen. Vorher wird geprüft: die UV-LH als Erstprüfung, der Gerätepark der Werkstatt als Wiederholungsprüfung. Und das gesperrte Ladegerät LG-M darf erst wieder raus, wenn du weißt, weshalb es gekribbelt hat.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, siehst dir die RCD-Prüfung als Szene an und planst mit deinem Team die Prüfungen.
Danach: Lernangebot 9 · Die Unterverteilung erstprüfen
Agil arbeiten · Sprint 4
Eure Storycard für Teil 5
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 5 herunterladen PDF · 2 Seiten · 346 KB
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 5. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
Storycard Teil 5 herunterladen2 Seiten · 346 KB · doppelseitig drucken
Das lernst du in Teil 5
ErstprüfungBesichtigen, Erproben, MessenIsolationswiderstandSchleifenimpedanzRCD-PrüfungMesskategorieWiederholungsprüfungSchutzleiterstromPrüffristPrüfprotokollPrüfplakette
Lernangebot 9 · Die Unterverteilung erstprüfen →Lernangebot 10 · Ortsveränderliche Geräte wiederkehrend prüfen →
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: In Betrieb geht die Anlage erst, wenn gemessen, bewertet und von der Meisterin als Elektrofachkraft unterschrieben ist. Ein Messwert ohne Bewertung ist noch keine Prüfung.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Hier stehen die Punkte, um die es in diesem Teil geht. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Hast du im Betrieb schon einmal mit einem Installationstester gemessen, eine Prüfplakette an einer Bohrmaschine gesehen oder die Prüftaste einer RCD gedrückt? Das zählt. Der Check-in ist keine Bewertung. Er hilft dir bei der Planung, und am Ende des Teils siehst du in deinem Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich die neue Unterverteilung der Ladehalle vor dem Einschalten erstprüfen und den Gerätepark der Werkstatt wiederkehrend prüfen, damit niemand einen Schlag bekommt und jedes Gerät, das wieder benutzt wird, eine Plakette und ein Protokoll hat.
Die Lage vor dem Einschalten
Die UV-LH ist fertig verdrahtet, der Abgang -Q24 in der NSHV V-Ost ist noch aus. Die Meisterin der Elektrowerkstatt sagt: „Bevor die Ladehalle an die Werkstatt geht, will ich ein vollständiges Prüfprotokoll sehen. Ich unterschreibe es, wenn es trägt. Und LG-M bleibt gesperrt, bis ihr mir erklärt, weshalb es gekribbelt hat.“ Geprüft wird die UV-LH nach DIN VDE 0100-600, der Gerätepark nach DIN EN 50699 (VDE 0702) und ein instandgesetztes Gerät nach DIN EN 50678 (VDE 0701). Die beiden Normen hießen früher DIN VDE 0701 und DIN VDE 0702. Die Werkstattleitung will außerdem, dass ihr Gerätepark vor dem Umzug in die Ladehalle geprüft ist. Dein Team prüft beides unter ihrer Leitung und Aufsicht: Es bereitet vor, misst, protokolliert und schlägt vor; die Meisterin als Elektrofachkraft entscheidet und unterschreibt. Die Messwerte stehen als Messreihe in den Lernangeboten; am Prüfplatz der Schule misst du selbst.
Das kennst du schon aus Lernfeld 1, Lernfeld 2, Lernfeld 4 und Teil 3
Kennst du schon aus Lernfeld 1: In „Drei Zettel am Schlepper“ hast du am Diesel-Schlepper GS 14 mit dem Digitalmultimeter gemessen, die Messkategorie auf dem Gerät gelesen und ein Prüfprotokoll geführt. Jetzt kommen zwei Prüfgeräte dazu, die selbst einen Prüfstrom oder eine Prüfspannung erzeugen. Aus Lernfeld 2: Fehlerstromweg, RCD und Leitungsschutz an der Hütte am Terminal, dort war das Prüfen nur geplant. Hier misst du wirklich. Aus Lernfeld 4: den Werkstattrechner, auf den du die Messwerte aus dem Prüfgerät ausliest und mit dem du das Protokoll ablegst. Aus Teil 3 und Teil 4: das Schutzkonzept, die RCD-Typen und die Stromkreisliste der UV-LH. Genau die prüfst du jetzt.
So sieht eine RCD-Prüfung aus
Der Tester steckt in einer Steckdose an Werkbank 2 und lässt den Prüfstrom langsam steigen. Sieh hin: Wohin fließt der Strom, und woran merkst du, dass -F22 ausgelöst hat?
Messgrößen in Teil 5
Diese Größen begleiten dich durch beide Lernangebote.
| Zeichen | Messgröße | Womit | Wo im Teil |
|---|---|---|---|
| RPE | Schutzleiterwiderstand, Durchgängigkeit des Schutzleiters | Installationstester, Gerätetester | Lernangebot 9 und 10 |
| RISO | Isolationswiderstand | Installationstester, Gerätetester | Lernangebot 9 und 10 |
| Zs, Ik | Schleifenimpedanz und Kurzschlussstrom | Installationstester | Lernangebot 9 |
| IΔ, tA, UB | Auslösestrom, Auslösezeit und Berührungsspannung der RCD | Installationstester | Lernangebot 9 |
| Drehfeld, ΔU | Drehrichtung und Spannungsfall | Installationstester | Lernangebot 9 |
| IPE, IB | Schutzleiterstrom und Berührungsstrom | Gerätetester | Lernangebot 10 |
Erst schätzen, dann arbeiten
LG-M hat beim Anfassen gekribbelt, und keine RCD hat ausgelöst. Wie viel Strom ist da ungefähr durch die Hand des Mechanikers geflossen: ein Mikroampere, ein Milliampere, 30 Milliampere oder ein Ampere? Schreib deine Schätzung auf und einen Satz, weshalb. In Lernangebot 10 findest du es heraus.
Dein Weg in 12 Schritten
Mehr zu diesem Teil
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies die Lage, sieh dir die Szene an und schreib auf, was ihr noch nicht erklären könnt. - Prüfung planen
Lege den Ablauf der Erstprüfung fest: besichtigen, erproben, messen, in welcher Reihenfolge. - Messgerät wählen
Lies die Gerätebeschreibung, wähle Messgerät und Messkategorie und plane, wie du sicher anschließt. - Schutzleiter und Isolation
Bewerte Schutzleiter, Schutzpotentialausgleich und Isolationswiderstand. - Schleife und Abschaltung
Berechne die Schleifenimpedanz und prüfe die Abschaltbedingung. - RCD und Drehfeld
Bewerte die RCD-Messreihe, das Drehfeld und den Spannungsfall. - Protokoll und Mängel
Trag alles ins Prüfprotokoll ein, stelle die Mängelliste auf und schlage der Meisterin vor, was in Betrieb gehen darf. - Geräte einordnen
Unterscheide ortsfest und ortsveränderlich und lege für jedes Gerät die Prüfschritte fest. - Gerätepark bewerten
Schlag die Grenzwerte nach und bewerte die Messreihe des Geräteparks. - LG-M freigeben
Erkläre den Befund, plane die Instandsetzung und prüfe nach DIN EN 50678 (VDE 0701). - Fristen und Plaketten
Lege die Prüffristen fest und kennzeichne die Plaketten. - Abnahme und Ergebnis
Lasst eure Protokolle von einem anderen Team abnehmen, füllt das Wissensspeicher-Blatt aus.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team alle Punkte abnimmt und die Projektleitung abzeichnet. Die Protokolle gehen in die Übergabe an den Auftraggeber zu Meilenstein M4 am Ende von Teil 6:
- Der Ablauf der Erstprüfung ist geplant: Besichtigen, Erproben, Messen und die Reihenfolge der Messungen, jeweils mit Begründung.
- Für jede Messung sind Messgerät, Messkategorie und Teil der DIN EN 61557 angegeben, die Sicherheitsmaßnahmen vor der Isolationsmessung sind genannt.
- Jeder Messwert der Erstprüfung ist gegen einen Rechenwert oder einen Grenzwert bewertet, der Grenzwert mit Quelle.
- Die beiden Befunde der Erstprüfung sind erkannt und stehen mit Ursache und Maßnahme in der Mängelliste.
- Das Prüfprotokoll Erstprüfung UV-LH ist vollständig: Anlage, Prüfer, Prüfgerät, Datum, Messwerte, Bewertung, Mängel, Vorschlag zur Inbetriebnahme, Freigabe und Unterschrift der Meisterin als Elektrofachkraft.
- Die Prüfliste Gerätepark nennt für alle sechs Geräte Schutzklasse, Messwerte, Grenzwerte, Ergebnis und nächste Prüfung.
- Der Befund am Ladegerät LG-M ist erklärt, die Instandsetzung und die Prüfung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) sind dokumentiert, die Freigabe ist begründet.
- Die Prüffristen sind mit DGUV Vorschrift 3, Fehlerquote und Gefährdungsbeurteilung begründet, die Plaketten sind richtig gekennzeichnet.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
- Den abgezeichneten Projektauftrag mit den Anlagendaten, besonders F (Lösungsstand der UV-LH) und G (Werkstattgeräte)
- Deine Stromkreisliste und den Verteilerplan aus Teil 4, dein Schutzkonzept aus Teil 3
- Das englische Datenblatt des Ladegeräts (Anlagendaten E)
- Lernangebot 9 (Die Unterverteilung erstprüfen) und Lernangebot 10 (Ortsveränderliche Geräte wiederkehrend prüfen)
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, den Werkstattrechner aus Lernfeld 4 für die Protokolle
- Am Prüfplatz der Schule: Installationstester, Gerätetester, Übungsverteilung, persönliche Schutzausrüstung
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Prüfen vor dem Einschalten“: der Ablauf der Erstprüfung, die Messgrößen mit Grenzwerten und Quelle, die Messkategorien, die Sicherheitsregeln beim Prüfen, die Abschaltbedingung mit dem Faktor zwei Drittel, die RCD-Prüfung mit Rampe, die Prüfschritte nach Schutzklasse, die Prüffristen und eure Befunde mit Maßnahmen.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.