Die Wahlphase · ein Folgeauftrag je TeamSprint 6 und 7 · 36 hPflichtphaseabgenommenDas MSM-1 läuft.Der Kunde will mehr.WahlABordnetzteilDas MSM-1 im Fahrzeug: Bordnetz 9 bis 16 V, beim Lastabwurf kurz bis 30 V.Welche Versorgung hält das aus, ohne selbst zu stören?36 hWahlBSchaltnetzteilDer Längsregler aus Teil 5 verheizt den größten Teil seiner Leistung.Was kann ein Sperrwandler besser, und was kostet es?36 hWahlCH-Brücke und TiefsetzstellerEine Leistungsstufe, zwei Aufgaben: Vorschubantrieb in beidenDrehrichtungen und eine dimmbare Beleuchtung.36 hWahlDRechnerarchitektur200 Module gehen in Serie: Ist der ESP32 die richtige Wahl?Belegt mit Messwerten, nicht mit Datenblattschlagworten.36 hDer Weg durch die WahlphaseAuftrag wählendrei Sätze, Ende Sprint 5Sprint 6Lastenheft, Auslegung,SimulationZwischenstandMitte der WahlphaseSprint 7aufbauen, messen,Abweichung erklärenAbnahmedurch den AuftraggeberEntwicklermessejedes Team stellt ausKeine Arbeitsblätter, keine Musterlösung: was ihr abliefert, trägt sich durch Rechnung und Messung selbst.
Abb. 1: Die vier Folgeaufträge der Wahlphase und der Weg bis zur Entwicklermesse. Jedes Team wählt einen davon frei. Eigene Darstellung für den Unterricht.

Wahlphase⏱ 36 hSprint 6 und 7ein Folgeauftrag je Team, frei gewählt

Die Pflichtphase ist abgenommen, das MSM-1 läuft. Der Kunde ist zufrieden und hat vier Folgeaufträge. Jedes Team wählt einen davon frei und bringt ihn allein zu Ende. Wählen zwei Teams dieselbe Story, arbeitet jedes für sich.

Check-in: Wo ist dir das schon begegnet?

Klick bei jedem Punkt an, wo er dir schon begegnet ist: im Betrieb, privat oder in einem früheren Lernfeld. Das ist keine Bewertung.

Schritt 1 von 3. Du liest alle vier Folgeaufträge, entscheidest mit deinem Team und begründest die Wahl.

Danach: deine Wahlstory

Der wichtigste Satz auf dieser Seite: In der Wahlphase gibt es keine Lernangebote und keine Musterlösung. Was ihr abliefert, muss sich durch Rechnung und Messung selbst tragen.

Wozu der Check-in?

In der Wahlphase gibt euch niemand mehr Aufgaben vor. Deshalb steht hier nicht, was ihr fachlich könnt, sondern was ihr braucht, um einen offenen Auftrag allein zu Ende zu bringen. Es geht nicht darum, was ihr euch zutraut, sondern darum, wo euch das schon begegnet ist.

Darum geht es

In der Pflichtphase habt ihr eine Signalkette gebaut, Stufe für Stufe, und alle Teams haben dasselbe gebaut. Jetzt kommt der Kunde mit dem, was nach einem gelungenen Projekt immer kommt: Er will mehr. Das Modul soll auch im Fahrzeug laufen, die Versorgung soll effizienter werden, eine Leistungsstufe soll einen Antrieb stellen, und für die Serie von 200 Stück soll feststehen, ob der Mikrocontroller der richtige ist.

Die vier Aufträge sind unterschiedlich, aber gleich schwer. Jeder baut auf dem MSM-1 auf, und jeder endet mit einer Baugruppe oder einer Entscheidung, die ihr mit Messwerten belegt.

Die vier Folgeaufträge

Wahlstory Der Auftrag in einem Satz Schwerpunkt
A · Bordnetzteil
Das Bordnetz ist kein Labornetzgerät
Das MSM-1 soll in den elektrischen Flurförderzeugen des Betriebs laufen, deren Bordnetz zwischen 9 V und 16 V schwankt und beim Abwerfen der Last kurz auf 30 V steigt. Abwärtswandler, Schutzbeschaltung, Wirkungsgrad, Störfälle
B · Schaltnetzteil
Der Längsregler muss weg
Der Längsregler aus Teil 5 soll durch einen Sperrwandler ersetzt werden, und ein fertiges Steckernetzteil wird spannungsfrei seziert, um die Netzseite zu verstehen. Sperrwandler, Übertrager, Regelkreis, galvanische Trennung, Störaussendung
C · H-Brücke und Tiefsetzsteller
Ein Steller, zwei Anwendungen
Eine Leistungsstufe am ESP32 soll den Vorschubantrieb in beiden Drehrichtungen stufenlos stellen und eine Beleuchtung dimmen. Pulsweitenmodulation, Tiefsetzsteller, H-Brücke, Vier-Quadranten-Betrieb
D · Rechnerarchitektur
200 Module gehen in Serie
Mit Messwerten statt mit Meinungen soll belegt werden, welcher Mikrocontroller für die Serie von 200 Modulen der richtige ist. Architektur, Interruptlatenz, Umsetzer, Stromaufnahme, Bauteilauswahl

Wahlstory D besteht überwiegend aus Messungen, nicht aus einem Referat. Wer gern misst, ist dort richtig.

So wählt dein Team

  1. Alle vier lesen. Lest alle vier Wahlstorys ganz, bevor ihr euch entscheidet, auch die Stolperfallen und die Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“. Dort steht, was am Ende verlangt wird.
  2. Ehrlich einschätzen. Welche Stufe der Pflichtphase lag euch, welche nicht? Ein Folgeauftrag, der genau dort ansetzt, wo es gehakt hat, ist kein schlechter Auftrag. Er ist nur mehr Arbeit.
  3. Wahl begründen. Schreibt bis zum Ende von Sprint 5 drei Sätze: Welchen Auftrag übernehmen wir? Was reizt uns daran? Welches Risiko sehen wir?
  4. Wählen. Ihr entscheidet selbst. Eine Wahlstory darf von mehreren Teams gewählt werden, jedes Team arbeitet dann für sich und hat auf der Messe einen eigenen Stand. Eure Begründung gebt ihr beim Auftraggeber ab.

Der Zeitrahmen: 36 Stunden

Abschnitt Was passiert Was am Ende vorliegt
Sprint 6 Anforderungen klären, Lastenheft schreiben und freigeben lassen, Lösung auswählen und auslegen, simulieren Zwischenstand in der Mitte der Wahlphase: Lastenheft, Auslegung, Simulationsergebnis. In Wahlstory D stattdessen: gewichtete Anforderungsliste, Speicherkarten, erste Messreihe
Sprint 7 Aufbauen, messen, Störfälle prüfen, die Abweichung erklären, Übergabeunterlagen erstellen Übergabe: Schaltplan, Stückliste, Messprotokolle, Wissensspeicher-Blatt, Plakat und drei Prüffragen für den Messestand
Abschluss Abnahme durch den Auftraggeber, danach die Entwicklermesse Abgenommene Story, Messestand, Messebögen

Wie ihr die 36 Stunden innerhalb der Sprints verteilt, plant ihr selbst, auf eurer Aufgabenliste. Die Rollen wechseln wie bisher nach jedem Sprint.

Was anders ist als in der Pflichtphase

  • Keine Lernangebote, keine Lösungen, keine Kontrolle. Die Wahlstory besteht aus Lernschritten, nicht aus Aufgaben mit Musterlösung. Welche Rechnung nötig ist, entscheidet ihr.
  • Ihr schreibt das Lastenheft selbst. Aus dem Kundenwunsch werden prüfbare Anforderungen, mit Zahlen. Der Auftraggeber gibt es frei, und erst danach wird ausgelegt.
  • Der Auftraggeber berät, er rechnet nicht vor. Fragen sind erwünscht, eine fertige Dimensionierung gibt es nicht.
  • Nur ihr kennt euren Auftrag im Detail. Die anderen Teams haben einen anderen. Deshalb müsst ihr am Ende auf der Entwicklermesse so erklären können, dass Fachleute ohne Vorwissen folgen.
  • Was bleibt: der Vierschritt aus rechnen, simulieren, aufbauen und messen, Abweichung erklären. Kein Ergebnis ohne Rechenweg, keines ohne Messprotokoll.

Die Abnahme

Abgenommen wird wie in der Pflichtphase: gegen die Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“ in eurer Wahlstory. Vorher prüft ein Team aus einer anderen Wahlstory eure Ergebnisse im Kreuzreview. Was nicht abgenommen wird, geht zurück in die Aufgabenliste und wird in der Reservezeit nachgearbeitet. Die Abnahme wird nicht geschenkt.

Der Abschluss: die Entwicklermesse

Am Ende stellt jedes Team seinen Folgeauftrag aus: mit der laufenden Baugruppe, dem Schaltplan, den Messprotokollen und einem Plakat. Wer vorträgt, wird ausgelost. Alle anderen gehen als Fachbesucher durch und füllen für jeden Stand einen Messebogen aus. Wie das genau abläuft, steht in der letzten Lektion dieses Abschnitts.

Für Lehrkräfte: Die Wahl ist frei; eine Story darf mehrfach gewählt werden. Abgaben: Auftragswahl mit Begründung Ende Sprint 5 (Gruppe), Zwischenstand Mitte der Wahlphase, Übergabe und Messestand Ende Sprint 7. Wahlstory D wird erfahrungsgemäß gemieden; im Kickoff der Wahlphase ausdrücklich auf den hohen Messanteil hinweisen. Je Wahlstory einen privaten Kanal anlegen oder eine Aufgabe mit gruppenspezifischen Anlagen. Wie Abgaben, Punkte und Messebögen in die Bewertung eingehen, steht im Lehrkräftebereich in der Lektion „5 · Leistungsbewertung: Kategorien und Indikatoren“.

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