Kursmaterial · Storycard

Die Storycard zur Einführung. Zwei Seiten: vorne Story, Akzeptanzbedingungen, Sprintziel und „Die Lage ändert sich“, hinten Anschluss, Kompetenzmodell und Retrospektive. Druck sie doppelseitig aus und leg sie neben das Tabellenbuch.

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Exzenterpresse PE-160 · Messstellen des MSM-1Baujahr 1998 · 1600 kN · Antrieb 22 kWAntrieb 22 kW · 400 V · cos φ 0,82StößelWerkzeugTischExzenterpresse PE-1601DMS-Vollbrücke am Ständer350 Ω · k = 2,0 · ε = 800 µm/m bei Nennkraft → 8,0 mV bei 5 V2NTC an Lager A und B10 kΩ · B = 3435 K · Warngrenze 75 °C3Stromwandler am Motorzuleiter50 A / 1 A · Bürde frei wählbar · IN = 41 A4Meldeleuchte und Signalrelais24 V / 0,5 A · Relaisspule 24 V / 50 mA · Schranklüfter 1,5 ARandbedingung: Die Steuerung der Presse darf nicht verändert werden.Das Modul misst mit, greift aber nie ein. Sensorleitung 12 m bis zum Schaltschrank, dort steht ein Frequenzumrichter.
Abb. 1: Exzenterpresse PE-160 mit den vier Messstellen des MSM-1. Eigene Darstellung für den Unterricht auf Grundlage der Projektdaten.

Retrofit statt Neukauf: eine alte Presse soll sehen lernen, ohne dass jemand ihre Steuerung anfasst.

Schritt 2 von 3. Du liest den Auftrag und lernst die Anlage und deinen Prüfstand kennen.

Danach: Wissensspeicher, Abnahme und Lernbegleitung

Agil arbeiten · Sprint 0

Eure Storycard zur Einführung

Druckt sie doppelseitig aus, bevor ihr loslegt. Im Planning schreibt ihr euer Sprintziel in eigenen Worten auf und ergänzt eigene Kriterien. Am Ende prüft das andere Team gegen die Akzeptanzbedingungen, danach haltet ihr eure Retrospektive.

1 Planning2 Arbeiten mit Daily3 Review4 Retrospektive

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Der wichtigste Satz auf dieser Seite: Dein Modul darf mitmessen, eingreifen darf es nie.

Projektauftrag

MSM-1 · Mess- und Signalmodul für die Exzenterpresse

Auftraggeber
Die Instandhaltung des Betriebs, vertreten durch die technische Leitung.
Im Unterricht vertreten durch deine Lehrkraft in der Rolle des Auftraggebers.
Auftragnehmer
Dein Entwicklungsteam. Jedes Team bearbeitet den Auftrag vollständig und
baut ein eigenes lauffähiges Modul.
Projektleitung
Die Lehrkraft in der Rolle der Projektleitung. Sie zeichnet jeden
Meilenstein ab. Im Team übernimmt eine Person die Projektleitung, die Rollen stehen weiter unten.
Leistungsumfang
Ein Mess- und Signalmodul, das Presskraft, Lagertemperatur und Motorstrom
der Exzenterpresse von 1998 erfasst und meldet, ohne in die vorhandene Steuerung einzugreifen.
Entwickelt und nachgewiesen am Prüfstand, ausgelegt für die Anlage.
Ergebnisbild
Das Modul misst in beiden Maßstäben nachweisbar richtig, verträgt die
Störungen des Schaltschranks, versorgt sich selbst aus dem Netz und ist so dokumentiert, dass die
Instandhaltung es ohne Rückfrage einbauen und betreiben kann.
Termin
Die erste Phase umfasst 120 Unterrichtsstunden in acht Sprints (0 bis 7), danach folgen
80 Stunden für Kompetenz-Checks, Nacharbeit und Vertiefung.
Rahmenbedingungen
Die Presse bleibt in Betrieb. Es wird nicht in die Steuerung
eingegriffen. Am Prüfstand kommt keine Netzspannung vor, an der Anlage sehr wohl.
Mittel
Prüfstand mit Steckbrett und Messplatz, Bauteilsortiment, Tabellenbuch,
Datenblätter der eingesetzten Bauteile, Simulationswerkzeug, die Vorlagen zu jedem Lernangebot
und dein Team.
Was nicht vorgegeben ist
Der Auftrag sagt, was das Modul können muss, nicht
wie es aufgebaut ist. Teilerverhältnisse, Brückenart, Verstärkerkonzept, Schaltstufe,
Reglerprinzip und Schirmführung entscheidet ihr. Zu jeder Entscheidung gehört eine Begründung.
Ein anderer Weg als der des Nachbarteams ist kein Fehler, solange er trägt und belegt ist.

Meilensteine

Meilenstein Wann Was vorliegt Wer nimmt ab
M0 · Prüfstand steht Ende Sprint 0, 4 h Auftrag analysiert, offene Fragen gestellt, Prüfstand aufgebaut und in Betrieb, Teams und Rollen
verteilt, Abnahmekriterien vereinbart
Projektleitung
M1 · Der Eingang lügt nicht mehr Ende Sprint 1, 16 h Lernprodukte 1 und 2: Dimensionierung des Spannungseingangs und Auslegung der Strommessung,
am Prüfstand nachgemessen
Kreuzreview, danach Projektleitung
M2 · Die Presse zeigt Kraft Ende Sprint 2, 16 h Lernprodukte 3 und 4: Kraftkanal mit Leitungsfehlerbetrachtung und Temperaturkanal Kreuzreview, danach Projektleitung
M3 · Aus Millivolt wird Messwert Ende Sprint 3, 16 h Lernprodukt 5: Signalaufbereitung mit Verstärker und Anti-Aliasing-Filter, Simulation und
Messung verglichen
Kreuzreview, danach Projektleitung
M4 · Das Modul schaltet Ende Sprint 4, 16 h Lernprodukt 6: Schaltausgänge mit Wärmerechnung und Freilaufdiode Kreuzreview, danach Projektleitung
M5 · Das Modul verlässt den Labortisch Ende Sprint 5, 16 h Lernprodukte 7 und 8: Netzteil, Versorgungs- und Störfestigkeitskonzept, Störversuch belegt Kreuzreview, danach Projektleitung
M6 · Der Folgeauftrag Sprint 6 und 7, 36 h Die gewählte Wahlstory, mit Messwerten belegt Projektleitung
M7 · Entwicklermesse und Übergabe Abschluss von Sprint 7 Das fertige MSM-1, die Übergabedokumentation und der Stand auf der Entwicklermesse.
Die Schlusspräsentation nimmt ausdrücklich Bezug auf M1 bis M5: Was habt ihr nach dem Kreuzreview
geändert, und weshalb?
Auftraggeber

Ein Sprint ist erst zu Ende, wenn abgenommen wurde. Was nicht abgenommen
wird, geht in die Reservezeit, nicht in den nächsten Sprint. Ohne abgezeichnetes M0 beginnt Teil 1 nicht.

Abzeichnung

Entwicklungsteam
Projektleitung
Datum

Druck dir diese Seite aus.
Die Unterschrift gehört in die Projektakte.

Drei Herausforderungen

  • Die Steuerung ist tabu. Die Presse hat eine Sicherheitssteuerung nach Baumusterprüfung. Wer dort eingreift, verliert die Konformität und haftet.
  • Das Messsignal ist winzig. Der Dehnungsmessstreifen am Maschinenständer liefert bei voller Presskraft acht Millivolt. Dazwischen liegen zwölf Meter Leitung und ein Frequenzumrichter.
  • Im Schaltschrank gibt es keine Steckdose. Es gibt eine Klemme mit Wechselspannung und einen Frequenzumrichter, der mit 4 kHz taktet. Dein Modul muss sich von dort versorgen und trotzdem sauber messen.

Dein Auftrag

Entwickle, dimensioniere, baue auf und übergib das Mess- und Signalmodul MSM-1: eine Nachrüstlösung, die die Presse überwacht, ohne ihre Steuerung anzufassen. Vom Sensor am Maschinenständer bis zur Meldeleuchte, und mit einer Stromversorgung, die aus der Anlage kommt und nicht aus dem Labornetzgerät.

Dein Prüfstand: die Presse auf dem Steckbrett

Die Presse steht im Werk des Kunden, du stehst im Labor. Genau so arbeitet ein Entwicklungsbüro: entwickelt wird an einem Prüfstand, der die Anlage nachbildet, reproduzierbar, gefahrlos und jederzeit verfügbar. Deinen Prüfstand baust du in Sprint 0 selbst auf, und er bleibt in allen fünf Teilen dein Messobjekt.

Der Prüfstand · die Presse auf dem SteckbrettSprint 0 · alles steckbar, nichts gelötetSteckbrett: hier entsteht das MSM-1Wägezelle 5 kgDMS-Vollbrücke ≈ 1 kΩ1,0 mV/V → 5,0 mVNTC 10 kΩB = 3435 KLötkolben als WärmequelleShunt 0,1 Ω150 mV bei 1,5 Astatt StromwandlerMSM-1Teiler · Brücke · OPVFilter · SchaltstufeTeil 1 bis 5Netzteil12 V AC SteckernetzteilBrücke · Elko · ReglerESP32ADC · DatenloggerWLANLastenLeuchte 12 V / 0,5 ARelais · Lüfter 1,5 ALabornetzgerät24 V Hilfsspannung0…30 V einstellbarZweiter Mikrocontroller als Störquelle4 kHz Rechteck auf einer 1 m langen Leitung,parallel zur Sensorleitung geführt.Frequenz und Amplitude einstellbar,der Frequenzumrichter, den man aufdrehen kann.HX711 als GegenspielerFertiges 24-bit-Wägemodul, 2 €.So löst es die Industrie in einem Chip:bau es mit OPV nach und vergleiche.Der Maßstab: 1 kg am Prüfstand entspricht 320 kN an der PresseNennlast 5 kg ≙ 1600 kN. Die Wägezelle liefert dabei 5,0 mV, die Presse 8,0 mV: die Empfindlichkeit des Modells ist kleiner.Deshalb muss die Verstärkung umschaltbar sein: ein Widerstand entscheidet, ob das Gerät am Prüfstand oder an der Anlage misst.Was hier nicht steht: 230 V.Die höchste Spannung am Prüfstand ist 24 V vom Labornetzgerät. Der Wechselspannungsteil kommt aus einem 12-V-Steckernetzteil.Gleichrichtung, Ladeelko, Brummspannung, Regler und Wirkungsgrad sind vollständig messbar, berührsicher.
Abb. 2: Der Prüfstand. Alles steckbar, nichts gelötet. Eigene Darstellung für den Unterricht.
Komponente Daten am Prüfstand
Kraftsensor Wägezelle 5 kg, DMS-Vollbrücke ca. 1 kΩ, Kennwert 1,0 mV/V, also 5,0 mV bei US = 5 V und Nennlast
Referenzmesskette Wägemodul HX711, 24 bit, als Vergleich zur eigenen Schaltung, nicht als Ersatz
Temperatursensor NTC 10 kΩ, B = 3435 K, identisch zur Anlage. Wärmequelle: Lötkolben mit Abstand, Referenzthermometer
Strommessung Shunt 0,1 Ω0,5 W (an der Anlage übernimmt das der Stromwandler)
Lasten Meldeleuchte 12 V0,5 A · Relais 12 V, Spule 0,2 H, 70 mA · Lüfter 12 V1,5 A
Hilfsspannung Labornetzgerät, 0 bis 30 V einstellbar, liefert die 24 V, die im Schaltschrank aus dem Anlagennetzteil kämen
Wechselspannung Steckernetzteil 12 V AC, 12 VA, berührsicher, für Gleichrichtung und Netzteil in Teil 5
Störquelle Zweiter Mikrocontroller, 4 kHz Rechteck auf einer 1 m langen, parallel geführten Leitung, Frequenz und Amplitude einstellbar
Aufbau Steckbrett nur für Steuer- und Messströme im Milliamperebereich. Lastströme, etwa für Leuchte und Lüfter, laufen nicht über das Steckbrett, sondern werden direkt verdrahtet

Der Maßstab zwischen Anlage und Prüfstand

1 kg am Prüfstand entspricht 320 kN an der Presse, die Nennlast von 5 kg steht damit für 1600 kN. Die Empfindlichkeiten sind aber nicht gleich: die Wägezelle liefert bei Nennlast 5,0 mV, der DMS an der Presse 8,0 mV. Dein Messverstärker muss deshalb umschaltbar sein.

Das ist kein Kunstgriff für den Unterricht, sondern der Normalfall: ein Gerät wird am Modell entwickelt und vor Ort skaliert. Wer den Maßstab nicht dokumentiert, liefert ein Gerät aus, das falsch anzeigt.

Was am Prüfstand nicht vorkommt: 230 V

Die höchste Spannung in deinem Aufbau sind die 24 V aus dem Labornetzgerät. Der Wechselspannungsteil kommt aus einem fertigen Steckernetzteil mit 12 V AC, das nicht geöffnet wird. Gleichrichtung, Ladekondensator, Brummspannung, Spannungsregelung und Wirkungsgrad sind damit vollständig messbar, ohne dass jemand an Netzspannung arbeitet.

Zum Nachschlagen

Die Ausgangslage

Ein Umformbetrieb fertigt Blechteile für den Maschinenbau. Im Presswerk steht eine Exzenterpresse PE-160, Baujahr 1998, Nennpresskraft 1600 kN, Hauptantrieb 22 kW. Die Maschine läuft mechanisch einwandfrei. Sie ist nur blind.

Läuft ein Lager heiß, merkt es niemand, bis die Presse steht. Verschleißt das Werkzeug, merkt es niemand, bis der Kunde reklamiert. Im letzten Jahr kostete das den Betrieb zwei ungeplante Stillstände und eine Reklamation über 18.000 €. Eine neue Presse kostet einen sechsstelligen Betrag. Der Geschäftsführer will sie nicht. Er will wissen, wie es der alten geht.

Auftragsblatt: die Anlage
Kenngröße Wert
Typ, Baujahr Exzenterpresse PE-160, Baujahr 1998
Nennpresskraft 1600 kN
Hauptantrieb Dreiphasen-Asynchronmotor 22 kW, 400 V, 50 Hz, cos φ = 0,82, IN = 41 A
Vorschubantrieb Gleichstrommotor, Kleinspannung, ca. 100 W
Hubzahl Dauerhub 45 min⁻¹, Einzelhub
Dehnung am Ständer ε = 800 µm/m bei Nennpresskraft (Messprotokoll der Instandhaltung)
Lagertemperatur Betrieb 45 bis 60 °C, Warngrenze 75 °C, Abschaltempfehlung 85 °C
Komponente Daten
DMS am Maschinenständer Folien-DMS, R0 = 350 Ω, k = 2,0, Vollbrücke, 8,0 mV bei US = 5 V und Nennkraft
Temperatursensoren NTC 10 kΩ, B25/85 = 3435 K, zwei Stück, Lager A und Lager B
Motorstrom Stromwandler 50 A1 A, Klasse 1, Bürdenwiderstand frei wählbar
Meldeleuchte 24 V DC, 12 W (0,5 A), Dauerlicht
Signalrelais 24 V DC, Spule 1,2 W (50 mA), Induktivität ca. 0,5 H
Schaltschranklüfter 24 V DC, 1,5 A, wird bei Übertemperatur zugeschaltet
Rechnerplattform ESP32-WROOM-32, Umsetzer 12 bit, bei 11 dB Dämpfung genau zwischen 0,15 V und 2,45 V, WLAN
Störquelle im Schrank Frequenzumrichter, Taktfrequenz 4 kHz, ungeschirmte Motorleitung
Sensorleitung 12 m Länge, parallel zur Motorleitung, Querschnitt 0,25 mm²
Die Lösung entsteht in fünf Stufen

Der Auftrag zerfällt nicht in fünf Themen, sondern in fünf Stufen einer Kette. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf. Am Ende der Pflichtphase steht kein Stapel Lernangebote, sondern ein Gerät.

MSM-1 · die SignalketteJede Pflichtstory baut eine Stufe · LF 3SensorDMS-VollbrückeWägezelle 1,0 mV/V5,0 mV · Anlage 8,0 mVTeil 2BrückenschaltungAbgleich, DreileiterTemperaturgangTeil 3MessverstärkerInstrumenten-OPVumschaltbar · TiefpassTeil 1AnpassungTeiler, QuellwiderstandToleranzADCESP3212 bit · 0,15…2,45 V11 dB DämpfungGrenzwert überschrittenTeil 4TransistorstufeLogic-Level-MOSFETFreilaufdiodeAktorMelden und schaltenLeuchte 12 V / 0,5 ARelais 12 V · Lüfter 1,5 ATeil 5Netzteil12 V AC → 5 V / 3,3 VBrücke · Elko · Regler12 V AC aus dem SteckernetzteilVersorgung 5 V / 3,3 V für die gesamte KetteStörquelle im selben Schaltschrank: Frequenzumrichter, 4 kHz TaktfrequenzKapazitive und induktive Einkopplung auf Sensorleitung und Versorgung, Thema in Teil 2, 3 und 5.Am Ende der Pflichtphase steht kein Arbeitsblattstapel, sondern ein Gerät: das MSM-1, selbst dimensioniert, aufgebaut und vermessen.
Abb. 3: Die Signalkette des MSM-1. Jeder Pflichtteil baut eine Stufe. Eigene Darstellung für den Unterricht.
So arbeitet ihr: in Sprints

Das Projekt läuft in einem vereinfachten agilen Rahmen. Der Auftraggeber, gespielt von deiner Lehrkraft, nimmt am Ende jedes Sprints ab. Was nicht abgenommen wird, geht zurück in die Aufgabenliste.

Sprint Sprintziel Inhalt Zeit
Sprint 0 Prüfstand steht Kickoff, Auftragsanalyse, Prüfstand aufbauen und in Betrieb nehmen, Teams bilden, Abnahmekriterien vereinbaren 4 h
Sprint 1 Der Eingang lügt nicht mehr Teil 1 · Widerstandsnetzwerk und Signalanpassung 16 h
Sprint 2 Die Presse zeigt Kraft Teil 2 · Brückenschaltung und Sensorik 16 h
Sprint 3 Aus Millivolt wird Messwert Teil 3 · Operationsverstärker als Messverstärker 16 h
Sprint 4 Das Modul schaltet Teil 4 · Transistor als Leistungsschnittstelle 16 h
Sprint 5 Das Modul verlässt den Labortisch Teil 5 · Gleichrichterschaltung und Stromversorgung 16 h
Sprint 6 und 7 Der Folgeauftrag Eine Wahlstory je Team, frei gewählt, Abschluss mit Entwicklermesse 36 h

Rollen im Team

Rolle Verantwortung
Projektleitung Behält Termin und Aufgabenliste im Blick, moderiert das tägliche Kurztreffen, meldet Blockaden an den Auftraggeber.
Fachverantwortung Schaltung Verantwortet Dimensionierung, Rechenwege und Datenblattbezüge, prüft gegen die Abnahmekriterien.
Fachverantwortung Messtechnik Verantwortet Messaufbau, Messprotokoll und die Bewertung der Messunsicherheit.
Dokumentation Führt Projektakte und Wissensspeicher, sorgt dafür, dass jeder Rechenweg nachvollziehbar bleibt.

Die Rollen wechseln nach jedem Sprint. Niemand hat zweimal dieselbe Rolle.

Eure Arbeitsvereinbarungen

  • Aufgabentafel mit den Spalten Offen, In Arbeit, Prüfung, Fertig. Jede Aufgabe hängt an genau einem Namen.
  • Tägliches Kurztreffen, fünf Minuten, im Stehen: Was habe ich geschafft? Was mache ich heute? Was hält mich auf?
  • Jede Stufe durchläuft denselben Vierschritt: rechnen, simulieren, aufbauen und messen, Abweichung erklären.
  • Abnahme durch den Auftraggeber anhand der Punkte unter „Fertig bist du, wenn …“. Kein Ergebnis ohne Rechenweg und ohne Messprotokoll.
  • Rückblick nach jedem Sprint: Was hat getragen? Was hat gebremst? Eine konkrete Änderung für den nächsten Sprint.
  • Aufbaudisziplin: kurze Drähte, eine durchgehende Masse, Abblockkondensator am IC. Am Steckbrett ist das keine Schönheit, sondern die Voraussetzung dafür, dass 5 mV messbar bleiben.

Alle bauen alles, aber nicht alle dasselbe

In der Pflichtphase durchlaufen alle Teams alle fünf Stufen. Die Kette braucht jede Stufe, und in der Technikerprüfung fragt niemand, welche Baugruppe du gebaut hast. Unterschiede entstehen innerhalb eines Teils: über die Vertiefungsaufgabe und über die Rolle im Team. Jeder Teil endet mit deinem Wissensspeicher-Blatt, der Abnahme durch ein anderes Team und einem kurzen Kompetenz-Check.

In der Wahlphase ist es umgekehrt: jedes Team bearbeitet genau einen Folgeauftrag. Deshalb endet sie mit der Entwicklermesse, bei der jedes Team ausstellt und die anderen mit einem Fragebogen prüfen.