Was die Werkstattleitung will, in einem Plan und vier Bildern. Die Einzelheiten schlägst du nach, wenn du sie brauchst.

Schritt 2 von 3. Hier liest du den Auftrag, führst mit deinem Team das Kundengespräch und zeichnest den Auftrag ab.

Danach: Wissensspeicher und Expertenrunde

Agil arbeiten · Sprint 0

Eure Storycard zur Einführung

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Ohne abgezeichneten Auftrag fängt Teil 1 nicht an. Wer unterschreibt, sagt: Wir haben verstanden, was geliefert werden muss.

Der Auftrag auf einen Blick

Übersichtsplan Vorfeld Ost als Schema von oben, Norden oben. Oben der Flugsteig von Terminal 3 mit drei Flugzeugen an den Abstellpositionen, darunter die Vorfeldstraße. Links die Trafostation V-Ost mit zwei Transformatoren je 1.250 kVA und der NSHV V-Ost am 10-kV-Ring. In der Mitte die neue Ladehalle LH, 40 m mal 24 m: innen an der Nordwand die Ladeplätze 1 bis 6 mit den Ladegeräten -T11 bis -T16, an der Westwand die Unterverteilung UV-LH, dazu Werkbänke, CEE-Steckdosen 16 A, Hebebühne und Kompressor, in der Südwand das Sektionaltor, davor außen das Vordach mit dem Schweißplatz und der CEE-Steckdose 32 A. Von der NSHV führt die neue Zuleitung -W1, 85 m, auf einer Kabelpritsche zur UV-LH. Rechts die Werkstatt der Bodenverkehrsdienste aus LF 1.Vorfeld Ost · wo die neue Ladehalle entstehtSchema von oben, nicht maßstäblich · hervorgehoben: was der Auftrag neu bautTerminal 3 · FlugsteigAbstellpositionenVorfeldstraßeTrafostation V-Ost2 × 1.250 kVANSHV V-Ost10-kV-Ring123456Ladeplatz 1 bis 6, an der Nordwand -T11 bis -T16Ladehalle LH (neu) · 40 m × 24 mUV-LHWerkbänkeCEE 16 AHebe-bühneKompressorSektionaltor32SchweißplatzVordach außen: CEE-Steckdose 32 A-W1 · 85 mKabelpritscheWerkstattder BodenverkehrsdiensteBestand, aus LF 1TorNSo liest du den Planneu im AuftragVordach, außenZuleitung, neuLadegerät an der Wand
Übersichtsplan Vorfeld Ost, von oben als Schema, nicht maßstäblich, Norden oben: oben der Flugsteig von Terminal 3 mit drei Abstellpositionen, darunter die Vorfeldstraße. Links die Trafostation V-Ost mit zwei Transformatoren je 1.250 kVA und der NSHV V-Ost am 10-kV-Ring. In der Mitte die neue Ladehalle LH, 40 m × 24 m: innen an der Nordwand die Ladeplätze 1 bis 6 mit den Ladegeräten -T11 bis -T16, an der Westwand die Unterverteilung UV-LH, dazu Werkbänke, CEE-Steckdosen 16 A, Hebebühne und Kompressor, in der Südwand das Sektionaltor, davor außen das Vordach mit dem Schweißplatz und der CEE-Steckdose 32 A. Von der NSHV führt die neue Zuleitung -W1, 85 m, auf einer Kabelpritsche zur UV-LH. Rechts die Werkstatt der Bodenverkehrsdienste aus Lernfeld 1. Lage als Unterrichtswerte. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Sechs Schlepper, eine Nacht

Alle sechs E-Schlepper laden gleichzeitig, von 22 bis 6 Uhr.

Ein Ladegerät hat gekribbelt

Es ist gesperrt. Der ganze Gerätepark wird vor dem Umzug geprüft.

Fertig vor dem Winterflugplan

Bis dahin läuft die Halle, geprüft und übergeben.

Ist unser Strom grün?

Und lohnt eine eigene PV auf dem Hallendach?

Dein Auftrag

Versorge die neue Ladehalle am Vorfeld Ost vom 10-kV-Ring bis zur Steckdose, schütze sie, prüfe sie und den Gerätepark der Werkstatt, nimm sie in Betrieb und übergib sie. So, dass die sechs E-Schlepper nachts laden, niemand einen Schlag bekommt und das Werkstattteam die Halle ohne dich betreiben kann.

Das tut ihr jetzt

1 Kundengespräch

Fünf bis acht Fragen vorbereiten, rund 20 Minuten mit Werkstattleitung und Netzbetrieb.

2 Teamvertrag

Rollen für Sprint 1 verteilen, Regeln festlegen, unterschreiben.

3 Abzeichnen

Den Auftrag unterschreiben. Das ist Meilenstein M0.

Fünf Meilensteine bis zur Übergabe

M0

Auftrag geklärt

Sprint 0

M1

Versorgungskonzept

Ende Teil 2

M2

Schutzkonzept

Ende Teil 3

M3

Verteilerplan UV-LH

Ende Teil 4

M4

Prüfung und Übergabe

Ende Teil 6

Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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Zum Nachschlagen

Der Projektauftrag zum Abzeichnen

Projektauftrag

Vom Ring bis zur Plakette · Ladehalle LH am Vorfeld Ost: Versorgung planen, Schutz festlegen, Unterverteilung bemessen, prüfen, in Betrieb nehmen und übergeben

Auftraggeber
Die Werkstattleitung der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost: betreibt die Werkstatt und die neue Ladehalle, beschreibt, was die Halle leisten muss, und nimmt sie ab. Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in dieser Rolle. In einer zweiten Rolle vertritt deine Lehrkraft den Netzbetrieb des Flughafens: Er entscheidet über den Netzanschluss und gibt das Schalten in der Trafostation V-Ost frei.
Auftragnehmer
Dein Ausbildungsbetrieb, die Elektrowerkstatt der Instandhaltung. Verantwortlich ist die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft. Die Meisterin verantwortet Prüfung, Freigabe, Inbetriebnahme und Einweisung und unterschreibt Prüfprotokolle und Freigaben. Dein Projektteam arbeitet unter ihrer Leitung und Aufsicht: Es bereitet vor, misst, protokolliert und schlägt vor. Auszubildende sind keine Elektrofachkräfte. Im Unterricht spielt deine Lehrkraft auch diese Rolle.
Projektleitung
Ein Amt in deinem Team. Es wechselt mit jedem Sprint. Wer es hat, zeichnet die Lernprodukte des Teams ab, bevor sie weitergehen.
Ort
Vorfeld Ost des Flughafens: die neue Ladehalle LH neben der Werkstatt der Bodenverkehrsdienste aus Lernfeld 1, versorgt aus der Trafostation V-Ost am 10-kV-Ring.
Anlass
Die Bodenverkehrsdienste ersetzen ihre Diesel-Gepäckschlepper durch Elektro-Schlepper. Neben der Werkstatt am Vorfeld Ost entsteht eine Ladehalle mit Ladeplatz für sechs E-Schlepper, zwei Arbeitsständen, Hebebühne und Kompressor. Die Halle braucht eine eigene Unterverteilung UV-LH, versorgt aus der Trafostation V-Ost. Zugleich verlangt die Werkstattleitung, dass ihr ortsveränderlicher Gerätepark vor dem Umzug geprüft wird: Ein Ladegerät hat beim Anfassen „gekribbelt“ und ist gesperrt. Die Werkstattleitung will außerdem wissen, ob ihr Strom „wirklich grün“ ist und ob eine eigene PV auf dem Hallendach lohnt.
Leistungsumfang
Versorgung der Ladehalle vom 10-kV-Ring bis zur Steckdose verstehen und bewerten; Netzsystem und Schutzkonzept festlegen; Unterverteilung UV-LH und Zuleitung bemessen und zeichnen; Erstprüfung der Anlage; Wiederholungsprüfung von sechs ortsveränderlichen Geräten; Inbetriebnahme mit Betriebswerten; Dokumentation; Einweisung des Werkstattteams.
Ergebnisbild
Die sechs E-Schlepper laden, die Werkstatt arbeitet, niemand bekommt einen Schlag. Jedes geprüfte Gerät trägt eine Prüfplakette mit Datum, die Anlage hat ein vollständiges Prüfprotokoll, das Werkstattteam ist eingewiesen und unterschreibt.
Termin
Vor dem Winterflugplan. Im Unterricht bearbeitest du das Projekt in fünf Sprints mit zusammen 80 Stunden.
Fristen im Bauablauf
In der Werkstatt wird von 6 bis 22 Uhr gearbeitet, geladen wird überwiegend nachts von 22 bis 6 Uhr. Abgang -Q24 in der NSHV V-Ost wird nur mit Freigabe des Netzbetriebs geschaltet. Das gesperrte Ladegerät bleibt gesperrt, bis es geprüft und freigegeben ist.
Mittel
Die Anlagendaten unten, das englische Datenblatt des Ladegeräts, Messreihen (Unterrichtswerte), Tabellenbuch Elektrotechnik, Taschenrechner, Vorlagen, Kanban-Board und dein Team.
Was nicht vorgegeben ist
Der Auftrag sagt, was erreicht sein muss, nicht wie. Diese Entscheidungen trefft ihr im Team: die Bewertung der Versorgungsvarianten und ob ihr eine Dach-PV empfehlt; die Aufteilung der Stromkreise auf die Außenleiter; Zahl und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (Verfügbarkeit gegen Kosten); RCD Typ B je Ladegerät oder Typ A mit Gleichfehlerstrom-Erkennung, wo der Hersteller das zulässt; die Prüffristen nach eurer eigenen Gefährdungsbeurteilung; Form und Ablauf der Einweisung. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung. Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt.

Meilensteine

Meilenstein Wann Was vorliegt Wer nimmt ab
M0 · Auftrag geklärt Ende Sprint 0 Auftragsklärung aus dem Kundengespräch, Teamvertrag, Backlog auf dem Kanban-Board Projektleitung des Teams, gegengezeichnet von der Werkstattleitung
M1 · Versorgungskonzept mit Netzsystem Ende Teil 2 (Sprint 1) Versorgungspfad der Ladehalle, Entscheidungsmatrix Versorgung mit Empfehlung, Lastaufteilung der 230-V-Stromkreise, Netzsystem-Steckbrief Kreuzreview durch ein anderes Team in der Zwischenpräsentation, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams
M2 · Schutzkonzept Ende Teil 3 (Sprint 2) Schutzkonzept der Ladehalle, Sicherheitskarte UV-LH Kreuzreview durch ein anderes Team, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams
M3 · Verteilerplan UV-LH Ende Teil 4 (Sprint 3) Stromkreisliste UV-LH, Verteilerplan mit Übersichtsschaltplan, Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs und Bemessungsnachweis der Zuleitung Kreuzreview durch ein anderes Team, danach Abzeichnung durch die Projektleitung des Teams
M4 · Prüfung, Inbetriebnahme, Übergabe Ende Teil 6 (Sprint 4) Prüfprotokoll der Erstprüfung mit Mängelliste, Prüfliste Gerätepark mit Plakettenplan, Inbetriebnahmeprotokoll, Übergabemappe, unterschriebener Einweisungsnachweis. Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 und M3: Was habt ihr danach geändert, und weshalb? Die Werkstattleitung als Auftraggeber, mit Freigabe durch die Meisterin der Elektrowerkstatt als Elektrofachkraft; sie unterschreibt auch Prüfprotokolle und Einweisungsnachweis

Ein Meilenstein ist erst erreicht, wenn er abgezeichnet ist. Ohne Abzeichnung von M0 fängt Teil 1 nicht an.

Abzeichnung

Projektteam
Projektleitung des Teams
Meisterin der Elektrowerkstatt (Elektrofachkraft)
Werkstattleitung (Auftraggeber)
Netzbetrieb (zur Kenntnis)
Datum

Druck dir diese Seite aus. Die Unterschriften gehören in die Projektakte.

Die Ausgangslage

Am Flughafen fahren schon rund 800 E-Fahrzeuge, bis 2027 sollen es rund 950 Ladepunkte sein. Jetzt sind die Gepäckschlepper der Bodenverkehrsdienste am Vorfeld Ost dran: Die Diesel-Schlepper gehen, sechs E-Schlepper kommen, ES 21 bis ES 26. Tagsüber ziehen sie die Gepäckwagen zwischen Terminal 3 und den Flugzeugen und laden nachts.

Neben der Werkstatt aus Lernfeld 1 entsteht dafür die Ladehalle LH. Den Strom bekommt sie aus der Trafostation V-Ost, über eine neue Zuleitung von 85 m. Die Werkstattleitung hat dazu zwei Sätze gesagt, die ihr euch merken solltet: „Bei uns soll keiner mehr ein Kribbeln spüren.“ Und: „Wenn wir schon elektrisch fahren, will ich wissen, ob unser Strom grün ist.“

Vier Herausforderungen im Einzelnen
Herausforderung Was dahintersteckt Worauf es ankommt
Sechs Schlepper, eine Nacht Die sechs Ladegeräte laden nachts von 22 bis 6 Uhr alle gleichzeitig. Tagsüber laufen Werkstatt, Hebebühne, Kompressor und das Schweißgerät am Vordach. Die Halle hängt mit einer Zuleitung von 85 m an der NSHV V-Ost. Den Weg des Stroms kennen, das Netz verstehen, Stromkreise, Schutzeinrichtungen und Zuleitung so bemessen, dass alles zusammen laufen kann.
Ein Ladegerät hat gekribbelt Das Ladegerät LG-M für die Batterien der Förderbandwagen hat beim Anfassen gekribbelt und ist gesperrt. Die sechs neuen Ladegeräte an der Nordwand laden nachts alle zugleich, und ihr Datenblatt warnt vor Gleichfehlerströmen. Draußen am Vordach steht das Schweißgerät in Regen und Spritzwasser. Ein Schutzkonzept, das Menschen auch dann schützt, wenn etwas kaputt ist, und Prüfungen, die zeigen, ob es wirkt.
Fertig vor dem Winterflugplan Bis dahin muss die Halle errichtet, geprüft, in Betrieb genommen und übergeben sein. Danach betreibt das Werkstattteam sie ohne euch. Erstprüfung, Wiederholungsprüfung, Inbetriebnahme, Dokumentation und Einweisung vollständig und für Dritte nachvollziehbar.
Ist unser Strom grün? Der Flughafen bezieht seit Mitte 2026 vollständig Ökostrom aus Windstromverträgen. Die Werkstattleitung fragt trotzdem, ob eine eigene PV auf dem Hallendach lohnt, obwohl die Schlepper nachts laden. Versorgungsmöglichkeiten funktional, ökonomisch und ökologisch vergleichen und eine begründete Empfehlung geben.
Abnahmekriterien: was die Ladehalle mindestens erfüllen muss

Diese Mindestanforderungen gelten für jedes Team. Die Werkstattleitung nimmt nur ab, was sie erfüllt. Wie ihr sie erfüllt, entscheidet ihr selbst.

Nr. Abnahmekriterium Geprüft bei
1 Der Versorgungspfad der Ladehalle ist als einpoliger Übersichtsplan vom 110-kV-Anschluss bis zu einem Ladegerät gezeichnet, mit Schaltzeichen nach DIN EN 60617, Spannungen, Kennzeichen und den Übersetzungsverhältnissen; zu jeder Station steht, was dort mit der Energie geschieht. M1
2 Strom und Verluste bei gleicher Leistung sind für 110 kV, 10 kV und 400 V berechnet; Trafostation V-Ost, Ringnetz und (n−1)-Sicherheit sind erklärt. M1
3 Die Entscheidungsmatrix vergleicht die Versorgungsmöglichkeiten mit gewichteten funktionalen, ökonomischen und ökologischen Kriterien. Ertrag, Eigenverbrauch, CO₂-Bilanz und Amortisation der Dach-PV sind berechnet, die Empfehlung an die Werkstattleitung passt auf eine Seite. M1
4 Die sieben 230-V-Stromkreise sind auf L1, L2 und L3 aufgeteilt, der Neutralleiterstrom ist grafisch und rechnerisch bestimmt, die Aufteilung begründet. M1
5 Der Netzsystem-Steckbrief zeigt den Stromlaufplan von -T1 in V-Ost bis -T11 mit Fehlerstromweg und begründet das Schutzkonzept. M1
6 Für jeden Stromkreis stehen Schutzmaßnahme, Schutzeinrichtung und Begründung mit Quelle fest; RCD-Typ der Ladegeräte nach Datenblatt und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sind begründet; die Abschaltbedingung ist für den ungünstigsten Abgang jeder LS-Art nachgerechnet; der Schutzpotentialausgleich der Stahlhalle ist enthalten. M2
7 Die Sicherheitskarte UV-LH nennt Kennzeichen, die fünf Sicherheitsregeln mit Ort und Betriebsmittel und die Zuständigkeiten. M2
8 Die Stromkreisliste UV-LH enthält jeden Verbraucher mit Kennzeichen, Außenleiter, Bemessungsstrom, LS-Schalter mit begründeter Charakteristik, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit Typ und Leitung. M3
9 Für die Zuleitung -W1 ist nachgewiesen: Bemessungsstrom ≤ Nennstrom der Vorsicherung ≤ Belastbarkeit, mit Tabellenwert und Quelle. Der Spannungsfall auf der Zuleitung beträgt höchstens 1,5 % (Vorgabe der Werkstattleitung). M3
10 Übersichtsschaltplan aller Stromkreise der UV-LH (einpolig, Kennzeichen links, Aderzahl), Stromlaufplan eines Ladegeräte-Abgangs (allpolig) und Bestückungsplan in Teilungseinheiten mit begründeter Platzreserve liegen vor. M3
11 Das Prüfprotokoll der Erstprüfung UV-LH ist vollständig, jeder Messwert ist gegen einen Grenzwert mit Quelle bewertet, die beiden Befunde stehen mit Ursache und Maßnahme in der Mängelliste; die Nachmessung ist protokolliert und die gesperrten Kreise sind freigegeben. M4
12 Die Prüfliste Gerätepark nennt für alle sechs Geräte Schutzklasse, Messwerte, Grenzwerte, Ergebnis und nächste Prüfung. Das Ladegerät LG-M ist nach Instandsetzung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) geprüft und freigegeben, die Prüffristen sind begründet, die Plaketten gekennzeichnet. M4
13 Die Inbetriebnahme ist mit Haltepunkten geplant; das Inbetriebnahmeprotokoll enthält die Betriebswerte der ersten Ladenacht mit Messort, Erwartung und Urteil, verglichen mit der Planung aus Teil 1 und Teil 4. M4
14 Die Übergabemappe hat ein Inhaltsverzeichnis und zeigt den gebauten Stand; für jede Tätigkeit ist festgelegt, wer sie ausführen darf; das Werkstattteam ist eingewiesen und hat unterschrieben; die Schlusspräsentation begründet jede Änderung seit M1 und M3. M4

Alles, was hier nicht geregelt ist, klärst du als Rückfrage: was die Halle leisten muss, mit der Werkstattleitung; was am Netz des Flughafens geschehen darf, mit dem Netzbetrieb.

Anlagendaten A bis G: Netz, Trafostation V-Ost, Ladehalle, Verbraucher, Datenblatt, Geräte

Auf diese Daten beziehen sich alle Teile des Kurses. Schlag hier nach, so oft du willst. Was ein Teil zusätzlich braucht, etwa Messreihen, bekommst du dort.

A · Netz des Flughafens (öffentliche Größenordnung, gerundet)

Kenngröße Wert
Einspeisung zwei voneinander unabhängige Einspeisungen aus dem 110-kV-Netz
Umspannwerke sechs Umspannwerke 110 kV/10 kV
Mittelspannungsnetz 10-kV-Ringe, rund 770 km Mittelspannungskabel
Netzstationen rund 240 Netzstationen, zusammen rund 700 MW
Netzersatz 72 Netzersatzanlagen, rund 76 MW
USV 67 USV-Anlagen
Stromverbrauch rund 630 GWh im Jahr
Ausfallzeit weniger als eine Minute im Jahr
Strombezug seit Mitte 2026 vollständig Ökostrom aus Windstromverträgen, darunter ein Anteil von 85 MW an einem Windpark auf See
PV an der Startbahn vertikale bifaziale PV an der westlichen Start- und Landebahn: rund 37.000 Module, 17,4 MWp, bis 17,4 GWh im Jahr, 2,8 km lang, Ost-West ausgerichtet, in Betrieb seit Oktober 2025
Dach-PV im Frachtbereich 1,57 MWp, rund 1,5 GWh im Jahr (Vergleichswert); weitere Dächer geplant, etwa das Parkhaus von Terminal 3
Klimaziel 2030 unter 50.000 t CO₂ im Jahr, Netto null (Scope 1 und 2) bis 2045
Terminal 3 eröffnet im April 2026, bis 19 Mio. Passagiere im Jahr, Flugsteige G, H und J
E-Mobilität am Boden rund 800 E-Fahrzeuge auf dem Gelände, rund 950 Ladepunkte bis 2027 geplant; 2024 waren 67 % der Positionen mit stationärem Bodenstrom versorgt, Diesel-Bodenstromgeräte werden bis 2040 ersetzt

B · Trafostation V-Ost

Kenngröße Wert
Anschluss 10-kV-Ring
Transformatoren zwei Transformatoren je 1.250 kVA, 10 kV/0,4 kV, Dyn5, uk = 6 %, Kuppelschalter
Niederspannung Niederspannungshauptverteilung NSHV V-Ost; Netz 400/230 V, 50 Hz
Netzsystem ab Trafo TN-S (fünf Leiter), zentraler Erdungspunkt in der Trafostation
Abgang zur Ladehalle Abgang -Q24, Vorsicherung nach eurer Bemessung
Weiteres Kurzschlussleistung des 10-kV-Netzes und Einzelheiten der Transformatoren vertiefst du in Lernfeld 10

C · Ladehalle LH am Vorfeld Ost

Kenngröße Wert
Bauwerk Stahlhalle 40 m × 24 m, Höhe 7 m, beheizt, trocken; Fußboden Beton
Ladeplätze Ladeplatz 1 bis 6 innen an der Nordwand, Ladegeräte -T11 bis -T16 dort an der Wand
Außen Vordach vor der Südwand: Schweißplatz mit der CEE-Steckdose 32 A (Regen, Spritzwasser)
Betriebszeiten Werkstattbetrieb 6 bis 22 Uhr; Laden überwiegend nachts 22 bis 6 Uhr (alle sechs gleichzeitig)
Zuleitung Entfernung NSHV V-Ost bis UV-LH: 85 m, Kabelpritsche (Verlegeart E), einzeln, Umgebung 30 °C
Dach 960 m², davon für PV nutzbar 600 m², rund 120 kWp möglich; spezifischer Ertrag 950 kWh/(kWp·a) (Unterrichtswert)

D · Verbraucher der Ladehalle (installiert)

Nr. Verbraucher Anschluss Leistung cos φ
1 Hallenbeleuchtung LED, 3 Stromkreise 230 V je 0,8 kW 0,95
2 Steckdosen Werkbänke 16 A, 4 Stromkreise 230 V je 2,0 kW (Planwert) 1,0
3 CEE-Steckdosen 16 A, 5-polig, 2 Stück (Werkstatt) 400 V je 6,0 kW 0,85
4 CEE-Steckdose 32 A, 5-polig (Schweißgerät, Außenbereich Vordach) 400 V 11,0 kW 0,85
5 Ladegeräte E-Schlepper, 6 Stück, fest angeschlossen, Wandmontage 400 V je 9,2 kW Aufnahme 0,95
6 Hebebühne 400 V 3,0 kW 0,82
7 Kompressor 400 V 4,0 kW 0,83
8 Sektionaltor 400 V 0,75 kW 0,78

Angaben der Werkstattleitung für die Bemessung (Unterrichtswerte): Gleichzeitigkeit der Ladegeräte g = 1,0, weil sie nachts gemeinsam laden; übrige Verbraucher g = 0,5; cos φ gesamt 0,93.

E · Datenblatt Ladegerät (Unterrichtsgerät, Typ „TBC 80/100-3“, im Original auf Englisch)

Kenngröße Wert
Device Traction battery charger for 80 V lithium-ion batteries
Input 3/N/PE AC 400 V ±10 %, 50/60 Hz
Rated input current 14 A
Rated input power 9.2 kW
Power factor ≥ 0.95
Efficiency ≥ 94 %
Inrush current ≤ 30 A
Output DC 80 V nominal, max. charging current 100 A
Protection class I
Degree of protection IP54
Insulation class F
Protective conductor current ≤ 3.5 mA
Required protection circuit breaker C16, residual current device type B, 30 mA (smooth DC fault currents possible); type A permitted only together with RDC-DD 6 mA DC (IEC 62955)
Ambient −20 °C to +40 °C
Cable entry fixed connection, 5 × 2.5 mm² Cu
Weight 38 kg
Mounting Wall mounting

F · Lösungsstand der UV-LH

Wie die UV-LH bestückt wird, leitet ihr in Teil 4 selbst her: Stromkreise, Schutzeinrichtungen, Leitungen und Zuleitung. Den gemeinsamen Lösungsstand, auf dem Teil 5 und Teil 6 aufbauen, findest du nach deinem eigenen Versuch in Teil 4 · Rechenwege und Lösungen. Bei Aufteilung und Zuschnitt der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen dürft ihr davon abweichen, wenn ihr es begründet.

G · Werkstattgeräte für die Wiederholungsprüfung

Gerät Schutzklasse Angaben
Ladegerät LG-M für Förderbandwagen-Batterien 24 V I Schukostecker, 3 m Leitung; das Gerät, das „gekribbelt“ hat, gesperrt
Kabeltrommel 25 m, 3 × 1,5 mm² I
Akku-Schrauber-Ladegerät II
Winkelschleifer II
Handleuchte 24 V mit Sicherheitstransformator III (Transformator II)
Druckluft-Kompressor, fahrbar I 230 V, 2,2 kW

Messwerte, Grenzwerte nach DIN EN 50678 (VDE 0701) und DIN EN 50699 (VDE 0702) und die Prüffristen nach DGUV Vorschrift 3 bekommst du in Teil 5 und schlägst sie dort im Tabellenbuch nach.

Kennzeichnung (überall gleich): Trafostation V-Ost, NSHV V-Ost, Abgang -Q24, Zuleitung -W1, Unterverteilung UV-LH, Hauptschalter -Q0, Überspannungsschutz -F0, LS-Schalter -F mit fortlaufender Nummer ab -F1, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen -Q mit fortlaufender Nummer ab -F21 (wie viele es werden, legt ihr in Teil 3 und Teil 4 fest), Ladegeräte -T11 bis -T16 an Ladeplatz 1 bis 6, E-Schlepper ES 21 bis ES 26. Das Kennzeichen steht links neben dem Schaltzeichen.

Kundengespräch vorbereiten und festhalten (Sprint 0)

Bevor ihr den Auftrag abzeichnet, sprecht ihr mit der Werkstattleitung und für den Netzanschluss mit dem Netzbetrieb. Deine Lehrkraft spielt beide Rollen und sagt dir, wen du gerade vor dir hast. Wie die Werkstatt arbeitet, klärt ihr mit der Meisterin der Elektrowerkstatt. Das Gespräch dauert etwa 20 Minuten je Team, und es ist euer Gespräch: Die Fragen stellt ihr, die Antworten haltet ihr fest. Bereitet vorher fünf bis acht Fragen vor. Eine gute Frage lässt sich mit einer Zahl, einem Termin oder einer Entscheidung beantworten.

Worüber ihr sprechen solltet:

  • was genau „gekribbelt“ hat: welches Gerät, wann, wer es gemerkt hat und was seitdem damit geschehen ist
  • wann die Halle spätestens laufen muss und was der Winterflugplan für Werkstatt und Ladezeiten heißt
  • wann gearbeitet und wann geladen wird, und ob wirklich alle sechs Schlepper gleichzeitig laden
  • was die Werkstattleitung meint, wenn sie fragt: „Ist unser Strom grün?“
  • ob eine PV auf dem Dach lohnt, und woran die Werkstattleitung „lohnt“ misst: am Geld, am CO₂ oder an beidem
  • mit dem Netzbetrieb: wann Abgang -Q24 frei ist, wer in der Trafostation V-Ost schaltet und was ihr dafür vorlegen müsst
  • was die Werkstattleitung bei der Übergabe in der Hand halten will und wer eingewiesen wird

Kundengespräch · Sprint 0 · Auftragsklärung

Nr. Unsere Frage An wen? Werkstattleitung oder Netzbetrieb Antwort Was folgt daraus für den Auftrag?
1
2
3
4
5
6
7
8

Die Auftragsklärung gehört zu M0. Was Werkstattleitung oder Netzbetrieb nicht beantworten können oder wollen, schreibt ihr als offene Frage auf das Kanban-Board.

Euer Teamvertrag

Zu M0 gehört auch der Teamvertrag: wer im ersten Sprint welche Rolle hat und was ihr untereinander vereinbart. Jede Person unterschreibt.

Was Unsere Festlegung
Projektleitung in Sprint 1
Versorgung und Planung in Sprint 1
Schutz und Sicherheit in Sprint 1
Prüfen und Messen in Sprint 1
Dokumentation und Einweisung in Sprint 1
So erreichen wir uns
Wenn jemand fehlt, dann …
Wenn wir uns nicht einigen, dann …
Unterschriften
Rollen im Team

Fünf Rollen tragen das Projekt. Verteilt werden sie im Team selbst, und sie wechseln nach jedem Sprint, so dass niemand zweimal dieselbe Rolle hat. Wer die Projektleitung hat, zeichnet im laufenden Sprint ab. Bei vier Personen übernimmt die Projektleitung auch Dokumentation und Einweisung.

Rolle Aufgaben Daran sieht man, dass geliefert wurde
Projektleitung Hält Termin, Backlog und Kanban-Board im Blick, moderiert das Daily, meldet Blocker, spricht für das Team mit Werkstattleitung und Netzbetrieb und zeichnet die Lernprodukte des Teams ab. Das Board ist am Sprintende aktuell, jede Aufgabe hängt an einem Namen, jedes Lernprodukt ist abgezeichnet.
Versorgung und Planung Verantwortet Versorgungspfad, Bewertung der Versorgung, Lastaufteilung, Stromkreisliste, Bemessung der Zuleitung und den Verteilerplan der UV-LH. Zu jeder Zahl gibt es Formel, Rechenweg, Einheit und die Quelle des Werts.
Schutz und Sicherheit Verantwortet Netzsystem und Schutzkonzept, die Auswahl der Schutzeinrichtungen, die Sicherheitskarte UV-LH und die Sicherheitsregeln bei jeder Arbeit an der Anlage. Zu jedem Stromkreis steht eine Schutzmaßnahme mit Begründung, zu jeder Gefahr eine Maßnahme, zu jeder Norm die Stelle, an der sie greift.
Prüfen und Messen Bereitet Erstprüfung und Wiederholungsprüfung vor, wählt Mess- und Prüfmittel aus, misst unter Aufsicht der Meisterin, führt Prüfprotokolle, Prüfliste und Plakettenplan zur Unterschrift durch die Meisterin, misst die Betriebswerte bei der Inbetriebnahme. Jeder Messwert steht mit Einheit, Messgerät und Grenzwert im Protokoll.
Dokumentation und Einweisung Führt Wissensspeicher und Projektakte, ordnet Schaltpläne, Datenblätter und Protokolle in die Übergabemappe, bereitet die Einweisung des Werkstattteams vor. Die Meisterin führt die Einweisung verantwortlich durch, die Werkstattleitung bestimmt, wer in ihrem Team elektrotechnisch unterwiesene Person wird. Ein Dritter findet jede Entscheidung des Teams ohne Rückfrage, der Einweisungsnachweis ist unterschrieben.

Wer gerade welche Rolle hat, steht auf dem Kanban-Board und im Teamvertrag.

So arbeitet ihr: in fünf Sprints, 80 Stunden

Das Projekt läuft nach einem vereinfachten Scrum-Rahmen. Am Ende jedes Sprints wird abgenommen. Was nicht abgenommen wird, geht zurück ins Backlog.

Sprint Ziel Teile Meilenstein Zeit
0 Auftrag klären Bevor du loslegst M0 4 h
1 Versorgung und Netz verstehen Teil 1 (12 h) und Teil 2 (12 h) M1, Kreuzreview 24 h
2 Schutz festlegen Teil 3 M2, Kreuzreview 14 h
3 Unterverteilung planen Teil 4 M3, Kreuzreview 14 h
4 Prüfen, in Betrieb nehmen, übergeben Teil 5 (14 h) und Teil 6 (8 h) M4, Abnahme durch den Auftraggeber 22 h
Puffer 2 h
Summe 80 h

Eure Arbeitsvereinbarungen

  • Kanban-Board mit den Spalten Zu tun, In Arbeit, Prüfen, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
  • Daily Stand-up, 5 Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was blockiert mich?
  • Sprint Review: Abnahme anhand von „Fertig bist du, wenn …“ und der Abnahmekriterien. Keine Entscheidung ohne Begründung.
  • Retrospektive: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint. Danach wechseln die Rollen.
Wichtiger Hinweis zu den Zahlen

Die Ladehalle, ihre Verbraucher, die Werkstattgeräte und das Datenblatt des Ladegeräts sind für den Unterricht konstruiert. Die Werte sind in sich stimmig und nachgerechnet, aber keine Planungsdaten eines echten Flughafens: Es sind Unterrichtswerte. Nur die Angaben zum Netz des ganzen Flughafens (Anlagendaten A) folgen öffentlichen Angaben, gerundet.

Weiter geht es mit dem Wissensspeicher und der Karte „Vom Ring bis zur Steckdose“. Die brauchst du ab Teil 1.