Teil 4 von 6⏱ 14 hSprint 3 · Meilenstein M3
Der Netzbetrieb hat Abgang -Q24 in der Trafostation V-Ost freigegeben, die Werkstattleitung hat ihre Verbraucherliste und das Datenblatt des Ladegeräts geschickt. In diesem Teil planst du die neue Unterverteilung UV-LH: welche Stromkreise sie bekommt, welchen Schutz, welche Zuleitung und wie ihre Pläne aussehen.
Schritt 1 von 5. Du liest die Lage, siehst dir Übersichtsplan und Grundriss an und planst mit deinem Team den Weg bis Meilenstein M3.
Danach: Lernangebot 7 · Stromkreise planen und Ladegeräte anschließen
Agil arbeiten · Sprint 3
Eure Storycard für Teil 4
Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.
1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive
Storycard Teil 4 herunterladen PDF · 2 Seiten · 354 KB
Das lernst du in Teil 4
StromkreislisteBemessungsstromGleichzeitigkeitsfaktorLS-CharakteristikRCD Typ BBelastbarkeitSpannungsfallÜbersichtsschaltplanTeilungseinheit
Lernangebot 7 · Stromkreise planen und Ladegeräte anschließen →Lernangebot 8 · Zuleitung bemessen und Verteiler zeichnen →
Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Eine Unterverteilung plant man vom Verbraucher her: Jeder Stromkreis bekommt den Schutz, den sein Verbraucher braucht, und die Zuleitung trägt, was gleichzeitig läuft.
Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“: Die Leiste der Spannungsebenen mit Betriebsmitteln und Kennzeichen steht im Wissensspeicher. In diesem Teil kommt ihr letztes Stück dazu: von Abgang -Q24 bis in die Endstromkreise der Ladehalle.
Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?
Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.
Wozu der Check-in?
Hier stehen die Punkte, um die es in diesem Teil geht. Es geht nicht darum, was du dir zutraust, sondern darum, wo dir das schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Hast du im Betrieb schon einmal eine Unterverteilung bestückt, einen Verteilerplan gelesen oder zu Hause in den Sicherungskasten geschaut, wie die Stromkreise beschriftet sind? Das zählt. Der Check-in hilft dir bei der Planung, und am Ende des Teils siehst du in deinem Kompetenzmodell, was sich verschoben hat.
Darum geht es
Als Elektronikerin oder Elektroniker für Betriebstechnik möchte ich die Unterverteilung UV-LH der Ladehalle planen, ihre Stromkreise und Schutzeinrichtungen nach Verbraucherliste und Datenblatt auswählen und die Zuleitung von der Trafostation V-Ost bemessen, damit die sechs E-Schlepper nachts sicher laden und die Werkstatt tagsüber arbeiten kann.
Die Lage am Vorfeld Ost
Der Netzbetrieb des Flughafens meldet: Abgang -Q24 in der NSHV V-Ost ist frei und für die Ladehalle reserviert. „Die Vorsicherung setzen wir nach eurer Bemessung. Schickt uns Bemessungsstrom, Querschnitt und Spannungsfall, dann schalten wir zu.“ Die Werkstattleitung schickt ihre Verbraucherliste und das Datenblatt des Ladegeräts, im Original auf Englisch. Dazu kommt ein Wunsch: „Wenn ein Gerät einen Fehler hat, soll nicht die ganze Halle dunkel sein und nicht alle sechs Schlepper aufhören zu laden.“
Gesucht sind die Stromkreisliste, die Zuleitung und der Verteilerplan der UV-LH. Das Ergebnis ist Meilenstein M3, abgenommen im Kreuzreview durch ein anderes Team, danach zeichnet die Projektleitung ab. Alle Anlagendaten sind Unterrichtswerte.
Das kennst du schon aus Lernfeld 2 und aus Teil 2 und 3
Aus Lernfeld 2: An der Hütte am Terminal hast du Leitungsschutz, Querschnitt, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und die Schaltplanarten kennengelernt und ein englisches Datenblatt gelesen. Hier wird daraus eine ganze Unterverteilung. Aus Teil 2: das TN-S-System der Ladehalle und die Aufteilung der 230-V-Stromkreise auf L1, L2 und L3. Aus Teil 3: euer Schutzkonzept mit Schutzmaßnahme und RCD-Typ je Stromkreis; jetzt wird daraus die Bestückung. Ausblick: Motoren mit Leistungsschild und Anlaufstrom vertieft Lernfeld 8; hier genügt dir das Verhältnis von Anlaufstrom zu Bemessungsstrom.
Die Ladehalle von oben
So sind Ladeplätze, Werkstatt und Vordach verteilt. Die UV-LH sitzt an der Westwand, wo die Zuleitung ankommt.
Was in die Halle kommt
Acht Verbrauchergruppen mit 96,35 kW installierter Leistung; die Liste steht im Aufklapper.
Die Verbraucherliste der Werkstattleitung · aufklappen
| Nr. | Verbraucher | Anschluss | Leistung | cos φ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Hallenbeleuchtung LED, 3 Stromkreise | 230 V | je 0,8 kW | 0,95 |
| 2 | Steckdosen Werkbänke 16 A, 4 Stromkreise | 230 V | je 2,0 kW (Planwert) | 1,0 |
| 3 | CEE-Steckdosen 16 A, 5-polig, 2 Stück (Werkstatt) | 400 V | je 6,0 kW | 0,85 |
| 4 | CEE-Steckdose 32 A, 5-polig (Schweißgerät, Außenbereich Vordach) | 400 V | 11,0 kW | 0,85 |
| 5 | Ladegeräte E-Schlepper, 6 Stück, fest angeschlossen, Wandmontage | 400 V | je 9,2 kW Aufnahme | 0,95 |
| 6 | Hebebühne | 400 V | 3,0 kW | 0,82 |
| 7 | Kompressor | 400 V | 4,0 kW | 0,83 |
| 8 | Sektionaltor | 400 V | 0,75 kW | 0,78 |
Erst schätzen, dann arbeiten
Sechs Ladegeräte, zwei Werkbänke, Hebebühne, Kompressor, Licht und eine Schweißsteckdose hängen an einer Zuleitung von 85 m. Welcher Querschnitt wird es für -W1: 16 mm², 35 mm², 50 mm² oder 95 mm²? Und was entscheidet am Ende: der Strom oder die Länge? Schreib deine Schätzung auf, bevor du rechnest. In Lernangebot 8 rechnest du nach.
Dein Weg in 10 Schritten
Kursmaterial · Storycard
Die Storycard zu Teil 4. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.
Storycard Teil 4 herunterladen2 Seiten · 354 KB · doppelseitig drucken
Mehr zu diesem Teil
Dein Weg im Einzelnen
- Auftrag klären
Lies die Lage, sieh dir Übersichtsplan und Grundriss an und schreib auf, was ihr noch nicht wisst. - Stromkreise bilden
Leite aus der Verbraucherliste die Stromkreise ab und berechne die Bemessungsströme. - Datenblatt lesen
Übersetze das englische Datenblatt und zieh heraus, was es für Anschluss und Schutz verlangt. - Schutz wählen
Wähle Charakteristik der LS-Schalter, Typ und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, jeweils mit Begründung. - Aufteilen und summieren
Teile die 230-V-Stromkreise auf die Außenleiter auf und bestimme die Bemessungsleistung der UV-LH. - Zuleitung bemessen
Wähle Vorsicherung und Querschnitt von -W1 und weise den Spannungsfall nach. - Komponenten festlegen
Lege Hauptschalter, Überspannungsschutz und Schienen fest und kläre die Selektivität. - Zeichnen
Zeichne Übersichtsschaltplan, Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs und Bestückungsplan. - Kreuzreview M3
Stellt euren Verteilerplan einem anderen Team vor und lasst ihn abnehmen. Die Projektleitung zeichnet ab. - Ergebnis sichern
Wissensspeicher-Blatt ausfüllen, drei Prüffragen für die Expertenrunde vorbereiten.
Fertig bist du, wenn …
Das Arbeitspaket gilt erst als fertig, wenn ein anderes Team im Kreuzreview alle Punkte abnimmt und die Projektleitung abzeichnet (Meilenstein M3):
- Die Stromkreisliste UV-LH enthält jeden Verbraucher der Liste mit Kennzeichen, Außenleiter, Bemessungsstrom, LS-Schalter mit Charakteristik, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit Typ und Leitung.
- Für jeden Stromkreis ist begründet, ob und hinter welcher Fehlerstrom-Schutzeinrichtung er liegt; der RCD-Typ der Ladegeräte folgt aus dem Datenblatt.
- Die Charakteristik jedes LS-Schalters ist mit dem Einschalt- oder Anlaufstrom begründet.
- Die 230-V-Stromkreise sind auf L1, L2 und L3 aufgeteilt, die Belastung je Außenleiter und der Neutralleiterstrom stehen da.
- Die Bemessungsleistung der UV-LH ist mit den Gleichzeitigkeitsfaktoren der Werkstattleitung berechnet, der Bemessungsstrom der Zuleitung daraus.
- Für die Zuleitung -W1 ist nachgewiesen: Bemessungsstrom ≤ Nennstrom der Vorsicherung ≤ Belastbarkeit, mit Tabellenwert und Quelle, und der Spannungsfall hält die Vorgabe von 1,5 % ein.
- Der Übersichtsschaltplan zeigt alle Stromkreise einpolig mit normgerechten Zeichen, Kennzeichen links und Aderzahl.
- Der Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs zeigt L1, L2, L3, N und PE einzeln mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und LS-Schalter.
- Der Bestückungsplan zeigt alle Geräte in Teilungseinheiten und eine begründete Platzreserve.
- Der Verteilerplan UV-LH (Meilenstein M3) ist im Kreuzreview von einem anderen Team abgenommen und von der Projektleitung abgezeichnet.
- Das Wissensspeicher-Blatt ist vollständig; drei Prüffragen liegen vor.
Das brauchst du dafür
- Den abgezeichneten Projektauftrag und die Anlagendaten, besonders Verbraucherliste (D), Datenblatt des Ladegeräts (E) und die Angaben zur Ladehalle (C)
- Euer Schutzkonzept aus Teil 3 und die Lastaufteilung aus Teil 2
- Lernangebot 7 (Stromkreise planen und Ladegeräte anschließen) und Lernangebot 8 (Zuleitung bemessen und Verteiler zeichnen)
- Die Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ aus dem Wissensspeicher
- Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, ein Wörterbuch oder das Sachwortverzeichnis mit fachlichem Englisch
- Den Werkstattrechner aus Lernfeld 4 für Stromkreisliste und Pläne
- Die Wissensspeicher-Vorlage
Das kommt in deinen Wissensspeicher
Ein Blatt „Was in die Unterverteilung kommt“: die Formeln für den Bemessungsstrom ein- und dreiphasig, die Regel für die Charakteristik, eure Entscheidung zu RCD-Typ und Zuschnitt, die Bemessungskette für die Zuleitung mit Spannungsfall, die Zeichen aus Übersichtsschaltplan und Stromlaufplan und eure Bestückung in Teilungseinheiten. Auf der Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“ ergänzt ihr -Q24, -W1 und die UV-LH mit euren Werten.
Zusätzlich: drei Prüffragen für die Expertenrunde formulieren, eine Wissensfrage, eine Rechenfrage, eine Begründungsfrage.